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dings auf Wahrheit. DaS Geld ist keineswegs zurückgegeben und das Meldungsg,such nicht abgewissen worden. Dagegen hatte eine groß, Minorität gegen die Aufnahme protestirt. Es heißt jetzt, daß in Folg, dieser Aufnahme mehrere Ehrenmitglieder des Vereins, unter Ändern auch d,r Hunts Socialist, Mitglied der Nationalversammlung, Nees von Esenbeck, aus dem Verein ausg,schieden und ihre Ehrendiplome zurückgesendet haben, da sie nicht mit dem General Wrangel einem Vereine angrhören wollen. Die Wahl-Agitation — obgleich in größeren Versammlungen ic. gehemmt — wird im Stillen um so emsiger betrieben. Bereits haben verschiedene Bezirksvereine ic. Wahlcomitès gewählt. Wenn man in dieser Beziehung Gerüchten glauben darf, so haben die demokratischen Candidaten bis jetzt das Ueberg,wicht über den konstitutionellen.
Berlin. Man rühmt es dem Grafen Brandenburg nach, daß st der Hofpartei gegenüber fest auf Erfüllung aller gegebenen Versprechungen in der Constitution gehalten habe; weniger ist man mit dem etwas zweifelhaften Einstuß des Hrn. v. Manteuffel zufrieden gestellt. (V. H.)
Posen, 11. Dec. Unter den Deutschen regt sich nunmehr einige Unzufriedenheit darüber, daß in der Verfassung der Unterschied von Deutsch- und Polnischposen nicht berührt ist. Es beunruhigt auch der Umstand, daß die Regierung noch keine besonder, Wahlbezirke für Deulschposen hat. Man schließt daraus einfach, daß die Trennung der Landestheile noch verschleppt werden soll. Es sind deshalb Petitionen in Beziehung auf die nächsten Wahlen im Gange. (D. Z.)
Schleswig, 9. Dec. Aus Sonderburg aus Alsen i|t eine Adresse bei der gemeinsamen Regierung eingegangen, worin 50 Bürger und Einwohner der Stadt Sonderburg der Regierung anzeigen, daß sie dieselbe für die einzig rechtmäßige ansehen, und fest gesonnen sind mit Schleswig-Holstein vereint zu bleiben.
Oldenburg. 3» der Sitzung vom 13. December wurde die wichtige Frage über die Stellung der in letzter Sitzung be- schlosseuen Provinziallandtage für Birkenfeld und Eutin zu dem GeneraUandtage zur Entscheidung gebracht. Es wurde beschlossen, auch für das Herzogthum Oldenburg einen solchen Provinzial- landtag anzuordnen, und somit alle drei Landestheile in dieser Beziehung gleichzustellen, jedoch mit der wichtigen Beschränkung „daß alle gefaßten Beschlusse der Provinziallandtage durch ein- iachen Mehrheitsbeschluß eines künftigen Generallandtages jederzeit wieder aufgehoben und abgeändert werden können."
München, 10.Dec. Nachdem Prinz Karl von Bayern von einer Missionsreise nach Berliir gestern Abend zurückgekehrl ist, wird Freiherr von Closen, der bisherige Bevollmächtigte Bayerns »ei der Centralgewalt, übermorgen mit einer Mission des Königs rach Olmütz reisen; es bezieht sich diese Sendung, wie ich mit Bestimmtheit versichern kann, auf die Frage wegen des künftigen fieichsoberhauples. Daß man hier, bei Hofe, wie im Publikum licht absonderlich kaiferllch gesinnt ist, ist eine unbestrittene That- ache. (Bayr. Bl.)
Stuttgart, 11. Dec. 3» der heutigen Sitzung der Kammer der Aogeordneten wurde dem EomuüfsionS - Anträge gemäß u dem Gesetze über die Ausdehnung des Amis - und Grmeinde- erbandes aus sämmtliche Theile des Slaat - Gebietes ein Zusatz- lrtikel beschlossen, wonach die bisher staiigesundene Ausnahme es Adels von der allgemeinen Verpflichtung zur Theilnahme an em Aufwande für Schule und Kirche nicht ferner stattfinden soll, iegen die im Gesetzentwurf slatuirle Befreiung von der AmtS- Nd Gemeindesteuer für die in der Krondolation befindlichen königlichen Schlösser rc. halte der Abgeordnete Wolf lebhaften Liderspruch erhoben, und es stellte sich bei der Abstimmung Stimmengleichheit heraus; der Präsident Murschel mußte den Aus- hlag geben und entschied sich zu Gunsten der Königl. Schlösser, ndlich war die Kammer aus den Antrag von Süskind damit »verstanden, daß zu Gunsten des gedrückten Standes der Schul- eister eine Ausnahme im Gesetze gemacht werden müsse, und es urde mit 65 gegen 10 Stimmen der Antrag von Sautter an- nommen: frei von der Amts- und Gemeindesteuer sind die Leh- r an Volksschulen rückstchtlich der Gebäude, Grundstücke und efälle, welche ihnen für den Schuldienst oder einen damit ver- indenen niedern Kirchendienst: als Besoldung überlassen sind oder
künftig überlassen werden; jedoch unr für die Zeit bis zur nächsten Revision des Volksschulgesetzeö. Von bedeutendem Snterrffc war aber die rücksichtlich der deutschen Sperre gegen die Schweiz angeregte Debatte. Die Art und Weise, wie diese Debatte geführt und zu Ende gebracht wurde, ist ganz geeignet, das deutsche Vaterland über die Art des Schwäbischen Patriotismus zu beruhigen Es ist das nicht der Patriotismus, der nur so weit reicht, wie die Kirchthurmspitze und der sich z. B. als ein sehr unerfreuliches Merkmal unserer Republikaner bisher manifestirt hat. Nur in den Worten des Fnterpellanten, des Hrn. Schnitzer, trat dieser Dorfpatriotismus wieder zu Tage. Der genannte Herr fand in den Nachtheilen, welche seinem engeren Vaterland durch die der Schweiz angedrohten Maßregeln bevorstünden, einen erwünschten Anlaß, sich in Ausfällen gegen die deutsche Centralgewalt zu ergehen und verlangte, daß die Würtembergische Regierung bei der Centralgewalt ernstliche Schritte gegen die Maßregel thun solle. Staatsrath Goppelt entgegnete: es habe ihn überrascht, heute zum drittenmal diesen Antrag vorgebracht zu sehen, g,rade im selben Augenblick, wo die Centralgewalt sich bestrebe, Deutschland mit Kraft zu vertreten. Es sei ein Zeichen von unsern bedauerlichen Zuständen, wenn die oberste Behörde von Seiten derjenigen, in deren Namen sie handle, fortwährend Beweise des Mißtrauens erhalte. Nicht so handeln Nationen, die sich selbst achten; sie nehmen denen, die sie schützen, nicht die Waffen aus der Hand. Uebrigens seien die Unterhandlungen noch nicht definitiv erledigt; man möge doch abwarten, bis man wisse, ob nicht die Sache geordnet werde, ohne zu den gedrohten Maßregeln schreiten zu müssen. Durch die Behauptung, die Schweiz habe in neuester Zeit Nachgiebigkeit bewiesen, seien die Forderungen Deutschlands von selbst als gerechte dargestellt. Die Staatsregierung täusche sich nicht im mindesten über die Verletzung der würtembergischen Interessen, und werde sie zur geeigneten Geltung bringen, aber im gegenwärtigen Stadium dürfe man die Unterhandlungen nicht stören; deßhalb wünsche er, daß die Kammer zur Tagesordnung übergehe. Mit gleichem Beisall wie diese Rede wurde die Aus- führung von Reyscher ausgenommen: Die im selben Fall wie wir sich befindenden angrenzenden Schweizerkantone haben sich nicht gegen die Tagsatzung ausgelehnt, um ihre Kraft nicht zu schwächen. Ein Grund, warum die großen Staaten groß geworden, liege in der Eintracht. Der werde die Centralgewalt durch solch sortgehende SntapeUutionen nicht schwächen wollen, dem die Ehre Deutschlands zu Herzen gehe. 3n gleichem Sinne sagte Mack: eine solche Nation sei groß, welche alles über sich kommen lasse, wenn sie nur ihre Ehre wahre; aber klein seien wir, wenn wir uns vor den Nachtheilen fürchten, daß wir den Schweizern das Brod nicht mehr liefern dürfen, das sie essen, und das Salz, das sie bedürfen. Nachdem sich in der Kammer fast allgemein die Stimmung kund gethan hatte, particularistischen Tendenzen fern zu bleiben und das Bestehen der Centralgewalt zu unterstützen, in welch letzterer Beziehung Schmückte und andere zu Protocoll erklärten, daß sie alle gegen dieselbe gebrauchten harten Worte enischieden mißbilligen, so fand es Schnitzer für gerathen, seinen Antrag zuruckzuziehen.
* Kassel, 18. Dec. (Das Reichs-Oberhaupt betreffend.) Die in Sir. 200 dieser Blätter erwähnte Adresse des Bürgervereins zu Mainz, aus welcher der hiesige Vorort des nationalen Vereins Veranlassung genommen hat, bei sämmtlichen Zweigvereinen wegen einer in gleichem Sinne zu erlassenden Meinungs-Aeußerung anzusragen, lautet wie folgt:
„Vielfach hat man der hohen National-Versammlung, so wie der provisorischen Reichsgewalt vorgeworfen, daß deren Wirksamkeit nicht eingreifend und nachhaltig genug sei. 3n diesem Vorwurfe vereinigten sich die Feinde dieser Versammlung, auf Seite der Reaction, wie aus Seite der Anarchie; und beide trugen daS Ihrige dazu bei, das Ansehen derselben zu schwächen. ES konnte ihnen dies gelingen, weil dieser hohen Versammlung bis jetzt bloß eine moralische Gewalt zur Seite steht; alle Einsichtsvollen sind aber einig, daß zu dieser moralischen Gewalt auch eine materielle hinzukommen müsse, und nachgerade fangen selbst die bisherigen Gegner Preußens einzusehen an, daß es nöthig sei, Preußen an die Spitze Deutschlands zu stellen. Gewiß würde eine hohe Versammlung dazu auch schon das Erforderliche ver-
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