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- 1534 —

Die früher so öden Säle des Exkönigs von Westphalen, Jero­me Bonaparte, füllen sich jeden Abend zum Ersticken. Man kann sie als Rendezvous der neuen Hofsonne betrachten.

Tbirrs, der unsichtbare Lenker unserer neuesten Schicksale, soll Hr. Barrot zum Viceprâsidenten der Republik bestimmt haben.

Italien.

Die sardinische Kammer hat am 14. die Einverleibung der Herzogthümer Parma, Piacenza, Modena, Reggio und Guastalla beschlossen, dem von der Bevölkerung derselben während des letzten Feldzuges ausgedrückten Wunsche gemäß.

Die Oesterreicher sollen wirklich auf 2 Punkten über den Po und zugleich mit Macht gegen Malghera (Venedig) gerückt sein.

Rußland.

' Warschau, 10. Dec. Die hiesigen Zeitungen bringen die amtliche Nachricht von der Confiscation der Güter des bekannten Generals B e m.

Vereinigte Staaten.

Newyork, 6. Dec. (D i e P rä sid e nten b o tscha ft. (per „Cambria") Polk'S A b sch ieds bo tscha ft gehört zu den läng­sten Aktenstücken, die je im Namen eines amerikanischen Präsiden­ten ausgeferligt worden sind, und das will viel sagen. Sie be­ginnt mit einem Blick auf die auswärtigen Angelegen­heiten; mit allen Mächten besteht ein freundschaftliches Verhält­niß, mit Mexiko ist der Friede hergestellt, mit Peru, Neugranada, Neapel, Berglen, Hannover, Oldenburg und Mecklenburg Schwerin sind Handelsverträge abgeschlossen. Die Gründung der franzö­sischen Repuplik und Deutschlands E i n h e its b estre» Lungen werden als glückliche Ereignisse begrüßt. Der Präsi­dent ist überzeugt, daß die Ausdehnung ihres Gebietes die Union mchl schwächen, sondern jeder neu hinzukommende Staat für sie rin neues Element der Stärke sein wird. Der Schatzsecretär wird in seinem Jahresbericht den sehr befriedigenden Fi­nanz zu stand des Landes darlegen. Das Land hat im letzten Finanzjahre über 134 Millionen Dollars importirt und für 135 Millionen exportirt; 21 Millionen betrug der Werth des Zwischen­handels. Der Schatz bezog in derselben Zeit 31,757,000 Dollars an Zöllen, 3,328,000 aus dem Verkauf von Staatsländereien. Mit Rücksicht auf die Goldminen von Kalifornien em­pfiehlt der Präsident dem Congresse die Errichtung einer Filial­münzanstalt. — Die Reformen des Zolltarifs im I 1846 (im Sinne der Handelsfreiheit) haben sehr günstig gewirkt; Groß- Lritannien und andere Nationen sind dem liberalen Beispiele ge. folgt, und Amcrika's Handel hat seitdem einen bedeutenden Auf­schwung genommen. Die Staatseinkünfte haben den Voranschlag um 17« Millionen überstiegen. — Trotz der europäischen Er­schütterungen sind die Ver. St. von einer Krisis des öffentli­chen und Privatcredits verschont geblieben. Der Präsi­dent schreibt dies glückliche Resultat dem neuen Schatzsysteme zu, wodurch verhindert wurde, daß das i. J. 1847 importirte Geld in die Banken ging und zur Grundlage einer übertriebenen Papier- cirkulation und eines unnatürlichen Scheinreichlhums gemacht wurde. Die nothwendig daraus folgende Reaction ist vermieden und „nicht ei» Dollar durch Entwerthung der Cirkulationsmittel verloren worden". Die Anleihen für den mexikanischen Krieg sind über Pari abgeschlossen worden und haben der Regierung eine reiche Prämie abgeworfen. Das neue System ist durch eine zweijährige Erfahrung erprobt worden und seine El Haltung unter den nothwendigen aber unwesentlichen Modificationeu n-irb dringend empfohlen. — Die Verträge wegen P o st b e sö rd eru n g in kriegsfähigen Dampfböten versprechen in jedee Beziehung der Flotte wie dem Handel den erwarteten Nutzen zu bringen. Die Porto-Einnahmen steigern sich rasch; während deS letzten Finanzjahres betrugen sie 4,371,000 Doll. oder 425.000 Doll, mehr als im Jahr 1847. Der Präsident erwähnt schließlich der Vetogewalt, in deren voller Anwendung ihn das Beispiel von vieren seiner Vorgänger rechtfertige. Diese Gewalt, sagt er, ist nie mißbraucht worden, und die Gefahr des Mißbrauchs ist sehr gering.

Das Wahlgesetz und die Minister-Crists.

In der (irrigen) Voraussetzung, daß mir ein nicht unbedeu­tender Einfluß auf einzelne Mitglieder deS Ministeriums zustehe, schreibt mir einer meiner politischen Freunde, welchem der in Nr. 335 d. Kass. allg.Ztg. abgedruckte Beschluß des hiesigen Bürger­vereins vom 22. d. M. noch nicht bekannt sein konnte, über die „bcklagenöwerthe Verwerfung des Wahlgesetzes," indem er damit zugleich die Ueberzeugung vieler anderen Vaterlandsfreunde aüözu- sprechen glaubt: „Daß nur ja d a s M i n i st er i u m jetzt nicht ab tritt. Dazu hat es noch Zeit, wenn, nach einer Auflösung des Landtags, wozu gegenwärtig bei weitem triftigere Gründe, als in so vielen früheren Auflösungsfällen, vorliegen, die neue S-äude- versammlung, was wir nicht hoffen wollen, eben so (in Betreff des Wahlgesetzes) gesinnt sein sollte, wie die jetzige." — Wer aber noch im Ernste auf die von Hrn Bergk vorläufig schon in Aussicht genommene Wahl andrer Minister denken sollte, der möge dabei doch ja nicht den Henkelschrn Gedankenstrich über- sehen! B. W. Pfeiffer.

Kassel, 27. December. Die General-Ber- sammlnnZ deS DürgervereinS tveßen der ruck- stchtlich des Wahlgesetzes an Stände unb Re­gierung zu erlesenden Adressen findet heute Mittag um 3 Uhr im Hannsch'schen Saale statt.

Pckanntmachnngcn.

Deutsche Reichs-Zeitung.

Redacteur: Dr. Karl Andree.

De selbe erscheint täglich, mit Ausnahme des Moutagr. Treid viertel­jährlich t1/, Th!r. — Bestellungen für das mit dem l. Januar 1849 beginnende neue Quartal beliebe man bei dem nächstgelegeneu Postamte zu machen.

Ankündigungen aller Art finden eine große Verbreitung, Die Spalt- Zeile gewöhnlicher Petit-Schrift kostet I Ggr. = 1'/, Sgr.

Braunschweig, December 1^48

[4I8] Friedrich Vieweg und Sohn.

Angekommene Fremde vom 25. u. 28. December.

Im König von Preußen ($ Schambeck»: Pärt Deodati aus Genf, Günther ans Eisenach n Polter mit Tochter ans Erfurt; Kauft. Heinze aus Bannen, Menkbeim aus Hanan, Noll ans Karlohar n und Benze! aus Paderborn; Abgeordnete Heimbrodt n Lodemann ans Frank­furt a. M.; Actuar Sauerländer and Rais; Ingenieure Nombau aus Dörenhagen u. Svangenberg ans Meldungen; Amtma w Weishaupt aus Hannover; Schnflsteller S. Schirg-r aus Frank'nrt: Reut. steiler mit Familie and Hamburg; Madame Ziuserlein mit Tochter ans Merseburg.

In der g old neu Krone (F Schade»: Kaust Hupfeld aus Frank­furt, Liebermann ans Karlsbaren, Feist ans Frankfurt a. M. n Kapell ans Karlshafen: Kandidat Wenk aus Karlshafen-, Sänger Klapp und Mutter aus Wien-, Advocat Block ans Allendorf; Rector Wenderoth u. Ingenieure Great u. Greschell aus Grebenstein; Geschwister Koch auS Rotenburg.

Im Römischen Kaiser (3 L. Lang): Kauft von der Hesberg anS Krefeld, Tranmann ans Mannheim, Fischer aus Frankfurt, Margott ans Brüssel, Meyerbeim auS Berlin n. R Muller aus Hamburg; Guts­besitzer P Ku cht auS Soling n; Jnfpector Steller aus Erfurt: Part. Gebrüder Metz ans Wanudori; Graf von Mandelsloh ans Göttingen mit Dienerschatt; Dfü;irre Freiherr v. Ellrichshausen aus Stuttgart H. Baron von Freidorf ans Ulm; Ingenieur Goffard ans Hönebach.

Im H6f <• I <l c Kassie ((.5 Klein >: Jiistigalh Möller aus Stade; Fräulein v. Arn child aus Münden; Fabnk. Kranieidiiig aus Bielefeld u. Lücking aus Pr. Minden: Reut Weher ans Utrecht; Bergeleve Petri ans Annaberg; Gewehrfabrik. Heinemann and H rcherg; Kaust. Dittschar auS Speier u Poth ans Meiningen; Prof. Werneburg aus München; Part. Gotthardt aus Basel.

Kurfürstijchei Aofthcater.

Mittwoch, 27 Dec Znm ersten Male: Der Proceß.' Lustspiel in t Anfj. von Roderich Benedir. Hierauf: Die beiden Flüchtlinge, oder: HochzeittagS- Fatalitäten. Ballet in 2 Aufl. uebi) eine« Vorspiele. Vom Balletmeister Wienrich. Musik von Spâtb.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oet'er an» A. Pfaff. — Druck uns Verlag von Th. 8 f ^er in Kafirt.