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Diese Nachlichtcn brachten in Genua und Turin groß, D,- Regung hervor. Am 15. D»e. hat Karl Albert das Ministerium Giob,rti ernannt. Es besieht aus folgenden Personen: 1) Gio- berii, Consrilpi äsident, ohne Portefeuille. 2) Sineo Justiz. 3) Raiatzi Inneres. 4) Ricci Finanren. 5) Montczimolo Staats, bauten. 6) Durini oder Paleocapa Ackerbau und Handel. 7) Barino (Bruder deS neuen Pariser Ministers gleichen Namens) Unterricht. 8) La Marmora behält Krieg und Marine.
Die Gerüchte von Bewegungen der O'stcrreichcr nach dem Kirchenstaate hin widci holen sich.
Amerika.
In den Vereinigten Staaten war Taylor seit der auf ihn gefallenen Wahl noch populärer geworden, trotz verschiedener hâmisü er Angriffe, die er von gegnerischen Journalen zu erleiden hatte. So viel ist fiel ir, die noidameukanischen Nepublikaner wählten Taylor, weil er ihnen für Ruhe und Sicherheit im Innern und für den Friiden nach Außen die meiste Bürgschaft gibt; sie wählten ihn also gerade aus denjenigen Giünden, aus welchen die französischen sogenannten Nepnblifaner den General Cavaignac nicht wäll ci'. Nach einem Niw-Aorker Blatt werde dasKabiuel des Präsidenten folgendermaßen zusammengesetzt sein: John M. Clapton, Inneres; Abbott Lawrence, Finanzen; Baillie Prytoir, Krieg; J. Bi ller King oder Edmund Bates, Marine; Thaddeus EtiViNs, Grneralpcßmeister; J. J. Crittenden, StaatSanwalt. — Die fast fabelhaft klingenden Nachrichten von der in Kalifornien oufgrfundenrn Goldregion sollen sich im vollsten Masse bestätigen. Plan findet das Gold s,hr reichlich im Sakramenlcstuß und in den Hochländern, hier in Stück.» von 1 — 5 Unzen. Die Regierung hat über den ausser o>deinlichen Goldreichihum in jenem neu erworbenen Gebiete die mtmffanhflcn Mittheilungen erhalten , die d.muäckst vricffenllicht werden sollen. Die Nachrichten über dieses Goldsabilland klingen, trotz aller Veisicherun- g,n Vom G> genlheil, so phantastisch, daß wir sie immer noch wenigstens für iibnnirbui zu halten geneigt sind. Täglich wird — laut einer Set iffsiiachi ick t — gegen 60—l00,000 Dollars Gold heraucgefördeit. Das Gold ist gegin 23 karaihaliig, Die Mannschaft von Mallfischfahrern und andern Sck iffen an d,r Küste de- seriirt und eilt nach den Goldminrn. Tas Schiff Huntress, welch's nach Kanton wollte, kann nicht weiter, da alle seine Leute soitgelai'frn. Man bietet 90 Tcllars monatlich und kann keinen Maires,n w-hr bikommen. Gegen 400 Weiße und einige Indianer sind j yt in den Goldminen am Arbeiten. Durchschniitlich Verdient Einer den Tag eine Unze Gold. Matrosen haben in zwei Monaten 2- 3000 Dollars zusammengebracht. Tie Stadt Sankt Francisco liegt öde, alle Gescläste ruhen, die Felr,r werd'« lucl t bestellt, denn groß und klein will aus leichte Weise reich werden. Thatsache ist es, daß das Gold in so unermeßlicher Menge tert zu fine,n ist, daß der Werth des Goldes nothwendig frähr fallen muß. Tie Preise aller Lebensbidürsnisse sind in jenen Gegenden auf das Furchtbarste gestiegen, da sich Niemand mehr mit io etwas abgibl und Goldwäschen und Goldgraben die Be- scläftigung aller geworden ist. Ketil Schiff nagt sich mehr in die Nähe von Kalifornien aus Furcht, daß die Mannschaft davon eile.
Jir Meri ko sieht es traurig aus; Räubereien auf den Heerstraßen sind häufig; die Polizei in den Städten ohne Macht; die Insurgenten der Sierra noch nicht bezwungen; die Stationen an din Gr-nzen von den Indianern vernüstelz die Regierung ohne Geld und Einfluß. Tie Kammern wurden am 2. Nov. Vertagt, et ne für das Land Etwas geleistet zu haben.
Acgyptcil
Lllerandria, 8. Dec. Abbas Pascha im am 20. Nov. in Kai o ang«kommen und hat die Zügel der Regierung ergriffen. Mit erntn vorige Woche ange kommenen großherrlichen Dampfer von Konstantinopel ist Maslt.m Bey angelangt: dieser bringt unfe m nfdin Bicekönig die Bestätigung in seiner Würde vom Sultan.
Landtag.
Sitzung vom 22. Decimber. Da zu Anfang der Sitzung, in welcher daS Protokoll der Sitzung vom 21. Deceniber noch nicht Verlesen wird, nur wenig Mitglieder über die beschlußfähige Anzahl hinaus anwesend sind, so verliefet zunächst Abgeordnter Wiedemann die ausführliche schriftliche Begründung seines am 19 d. M. gestellten Antrages: „die Slaatsregterung zu „suchen, den in Folge der Inkorporation des Verwaltungsbezirkes Schmal- falten in den Beziik des Obergerichtes zu Rotenburg eintretenden Uebelfländen durch Errichtung eines eigenen Obergerichtes für den el steril oder in sonst geeigneter Weise abzuhelfen." — Die Versammlung beschließt, diesen Antrag in Erwägung zu ziehen und dem Rechispflegeausschnsse zur Begutachtung zu überweisen.
Ein Antrag des Abgeordneten Oetker: „mit Rücksicht darauf, daß in Folge der gestrigen Discussion und Beschlußnahme über das Wahlgesetz die bmnaligr Ständeversammlung möglicher Weise nicht lange mehr beisammen sein könne, zu einer geheim,n Sitzung überzugehen, um den bleibende» landsländischen Ausschuß zu näh» len", wild durch einige Bemerkungen des Abgeordneten Lederer, des La ndt ag scom mi ssars und des Bicepräsidenten vorläufig beseitigt. Es niid zur Tagesordnung, der Revision des Wahlgesetzes, übergegangen.
In Beziehung hierauf zeigt der Berichterstatter deS Atlèschuffes, Abgeordneter V. Sybel, noch zwei Petitionen von Landbenchnern des Kreises Hofgeismar und des Bürger Vereins zu DickerHagen um Verwerfung des Gesetzentwurfes an, weil er nicht freisinnig genug sei und dem Principe der Volksscuveraine- tät nicht genügend entspreche. Sodann berichtet er über den an den Ausschuß Verwiesenen Antrag des Abgeordneten Lederer auf Wiederherstellung des §. 2 des Gesetzentwurfes, dissen Annahme der Ausschuß mit 6 gegen 3 Stimmen im so mehr empfiehlt, weil ohne diesen die d.mnäckstige Zusammensetzung der Stände- Versammlung betreffenden §. eine Revision überall keinen Sinn haben könne.
Für die Annahme des Antrages spricht zuvörderst der Antragsteller selbst. Er bemerkt unter Anderem: wenn er auch früher an der Annehmbarkeit der Propesition gezweifelt habe, so sei er doch seit gestern entschieden dafür, weil so lange die Versammlung nicht aus dem Volke hrrvorgehe, deren Stimmung doch immer unentschieden bleiben werde. So hätten auf dem vorigen Landtage die Abgeordneten der Ritterschaft die übrigen aufgrfor- dert, üe Vasall,nschaft von ihnen zu nehmen, und hätten dann für das Wahlgesetz gestimmt. Gestern aber seien sie unerwarteter- weise in ihrer Mehrheit volksfeindlich gegen dasselbe ausgetreten.
Obervoi steher V. E sch w, g, verlangt, daß der R.dner zur Ordnung gerufen werde. Di, Rilt,rschaft sei eben so volks- ihümbch, wie die übrigen Abgeordneten.
Der Präsident hält die Auslegung, welch, d,n Worten deS Abgeordneten Lederer gegeben werde, nicht für richtig; dies, selbst aber nicht für ganz angemessen. Ueber jene Aeußerung entspinnt sich eine längere Debatte, welche einer Seils von den Abgrordn,t,li Bayrhoffer, v. Waitz, Winkelblech, v. Trott und Knobel, anderer Seils von den Abgeordneten Lederer unb Henkel geführt wird. Auf den Antrag des Abgeordneten Bergk wird endlich die Discussion „über diesen ganz unerquicklichen Gegenstand" geschlossen. Der Berichterstatter findet sich veranlaßt, einen Antrag zu stellen, der bereits in den Berathungen des Ausschusses den Beifall mehrerer Mitglieder gefunden habe. Wenn der Gesetzentwurf verworfen werde, könne es nicht beim Alten bleiben , weil in Folge der Grundrechte des deutschen Volkes die Composilion der Ständever- sammlung geändert werden müsse. Dann sei also nach der bisherigen Praris an die Staatsregierung die Forderung einer neuen Vorlage gerichtet. Di, Grundlag, n zu einer solchen könnten aber auS dem rein negativen Ergebnisse her gestrigen Debatte nicht entnommen werden. Es bleibe dem Ministerium dann Nichts übrig, als entweder die Sländeversanrmlung "aufzulösen oder selbst abzutreten je. Er beantragt „Die Revision biS auf Weiteres auszusetzen und etwaige andere Propositionen Seiten- der StaatSregierung oder Anträge Seitens der Mitglieder zu erwarten." Bei dcr Dtrathung über hitfrlbtn werde sich jeI»