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sor von der Königin abgcbaltenen Geheimrathssitzung ist die weitere Prorogation des Parlamentes vom 16. dis auf den 31. Januar beschlossen worden. Eine königliche Proklamation fordert die Parlamentsmitglieder auf, sich an dem genannten Tage an versammeln, um ihre Geschäfte zu beginnen. — Die Zeitungen melden den gestern in London ei folgten plötzlichen Tod des durch seine Werke für den Ucbcriandweg nach Indien bekannten Lieutenants Waghorn.

Italien.

Nom, 1. Jan. Die Rückkehr des Papstes ist abermals in weitere Ferne gerückt. Man spricht jetzt nicht mehr von dem 15. d. M., sondern von der Osterwoche. Zwischen der Kardinalskommission und dem General Paraguay d'HillierS kam cs zu neuen Mißhelligkeiten.

Türkei.

Konstantinopel, 25. Dec. Aus den lebten von St. Petersburg cingetroffenen Depeschen geht hervor, daß die rus­sische und türkische Regierung sich in Betreff der Flüchtlinge geeinigt haben und man nun die Lösung dieser Frage als sehr nahe an sehen darf.

Amerika.

New-Mork, 29. December. Folgendes sagt der New- Iork-Herald über die Botschaft des Präsidenten: D.e Bot­schaft des Generals Taylor wird in vieler Hinsicht zu Kom­mentaren Veranlassung geben. Es ist ein bemerkenswerthes Dokument, welches von der Botschaft aller früheren Präsiden­ten seit der Gründung der Regierung abwcicht. Die leiten­den Punkte in der Geschichte der Republik im verwichenen Jahre werden kurz und ruhig ohne großen Nachdruck im Tone und der Sprache aufgezählt. Die Fehler H. Clayton's wer­den mit einiger Geschicklichkeit bemäntelt; dieß geschieht indeß in einem Tone, der eine gewisse Verachtung gegen den Staatssekretär durchblicken läßt. Die Differenz mit Frank­reich wird als eine Bagatelle behandelt, auch die Nicaragua- Frage wird als eine Schwierigkeit nicht angesehen. Gegen Portugal werden ernstere Schritte angedroht, falls cs seine Schuld nicht bezahlen sollte. Kein Wort ist über die zahl­reichen Absetzungen und Anstellungen gesagt, was mit den öffentlichen Erwartungen wenig übercinstimmt. Ueber die Sklavenfrage in den neuen Gebieten findet sich keine deutliche Eiklärung vor. Das Deficit in den Finanzen wird auf 16 Millionen Dollars angegeben und wird deßhalb eine neue Anleihe empfohlen. Ein Korrespondent des Siebe schreibt in Bezug auf die Botschaft: General Taylor empfiehlt nach­drücklich eine Revision des Tarifs und eine Aenderung dessel­ben durch Einführung von Eingangsstcuern, um der amerika­nischen Industrie einen wesentlichen und ausreichenden Schutz angkdeihcn zu lassen. Die Frage, den Fortbestand des Unter- staatsschatzes betreffend, wird dem Kongreß vvigelegt und auf die Nothwendigkeit von durchgreifenden Modifikationen hinge- wiesen, wenn derselbe beibehalten werden sollte. Das An­liegen Kaliforniens um Zulassung in die Union als souveräner Staat wird der günstigen Berücksichtigung des Kongresses empfohlen.

Dcr Postvampfcr „Hibernia" hat Nachrichten aus New- Mork bis zum 26. December gebracht. — Am 22. Dee. ist der demokratische Kandidat, Hr. Cobb, zum Sprecher gewählt worden. — Der englische Botschafter, Sir H. Bulwèr, ist in Washington angckommcu und dem Präsidenten am 24. Dec. vorgcsteUt worden. — General Cass hatte den Antrag gestellt, die Beziehungen mit Oesterreich abzubrechen.

Zeitungsschau.

d Die Hornissenpartei besitzt auch in Fulda ein Organ, „Wacht auf!" betitelt, welches in Leitartikeln Abscheu vor den „Herrn von Gottes Gnaden, den TodtSfeinden" der Partei und Liebe zur republikanischen Negierungsform zu erwecken sucht. Dasselbe zeigt dabei dieselbe gewissenhafte Achtung vor der Wahrheit und dieselbe Logik, welche jedermann an der Kasseler Hornisse bewundert, und schmäht ebenso wie diese mit und ohne Witz alle Zustände und Personen, welche nicht zur Hornissennatur passen wollen. In seinem ersten dießjäh­

rigen Artikel, „Konstitutionelle Streiche" überschrieben, zeigt es, wie unparteiisch die allein richtig sehenden Hornissenaugen einige Vorgänge der neuesten Zeit betrachten, und wie nichts­nutzig die konstitutionelle Monarchie den Segnungen gegen­über verfährt, welche die Demokratie dem deutschen Volke bringen würde. Denn „gerade das deutsche Volk ist reif für die Demokratie" und „die deutsche Gründlichkeit (unstrei­tig diejenige, welche in den Schriften der Hornissenpartei an- getroffen wird) bürgt für die Segnungen derselben". Dieß hat jedermann im Pfälzer und badener Aufstand gesehen. Wie „praktisch" waren die Maßregeln der Koryphäen ter demokra­tischen Partei! wie sehr übertrafen Letztere in allen Einrich­tungen des Krieges und des Friedens die unpraktischen An­hänger der monarchischen Staatsform! Man lese nur des ehrlichen L. Bamberger Erlebnisse der pfälzischen Erhebung. Und dennoch! —

In seinem zweiten Artikel „warum wählen wir nicht nach Erfurt?" zeigt der „Wachtauf", wie richtig er Preußens Ein­wirkung auf Deutschlands Geschick betrachtet, legt in genialen Zügen dessen Geschichte bis zum Jahre 1807 dar, — weiter scheint sie dem „Wacht aus" nicht bekannt zii sein—und schimpft mit demokratischer Bescheidenheit auf die „Kathederweisheit dcr Professoren im frankfurter Reichstag", welche dort „Oester­reich theoretisch aus Deutschland verbannt haben", eine wichtige geschichtliche Entdeckung, über welche noch die späte Nachwelt staunen wird. Endlich prophezeit der Wacht auf genau und untrüglich die Zukunft des preußischen Sonder- bunds. Aber ach! welche unselige Verblendung, welche Ver­stocktheit der Herzen herrscht jctzr! Wie wenige finden sich, welche den Prophezeihungen der Demokraten Glauben bei« messen! O ihr „stumpfen, bleiernen Philister" wehe euch! dreimal wehe!!! Dieser großen Weissagung folgen noch 37 kleinere „Weissagungen", von denen viele gewiß cintreffen werden, z. B. die 14.: „der Kaiser von Oesterreich wird auch in diesem Jahr ein Jahr älter werden", und die 20.: „ein Fähndrich wird Lieutnant!"

Ganz besonders erbost scheint der „Wacht aus" auf die ka­tholische Geistlichkeit im Fulvischen, auf das „Hünfelder Wun­derkind" (soll das etwa ein Mitglied der Ständeversammlung sein, welches mit den Demokraten zu stimmen pflegt?); auf den Piusverein, „der im Jahr 1850 ein Finvelhaus errichten wird"; auf einen Stadtkaplan in Fulda und einen Geist­lichen in Fritzlar re. Wir wissen nicht, was dieser Zorn der Fulder Propheten (Traber und Hornfevt heißen die Heraus­geber des „Wacht auf") gegen die Geistlichkeit erzeugt hat. Gehört das Schimpfen auf die Geistlichkeit zum demokratischen Princip? Oder wollen jene Propheten eine neue Religion verkünden ? Vielleicht e.n BayrHofferth um ? Eine neue Moral haben die Demokraten schon lange und anhaltend, auch nicht ohne Erfolg gepredigt, und es ist ganz in der Ordnung, wenn einige begabte Jünger den bekannten Satz: la propriété e’est le vol praktisch anwenden, und den Besitzenden das Eigen- - thuen wieder abnehmen möchten. Hörte man doch sogar neu­lich Jemanden behaupten, das Organ der kasseler Demokraten J wäre deßhalb „Hornisse" betitelt, weil die Hornissen von den ; Naturforschern zu den Raub Wespen gerechnet würden.

Circular des Landtags-Abgeordneten und Bür­germeisters Forster aus Hünseld an seine „werthon Herren Kollegen".

(* Das nachfolgende Libell, welches in zahlreichen gedruck­ten Exemplaren verbreitet worden und uns zugegangen ist, lassen mir hier wörtlich abdrucken. Wir glauben uns jeder Bemerkung darüber vorerst lediglich enthalten zu dürfen.)

Werthe Herren Kollegen!

Im März, April und Mai 1848 herrschte das Volk in seinen Ständekammern und in seinem NaiionalpaUamente. Die Fürsten beugten sich voll Ingrimm und suchten im Ge- heiMcn ihre Macht zusammen, die das gutmüthig vertrauende und deßhalb so oft betrogene deutsche Volk ihnen ließ. Die­ses wurde auch zu falschen Wahlen zum Parlament verleitet, sendete in Mehrzahl Adlige, die ihre alten Rechte, .Generale