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Neue Hessische Zeitung.

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Sonntag, den 31. December.

1848

Die Neue Hessische Zeitung erscheint täglich, Sonntags mit einem NnterhaltungSblatte, und wird vor 12 Uhr Morgens auSgegebeu. Der AbonnementSpreis beträgt 1 5hlr. lZ Sgr» für bad Quartal, wofür alle kurheffischen Postämter solche ohne Preiserhöhung liefern. Anzeige» jeder Art werben die Petitzeile ober deren Raum mit 1 Sgr. berechnet.

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Diejenigen, welche ihr Abonnement noch nicht erneuert haben und beabsichtigen, die Zeitung fortzubeziehen, werden ersucht die nöthige Bestellung noch baldigst zu machen.

Zugleich die ergebenste Anzeige, daß der Druck des Blattes mit dem 1. Januar 1849 an die Druckerei von Fr. Scheel dahier übergeht, woselbst auch Bestellungen wegen Bekanntmachungen ic. gemacht werden können. Im Ur6right sind Jnsertions- Mittheilungen unter der AdresseErpedition der Neuen Hessischen Zeitung" und Einsendungen für das Blatt selbst unter der Adresse Redaction der Neuen Hessischen Zeitung" zu bewirken; alle Briefe werden in Nr. 88 der Obersten-Carls-Straße, zwei Treppen hoch, abgegeben.',

Cassel, den 30. December 1848 Der Herausgeber.

Gesetzgebung.

Kassel, 30. Dec. DaS heute hier eingetroffene 8 Stück des Reichs-Gesetzblattes (zu Frankfurt am 28. ©ic. ausgegeben) enthält das Gesetz, betreffend die Grundrechte des deutschen Volkes.

Politische Nachrichten. Deutschland.

* Kassel, 30. Der. Die Artikel der Neuen Hessischen Zeitung, in denen die ständischen Verhandlungen über das Wahl­gesetz besprochen wurden, haben, nie wir zu unserer Freude be­merken, ihre Wirkung nicht verfehlt. Wir reden hierbei nicht von dem im Volke selbst für das bedrohte Wahlgesetz erwachten lebhafteren Interesse; dieses hatte sich, zum Theil wenigstens, schon vorher mit richtigem Instinkte geäußert. Hieran können wir uns ein blonderes Verdienst um so weniger zuschreiben, als die Sache selbst wohl geeignet war, das Volk auch ohne unsere Bemühung stutzig zu machen und ihm die Augen zu öffnen. Es wäre schlimm, wenn es großer Anstrengungen bedüifte, um den Bürger und Landmann $u überzeugen, daß das Gute, auch wenn es nicht das Beste sein sollte, doch immer besser ist als gar Nichts. Daß aber unsere Ständeversammlung, indem sie das Gute verschmäht, weil Jeder etwas Besseres zu haben vermeint, am Ende gar Nichts schaffen wird, nicht einmal die einfache Majorität, diesen sehr zweifelhaften Rettungsanker der Grund, rechte, das brauchten wir wahrlich Niemandem zu sagen, v«ö lag doch wohl in den Verhandlungen vom 21 und 22 Dec. offen genug zu Tage.

Dagegen darf sich die Neue Hessische Zeitung das Verdienst zuschreiben, auf die mancherlei Parwigedanken,die sich inwendig unter einander verklagen und entschuldigen", die aber äußerlich eine für das Gemeinwohl recht gefährliche Vereinigung bilden wollten, mit Erfolg aufmerksam gemacht zu haben. Zeugniß hier­für gibt li. A. ein mit sichtbarem Aerger geschriebener Artikel in demFrankfurter Journal" vom 28. d. M. worin der Einsen­der, welcher offenbar zu den soi-tlissnt-Demokraten gehört, in ffmem unvorsichtigen Eifer alle die schönen Sächelchen uns erblicken läßt, welche die N. Hess. Zg. allerdings bei Zeilen bemerkt und ans Licht gezogen hat. Er meint,nach Einführung der Grundrechte werd, eine einfache Majorität schon entscheiden," d. h wenn dieses Wahlgesetz verworfen, w werde man sich dann schon nolens vo- lens von dem geehrten Herrn einen Entwurf anfuöthigen lassen, nach dem bekannte» Sprüchwort:der Klügste giebt nach." Auch redet der Einsender nunmehr, da die Sache doch rjnmal Juris publici geworden ist, ganz ungenirt von einerconstituirenden Versammlung," einerRevision der Verfassungs- Urkunde" ic. Die Neue Hessische Zeitung hat |omit durch ihre Erörterungen wenigstens zu denjenigen Enthüllungen provocirt, welche geeignet ^n6/ entweder durch ihre Schlaglichter den Mitgliedern der Majorität die ^adje recht deutlich zu machen und somit die Möglichkeit einer Verständigung anzubahnen, oder die Nothwendigkrit einer Kammer- Auflösung herauszustkllen. Spaß­

haft ist eS nur, wi, sich der Mitarbeiter des Frankfurter Jour- «als von seinem Mißbehagen nur konnte Hinreißen lassen, die N. Hess. Ztg. ungeachtet ihres Verdienstes um diese Sache so zu schmähen und obgleich er alles das lediglich bestätigt, was sie eben angedeutet hat, si, dennoch der Unwahrheit zu bezichtigen. Noch komischer aber ist der Tadel, welchen er bei dieser Gelegen­heit gegen die N. Hess. Ztg. im Allgemeinen schleudert und das Lob desFrank urt r Journals," welches er hieran anknüpft. Wir können uns trij? enthalten, diese Stelle unsern Lesern, denen auch dasFrankfurt r Journal" ohne Zweifel bekannt sein wird, nachfolgend milzutheilen:

Die Artikel in andern hessischen Blättern, namentlich derneuen hessischen Zeitung," können nach der principlosen Tendenz dieser letzter» nur als durch und durch verdächtig bezeichnet werden, und das kurhessisch, Publikum weiß schon, was es davon zu halten hat. Zu den Angaben des Frankfurter Journals hat dasselbe hingegen Vertrauen, und besonders deßhalb dürften einige Berichti­gungen in dem genannten Artikel nothwendig sein."

Kaum brauchen wir zu bemerken, wie sehr die R. Hess Ztg. dem Einsender für den empfehlenden Gegensatz, in welchen er sie zum Fr. J. bringt, am Beginn, eines neuen Jahres-Abonne- ments dankbar sein muß.

's K a s s, l, 30. December. Der kurhessische Standesherr, Fürst zu Isenburg - Birst, in hat den Landgerichts-Assessor Wolff von Gudenberg dahier zum Bevollmächtigten auf dem gegen­wärtigen Landtag, ernannt. Die in meinem gestrigen Berichte erwähnt, Wahl zu Mitgliedern eineS Ausschusses der Aktionäre d,r Friedrich-Wilhelms-Nord bahn zum Beirath für die Direktion ist auf folgende Herren gefallen: Commerzienrath Pfeiffer mit 131 Stimmen, Ober-Gerichtsanwalt Fr. Oetker mit 126, Kauf­mann Maunsbach mit 105, Revisor Koch mit 103, Secretar Schwarzenberg mit 88, Oberbaumeister Engelhard mit 77, Kauf­mann Damms mit 76, Dr. Cramer mit 66 und Bauunternehmer Manche mit 65 Stimmen. Der Ausschuß wird schon heute Abend mit der Direction und dem VerwaltungSrathe zu einer gemeinschaftlichen Berathung zusammentreten.

Frankfurt, 24. Dec. Im Ausschuss, für Gesetzgebung wird jetzt der Entwurf einerReichsgerichtsordnung" berathen, in welchem Nürnberg als Sitz des Reichsgerichts bezeichnet ist.

Frankfurt, 25. Dee. Die in Frankfurt versamnulten Commiffarien der Regierungen des Zollvereins haben eine Denk­schrift unter dem Titelder nächste Weg zur Zoll- und Han- d,ls-Einigi!nz Deutschlands" ausgegeben, in welcher sie sagen, daß die Arbeiten des volkswirthschaftlichen Ausschusses in dieser Beziehung viel zu viel, Gegenstände ui die beabsichtigten Refor- men hineinzuziehen und die Sache auf dem allerwritlänsigsten Wege zu behandeln versucht haben. Jahre würden dazu erfor­derlich sein, alle die Vor- und Nebenbedingungen durch Stipula­tionen festzustellen, welche der Ausschuß in allzuweiter Gründlich­keit erwogen und beigezogen hat. Der,einfachste und kürzeste Weg, um das gefammte Deutschland so rasch als möglich nach festzestcUter allgemeiner Verfassung der Vortheile eines unge­hemmten inneren Verkehrs und gleicher Tarifsätze genießen zu