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suchest sein, daß die großherzogliche Regierung den badischen Aufstand, als er die hessischen Grenzmarken überfluten wollte, mit blutigem Kopfe heimschickte.

Die Debatten sind schon so bitter geworden, daß Mitglie­der der konstitutionellen Minorität der demokratischen Majo­rität die sittliche Unvereinbarkeit ihrer Wahlprogramm c mit der AuSschwörung des auf die Aufrechterhaltung der Landes­verfassung gerichteten Ständeeides vorgehalten hat.

Das ist sticht zu billigen; die Erfahrung aber wird auch dort bestätigen, daß eine demokratische Partei, welche, durch einen Verfassungseid gebunden, die Republik nicht wollen pars, sobald sie sich in der Mehrheit sieht, die eigene» Ge­danken verschlingen muß, und kann alle Fassung verliert.

ch Kastel, 4. Januar. In der heutigen Sitzung der Ständeperfammiung wurde das Gesetz, die Familienräthe be­treffend, nach zuvoriger Berathung und Befchlußnahme über einige dem Ausschuß noch überwiesene Zusatzanträge rc., revi- dirt. Als zur geheimen Abstimmung über das ganze Gesetz geschritten werden sollte, trug der Abg. Henkel daraus an, nunmehr das Gesetz, wie es aus der wiederholten Berathung der Stänvcversammiung — und zwar fast durchgängig in ganz neuer Gestaltung — hervorgegangen sei, erst drucken und verlheilen zu lassen, damit Jeder das Ganze nochmals im Zusammen­hänge lesen und beurtheilen könne. Der Antrag wurde ge­nehmigt und hierauf zur Berathung des Berichtes des Herrn Rauh über den Antrag des Abg. Peters, das Jagtrecht betreffend, übergegangen. Um 12 Uhr 35 Minuten sprach Herr Förster und zwar genau seit einer halben Stunde.

Frankfurt, 30. Dec. Es ist ein öffentliches Geheim­niß, daß der Verfasser der Leitartikel, welche seit fast 14 Ta­gen den Text der Ober-Post-Amts-Ztg. eröffnen, der Herr v. Blittersdorf ist. Weniger bekannt dürfte es sein, daß der Autor mit der größten Emsigkeit beflissen ist, trotz der sehr durchsichtigen Maske sein Gesicht zu verbergen. Die Aussätze gehen der Ober-Post-Amts-Ztg. jedes Mal durch den Regie- rungsrath Rumohr zu und sind von dessen Hand geschrieben, und die Ober-Post-Amts-Ztg. ist jeden Augenblick eidlich zu erhärten bereit, daß ihr von Hrn. v. Blittersdorf Nichts zur Veröffentlichung zugekommen. Ist es Bescheidenheit oder ein Rest von Scham? (D. R.)

Frankfurt, 30. Dec. Zu unserem nicht geringen Er­staunen lasen wir in Nr. 308 der Ober-Post-Amts-Ztg. die Anzeige, daß sie „das von der deutschen Centralgewalt zur Veröffentlichung ihrer amtlichen Verkündigungen ausrrsehene Organ" sei. Tie Bundes - Centralkommission hat einen der­artigen Beschluß nicht gefaßt, auch deutet bis jetzt nichts darauf hin, daß eine solche Bestimmung dem genannten Blatte demnächst zu Theil werde. Am wenigsten sprechen dafür die leit einiger Zeit unausweichbar gewordenen Artikel des "^Mitarbeiters der Ober Posi-Amts-Ztg. Um das Publikum vor möglichen Irrthümern zu bewahren, füge ich die Versiehe- rung hinzu, daß der Geist aller jener Aufsätze demjenigen der Dundeskommifsion durchaus fr emo ist. Der Verfasser legt nur Proben von Fleiß und Gewandtheit ab, die man als lelche nicht übersehen, niemals aber mit den Intentionen der Centralbehörde und in keinem Falle mit den diametral entgegengesetzten Ansichun und Wegen der preußischen Kommissare verwechseln rarf. — Vor einigen Tagen sprach man von dem Erlaß eines Inhibitoriums der Buntes -Cen- traUcmmifficn in der mecklenburgischen Verfassungsfrage. Der ganze Gegenstand ist jedoch bis jetzt in der Kommission noch nicht angeregt, auch möchte schwerlich dee in der Sache abzu- gebende Entscheidung den voraus verkündeten Gang nehmen. (Dieter Artikel findet sich in ter Deutschen Reform, einem Blatte, welches sich im Gegensatze zur Ober-Post-Amts-Ztg. kur-ch ihre Mittheilungen, z. B. der Geschäftsordnung, der Ernennungen rc. in Sachen der Bundeskommission als wirklich unterrichtet gezeigt hat.)

Berlin, 31. Dec. „Das kaiserliche Kabinet theilt die von Preußen ausgehende Zuversicht, daß eine Ausgleichung der auf dem Wege theoretischer Diskussion nicht zu verein­barenden Ansichten auf dem nicht minder friedlichen Wege

ruhiger und thatsächlicher Entwickelung, gefördert durch gegen­seitiges Vertrauen, werde herbeigeführt werden." Dieser Satz wird uns nachträglich als die Hauptstelle der österreichischen Erwiderung auf das Schriftstück der k. preuß. Regierung vom 12. Dcc. bezeichnet. Zum Schluß der kaiserl. österr. Depesche wird die Erwartung ausgesprochen, daß dadurch der Fortbe­stand der Freundschaft beider Großmächte gesichert und jede noch obschwebende Differenz ausgeglichen werde.

In unserer Bemerkung über die Aussichten, welche die deutsche Frage in den dresdener Kammern habe, ist die Aeu­ßerung sächsischer Abgeordneten in Riesa dahin zu berichtigen, daß sie sich in der zweiten Kammer eine Mehrheit für das Bündniß vom 26. Mai versprechen, nicht aber in der ersten. Unsere Mittheilung hatte das Verhältniß umgekehrt. (D.Z.)

* Berlin, 3. Jan. Die reaktionäre Partei in Preußen sucht jetzt ihre Zwecke durch den Einfluß ihrer Thätigkeit aus die Wahlen zum Erfurter Reichstag, den sie nicht mehr hin­dern kann, zu erreichen. Hr. Geppert, Mitglied der äußersten Rechten, hat eine Versammlung der gesummten sogenannten konservativ-konstitutionellen Vereine Preußens (100 in Berlin, 300 in der ganzen Monarchie) gehalten, worin unter Ande­rem folgender Beschluß einstimmig gefaßt wurde: daß der Verfassungsentwurf vom 28. Mai 1849 von dem Erfurter Reichstag einer umfassenden Berathung und freien Beschließung in allen seinen Theilen zu unterwerfen sei, und daß diejenigen Punkte des gedachten Entwurfes, welche mit dem Frankfurter Entwürfe übereinstimmen, in keiner Weift der Prüfung und Verbesserung zu entziehen, viel weniger als bereits feststehend zu behandeln seien." — Man sieht, die Führer derKontrcrevolu- tion wissen ihre Sache geschickter zu behandeln, als die Korv> phäen der Revolution, welche überhaupt nicht wählen will. Sache Derjenigen, welche trotz Revolution und Kontrerevolu- tion Den Bundesstaat zu Stande bringen wollen, wird cs nun sein, das Ntchtwählen der Einen bestens zu acceptiren, um desto kräftiger und zahlreicher den RcvisionS-Jniriguen Der Anderen entgegentreten zu können.

Darmstadt, 1. Jan. Die gestrige Sitzung der zweiten Kammer war leer an Inhalt; die Versammlung vertagte sich bis zum Mittwoch Abend oder Donnerstag früh. Das Regie­rungsblatt enthält das erste mit den Ständen vereinbarte Gesetz über die Steuererhebung im ersten Vierteljahr 1850.

Wion, 31. Dec. Das gehoffte Erscheinen der von Sr. Maj. dem Kaiser sanklionirten und auch in den osficiellen Korrespondenzen angckündigtrn allgemeinen Landesverfassung erfolgte nicht. — Der letzte Finanzausweis hat, wie Sie leicht begreifen werden, durchaus nicht angesproeben, und man denkt mit einem gewissen Bangen an den des nächsten Quartals, in welchem ein Theil des Militärs mit Abfindung entlassen werden und die ganze Summe Der schwebenden Schuld kund gegeben werden wird, welche dadurch entstand, raß der Staat alle seine Beamten u. s. W. in Staatsschcinen auszahlte.

Dänemark.

Kopenhagen, 29. Dec. Die heute torgenommenen Wahlen zum Landesthing in der Hauptstatt sind in opposi­tionellem Sinne ausgefallen.

Großbritannien.

London, 29. Dec. Am Bord des in diesen Tagen von Newyork in Liverpool eingetroffenen Dampfschiffes Canada befanden sich Hr. Judd, Gesandter des Königs der Sand­wich-Inseln, Alexander Lehihipo, präsumtiver Thronfolger, und sein Bruder Lot Kamehameba. Das Ziel der Reise des Hrn. Judd bezicht sich auf die Feindseligkeiten der Franzosen gegen die Sandwichs Inseln. Die beiden Prinzen, Neffen des Königs, beabsichtigen, die verschiedenen Länder Europa's zvr Bereicherung ihree Kenntnisse zu bereisen. Der eine ist 17, der andere 16 Jahr alt. Der jüngere ist vom Könige als Thronfolger bezeichnet worden für den Fall, daß er ohne Er­ben versterben sollte. Die jungen Prinzen, welche in jeder Rücksicht sich wie Gentlemen betragen, sprechen englisch mit ungemeiner Eleganz.

Die „Times" sagt: Wir vernehmen, daß in der nächsten Geheimrathssitzung die Ordre, welche die Uebersietelung von