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nur zu einer Vergrößerung Preußens führen. Aber auch selbst wenn Baiern und Württemberg beitreten und Oester­reich sich damit einverstanden erklären sollte, so könne er er­sprießliche Folgen des Werkes sich nicht versprechen, da cS des Vertrauens eines großen Theils der Nation entbehren werde. Es lasse sich mit ter Regierung über den Abschluß des Bünd­nisses mit Preußen rechten, aber dazu liege bis jetzt keine Veranlassung vor, da die Rechte des Landes und der Stände in keiner Weise gefährdet erscheinen. Dem allein durch die Regierungen ohne Zuziehung deS Volkes geschaffenen Interim könne er die Bedeutung eines rechtlich gültigen Institutes nicht zngestehen und wenn es schon deßhalb auf Vertrauen keinen Anspruch machen dürfe, so sei die Zustimmung der Regierung dazu gleichwohl politisch gerechtfertigt. Der Wunsch res Reichsverwesers, von der durch Preußen schon längst nicht mehr anerkannten Centralgewalt zurückzutreten, habe die Einsetzung einer neuen Centralgewalt nothwendig gemacht, zu welcher die Nation wegen des für jetzt. mangelnden gemein­schaftlichen Organes nicht habe mitwirken können, so wenig als Hannover allein in der Lage gewesen sei, ohne die ver­derblichsten Konflikte der Einsetzung des Interims sich zu wi­dersetzen ; welches rechtsbeständig freilich nicht betrachtet wer­den könne, so lange die Nation nicht beigestimmt habe. Was die Zukunft Deutschlands anbetreffe, so bleiben dem Volke seine Rechte auf eine Neugestaltung Deutschlands, in welcher Beziehung die Regierungen die festesten (!) Zusicherungen ge­geben haben. Die schweren Kämpfe über den Umfang der Befugnisse des Volkes zur Konstituirnng einer Verfassung ha­ben für jetzt ihre faktische Erledigung (!) gefunden. Ein Festhalten an den bislang eingeschlagenen Wegen tönne er für rathsam nicht halten, denn auch in politischen Dingen müsse ein zeitiger Vergleich einem langen Processe vorgezogen werden. In diesem Sinne halte er gegenwärtig Verständigung und Verhandlung mit den Regierungen für das einzige zum Ziele führende Mittel. Um das zu solchen Verhandlungen nothwendige gemeinsame Organ zu schaffen, bedürfe cs der Wahl einer neuen Nationalversammlung und möge die Ent­scheidung darüber Vorbehalten bleiben, ob man auf das frühere Wahlgesetz zmückkommen ober über ein neues mit ben Ver­tretern der Einzelstaaten sich verständigen wolle. Daß, wenn irgend möglich, auch Oesterreich zu Deutschland gezogen werde, sei gewiß zu wünschen, aber wenn Oesterreich fortfahre, an der Centralisation seiner Staaten festzuhalten, so müsse es dem übrigen Deutschland Vorbehalten bleiben, einen besonderen Bundesstaat zu bilden. Daß eine solche Eventualität in dem Anträge hervorgchoben werde, halte er weder für nöthig noch rathsam, da vor Allem die engere Vereinigung mit Oesterreich angestrebt werden müsse. (Forts. folgt.)

Gotha, 3. Januar. Das heutige Regierungsblatt ver­öffentlicht das Reichswahlgesetz. Gotha und Koburg haben 2 Abgeordnete zum VolkShause zu wählen.

Darmstadt, 7. Januar. In der zweiten Kammer ist beute das Budget vorgelegt. Das Deficit wird durch eine ^teuererhöhung gedeckt werden, welche indeß im Ganzen nur 100,000 fl. beträgt.

Darmstadt, 7. Januar. Die 2. Kammer hat heute wieder 3 Wahlen für definitiv gültig erklärt: Gladenbach, Schotten und Oberohn. Letztere ist die des verhafteten Dr. Mohr.

Darmstadt, 7. Januar. Endlich tritt der vielberusene Görlitz'sche Proceß in ein neues Stadium. Der Anklage- senat des karmstävtcr Hofgerichts hat den Bedienten Jobannes Stauf wegen Ermordung und Beraubung der Gräfin Görlitz, Brandstiftung, Diebstahls und des Versuchs zur Ermordung des Grafen vor die Assisen verwiesen.

Frankreich.

Paris, 6. Januar. Die Wiedererwählung Dupin's zum Präsidenten der Nationalversammlung wird von Einigen in Zweifel gezogen, da die Legitimisten, wie es heißt, sich ihr widersetzen wollen. An die La-Plata-Frage knüpfen sich Ge­rüchte über Ministerwechsel. Als neuen Minister des Aus­wärtigen bezeichnet man Drouin de Lhups und für das In­

nere nennt man Leon Fauchex. DerMoniteur" enthält heute die Ernennung des Hrn. V. Bourgoing zum französischen Gesandten in Madrid. Saint Marc Girardin ist zum Direktor und der Herzog von Noailles zum Kanzler der fran­zösischen Akademie für das erste Vierteljahr von 1850 ernannt. Horace Vernet, der auf der Reise nach Rom begriffen ist, bat von der Negierung den Auftrag, die Hauptwaffenthaten des französischen Expeditionskorps durch seinen Pinsel darzustellen.

Paris, 7. Jan. (Telegr. Depesche der Const. Ztg.) Dupin ist mit 377 Stimmen zum Präsidenten der National­versammlung wieder gewählt. Bebeau ist Vicepräsident. In der La-Plata-Frage ist das Amendement Rancë, welches der Regierung die ferneren Unterhandlungen anheimstellt, mit 388 gegen 300 Stimmen angenommen.

Italien.

Turin, 31. Dec. Das Ministerium hat heute in der Kammer ein Programm seiner innern Politik vorgelegt, wel­ches die gemäßigt liberale Partei sehr befriedigt hat.

t Kassel, 10. Jan. Das nach dem Gesetze vom 15. Dec. v. J. aufzunehmende 4*/2procentifle Staatsanlehen im Betrage üop einer Million Thaler ist bereits vollständig ge­zeichnet. Die Anmeldungen und Einzahlungen waren inner­halb 9 Tagen (seit der Veröffentlichung der Bekanntmachung vom 28. Dec. v. I.) so bedeutend, daß schon heute keine Zahlungen von nicht angemeldeten Beträgen bei der Haupt­staatskasse mehr angenommen werden konnten. Ein Anerbieten von 300,000 Thlr. gegen l/4 pCt., statt 1 pCt. Provision wurde, dem Vernehmen nach, gänzlich abgelehnt. Diese That­sachen werden genügen, um den Kredit unseres Staates, der neuerdings durch allerlei Manipulationen gegen die ausgege­benen Kassenscheine zu leiten schien, in das glänzendste Licht zu stellen.

Zeitungsschau.

DieHornisse" findet es'verwunderlich, daß der Aufruf zur Wahl, welcher in diesen Blättern veröffentlicht wurde, bloß von 21 Landtagsabgeorknetcn unterzeichnet ist. Man sollte denken, ihren HH. Förster, Weinzierl, (!) Loth, Bayr- hoffer, Berlit, Theobald gegenüber wäre das schon genug ge­wesen.Wunderbar" soll es sein, daß einige Andere, na­mentlich Hr. Lederer, fehlten. Das Wunder erklärt sich durch den Umstand, daß diese Herren, namentlich Hr. Lederer, nicht anwesend waren, folglich nicht unterzeichnen konnten. Es ist ein bekannter Vorzug der s. g. Demokratie, es mit den Un­terschriften weniger genau zu nehmen, wie sich dieß u. A. wieder in dem Hornissen - Aufruf vom 4. Januar gezeigt hat, unter welchen sichnamentlich" die bedeutungsvolle Unter­schrift deS Hrn. Weinzierl findet, obgleich dieser Herr seit Wochen in Fulva anwesend ist.

Solcher Wunderthaten ist der beschränkte und feige Kou- stitutionaliSmus, welcher namentlich eine ganz elende Furcht vor falschen Unterschriften hat, nicht fähig.

DieHornisse" liefert jetzt auch finanzielle Ausführungen im radikalsten Sinne." Sie erklärt sich gegen das kurhes­sische Papiergeld und kündigt dem kurhessischen Staate den Kredit. Sollte dieses traurige Ereigniß nicht auf die Börsen drücken? Wörtlich gibt die Hornisse darüber folgendes halb- officielle Ultimatum ab:

das Proletariat mag dieses Geld nicht; es schenkt dem Staate keinen Kredit, am Wenigsten einem Staate, der das Proletariat seines Stimmrechtes beraubt."

Angestellte Versuche haben jedoch bis jetzt diese Drohung als eine leere herausgestellt und wir möchten insbesondere Alle, welche für ihr Geld besorgt sind, davor warnen, sich nun etwa rücksichtlich der Verwahrung desselben einer allzugroßen Sorglosigkeit hinzugeben.

Die Eisenbahn von Karlshafen bis Bückeburg betreffend.

* Kassel DemWochenblatte für den Kreis Höxter" entnehmen wir folgende sehr interessante Darlegung des Bau-