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Wer sind denn nun eigentlich die Mitglieder dieser Partei, oder richtiger dieser Clique? Es sind dieselben, antwortet die Const. Ztg., deren Treiben vor dem März 1848 das frühere schöne Verhältniß umzogen, die Spaltung hervorgerufen, ja kie Bürgerstände sammt und sonters, wenn nicht dem Fürsten, so doch unzweifelhaft der Regierung entfremdet hat; es ist jene finstere, glaubenswüchige, freiheitfeinkliche Partei, die mit ihrer Falschheit und Verstellung den Thron umgarnte, den edlen Fürsten nicht hören ließ die Stimme der Treuen und Einsichtsvollen, nicht sehen die wahren Zustände des Landes. ES sind die Abkömmlinge jener Partei, an deren Bemühun­gen es wahrlich nicht lag, wenn Friedrich der Große den Thron Friedrtch Wilhelms I. besteigen durfte, und Preußens Stern erglänzte in dem größten seiner Söhne und seiner Für­sten ; die Partei, welche seit undenklichen Zeiten im geheimen Einverständniß steht mit den Gegnern der Größe und der Macht unseres Landes. Es ist nur eine Hand voll Junker und zwei oder drei nach Macht dürstende Professoren, die Clique, welche Preußen 1806 wie 1847 dem Verderben zugeführt. Der Geist dieser Partei, wenn es eine Partei ist bemerkt die balbofficielle C. C., war nicht deralipreußische Sinn, den Graf Brandenburg am 9. Nov. 1849 hochleben ließ." Den Staat Friedrich deè Großen hat ein anderer Geist ins Leben geführt und die Stürme eines Jahrhunderts überdauern lassen, ein anderer Geist, als der ist, der in den Rundschauen umgebt. Vor diesem aber möge Preußens guter Genius das Vaterland bewahren. Glücklicherweise ist diese Gefahr, wohl die letzte und größte, die der Eröffnung un­seres Verfassungslrbens drohte, als überstanden zu betrach­ten, und wir können mit erleichtertem Herzen heute die Worte wiederholen, mit denen unser ministerielles Or­gan den Leit-Artikel' seines gestrigen Abendblattes schloß: die Hoffnung des Landes, bald eine beschworene Verfassung zu besitzen, wird in Kurzem erfüllt sein. Mögen auch feind­liche Kräfte von links und von rechts angestrengt werden, um den Abschluß zu hindern, durch welchen Preußen seinen ge­sicherten Ehrenplatz unter den konstitutionellen Monarchien einnehmen soll: dieser Abschluß ist gesichert, und die Rath­geber der Krone, welche die Bestrebungen der Demokratie und Anarchie überwanden, um das Werk möglich zu machen, werden auch stark genug sein, es zu schützen und aufrecht zu halten, nachdem es vollendet ist, gegen diejenigen Gegner, welche im Sinne des Absolutismus und einer unverantwort­lichen Reaktion es wieder zerstören möchten.

Der Preuß. Staatsanzeigcr enthält in seinem amtlichen Theile vom 3. Jan. die Bekanntmachung des Ministers des Innern, wonach die Wahl der Wahlmänner für das Volks­haus des deutschen Parlamentes in sämmtlichen zum bishe­rigen deutschen Bunde gehörigen Theilen der Monarchie am 24. Jan. d. J. Statt finden soll.

Hamburg, 30. Dec. Die konstitutionelle Partei hat zwei Kandidaten für die erfurter Wahlen zum Volkshause auf­gestellt: die Herren Gabriel Riesser und Senator Gcffken. Namentlich der Erstere hat sichere Aussichten gewählt zu werden.

Hamburg, 3. Januar. (B.-H.) Die erste trans­atlantische Dampfschifffahrtslinie unter deutscher Flagge, deren Errichtung wir dem thatkräftigen Unternehmungsgeist des hiesigen verdienstvollen Rheders, Hrn. K. M. Sloman ver­danken, wird bereits mit dem bevorstehenden Frühjahre in Wirksamkeit treten, und zwar werden die Fahrten durch das neue prachtvolle eiserne hamburgische DampfschiffHelena Sloman" eröffnet werden, welches Schiff zuerst die Reise von hier nach New-Jork antreten wird.

Hannover, 4. Jan. Die 1. Kammer beschäftigte sich in heutiger Sitzung mit der ersten Berathung des Entwurfes zu einem Staatskicnergesetze. In der 2. Kammer stellte Vespermann einen Ur-Antrag wegen Aufhebung der An- und Abbauergefälle ohne Entschädigung. Hiernächst wurde der

mars Volksfreund, finden, einer ernsthaften Widerlegung zu würdigen. D. R.

gestrige Beschluß, den Gesetzentwurf über die Einführung kur­zer Verjährungsfristen an eine besondere Kommision zu ver­weisen, wiederholt. Die folgende dritte Berathung des Gesetz­entwurfes wegen Aufhebung der Mannsstifter führte zur end­lichen Annahme des Entwurfes im Ganzen und Einzelnen. Die Kammer ging darauf über zur ersten Berathung des Ge­setzentwurfes wegen Aufhebung oder Ablösung von Bann- rechten und ausichließlichen Gewerberechten. (H. Z.)

Dessau, 1. Jan. Der Landtag, welcher nach einer lan­gen Vertagung übermorgen seine Sitzungen wieder ausnehmen sollte, ist in Veranlassung des heute erfolgten Todes der re­gierenden Herzogin bis zum 7. Jan. vertagt.

Darmstadt, 3. Januar. Heute Mittag hielt die erste Kammer eine Sitzung. Die Adreßkommission hatte sich für eine Adreffe auf die Eröffnungsrede ausgesprochen und einen Entwurf derselben in durchaus konstitutionellem Sinne vorge- legt. Die Kommission, welche über die deutsche Frage berich­ten sollte, war ihrer Mehrheit nach in ausführlichem Berichte (Emmerling, Klipstein, Stephani) für den Regierungsentwurf; die Minderheit dagegen (Strecker aus Mainz und Diefenbach aus Schlitz) wollte Wahlen auf Grund des Frankfurter Reichswahlgesetzcs und bezügige Einigung darüber mit den Mitgliedern des Dreikönigsbundes. Nächsten Montag ist Be­rathung darüber. Die zweite Kammer nahm in ihrer heuti­gen Sitzung Wahlpiüfungen vor.

Bingen, 2. Jan. Im Wahlbezirk Bingen-Oberingelheim wurde der Staatsrath Dr. Kilian in Darmstatt zum Abgeord­neten für die erste Kammer gewählt.

Stuttgart, 3. Jan. Sicherem Vernehmen nach wer­den die Wahlen für die verfaffungrevidirende Landesver- sammlung in der Mitte des laufenden Monats ausgeschrieben werden. (W. Z.)

München, 1. Januar. Die Staatsministcr der Justiz, des Innern, des Kultus und des Kriegs haben heute aus den Händen des Königs das Komthurkreuz des Civllverdicnstvrtcns der baierischen Krone erhalten. Die Belohnung des Hrn. V. d. Pfordten tatirt bekanntlich schon einige Tage früher.

Großbritannien.

London, 1. Jan. Mit dem heutigen Tage ist das neue Navigationsgesetz in Kraft getreten. Schiffe aller Flaggen werden in den englischen Häfen unter gleichen Bedingungen wie die englischen selbst zugelassen. Nur der Küstenhandel darf sowohl im vereinigten Königreiche und den dazu gehörigen Inseln in Europa, als auch in denKolonieen in Asien, Afrika und Amerika nur von englischen Fahrzeugen betrieben werden. Der Küftknhandel Ostindiens soll von tem Gcneralgouverncur geordnet werken.

Frankreich.

Paris, 2. Januar. Heute verlangte der Minister des öffentlichen Unterrichts für die Gesetzesvorlage, betreffend die Ernennung und Absetzung ter Gem-indelebrer, die Erklärung der Dringlichkeit; allein mit 313 gegen 312 Stimmen ward selbige verworfen. Daß das Votum der Legislativen so aus- fiel, hat seinen Grund darin, daß die Legitimisten der Mei­nung sind, daß wenn der Antrag in Bezug auf die Gemeinde- lehrer erst angenommen sei, die Diskussion über das allge­meine UiiterrichtSgesetz auf unbestimmte Zeit verschoben werde.

Ein Brief des Grafen von Chambord meldet, daß dieser den Winter in Venedig zubringen werde, und bezeich­net zugleich die Gerüchte von schwebenden Unterhandlungen bchufs einer Verständigung zwischen den beiden Zweigen der Bourbon's als unbegründet. Die von Girardin redigirte Presse hat, seitdem sie die Sache des Konservatismus verlas­sen hat und ein radikales Blatt geworden ist, 28,500 Abonnen­ten verloren, so daß ihr jetzt nur noch 34,500 übrig ge­blieben sind.

Italien.

Turin. DieLegge" theilt mit, daß die letzten bekannt gewordenen Wahlen auf der Insel Sardinien gleichfalls mi­nisteriell ausgefallen seien. Nach ihr sind die verschiedenen Parteien in der piemonlesischen Kammer in folgender Weise