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tin Häufchen gestürmter Großen zusammenfitzt und mittelst unter» geordneter Commis-voyageurs dem Zustand,kommen eiues einigen, somit mächtigen Deutschlands entgegenzuwirken versuchen. Die eng­lische Staatsweisheit, dies Konglomerat von Eitelkeit und Egois­mus, sieht natürlich die Möglichkeit höchst ungern, daß durch das Principal Preußens Deutschland zur wirklichen Weltmacht werde und versagt deshalb jenen Plänen ihre geheime Unterstützung nicht. Wie die extremen Parteien in Deutschland selbst in dieser Frage mit jenen intrigierenden Diplomaten gute Kameradschaft gemacht haben, lehren uns die Berichte auö Frankfurt nur zu deutlich. Es ist möglich, daß auf diesem Wege der eigenste In- Halt aller Märzbewegungen in Deutschland, die Einheit Deutsch­lands , verloren geht; es ist möglich, daß die Beschlüsse der Reichsversammlung so ausfallen, daß dies Parlament sich selbst ein frühes Grab bereitet. Wir werden im Interesse des großen Vaterlandes ein solches Ende beklagen, aber wir werden den Muth deshalb nicht sinken lassen.

Ein Frankfurter Korrespondent derLeipz. Ztg." berichtet, daß von Radowitz aus dem preußischen Staatsdienste entlassen worden sei und deutet an, daß derselbe in ultramontanem Inte­resse gegen die Uebertcagung der deutschen Kaiserkrone auf Preußen wirke.

Frankfurt, 22. Dec. (Die Spaltungen in der Oberhaupt­frage.)Alle die geheimen Fäden, welche seit langer Zeit ge­sponnen wurden, sind endlich ans Licht getreten, seit Gagerns Hand es übernommen hat, sie am Tageslicht weiter z« weben. Wozu Schmerlings, Wüiths, Andrian'S plötzlicher scheinbar sehr unmotivirter Rücktritt, wozu Gagerns Mimsterpäsidentur in einem Augenblick, wo Simsons Abwesenheit ihn zum einzig tüchtigen Präsidenten der Nationalversammlung macht, wo die Fortdauer seiner bisherigen Wirksamkeit unerläßlich schien? Nur, um endlich in kräftigen Zügen hinzustellen, was längst der Knotenpunkt aller Politik eines Theiles der Centren und der Rechten war, die preußische Hegemonie, das preußische Kaiserthum. Wir sind herz­lich froh, daß endlich das Coulissenspiel ein Ende erreicht hat, daß endlich ein kühner Griff bereit ist, dem unwürdigen Schau- sp kl, wohl darf man es als Tragödie bezeichnen) das bisher zwischen Oesterreich und Frankfurt gespielt wurde, ein Ende zu machen; wir würdigen vollkommen die Großartigkeit der nach dem jetzigen Maßstabe kühn zu nennenden Idee einer preußischen Hege­monie. Es gehört, namentlich von einem so deutschen Manne, wie Gagein, nicht wenig Resignation dazu, einem Bruderstamme gegenüber zu treten mit der Erklärung: laßt uns gute Freunde bkibm, aber die staatliche Verbrüderung höre auf! Es gehört nicht minder Energie dazu, etwas ohne Oesterreich nie Dagcwese- nes aus dem Nichts (?) hervorzurufen, eine deutsche Kaiserkrone auf dem Haupte der Hohenzollern, alle andern Fürstenhäuser in eine Art von VasaUenverhaltniß zu dem künftigen Kaiserhause zu brin­gen und dadurch die längst ersehnte Einheit der Wirklichkeit näher zu führen. Wir sind unsererseits so durchdrungen von dem Wunsche, die tausendjährige Zerrissenheit beendet zu sehen, daß wir einem deut chen Kaiserreich, auch ohne Oesterreich, mit Freu­den zustimnun wurden wenn es wirtlich schon eristirie, wenn die Vorboten seiner nahen Eristen; uns unitüglich schienen."

Soweit lassen wir den Korresp. der W.-Z. reden, weil er im Gan/n die Wahiheit spricht. Das Folgende seines Artikels, worin er dem aus Zeit bestellten Wahlkaiser das Wort redet, müssen wir in den Vo,der>ätzen und in den Nachsätzen als un­wahr bestreiten. Ec behauptet, ganz Süddeutschland und ein Theil Norvteuischlands werde die Pitußische Pläponderanz um feinen Preis duld n. Er behauptet, der parnculansthche Trieb werde jetzt bei den freien Völkern noch mächtiger sein als früher bei den absolutistisch Regierten. Mit dieser Behauptung straft der Herr Korrespondent tue Märzbewegung und den Drang des deutschen Volkes geradezu Lügen, den Drang, der sich doch, sollten wir denken, vielfach und deutlich genug ausgespiochen hat. Wäre jene Behauptung richtig, dann freilich könnten wir das Jahr 1848 nur noch als einen tolbn Fastnachtsschwank betrachten. Freilich so schlimm heht der Herr aus dem Frankfurter Parlamente die Sache nicht an. Er nöstet sich wenigstens mit der Hoffnung, daß die Einsicht in unser unwürdiges Verhältniß zum Auslande an» den dadurch verursachten Schaden un- zu einem engern Zu­

sammenhalten auffordern und sich hoffentlich noch immer mehr Bahn brechen werde.Allein," so calculirt er mit einer wahren März. Naivetät weiter,wir brauchen nicht weiter zu gehen, als zur Erreichung dieses Zweckes nöthig ist; wir müssen vor Allem, was auch Keiner bezweifelt, als Princip die Anerkennung des Willens der Mehrheit, den Bundesstaat aufsteUen, wir müssen zur Ausführung der Gesetze und Beschlüsse ein einheitliches Organ schaffen, wir müssen dafür sorgen, daß das, was dem Stamm nach zusammengehört, sich zu kleinern Ganzen nach und nach wieder aneinander schließt, daß unnatürliche Verbâude sich lockern. Vortrefflich; daß aber alleS dieses ohne die vollständige Hege­monie des mächtigsten Staates nicht durchzufühlen fei , und daß deshalb für uns gar keine Wahl möglich, sondern Preußen lediglich durch die erbliche Kaiserwürde zu gewinnen sei, das ist eine Wahrheit, über welche nach allen gemachten Erfah­rungen heut zu Tage unter verständigen Männern kein Zweifel mehr bestehen sollte.

* Kassel, 28. Dec. In Nr. 344 der D. A. Ztg. hat eS ein scharfsichtiger Deutscher Gelehrter durch Quellenstudium her-- ausgebracht und bewiesen, daß die Idee des Deutsch - Preußischen Kaiserthums aus einer Verschwörung dreier Deutscher Professoren hervorgegangen fei (!) Diese auctores classici des Nothwendigen sind natürlich Gervinus, Dahlmann, Beseler. Dergleichen schna- ckische Einfälle können doch nur in Deutschland Vorkommen. Wenn der Mann übrigens ganz genau citiren wollte, so durfte er nicht unerwähnt lassen, daß auch etliche Privatdocenten sowie mehre Studiosen schon früher für einen Deutschen Kaiser gewirkt haben.

t Kassel, 29. Dec. Heute fand dahier eine außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Friedrich-Wilhelms-Rordbahn Statt, um über die finanziellen Verhältnisse der Gesellschaft und über die Art und Weise der Aufbringung der noch erforderlichen Geldmittel im Betrage von l'/a bis 2 Millionen Thalern zu berathen und zu beschließen. Es waren überhaupt, wie wir hören, 3721 Certificate mit 375 Stimmen vertreten. Angemelvet Hatten sich 158 Actionäre, von welchen jedoch nur 143 zugegen waren. Die Debatten nahmen Anfangs eine ziemlich persönliche Richtung und es wurden sogar einige Ausrufe des Mißtrauens gegen die Direktion laut; indessen lenkte man doch bald ein und ging zur Besprechung der sachlichen Fragen über. Und das war gewiß zu loben, da sich mit Vorwürfen und allgemeinem Tadel doch kein Geld beschaffen läßt. Auch möchte der Direktion und dem Verwaltungsrathe in der That nichts Erhebliches zur Last fallen, obwohl cs allerdings Tadel verdient, daß man bei der letzten Generalversammlung im Sommer d. J. noch so wenig im Reinen war, daß damals das Deficit um 700,000 Thaler ge­ringer als gegenwärtig angegeben wurde. An der Debatte nah­men außer einigen auswärtigen Aktionären vorzugsweise die Herren Engelhard, Hahndorf, Mansbach, Moldenhauer, Manche, Oetker, Schwarzenberg und Commerzienraih Pfeiffer dahier Theil; auch stellten mehrere dieser Herren Anträge, wie das Wohl der Ge­sellschaft zu fördern und namentlich das noch erforderliche Geld aufzubringen sein mögte. Endlich wurde auf den Vorschlag de»

Herrn Oetker beschlossen, sämmtliche Anträge, ins Besondere die gemachten Vorschläge zur Beschaffung der nöthigen Geldmittel, mit Einschluß der von der Regierung erfolgten und noch erfol­genden Proposittonen der Gestalt zu genehmigen, daß die Direktion und der Verwaltungsrach ermächtigt sein sollen, daraus nach pfllchtmäßigem Ermessen und nach zuvoriger Einholung des Bei- ralhS eines zu dem Ende zu wählenden Ausschusses der Aktionäre, das Beste zu wählen. Nachträglich wurde eine Ausdehnung die­ses Beschlusses dahin beliebt, daß auch noch anderweite Vorschläge Berücksichtigung finden können. Die Zahl der Mitglieder des Ausschusses wurde auf neun bestimmt und soll die Wahl bis zum 30. Derember Mittags 12 Uhr schriftlich geschehen. Die im Rechenschaftsbericht gestellte Frage:ob die Versammlung indem von kurfürstl. Finanzministerium in einem Schreiben vom 15. Oktober d. 3. angegebenen Wege, nämlich durch einen entsprechen­den Aufschlag auf das Aktien - Capital (also durch Nachzahlung auf die einzelnen Aktien) die fehlenden Geldmittel zu beschaffen, ein geeignete» und statutenmäßig zulässiges Mittel erblicke, wurde einstimmig verneint. Die übrigen Beschlüsse wurden Mit großer Stimmenmehrheit gefaßt.