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einstimmig eine Adresse an die Reichsversammlung in Frankfurt te schlossen, in welcher die entschiedene Ueberzeugung ausgesprochen wird, man könne eine sichere Bürgschaft der vollständigen Durch­führung und Erhaltung der Mârzerrungenschafleu zur Einheit, Wohlfahrt und Freiheit Deutschlands im Innern wie nach außen: namentlich gegen mögliche Konstellationen in Frankreich, nur da­nn finden, wenn Preußen an die Spitze Deutschlands gestellt werde.

AuS Bayern, 20. Dec. Endlich ist es geschehen, was dem ganzen Gange der Letztzeit gemäß nicht mehr ausbleiben konnte, das Märzministerium ist von der Krone entlassen worden. Mit welchem ungeheuren Staunen aber Diese wichtige Nachricht ausgenommen wird, und welche Aufregung sie verbreitet hat, ist unbeschreiblich. Wie ein Blitz aus heiterm Himmel trifft sie die ganze Bevölkerung, die erst vor Kurzem noch mit solchem sichern Vertrauen, daß dieses mit allen politischen Ideen von Bayern seit dem letzten Frühjahre unauflöslich verwachsene Ministerium gar nicht vom Ruder des Staates entfernt werden könne, die Wahlen vornahm, daß, um ein Beispiel anzuführen, ein Haupt­grund, warum Lerchenfeld in München nicht gewählt wurde, die von den Meisten ausgesprochene Ansicht war: er habe ja als Redner schon qua Minister einen Platz in der Kammer; die Eventualität, daß er einmal aufhören könne, Minister zu sein, kam gar Niemanden in Gedanken. Und allerdings, so lang man von konstitutionellen Principien ausgeht, war es wohl undenkbar, daß ein Mann von der Leitung des Staates abtreten müsse, der so sehr von allen Parteien als der allein hierzu fähige anerkannt M wird, daß, ein fast unerhörtes Zeichen in unserer so aufs Aeu- ßerfte zerrissenen und heftig kämpfenden Zeit, auch nicht eine Stimme in Presse oder Verein sich erhob, die nicht mit der vollkommensten Achtung — von dem Charakter versteht sich ohnehin, sondern auch von seinen politischen Ideen und der ihm zukoin- menden Fädigkeit sprach, die für die Neuzeit nöthigen Reformen ins Werk zu setzen. Eine weitere ängstliche Frage drängt sich Vielen auf, wie wird Bayern sich jetzt gegenüber von Frankfurt stellen? Man bringt allgemein die plötzliche Abdankung des Ministeriums mit der deutschen Frage in Verbindung, wenigstens kann sich Niemand eine andere Ursache denken, obgleich eine solche ganz nahe liegend gesunden werden könnte. Jedenfalls bleibt dieser Schritt der Krone im Angesicht der neuen Kammern ein sehr gewagter. Das Portefeuille des Innern soll bayerischen Blättern zufolge interimistisch der Regierungspräsident v. Zwehl übernehmen, zum Minister soll aber Herr v. Schrenk ausersehen sein, der bekanntlich im Februar als Mitunterzeichner des bekann­ten Memorandums gleichzeitig mit Hrn. v. Abel bas Portefeuille des Cultuöministeriums ruederlegen mußte. Das letztere erscheint rj indessen roch unwahrscheinlich.

München, 21. Dec. Unsere Ministerkrisis soll sich auf sie übrigen Minister — mit Ausnahme des Kriegsministers Ge- aeraUieuttnanl v. Lesuire — ausgedehnt haben. Wie man ver- aimmt, sollen Hr. Heintz, Graf Bray und Hr. Weigand mit Bestimmtheit dem König erklärt haben, nur mit Freiherr« v. Ler- Henfeld ein Ministerium bilden zu können; falls dessen Wiedereintritt licht erfolgen sollte, mußten sie gleichfalls um ihre Entlassung bitten. Sö war dieß von den ehrenhaften Gesinnungsgenossen Lerchenseldö rorauszusthe». Die Sache bekömmt dadurch einen bestimm­en Charakter, nämlich den eines Tendenzkonflikles, welcher durch sie gerüchtweise hier cukultlende neue Mtmsterllsle nähere Eiklä- ung findet. Lesen Sie die Mimsterliste vom Jahre 1846 und 1847 und Sie werden Dieselben Namen finden, nämlich die eines Schrenk, Zu-Rhein, Voltz, von der Beck und Waldkirch. h!) Ein Somnuntar ist kaum nöthig. Sollen wir mit den „Errungenschaf­ten" der Jahre 1846 und 1847 im Jahr 1849 aufwachen? Doer sollten diese Namen bloß Die Brücke bilden für Slaaiöuiäit- rer von schärferem Gepiäge? (A. A. Ztg.)

München. Als die Ursachen des Lerchenfeldschen Rück- rittes werden einerseits die deutschen Angelegenheiten, in welchen er freisinnige M inister den specifisch baierschen Plänen entgegen ),treten sei, anderer Seils die von ihm beabsichtigten Reformen ,er Gemeindeverfaffung angegeben. Wie Stadion in Oesterreich, e beabsichtigte Lerchenfeld in Baiern die Durchführung des Grun»- atzeS der Srlbstverwaltung der Gemeinden und Bezirke, und

damit die wahrhafte und allein sichere Grundlage einer künftigen Volke freiheit. Seine Absichten sind, wie es heißt, höhern Orts auf Bedenken gestoßen.

Stuttgart. In der Sitzung der 2. Kammer vom 21. d.M. ist der Antrag auf Einberufung einer constituirenden Versammlung wirklich angenommen worden. David Strauß hat darauf seinen Austritt angezeigt und somit praktisch den früheren Ausspruch eines andern Abgeordneten wiederholt, „es sei in dieser Ver­sammlung nicht auszuhallen". Diel. Kammer dagegen hat mehre Gesetze der 2. Kammer nicht bestätigt, u. a. die Bestimmung ab- geändert, wonach auch das unter privatrechtrechtltchem Titel er* wo, bene Jagvrecht ohne Entschävigung aufgehoben werden solle. — Natürlich gab das einen großen Lärm in der 2. Kammer. Herr Scherrer meinte: jetzt sehe man wieder, daß es allerdings noch der Revolution und des Umsturzes bedürfe, woraus Herr Goppelt meinte: wenn Herr Scherrer Den Umsturz wolle, so habe er sich jedenfalls den unpassendsten Ort dazu, nämlich den Platz in einer Siänbeversammlung, auegewählt.

H o h e n z o l l e r n. Die von den Hohenzollern'schen Dy­nasten gewünschte Einverleibung der Fürstenthümer in Preußen, dulch welche Preußen auch in die Reihe der süddeutschen Staaten eintreten würde, erregt mehr und mehr die allgemeine Aufmerk- samkeit. Die Fürsten von Hohenzollern, von der Unzweckmäßig­keit kleiner Staaten lebhaft überzeugt, haben schon seit geraumer Zeit Die Medialisirung ihrer Lande betrieben. Nachdem diese Ab­sicht in Frankfurt gescheitert ist — wozu im vorliegenden speciel- leu Falle auch der Widerspruch des nach einem Erbvertrag von 1820 auf Hohenzollern erspectirenden Preußen hinzugekommen sein soll, und da einer Einverleibung in Baiern oder Würtemberg der VolköwiUe in Hohenzollern entschieden widerstrebt, — so geben sich die Fürsten nunmehr alle Mühe, Preußen zur Annahme der Regierung zu bewegen. — Die größte Schwierigkeit soll bei der Ausführung dieser Absicht in dem Widerstreben des Königs von Preußen selbst liegen.

Ungarn.

Die Augsburger Allgemeine Zeitung enthält die aus der Pesther Zeitung vom 8. Dezember entnommene Erklärung deS Ungarischen Reichstags, welche in ausführlicher Deduktion der un« ganschen Staatsgrundgesetze die Thronbesteigung des österreichi­schen Kaisers Flau; Joseph und die daraus hergeleiteten Ansprü­che auf Besitzergreifung des ungarischen Thrones für null und nichlig erklärt und alle ungarischen Behörden und Unterthanen auffoiderr, sich jeder Regierungshandlung des Usurpators zu wider­setzen rc. ic.

Italien.

Rom, 13 Dez. Galwaldi ist in Rom eingetroffen unD Massini sein Weit erführet. Auch wurde Mazzini schon vor eini­gen Tagen als angekvmmen gemeldet. Gegen Zucchi scheint man die Bologneser Civica glücklich aufgewiegelt zu haben. Die Fah­nen will sie erst dann aus seinen Händen in Empfang nehmen, wenn er sich über den an Rossi gerichteten und nach dessen Todt aufgifangeueii Brief verantwortet haben wird.

Die Turiner Blätter bringen ein Programm des Ministeriums Gioberti, welches die Unabhängigfeit und Einigung (unione) Ita­liens-, und sofort auch Die Wiederaufnahme des Kriegs voranstellt, jedoch beifügt : der Zeitpunkt der Kriegserneuerung lasse sich noch nicht genau bestimmen, sondern müsse von Den militärischen Rü­stungen abhängen, denen die Regierung ihre lebhafteste Sorge zu- wenben werde. Nach innen bezeichnet sich das Ministerium als ein de­mokratisches — un ministen« democratico. — Die amtliche neapoli­tanische Zeitung meldet aus Gaeta, daß eS in dieser Stadt nachgerade an RäumUchkellen fehlte zur Ausnahme all der vornehmen Fremden, welche Die Anwesenheit des Papstes dahin zog. Das ganze diplo- mansche Corpö aus Rom war, mit Ausnahme des sächsischen und des toskanischen Gesandten, um Se. Heiligkeit versammelt. Russische Courier, waren angelangt, desgleichen ein Courier von General Cavaignac. In Kalabrien muß es trübselig aussehen, Denn die Zeitung meldet eine lange Reihe Gesang, nnehmungen von Räuberhauptleuten und Zersprengungen von Räuberbanden, zum The,l erst nach hartnäckigen Gefechten. (A. Z )

Mailand. Am 12. Dec. war große Feierlichkeit zu Ehren des neuen Kalstts. 3« Dom ert-nte das T, Deu«, der Erz-