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Neue Hessische Zeitung.

Organ -er konstitutionellen Partei.

Donnerstag, 3. Januar 1850. ./^ 41» Morgen - Ausgabe.

liefe Zeitung erscheint mit Ausnahme der «onntaae uns Sonnabende täglich pvd Mal. SonnlaaS wird ein UnlcrkattungSblntt tei^egeben Die Morgen-AllSgabe wird een '/J1 bis U Ubr, die Abend-AuSgabe in Kassel von 5 bis 7 Uhr expedin. Sonnabende ^rsolqt die Ausgabe nur Abends, SonmagS nur Morgens. Man adonnirt bei allen löblichen Postamn-rn, in Kassel in der Luckhardt schen unk Voll- mann'schen Buch- und Kunsthandlung. Der AbonnementSpreis beträgt halbjährlich 3 Thir.. vierteljährlich I Tblr. 15 Sgr., wofür

alle kurhtssischcn Postimter das Blatt ebne Aufschlag liefern. Anzeigen werden mit I Sgr. für den Raum einer Petitzeile berechnet.

Politische Aachrichten.

Deutschtanv.

** Kassel, 2. Januar. Unser talentvoller Landsmann Georg Koch dahier, dessen treffliche Arbeit, Henschels Brun­nengruppe, auf Stein gezeichnet, in den öffentlichen Blättern mehrfach erwähnt ward, ist am Neujahrstage durch eine sehr erfreuliche und ehrenvolle AuSzeichnit»g überrascht worden. Auf Befehl Sr. Majestät des Königs von Preußen wurde ihm durch Uebermittelung des Direktors der königl. Museen, Olfert, sowie unseres Bevollmächtigten zu Berlin, die goldene Denkmünze für Kunst zugestellt.Sc. Majestät haben dem Künstler in einem Begleitschreiben Allerhöchst Ihre Zufrieden­heit ausdrückeir lassen" mit dem fleißig und schön gearbeiteten und gedruckten Blatte, welches zweien hessischen Künstlern zur Ehre gereiche und Sr. Majestät um so größeres Vergnügen gemacht habe, als die Gruppe eine große Zierde des schön­sten Theiles von Charlottenhof bilde.--Möchte der junge Künstler sortfahren, durch seine Thätigkeit sich selbst und sei­ner Vaterstadt Ehre zu machen.

x Kassel, 2. Januar. Die Anfrage, welche die Neue Hessische Zeitung neulich hinsichtlich der Verordnung vom 13. December 1849 über die Prüfung der Bewerber um Forstbeamtenstellen brachte, wird schwerlich in anderer Weise als durch eine Korrektur der dort tadelnd hervorgchobcnen Stellen erledigt werden können. Wir müssen in allen Punk­ten dem Einsender der Anfrage Recht geben, nur nicht hin­sichtlich seiner (wohl auch nicht ernstlich gemeinten) Vermu­thung, daß durch einen Druckfehlerhöhere Gewerbschule" stattRealschule" gesetzt worden sei, wie sehr man sich auch bei dieser Verordnung zu starken Vermuthungen veranlaßt fühlen kann. Denn die Gleichsetzungaller Klassen" der hö­heren Gcwerbschule mit den Gvmnasialklassen bis zur Prima für den auf den Besuch der Forstlehranstalt vorbereitenden Unterricht hat auch im OberforstkoUeg entscheidende Vertre­tung geflindcn. In letzter Instanz geben die mit Recht ge­tadelten Punkte der Verordnung einen neuen Beweis, daß cs hohe Zeit ist, mit der Reorganisation der höheren Gewerb- l^ule nach dem neuen von dem Ministerium selbst in der Verordnung vom 8. August 1849 angebahnten Plane, sowie mit der offenbar nothwendigen Umgestaltung der Fvrstlehr- anstalt zu Melsungen entscheidenden Ernst zu machen. Die Wichtigkeit der polytechnischen Schule für alle Kreise des bürgerlichen Lebens berechtigt wohl zu einer ausführlicheren Besprechung in diesen Blättern *). Dem Finanzministerium aber müssen auch wir dringend eine sofortige Verbesserung jener Verordnung anratben.

Kiel, 28. Dec. Die Vertrauensmänner werden wenig­stens fürs Erste nicht über eine Friedensbasis verhandeln. Die Unterhandlungen hierüber werden in Berlin geführt. Die Vertrauensmänner werden vielmehr über ein neues Interim für die Herzogthümcr sich wo möglich verständigen. Man hört, daß drei verschiedene Pläne in dieser Beziehung aufge-

) 3U der wir den Hrn. Einsender wiederholt veranlassen mochten. D R

stellt sein sollen: entweder werde die Statthalterschaft wieder das Regiment in Schleswig antreten, oder Statthalterschaft und Landesverwaltung regieren beide fort, aber durch diesel­ben Departements, oder endlich dieschleswig-holsteinische Regierung" wird die höchste Regierunngsbehörde beider Hcr- zogthümcr. Derlei Vorschläge sollen, wie gesagt, den Unter­handlungen der Vertrauensmänner zu Grunde liegen. Es handelt sich also vor Allem barum, wenn der Krieg vermie­den werden soll, das interimistische Regiment in Schleswig zu ändern. Der Versuch, Schleswig selbstständig zu verwal­ten, ist mißlungen; vor dem Frieden, der jedenfalls sobald noch nicht erreicht werden dürste, werden in Betreff der Regierung Schleswigs vielleicht noch mehrere Versuche gemacht und miß­lingen. (H. N.)

Hamburg, 31. Dec. Wir erfahren, daß die mehrfach erwähnten Verhandlungen, welche hierorts zwischen Bevoll­mächtigten der dänischen Regierung und der schleswig-holstei­nischen Statthalterschaft über die Durchführung einer däni­schen Post durch die Herzogthümer geführt worden sind, vor­gestern Abend endlich zu einem Abschluß geführt haben. Es verdient die Bereitwilligkeit, mit der schleswig - holsteinischer Seits für die allgemeinen Verkehrs-Interessen Opfer darge- bracht sind, eine rühmliche Anerkennung. Die Statthalterschaft hat nicht allein darauf verzichtet, durch die Förmlichkeit des Vertrags den Dänen eine Anerkennung abzunothigen, sondern sie hat selbst Transitportosätze fcstgestcllt, welche nicht unbe­deutend niedriger als das gesetzliche Landesporto sind, und für eine befreundete Macht normirt billig erachtet werden müßten. (Hamb. Bb.)

Dresden, 30. December. Gestern ist das königl. Dekret in Betreff der deutschen Versassungsfrage dem Direktorium der ersten Kammer übergeben worden.

Arolsen, 26. December. Heute früh starb plötzlich Fürstin Emma, Mutter unsers minderjährigen Fürsten und Regentin seit dem am 15. Mai 1845 erfolgten Tove des regierenden Fürsten von Waldeck. Sie war eine Tochter des verewigten Prinzen Victor Karl Friedrich von Anhalt - Bern- burg-Schaumburg. Geboren war sie am 20. Mai 1802 und vermählt am 26. Juni 1823 mit dem Fürsten Georg Fried­rich Heinrich von Waldeck.

Gießen, 29. Dec. Vogt, der erwählte Abgeordnete für Gießen, hat hierher geschrieben, er werde zum Landtage kom­men,und wenn auf jedem Ziegel in Darmstadt ein Jaup säße". Einstweilen indeß ist der Landtag eröffnet, es sitzt we­nigstens nicht auf jedem Ziegel in Darmstadt ein Ja uv, und Vogt wird noch erwartet.

Frankfurt, 31. December. Der ältere Bürgermeister hiesiger freien Stadt veröffentlicht in den Frankfurter Blättern nachstehendes Schreiben, welches der Erzherzog Johann ihm bei Gelegenheit eines Besuches heute im Römer behändigte: Mein lieber Herr Bürgermeister Müller! Bevor ich von Frankfurt scheide, fühle ich mich gedrungen, noch einige Worte des Abschieds an Sie zu richten. Durch das Vertrauen des deutschen Volkes und der deutschen Regierungen zu der ober­sten Leitung der gemeinsamen Angelegenheiten unseres Vater­landes berufen, habe ich nun 17 Monate in hiesiger Stadt