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flrfcnMtf Organisation beansprucht — brnnoch streit man in $r nffuit laut gegen Gagernö P.oqramm! Sollt, brnn Deutsch- land Hielt sich fein, seine Angelegenhesten ohne Ehflrnrich orb« «in zu hülfen, ha birfed doch einmal — vor brr Hand wenigstens —’ nicht teutsch sei» will und kann? (Leip;. Z)
Wien, 24 Dc. Eben eingehenden Nachrichten aus Tyr- nau von vcrgefiein zufolge, bat sich die F.siung Leopoldstadt nach einem hall stündigen Bombardement ergeben und die kaiserliche Fahne aufgesteckl.
Aus Eemlin nhb unter dem 14 über einen im Banat statt- gefundenen blutigen Kampf berichtet, in welchem 20,060 Magyaren mit 40 Geschützen das Mbe.vaer Lager gestürmt die 3000 Mann starke Besatzung zu, ückgeN ängt und einige Töifrr ange- zündet haben, — kann aber von den Kaiserlichen ringeschlossen norden seien nnd tic§ der eiligsten Flucht ihrem Schicksal ne bl schwerlich entgehen werden. Auch di, magyarische Besatzung von Peterwaidein, welche einen Ausfall auf Karlcwic gemacht habe, soll ton ken Fabian mit bedeutendem Verluste zuiückgeschlagen worden sein.
Wien, 26. Dec. (Die diplomatischen Beziehungen zum Papste.) Die „Wiener Zeitung" bringt heute unter ihrem amtlichen Theile einen meitwürdigen Artikel über das Verhältniß Oesterreichs zum Kirchenstaate. In demselben wird ausgesührt, wie der iransalpiniscr e Radikalismus, dessen Zielpunkt die eine und untheilbare iialienische Republik sei, Rom, die Frierensstadt, allmählich in einen Tummelplatz entfesselter Leidenschaften verwandelt und alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um einen Conflict zwischen der päpstlichen und der kaiserlichen Regierung herbeizufuh- ren. Denn Österreich sitzt, am Po und Ticino jenen Bestrebungen einen starken Damm entgegen, d e Vertreibung ber Oesterreich« wurde daher das Feldgeschrei aller italienischen Radikalen, und die emVeroi beut liehe Pepularüäl Pius lX. mußte ein mächtiges Gewicht zum Nachtheil des Gegners in b;e Wagschale weisen. Nur Oesterreichs Langmu h verhinderie, daß der Bruch nicht schon bei dem Streite wegen Ferrara'ö eimrat; denn der kaiserliche Hof trug den Bedrängnisie» des H. Vaters, der sich mit Schmerz von der BewegungSpariei überflügelt sah, die gebührende Rechnung: er achtete in ihm das Ode» Haupt der Kirche, zu welcher sich die Ma- jciiät der Welfer Oesterreichs besinnt. Aber nun erfolgten neue Wuthaucbruche der radikalen Partei, denen zu steuern die päpstliche Regierung zu schwach war. Das kaiseiliche Wappen wurde brschimpn, und die päpstlichen T> Uppen üb« schrillen gegen den Beseht ihrer Regi,iung den Po. Da blieb dem Wiener Hofe nichiS üerig als seinen Botschaft« von Rom abzuberufen. „Heule", so fährt das amitich, Blatt fort, „hat sich die Lage der Dinge mngestallet. Durch den schändlichen Undank derjenigen, denen er nur Wohlthaie» >pendeu wollte, und die ihn vor Kurzem noch bis in heu Himmel erhob.», auf das äußerste gebracht, hat sich der H. Vater ihren Gewalltbaten duech lie Flucht entziehen müssen. In Ga,ta angelangt, hat er f.ierlich vor dem Angesichte der Welt gegen tie fr,veNi llchen Attentate deâ 16. Novembers protestllt und alle daraus rnlsprungenen Acte für null und nichtig erklärt. Diese P.otestalion ist dem kaiserlichen Hofe in ossiciell« Weise milgc- theili worden. Da aus diesem Document, klar erhellt, daß der heilige Vater den Händen seiner Diänger entronnen und wieder im B.sitze der zur Ausübung Seines Apostolischen Amies nothwendig.» Freiheit ist, so wird Ee. Majestät der Kaiser, gern kein Drange Seines Herzens folgend, die für die religiösen Interessen Seiner Völker hochwichtigen diplomatischen Verbindungen mit dem Overhanple der Kirche wieder antnüpt.n und ihm den Ausdruck der aufiKbiißin Sympathien karzubungen, welcher die Tugenden, das UngUict und die erhabene Stellung Pius IX. so wüidig sind. Zu ditsim End, wirb unverzüglich ein kaizerl. Gesandter sich zu bim heiligen Vater nach Gaeia begeben."
B r r l l n. Der Allg. Ztg. whb Folgendes geschrieben, was zwar in bireciem Widerspruch, steht mit allen andern Nachrichten, aber doch nicht v«j chwiegen bleiben darf. Die hier im Betreff brr Reichsangetegenyrit gefaßten Beschlüsse sind nicht ganz außer Zusammenhang Mit Verhandlung,», die neuerlich zwilchen OUmütz, Petersburg um SaHSjouci Pallsanden , und gewiß ist, daß die drei Höfe wieder in so inniger Freundschaft stehen wie vor dem Marz.
Aehnlich berichtet aus Trier die dortige Zeitung: Der hiesige demokratische Verein hatte gestern die Freude, den seit einigen Tagen zurückgekehrten Abgeordnelen Assessor Otto in feinet Mitte zu sehen. Otto gab in der Vereins-Sitzung eine übersichtliche Auseinandersetzung biffen, was die Nationalversammlung in Berlin für des Volkes Freiheit gewirkt. Er berichtet unter anderem : „Das Gerücht von einer Allianz zwischen Rußland, Preußen und Oesterreich ist fein bloßeö Gerücht mehr, es hat sich als Thatsache bewährt, und die Beweise davon befinden sich in der Hand eines Abgeordneten der Nationalverfammiung — Beweise, die keinen Zweifel mehr übrig lassen und die bis zum Wortlaute des Traktates sich erstrecken. Dies erfuhr die Nationalversanim- lung zu spät, um noch wirksam dagegen äiikâmpfen zu können."
Berlin, 26. December. Es ist unter Assistenz der bedeutendsten Fabrikanten Berlins ein Vorschlag zur Bildung einer Kaffe gemacht worden, aus der de» Invaliden der Arbeit hinreichende Subsistenzmittel gezahlt werden sollen. Zu den Grund- zügen dieses Unternehmens gehört Folgendes: Jeder Arbeiter, welcher mehr als 72 Thlr. jährlich verdient, zahlt von jedem Thaler Wochenlohn 1 Sgr. in die Kasse, die Arbeitgeber tragen eine entsprechend, Summe ebenfalls bei und aus teil Fonds, bie sich abf diese Art ansammeln, erhalten cie unfähig gewordenen Arbeiter jährlich die Summe von 72 Thlr., welch, dem geringsten Erwerbösatz in Berlin einigermassen entspricht. Da aus tiefer Versorgung der Arbeiter den städtischen Armenkassen eine bedeutende Erleichterung erwachsen muß, — weil bisher das Arbeiter- Proletariat bekanntlich enorme Summen wegnahm, — so sollen die städtischen Kassen die Verpflichtung übernehmen, ein dem entsprechendes Quantum in die Arbeiter - Invaliden-Kaffe zu zahlen. Da diese Kasse selbst eine eigene Verwaltung, die, von den Fabrikanten geleitet, kostenlos sein wird, haben soll, so wird dadurch ebenfalls eine Verminderung der enormen Armen-Verwaltungskosten ermöglicht wer« de»; ein Erfolg, den wir bei den bekannten und häufigen Mißbräuchen in dies« Brauche, den glücklichsten, tie erzielt werden können, beizählen müssen. Es liegt auf der Hand, daß das angedeutete Projekt, wenn ed richtig und konsequent durchgeführt wird, zum wahren Segen der Arbeiter ausschlagen muß.
Den „Berl. Nachr." wird aus Paris vom 24. December geschrieben, daß Hrn. v. Raumer auf seine wiederholte Bitte ein unbestimmter Urlaub ertheilt worden sei, und daß er am 27. d. von Paris nach Frankfurt abreifen wollte.
Der Hannoverschen Zeitnng wird aus Berlin geschrieben: Der Prinz von Preußen will noch weniger als ber König hören von einer einseitigen Kaiserschöpfnng.
Aus Baiern macht die Augsb. Abdztg. wiederholt darauf aufmerksam, daß nicht ein einziges ber von der provisorischen Centralgewalt in Ausführung der Befchlüff, der Nationalversammlung erlassenen Reichögefetze bis jetzt in Baiern amtlich verkündet ist, so daß demnach z. B. die Mitglieder der deutschen Nationalversammlung in ganz Baiern eben so wenig einen besondern Schutz genießen, wie dies traurigen Angedenkens in O.stereich der Fall ist. «Schon vor ungefähr sechs Wochen hat, wie seiner Zeit mitgetheilt, der hiesige „Bürgerverein für Freiheit und Ordnung" ,ine Eingabe wegen der Veikünvung, resp. Nichwerkündung, ber Reichsgesetze an das Ministerium gerichtet, es ist aber hierauf noch keine Antwort erfolgt. Zwar hat zu jener Zeit daS ministerielle Blatt, bie Neu, Münchener Zeitung, an eblich aus sicherer Quelle, berichtet, daß bie Verkündung der Reichsgesetze bereits im Ministerium beschlossen sei und allernächst das Regierungsblatt diese Gesetze bringen werde; es sind aber seitdem über sechs Wochen verstossen, und keines dies« Gesetze ist verkündet.
8 F u l d a, 26. Dec. Die Angelegenheit des Wahlgesetzes beschäftigt gegenwärtig überall die Gemüther und zwar um so mehr, alâ das Ministerium bei ber Abstimmung über §. 2 nicht einmal bie einfache Majorität für sich hatte, es unterliegt wohl keinem Zweifel hier, daß bie Minorität am meisten den Wunsch und das Bedürfniß des Landes ausgesprochen hat. Von Marburg war bereits schon früher eine Aufforderung zur Fortsetzung ber Wahlagitation an dm hiesigen Volksrath gelangt; es wurde jedoch derselbe» feine Folge gegeben. Wenn gleich ber Volksratb an seinem früher ausgesplochenen Prinzipe fcsthält, so hat er den-