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tre^l ein, daß fr^t »in Augenblick gekommen ist, wo durch ihr Verhalten in der Nationalversammlung Österreich bei je- bem rechtlichen Deutschen für alle Zeit entweder jede Sympathie und Ächtung verlier,n oder erwerben kann. Im Verein mit den Bayern und der Linken u. s. w. könnte es ihnen vielleicht gelin­gen, das Ministirium Gagern zu stürzen, und damit die deutsche Einheit zu vereiteln; aber sie hätten damit sich selbst gestürzt, Oesterreichs Einfluß bei dem deutschen Volke verloren. Wir freuen uns zu hören, daß sie eisen Entschluß gefaßt, von dem wir uns nur gute Folgen erwarten können. Sie haben Herrn v. Schmerling gebeten, selbst nach Ollmütz zu reisen, um eine Erklärung daiüber zu holen, ob das Reichsministerium das öster­reichische Programm richtig ausgelegt habe oder nicht. Erst auf Grund dieser antworilichen Erklärung soll dann der Antrag auf Genehmigung oder Verwerfung des Gagernschen Programms ge­stellt werden. An Neujahr kann Herr v. Schmerling wieder zu­rück sein. Wir wollen unsererseits nur die Nothwendigkeit aus» sprechen, daß die Antwort so gefaßt sei, daß sie jeden Zweifel aus schließt. Eine Erklärung etwa ^etwa: Oesterreich trete doch in den Bundesstaat, könne gar nichts helfen. Es müssen dir unzweideutigsten Antworten auf ganz praktische Fragen vorliegen, wenn die ganze Sendung überhaupt etwas nützen soll. Z. B. Auf die Fragen: 1) Unterwirft Oesterreich seine deutschen Pro­vinzen dem in Frankfurt zu beschließenden Zolltarif, so daß die künftige deutsche Zolllinie die österr. Monarchie an der mährischen, ungarischen und italienischen Grenze durchschneidet? — 2) Ver­zichtet die österreichische auf eine Vertretung ihrer deutschen Pro­vinzen auf einem gesammt-österreichischen Landtage? — 3t Unter­wirft sie diese Provinzen unbedingt der künftigen Reichsgesetzge- setzgebung? — 4) Will sie die Truppencontingente dieser Pro­vinzen als einen Theil des deutschen Heeres in der Weise betrach. ten, daß sie, abgesondert von der übrigen österreichisch, n Armee, nur von der ReichSgewalt befehligt weiden? — Erfolgen nicht auf diese und ähnliche praktische Fragen ganz unumwundene klare Antworten, erhalten ivir etwa nur wieder eine Phrase, etwa wie Mr ini österreichischen Programm gebraucht, „staatlich, Verbindung," oder gebraucht man auch das Wort „Bunceestaat," ohne prakti­sch, Definition, so wird man wissen, wie man die Antwort zu erklären habe. So viel wir hören, reist Herr von Schmerling morgen, Donnerstag Abend, ab. O. P. A. Zlg.

Wien, 14. Dec. Die in Wien herrschenden Militärbehör­den haben sich durch den täglich steigenden Servilismus der Wie- ner Presse genöthigt gesehen, an Mr Nevactionen eine Weisung ergehen zu lassen, „sich von allen übertriebenen Schmähartikcln" gegen Ankers gesinnte, welche nur auszureizen geeignet seien, fern zu halten.

Die Bewohner der Vorstadt Landstraße hatten dem BanuS Jllachich eine Adresse überreicht ungefähr folgenden Inhalts: 1) Die Lanksträßler hätten zwar am Hartnäckigsten gekämpft ge­gen die tinrücklnden Truppen und ein großes Blutbad angerichlet, aber kies sei so böse nicht gemeint gewesen, sondern lediglich in Folg, der Aufreizungen einiger Wühler geschehen. 2) Im Grunde genommen seien die Landsuäßler die besten und zuverlässigsten Fitunke d.r Croaien; eS sei deßhalb eine arge Verleumdung fit deutscher Sympathien zu beschuldigen. 3) Iellachich sei der erst, Held seiner Zeit. DaS hätten die Landstiäßlcr immer gedacht und deßhalb suhlten sie sich jeßt gedrungen, es ihm von Angesicht zu Angesicht zu sagen..

Der Banus antwortete: ,r nehme mit Dank den Ausdruck ihrer Ergebenheit und ihrer friedlichen Gesinnungen entgegen; er bedauere übrigens, daß sie als Deutsche so wenig Sympalhieen für Deutsches hätten: er als Croat sei stolz auf seine Abkunft und sein Volk, ohne deßhalb ein schlechterer Oesterreicher zu sein als ankere u. s. w.

Wien. Am 18. soll es zu einer Besprechung zwischen den Frankfurter Reichèkommiffairen und den Ministern in Kremsier oder Olmütz kommen. Die C/chen fürchten eine Vereinigung wegen der §& 2 und 3 und lassen alle Minen springen, damit keine Verständigung möglich sei.

Wien. Die Wahlmänner des 1. Wahlbezirks der Stadt Wien haben sich gegen die bekannten §§. 2. und 3 der deut­schen Reichs»,rfassung in zwei Adressen entschieden und einstimmig

ausgesprochen. Die eine Adresse ist durchaus im Sinn, deS österreichischen MinisterialprogrammS an den Kaiser, die andere als Vertrauensvotum an den österreichischen Abgeordneten in Frankfurt, Dr. Eugen v. Mühlfeld gerichtet, weil er bei der öster­reichischen Frage gegen die Personalunion gestimmt. — In glei­chem Sinne haben 120 Wahlmänner des Wahlbezirks Kloster­neuburg an daS österreichische Ministerium eine Vertrau,nsadresse gesendet, dag,g,n an ihren Abgeordneten Eduard Bauernschmird» rin Mißtrauensvotum zu erlassen beschlossen, weil er für die Annahme der §8- 2 und 3 der deutschen Reichsversassung ge­stimmt hat.

Berlin. Bekanntlich hat die preußische Regierung es bis jetzt aus nahe liegenden Gründen vermieden, ihre Ansichten über das Verhältniß zu Oesterreich öffentlich mitzutheilen. Um so be- achtenèwerlher ist es, wenn der preußische Staatsanzeiger vom 14. gewiß nicht ohne Absicht einen über drei Column,n deS Staatsanzeigers langen Artikel der Wiener Zeitung vom 30 Nov. über die deutsch-österreichische Frage wörtlich abdruckt,. Dieser Artikel, der nach dem Preußischen StaatSanzeiger „in besonnener und eingehender Weise die deutschen ebensowohl als die österreichi­schen Interessen zur Basis nimmt," und jedenfalls wegen solchen Belobtwerdens vom Preuß. Staatsanzer im gegenwärtigen Augen­blick sehr beachtenswerth ist, ist mit Ausnahme einiger einleiten­den Worte ein Auszug aus der Broschüre des österreichischen Ab­geordneten v. Czörnig: „zur Orienlirung in der (deutsch-) öster­reichischen Frage" und hat gewiß ebenfalls nicht ohne Absicht seinen Platz in der amtlichen Zeitung WienS gefunden. Seinen Kern bilden folgende Stellen: »Diese Flugschrift (von Czöniz) weist auf das bündigste die in der Debatte (Der Nationalversamm­lung über §§. 2 und 3 des ReichögrundgesetzeS, selbst von dem Abg. v. Mühlfeld und andern hervorgehobenen Nachtheile, ja die Unmöglichkeit der mit den erwähnten Paragraphen beantragten Zerreißung der österreichischen Monarchie nach. Bekanntlich wur­den diese Bestimmungen bei der ersten Berathung derselben ange­nommen, obgleich sich der Präsident der deutschen Nationalver­sammlung, der eMe Heinrich v. Gagern, in einem ähnlichen von den genannten österreichischen Abgeordneten durch Schrift und Rede vertheidigten Sinne ausgesprochen hatte. — Die österreichi­sche Gesammtmonarchie hätte mit der Theilung derselben in zwei oder mehrere, wenngleich durch Personalunion verbundene Staaten zu bestehen aufgehört. — Wenn sich die österreichische Monarchie im Laufe der Zeit nicht von selbst gebildet hätte, so hätt, man sie im Interesse des europäischen Gleichgewichts, im Interesse der friedlichen Entwickelung der Geschicke und im Interesse der Freiheit unsers Welltheils schaffen müssen. — Vermittelung zwischen dem We­sten undOsten Europa'S ist VieAufgabe von Deutschland und Oester­reich in engem Verband mit einander, als dem Kern eines künftige» Staalenbundeö von Mitteleuropa. Deutschland hat ein tausendjäh­riges Recht auf seine Verbindung mit den deutschen Provinze» Oesterreichs und eine Neugestaltung, welche die Anerkennung die­ses Rechts in Frage stellte, müßte von jedem Deutschen, wohne er in Oesterreich oder außerhalb desselben, entschieden bekämpft werden. Wodurch wird dieses Recht wirksam? Durch den Schutz gegen äusseren und inneren Angriff, durch die Förderung der materiellen Wohlfahrt, durch die Gründung freier Institutionen und durch die Wahrung der deutschen Nationalität unter Aner­kennung der Gleichberechtigung anderer Nationalitäten. Wen» sich diese Zwecke, für deren Verwirklichung Deutschland im In­nern Mr engere Vereinigung zu einem Bundesstaate wählt, tit Beziehung auf Oesterreich und dessen eigenthümliche Verhältnisse durch ein anderweitig gestaltetes Bündniß erreichen lassen, und wenn diese Form der Vereinigung zugleich wesentliche Nachtheile beseitigt und unläugbare Vortheile darbietet, so liegt ein solches Bündniß auch im wohlverstandenen Interesse Deutschlands. Daß der kräftige gegenseitige Schutz selbst mit der eventuellen einheit­lichen Leitung des Heers durch die Reichscentralgewalt mittelst dieses Bündnisses erzielt werden könne, bedarf keines Beweises Die materielle Wohlfahrt erfordert die Vereinigung der gesammte» Ländergebiete Deutschlands zu einem Zoll- und Handelsverbande, übereinstimmende gesetzliche Regelung der Schifffahrt, des Münz- und Postwesens, der Maße und Gewichte und der verwandte» Beziehungen, welche eben so sehr dem Interesse Oesterreichs als