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österreichischer Bestechung m. Gewiß ist, ^ zwei andere Kroaten, welche den italienischen Advokaten Leschi, bekannt wegen seiner heftigen Artikel gegen Oesterreich , ermordeten, auSsagten, sie seien bezahlt worden doch gestanden sie bis­her noch nicht, von welcher Seite her.

Kurhessische Zeitungsschau.

Der hessische Voltsfi eund", retigert von Dr. A. Vilmar in Marburg, enthält in seiner Nr. 1 vom 1. Januar l. I. einen Aufsatz:Haben wer etwas gelernt?", worin auf vier Spalten klein Quart folgende Schimpfwörter Vorkom­men. Wir sagen: Schimpfwörter, weil auch Bezeichnungen, wie Raub, Mord, Diebstahl, hier nicht im eigentlichen Sinne, sondern eben als erniedrigende Bezeichnungen gebraucht sind.

Duckmäuser, Narr, Träumer, entnervter Jämmerling, Trunkenbold, Schwachkopf (2mal), entnervter , verzweifeln­der Schwächling (2mal), verächtlichster, markloser Feig­ling (2mal), Dieb, Diebstahl, DiebsgefeUe, Raub, Mord, Mörder, Schandgenosse, Schande (4mal), Lüderlichkeit, Dummheit, schäbigste, räudigste Nichtsnutzigkeit. Von diesen Schimpfwörtern ist eine Minderheit gegen die Demokraten, die Mehrzahl gegen die Anhänger des konstitutionellen Vcr- fassungsstaates gerichtet. Von diesen heißt es in einem Athem : es sei gar auö mir ihnen und eS bleibe ihnen nur noch die Wahl zwischen dem Pfuhl der Demokratie oder zwischen einem ihrlichen rückwärts", und dann: sie seien leider überall in Deutschland im Besitze der Macht.

In derselben Nummer wird gesagt, daß die Rechtspflege lei uns nach dem Finanzgesetze von 1848 im ordentlichen und außerordentlichen Etat 287,110 Tblr., nach dem jetzt vorgelegten Voranlchlage aber 420,670 Thlr., also 133,560 Thlr. mehr koste. Die Angabe ist richtig, und doch wird damit nur Unwahrheit verbreitet. Denn es ist verschwiegen, daß die er­stere Zahl nur eine künstliche (technische) ist, während die Rechtspflege der Wahrheit nach schon in dem Jahre 1848 278,680 Thlr. im ordentlichen und 13,912 Thlr. im außer­ordentlichen kostete. Sodann hätte angegeben werden sollen, worauf die Steigerung beruht. Hierfür kommt nun zunächst Folgendes in Betracht. Bis 1848 waren beim Oberappella- tionSgerichte beider Senate so viel Rückstände angehäufl, daß sich die Vermehrung um zwei Räthe als unerläßlich tarsteUte. Ferner wurde die Errichtung eines fünften Obergerichls, des­jenigen zu Rotenburg, aus mehr als einem Grunde als äußerst wünschenswerth und wohlthätig anerkannt. Endlich schritt man vom Jahre 1849 an zu der längst für nothwendig anerkann­ten Auflösung der kollegialisch besetzten Landgerichte. ES ver­anlaßt das zusammen aber einen Kostenaufwand von 16 bis 17,000 Thalern.

Die Einführung des neuen Strafgerichtsverfahrens aber machte freilich die". g. Staatsbehörde, bestehend aus einem Generalstaatsprokurator, fünf Staatsprokuratoren rc. nöthig, und verursachte damit einen Kostenaufwand von mehr als 24,000 Thlrn. Dieser erhöhte sich noch durch die Beschaffung geräumiger und anständiger Gerichtssäle; denn die Lokale, worin früher die Gerichtshöfe eingepfercht waren, konnte man in ihrer Mehrheit unmöglich dem Publikum zeigen. Endlich erfordern die Schwurgerichte noch besonders einen Verlag von 10 bis 11,000 Thlrn. jährlich.

Wenn sich durch diese Erläuterung der Belauf von 133,560 Thlr., welchen der Volksfreund angegeben hat, noch nicht erläutern will, so möge man sich erinnern, daß die Ko­sten der Straf- und Besserungsanstalten mit jährlich 53,300 Thlr. vom Etat der inneren Landesverwaltung abgesetzt und auf den der Rechtspflege transferirt sind. Wenn eine Ausgabe nur an anderer Stelle als früher berechnet wird, so ist das doch keine Vermehrung.

Der Volksfreund muß hübsch gewissenhaft sein und seine Leser nicht zu falschem Urtheil verleiten.

Ernennungen rc.

Der Hauptmann Runkel vom 1. Infanterie-Regiment

(Kurfürst) ist, unter Verleihung des Charakters als Major, mit Pension ausgeschieden.

Berichtigung.

Mein Aufrufan Menschen" zur Unterstützung einer ar­men , obdachlosen Frau in Wolfsanger in Nr. 5 dieser Zei- tunfl, ist dahin zu berichtigen, daß kurfürstl. Landgericht die Pfändung der in Beschlag genommenen Effekten nicht ver­fügt, sondern bei einer Zahlungsfrist von 8 Tagen ange- drobt hat, und daß der Verkauf des seit 8 Wochen verhaf­ten Beltes nicht vom Landgerichte, sondern von dem Hauseigenthümer beabsichtigt worden ist. UebrigenS erkläre ich, daß es durchaus nicht in meiner Absicht lag/das Verfahren kurfürstl. Landgerichts in dieser Sache irgendwie zu rügen.

Wolfsanger, am 8. Januar 1850.

Mayerfeld, Pfarrer.

Dekanntmachungen.

[4] Der Weißgerber und Leimsieder Jean R i ch e von hier ist am 21. September l. J. ledigen Standes verstorben und von dessen Schwester, der Ehefrau des Graveurs Philipp Werner, geb. Riche dahier, die Erbschaft unter der RechtS- wohlthat des Inventars angetreten worden. Aus diesem und dem andern Grunde, daß die übrigen zur Erbschaft berufenen Verwandten unbekannt sind, ist der Nachlaß unter Kuratel ge­stellt und die Aufnahme eines Inventars über denselben ver­fügt worden. Es werden zu dem Ende alle Diejenigen, welche Forderungen an den gedachten Nachlaß zu machen ha­ben, aufgefordert, solche

den 11. Februar k. I., Vormittags 10 Uhr, dahier zum Zweck der Eintragung in das Inventar anzumelden.

Zu demselben Termine werden zugleich alle unbekannten Erben des Verlebten geladen, um ihre Erbansprüche geltend zu machen.

Hanau, 22. December 1849.

Kurf. Hess. Landgericht.

Geier.

Vdt. Molter.

Lehrlingsgesnch.

[5] Für ein lebhaftes Wein- und Kolonial-Waarcngcschäft en gros und en detail ein junger Mann , am liebsten von auswärts. Näheres in der Expedition dieses Blattes.

[6] Ein in der besten Lage der Altstadt belegener Laden nebst Zubehör steht auf bevorstehende Ostern zu vermiethen.

Die Druckerei dieses Blattes gibt nähere Auskunft.

Angekommene Fremde vom 7. Januar.

Im Römischen Kaiser (Pang): Oek. Sckmidt a. Marburg; Kaust. Mertens a. Bremen, Reich a. Oldenburg, Hahn a. Frankfurt, Köhler a. Berlin und Burgclin a. Freiburg.

In der g o I d e n e n K r o u c (Schade) : Fabrik. Behm a. Koblenz; Kaust. Kaß a. Feldberg, Sebloß a. Witzenhausen, Guttermann a. Bun- gebrach und Morgenroth a. Hamburg.

Im König von Preußen (Lchambeck): Rent. Kavser aus Dresden und Moritz mit Gem. a. Aachen; Kaust. Schübbe a. Schwelm, Müller a. Erfurt und Mey a. Arnstadt.

Im D e u t sch c n H o f (Ahlborn) : Pfarrer Fieckel a. Fambach; Fräul. Mosheim u. Wolf a. Warburg; Kaufm. Rortez a. Frankfurt.

Für die arme obdachlose Frau in Wolfsanger ist ferner bei der Re­daktion cingegangcn: Bon v. R. 15 Sgr., Be. 4 Thlr., v. Th. 2 Thlr. J. 2 Thlr.

Börsenberichte.

Wien, 4. Jan. Metall. Spree. 95/,,, 7,. 4proc. 74'/,, 75 4'/2proc. 84, 7«, 7,. 2 7,proc. 49'/,, 50. Anleihe 34: 175, 17k 39; t0972, 7.

Berantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel in Kassel.