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Die öffentliche Meinung erklärt mehrere seiner ministeriellen Handlungen durch seine Beziehungen zur kaufmännischen Welt die wir hier nicht näher untersuchen wollen. Stadion, der freilich nur dem Namen nach noch zu dem Ministerium Schwarzenberg gehört, weil ihn seine Kollegen für verrückt erklärten, ist Derjenige unter ihnen, der eine Partei, der eine Bedeutung hatte. Im August 1848 hegte er noch die mög­lichst schlechte Meinung von den Männern, welche später das Ministerium Schwarzenberg bildeten, und sein Eintritt in ein solches scheint jedenfalls den Zeitpunkt anzukeuten, wo sein gegenwärtiger Geisteszustand eintrat. So wenig ich durch diese Analyse eines Ministeriums demselben irgendwie zu nahe treten will, halte ich sie doch für Ihre Leser in einem Augen­blicke von besonderer Wichtigkeit, wo dieses Ministerium für die Ruhe Deutschlands allerdings furchtbar erscheinen könnte, wenn der Erscheinung nicht die Beruhigung zur Seite stände, daß die öffentliche Meinung am Ende doch noch mächtiger ist als die Waffe, welche ein Heer von Hunderttausenden aller­dings auch in den ungeschicktesten Händen ist.

Wien, 28. Dcc. Die rückständigen Statthalter-Ernen­nungen für die Kronländer Rieder-Oesterreich und Steyer­mark sind also doch endlich erfolgt. Hofrath Emminger, der bereits den Eid als Statthalter von Nieder -Oesterreich abge­legt, hat durch seine Thätigkeit in Krakau, wo er bis jetzt dre Civilverwaltung leitete, einen guten Namen als taktvoller und tüchtiger Staatsmann erlangt, und feine Ernennung dürfte hier vielen Anklang finden. Minder Günstiges läßt sich von dem nruernanntcn Statthalter von Steiermark, Dr. Bunger aus Triest, Sohn des bekannten Astronomen, berich­ten. In Steyermark wird diese unerwartete Ernennung einen um so ungünstigeren Eindruck machen, ka man sich vielseitig mit der Hoffnung getragen hatte, der ehemalige sehr populäre Gouverneur, Gras Wickenburg, werde neuerdings an die Spitze des Kronlandes gesetzt werden. Besser Unterrichtete wußten zwar, daß diese Hoffnungen trügerisch waren. Wie beliebt Graf Wickenburg trotz oder vielleicht wegen seiner Entsetzung durch das gegenwärtige Ministerium noch immer bei den Bewohnern der Steyermark ist, davon gab der festliche Empfang, den er bei seiner neulichen Rückkehr aus der Selbst­verbannung allenthalben im Lande, und vornehmlich in der Hauptstadt Graz fand, einen Beweis. Ueberhaupt macht sich in Graz eine immer heftigere Opposition gegen die Regierung geltend, und auch die letzten Verhandlungen des Landtags- Ausschusses waren von diesem Geiste des Widerstandes getra­gen. Als formeller Anhaltspunkt für diese Opposition dient die Nichteinhaltung einer unzweideutigen Bestimmung der Reichsvcrfassung, welche die Einberufung der Provinzial-Land- lage noch .vor Ende des Jahres 1849 anorvnct. (D. R.)

Wk 26. Dec. Heute wurde hier die Versagung des Kaiserthums feierlich verkündet, wobei der Bürgermeister v. Kohler fungirte. Die Verfassung ward erst in ungarischer und baruuf in deutscher Sprache verlesen. Als auch die slavische Uehersetzung an der Reihe kommen sollte, erscholl der allge­meine Ruf, daß es wohl unnötig sei, da die große Versamm- lnng genügend unterrichtet wäre. Durch allgemeine Akklama­tion machte sich der Wunsch geltend, eine Deputation aus ken anwesenden Honorationcn zu wählen, welche die Daukgefühle der Stadt Pesch zur Unterbreitung beim Kaiser in einer Au- bwnz beim Armee-Ober -Kommandanten ansiprechen soll. Fünfzehn Mitglieder mit dem Bürgermeister v. Kohler an der Spitze wurden dazu gewählt. Um 11 Uhr Vormittags fand ein feierliches Tedeum in der Stavl-Psarrkirche Statt, und Mittags war große Tafel beim Feldzcugmeistcr. (D. R.)

Großbritannien.

London, 29. Dec. Der berühmte Seereisende Sir Zohn Roß wird nächstens unter Segel gehen, um Sir John Franklin aufzusuchen. Diese Expedition, im lebe nach der Davis-Enge^ gehen wird, soll auf Kosten von Privatunterneh­mern von Statten gehen, während die von der Admiralität unternommene Expedition über Cap Horn und die Südsee nach der Behriugestraße bestimmt ist. Das Parlament wird

nach der Angabe des ministeriellen Globe am 31. Januar 1850 zusammentreten.

, Frankreich.

Paris, 29. Dec. Die heutige Sitzung der National­versammlung verging mit der Diskussion über die La Plata- Frage. Die Diskussion ward noch nicht beendigt und bis auf morgen ausgesetzt. Der Berichterstatter der Kommis­sion, Hr. Laroche-Jacquelin, und die Führer der Linken haben sich für eine Intervention von Seiten Frankreichs ausgespro­chen. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten dagegen sprach sich gegen eine Intervention zu Gunsten Paraguay's und gegen Rosas, den Diktator von Buenos-Ayres, aus. Die Kommission, welcher die Untersuchung über die bei der Getränkesteuer etwa in Anwendung zu bringenden Modifika­tionen übertragen worden ist, hat sich heute konstltuirt, indem sie Hrn. Thiers zum Präsidenten und Hrn. Roher zum Se­kretär ernannte. Man unterhielt sich in ken Vorzimmern der Nationalversammlung über die Verhaftung des frühern spanischen Generals Cabrera. Nach einer über seine Verhaf­tung cirkulirenven Angabe soll er im neuen legitimistischen Klub von der Polizei verhaftet worden sein.

Paris, 29. Dec. Die Regierung setzt ihren Vertil- gungskrieg gegen die socialistischen Volkskalender wie über­haupt gegen alle Schriften socialistischen Inhalts mit Uner- bittlichkelt und wahrer Todesverachtung fort. Unter Andern hat sie nach Lyon den Befehl abgeycn lassen, alle dort ge­druckten Volkskalender (sie sind fast ohne Ausnahme im socia­listischen Geiste abgefaßt) mit Beschlag zu belegen. Von der Gegenseite wendet man alle Listen und Ränke an, um diese Verfolgungen unwirksam zu machen, so ist die überall mit Beschlag belegte Schrift Lckru Rollins über den 23. Juni jetzt in einer so kleinen Ausgabe erschienen, daß man 100 Exemplare derselben recht gut in der Tasche bergen kann. Diese Ausgabe, welche sich dem Spürgenie der Polizei leichter entzieht, wird sehr gesucht und das Exemplar häufig mit 6 Fr. bezahlt. Hierbei sei erwähnt, daß der Sergeant Rattier einen Soldatenkatechismus unter Dem Titel: Les voeux du peuple drucken ließ, worin er Den Soldaten verheißt, daß im künftigen Staate dieunnützen Schildwachen", Dielangwei­ligen Theorien" und die Uebungen und Manöver abgeschafft, dagegen diefreiwillige und annehmliche Gymnastik" einge­führt und möglichst viele Zulagen gewährt werben sollen. Dem Kleinbürger und Landmann verspricht man Befreiung von Den Steuern und dem Soldaten verspricht man erhöhten Sold , man Darf Darauf gespannt sein, wie es dem Staate des Sergeanten Rattier gelingen wird, Dies zu thun und Jenes nicht zu unterlassen. In Den Archiven des Kriegs­ministeriums ist die militärische Korrespondenz des Marschalls Bugeaud niedergelegt worden. Sie ist mit Der größten Sorg­falt gesammelt und zusammengcstcllt. Sie bildet etwa zwei Bände, mehrere noch unedirte Memoiren und Manuskripte mit einbegriffen. Das Gerücht von einer abermaligen Ver­tagung der Nationalversammlung auf längere Zeit (während des Monates Februar) scheint mehr und mehr Eingang zu gewinnen. Die Journale, welche unter dem Einflüsse des Elysee-National stehen, sprechen sich offen für dieses Projekt aus. Hr. Howard ist wegen seines letzten Artikels in der Revue des Deux- Mondes" nach Claremont zu Dem König Ludwig Philipp berufen worden.

Gesetz, wegen Besteuerung des Grundeigenthums.

(Entwurf.) (Fortsetzung.)

§. 24. Berechnung des Rein-Ertrags.

An dem Roh- (Ernte-) Erträge werden die in der unter A. beigefügten Tabelle bezeichneten, nach Verhältniß des Roh- Ertrags bestimmten Beträge für Kuliurkosten vergütet, und Die sich danach ergebende Summe als Rein-Ertrag angenommen.

§. 25. Fortsetzung.

Wenn der nach Proceuten berechnete Betrag Der Kultur­kosten in einzelnen Fällen und für einzelne Klassen, wegen be-