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bat, welche die Bestrebungen der deutschen Einheit und Freiheit nach ihrer Weise studiren und nach Kopenhagen das Kleinste zu berichten sich beeifern sollen. (O.-P.-A.-Z.)

Hannover. Der Dolksverein zu Rotenburg hat auch jetzt wieder seine politische Lebendigkeit und seinen deutschen Sinn wie bei verschiedenen früheren Gelegenheiten bewährt. Unter dem 25. b. M ist folgende Adresse von Rotenburg an das Hannoversche Gesammt-Miniskerium abgegangen:

Der Gang, in welchen feit Anfang dieses Jahres die poli» zischen Verhältnisse Europa's getreten sind, die Gefahren für Staaten und Völker, welche an dem dunklen Ausgang dieser Bahn vielleicht in nächster Zukunft bevorstehen, hat das Gefühl rind den Trieb der nationalen Selbsterhaltung, in Aufrichtung eines wehrkräfligen, einheitlichen Bundesstaats durch ganz Deutsch­land zum kräftigen Bewußtsein gebracht. Auch das Hannoversche Volk, insonderheit der unterzeichnete Verein, ist erfüllt von dem Bewußtsein dieser Nothwendigkeit. Mit Schmerz wurde die un­vermeidliche großstaatliche Sonderstellung Oesterreichs erkannt, welche einen Eintritt in die bundesstaatliche Einheit nicht zuläßt, aber eine innige Verschmelzung der deutschen und der österreichi­schen Interessen in völkerrechtlicher Form vermitteln lassen wird.

Durch diese Sonderstellung wird eine um so festere einheit­liche Zusaminenschließung des übrigen Deutschlands das dringendste Gebot der Roth unb der Zeit. Welche Macht in Deutschland wäre mächtig genug, dem vereinten Gebote der Noth und des europäischen Weltganges zu widerstehen? Welcher besonnene Geist stark genug, im Hinblick auf innere und äußere Verant­wortlichkeit den Untergang der nationalen Einheit, der Nation, zu beschließen, um deren Splitter der feindlichen Herrschsucht benach­barter Großstaaten zu überliefern?

Die öffentliche Stimme beginnt es laut auszusprechen, daß Deutschland als Bundesstaat nur unter einer erblichen Kaiserkrone auf dem Haupte deS jedesmaligen Königs von Preußen, gestützt auf Staaten- und Volkshaus, auf ein demokratisches Parlament, in seinem nationalen Bestehen sich behaupten und wider alle europäi­schen Stürme sich aufrecht erhalten kann.

Jetzt hat die Reichsversammlung in Frankfurt, unbeirrt durch einzelne untergeoidnete Sonderrücksichteu, zu dem heißerstrebten Ziele der nationalen Rcichseinheit wieder einen entscheidenden Schritt vorwärts gethan, und die Alle umfassenden nationalen Bande durch Annahme der allgemeinen Grundrechte enger gezogen. An den Elnzchstaalen ist es jetzt, diese nationalen Bande durch patriotisches Eingehen unzerreißbar im Volke zu befestigen, und ungesäumt den nationalen Pflichten gegen das gemeinsame Vater­land genug zu thun.

Indem daS Königreich Hannover den Ordnungen des allge­meinen Bundesreichs überall mit loyaler Hingebung entgegenkom- men wird, richten die Unterzeichneten an ein hohes Gesammtmi- nisterium das ehrerbietige Gesuch;

mit der offiziellen Bekanntmachung der von der Reichsver- sammlung in Frankfurt beschlossenen Grundrechte, sofort nach deren Publicirung durch die Reichscentralgewalt, auch im hiesigen Königreiche zu verfahren.

Rotenburg, 25 Dec. 1848." (Unterschriften.)

Kobiirg, 21. Dec. (Der thüringensche Gcfanimistaat.) Dem Nürnb. Korr. wird folgendes Nähere über die auf der Ministe- rialconferen; in Gotha gefaßten Beschlüsse über die Vereinigung Thüringens mitgetheilt:In der Ministerialconferen; zu Gotha am 15. und 16. war S. Weimar durch Herrn v. Watzdorf, S. Gotha durch Herrn v. Stein, S. Koburg durch Herrn Brö'h- mer, S. Meiningen durch Herrn v. Speßhard, S. Altenburg durch Herrn v. Planitz, Schwarzburg - Rudolstadt durch Herrn Chor, Reuß durch Herrn Otto vertreten. Von Weimarilcher Seu, wurde ein schon fertiger Entwurf vorgelegt, der von Alten­burg unu^ükt wurde, aber bei den Deputaten der übrigen Staaten aus i^, Grunde hauptsächlich Widerspruch fand, weil S. Weimar das 2>u ^torium im künftigen thüringischen Gesammt- Paat für sich in Vorschlag '-^se, während andere Mitglieder der Kon­ferenz einen Fürstenratb an bu^j^ her Vereinsstaaten gestellt sehen möchten. Diese Meinungsverschie. ,,^^ und der Umstand, daß der fachsen-meining'sche Deputirte durch be^ Sfrf Instructionen gebunden war, ließen die Beralhnng nur zu einem e^ußgen Ergebnisse kom­

men, nämlich zu dem Entschlusse, die Konferenz am 3. Januar fortzusetzen und alsdann eine Vereinigung zu erzielen, wie eine engere staatliche Vereinigung bewerkstelligt werden könne. Der Staatsvertrag, den Staatsrath Bröhmer in Verbindung mit Kanz­ler Otto von Gera int Entwurf ausarbeiten und der Konferenz am 3. k. M. vorlegen soll, wird sich namentlich auf folgende Punkte erstrecken: 1) Die Vertretung der besonderen Staaten in ihren Beziehungen zu dem Bundesstaat Deutschland; 2) das ge- fammte Militärwesen; 3) die Gesetzgebung; 4) die Regelung der Einnahme aller indirekten Steuern; 5) die Anordnung, Gründung und Ueberwachung der Landes- Heil- und Strafanstalten; 6) Die Kriminalrechtöpsiege, soweit dieselbe vor die Geschworenen gehört und überhaupt die Justiz, insoweit Gerichte in Frage sind, deren Sprengel ohne Rücksicht auf die besonderen Landesgrenzen festge- stellt sind; 7) die Vertretung der Rechte und Pflichte der einzel­nen Staaten zu der Gesammtuniversität Jena und dem Oberap- Pellauonsgericht daselbst." Die öffentliche Stimme, fügt der Cor- respondent hinzu, spreche sich für Erhaltung der Selbständigkeit der Staaten und Fürsten Thüringens aus.

Sigmaringen, 21. Dez. Es ist nun gewiß, daß wir näch­stens eine Proklamation über die Abtretung der Regierung an die Krone Preußen erivarten dürfen. Der Fürst hat sich heute Nacht über München nach Berlin begeben, um ohne Zweifel die Negierung dem Könige zu übergeben. Sie werden es natürlich finden, daß sich an einen solchen Schritt ebenso große Befürchtungen als Hoffnungen knüpfen, doch hat die freisinnige preußische Verfas­sung die meisten Bedenklichkeiten gehoben. Ob sich die Uebergabe auch auf das Fürstenthum Hechingen beziehe, kann ich nicht bestinimt sagen; der Fürst befindet sich schon seit Mitte des Sommers auf seinen Gütern in Schlesien und dürfte wenigstens für seine Per­son kein Hinderniß in den Weg legen, überdies ist er unvermählt und unbeerbt. In dem gegenwärtigen Augenblicke, wo es sich um die Hegemonie Preußens in Deutschland und um den Fort­bestand oder die Mediatisiruug der kleineren Souveräne handelt, hat das von dem Fürsten von Sigmaringen gegebene Beispiel ein mehr als bloß örtliches Interesse; auch bietet die Rückkehr der königlichen Linie des Hauses Hohenzollern zu den Stammkunden seiner Ureltern Gelegenheit zu ernsthaften Betrachtiingen dar.

München, 24. Dec Herr v. Schrenk soll gestern ans Frankfurt eingetroffen sein, und zwar auf ausdrückliche Einladung des Königs, nicht bloß auf die Feiertage, wie mehrere andere bairrische Mitglieder des Parlaments. Unter letzteren befindet sich auch Prof. Pötzl, welcher, von seiner Mission nach Wien- Kremsier zurückkehrend, einige Tage hier verweilen will. Man sucht ihn eifrig auff er ist aber höchst wortkarg über die Erfolge dieser neuesten Mission.

Gießen, 26. Dec. Jin Anschluß an den constitutionellen Verein zu Gießen ist nun auch yon dem VolkSverem in der oberen Weiterau die entschiedene Erklärung eingegangen, daß matt dort ebenfalls Preußen an die Spitze Deutschlands gestellt wünsche

Darmstadt Die hiesige Kammer hat in der Sitzung vom 21. December ungeachtet der Verwendung der Regierung und der Abgeordneten Schenk unb Volhard, mit 32 gegen 13 Stim­men die von der Regierung beantragte allgemeine Wehrpflicht und die Aufhebung der Stellvertretung abgelehnr.

* Kassel, 28. Nov. Unter den in der Kölnischen Zeitung mitgetheilten Actenstücken des Anneke-Gottschalkschen Prozesses be­findet sich auch ein Brief desProfessor Henkel in Marburg" an Gottschalk, welchen der Staats-Peocuralor als einMuster des politischen Fanatismus" vorzulesen sich gedrungen fühlte. Es wird barm unter Anderem gesagt.Die Bourgeoisie müsse ver­nichtet werden; ihr sei nicht mehr zu helfen. Wenn aber die ganze Bourgeoisie nicht vernichtet werden könnte, so würde er sich zufrieden geben, wenn nur die Hauptkerls geköpft würden. Die Guillotine müsse in Thätigkeit gesetzt werden. Ich bin für alles abgestumpft, ich habe nur noch das Gefühl der Vernichtung." Schauderhaft, höchst schauderhaft! und noch dazu von einem Mar­burger Professor! Glücklicheriveise eristirt kein Prof. Henkkl; es wäre schrecklich, wenn ein solcher Blaubart unter uns lebte. Oder sollte es etwa gar Prof. Hinkel sein, von dessen vernichtender Gefährlichkeit man freilich vor dem März eben Nichts bemerkt hat, den wir aber seitdem allerdings als eine scharfe demokratische Errungenschaft mehr-

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