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Sâmselkas vom 27. v. M. zn antworten. In Bezug auf die Anfrage über den Ausnahmezustand in Wien erwiederte der Mi­nister: Es herrsche keine Militairdiklatur. Das Ministerium sei in Gesammtheit für alle Schritte verantwortlich. In Wien werde Gesetz und constitutioneUe Freiheit aufrecht erhalten. Das Stand- recht habe aufgehört. — (Man vergleiche obige Hinrichtung.) Ci- lilrichter sitzen bei der Untersuchung. Zahlreiche Adressen bewei- en, daß der Zustand in Wien nicht sehr lästig erachtet wird, >aß Handel und Verkehr wieder aufblühen. Was die Hinrich- ung Robert Blums betreffe, so sei dieselbe in Gemäßheit des >cn dem Kriegsgerichte gefällten Urtheilsspruches geschehen. Zwei lieichScommiffare seien deshalb angekoinmen, denen alle betreffende sicteustücke zur Einsicht vorgelegt würden. Dieselben hätten aber ms dem Grunde Verwahrung gegen den Vorgang eingelegt, weil rabei das deutsche Reichsgesetz vom 30. September nicht beachtet vorden sei. Diese thatsächliche Nichtbeachtung jenes deutschen steichsgeseyes werde aber schon dadurch genügend begründet, daß jur Zeit jenes Urtheils das betreffende Gesetz der österreichischen Regierung noch nicht einmal officiell bekannt geworden, also noch veniger im gesetzlichen Wege den österreichischen Gerichten maß­gebend geworden sei, auch so lange nicht werden könne, bis nicht cherhaupl das zu gestaltende staatliche Verhältniß zwischen Oester- eich und Deutschland im beiderseitigen Einverständniß bleibend eordnet sei. — Dieses offene Hinwegläugnen des deutschen Reichs- desetzblaltes ist an der Rede nicht das Aergste; das Schlimmste st vielmihr vas laute Bravo, womit die Ziechle die schwarzgelbe lnvrrschämtheit des Ministers belohnte und überbot.

O l m ü tz. Aus guter Quelle wird versichert, Kossuth habe m einen Waffenstillstand bis zum Frühjahr nachgesucht und daS eshalbige, von Pulsky contrasignirte Schreiben sei durch den ilmerikanischtn Geschäftsträger, M. Stiles, an Windischgrätz ab­gegeben worden.

Olmü tz. Die hiesige Slowanska Lipa hat nachstehende Dankadresse an Iellachich entworfen, und durch eine Deputation emselben überreicht:

„Erhabener Ban ! Ganz Europa verkündet die Verdienste rw. Excellenz um das Slaventhum, um die gesetzliche Freiheit, m Oesterreich! Wie die Sonne die dunkeln Nebel, so hat Ihr eller Geist die Finsterniß des Unverstandes und des bösen Willens berwunden und als ruhmvoller Ritter stehen Sie nun den Ma- yaren gegenüber, um nach deren heldenmuthiger Bekämpfung das eile, freie Oesterreich zu befestigen. Erlauben Ew. Ercell., daß ie Olmützer Slowanska Lipa, die in Ihnen die verkörperte sla- ische Wechselseitigkeit freudig bewundert, Ew. Excellenz ihre hei- este Ehrerbietung und ihren Dank darbringt."

Berlin. Aus der Deutschen Reform vom 8. b. M. tra- m wir, obwohl etwas verspätet, folgende interessante Betrachtung der die Stimmungen rücksichtlich Preußens und der Centralge- alt nach: Brieflichen Mittheilungen zufolge, die uns aus bester Quelle von Frankfurt zugekommen sind, ist man daselbst if einem träte für Preußen gestimmt, wie dies noch vor wenigen Mona- n Niemand geahnt und für möglich gehalten hât e. Selbst die inke, mit Ausnahme der rothen Republikaner, ergiebl sich darin; en so die Katholiken, mit Ausnahme der extremen Ultramonta- rn. Wenn es wahr ist, was vielfach behauptet und geglaubt ird, daß die bäurische Regierung stark gegen eine preußische He- emonie intriguirt, so kann aufs Bestimmteste versichert werden, >ß die baierischen Abgeordneten in Frankfurt ganz anders den- N. Freiherr von Rotenhan soll diese Ansicht brieflich sehr ent- sieden gegen seinen König vertreten haben. Daß die süddeut- un Anlipathieen gegen Preußen, wie sie ini Frühjahr so schroff ld zum Theil so häßlich zu Tage getreten sind, jetzt bei Allen, e sich nicht in ihre republikanischen Phantasieen festgerannt Ha­tt, einer verständigen Anschauung gewichen sind, davon haben r diesen Herbst uns selbst zu überzeugen vielfache Gelegenheit habt. In neuester Zeit hat der constitutioneUe Verein von ainz, sage von Mainz! — ein Cirkular an alle ähnliche Ver- re in Suddeutschland erlassen und sie darin aufgefordert, mit n die Hegemonie Preußens zu fördern. Schon vor einigen onaten hat bekanntlich der Stuttgarter vaterländische Verein - offen zu diesem Streben bekannt.

Der Minister des Innern hat den Behörden die Octroyirung

der Verfassung durch folgenden Erlaß angezeigt: „Die Verfassung wird den besten Beweis liefern, daß es die Absicht des Gouver- menls nicht ist, die Bahn des Rückschritts zu betreten, daß dasselbe vielmehr das irgend Mögliche zu gewähren bereit ist. Von der andern Seite wird dagegen darüber geklagt werden, daß man den von manchen Seiten gemachten Anforderungen zu weit nachge­geben habe. Ohne mich auf eine nähere Beleuchtung dieses Ein­wurfs einzulaffen, beschränke ich mich auf die Bemerkung, daß das Geschehene das Resultat reiflicher und pflichtgetreuer Erwä­gung gewesen und jedenfalls als ein Schritt der Versöhnung der sich schroff gegenüberstehenden Parteien zu betrachten ist.

Die Verfasslingsurkunde ist bereits in die „Gesetzsammlung" ausgenommen worden und erhält also binnen wenigen Tagen bindende Kraft.

Prinz Karl von Bayern ist von Berlin nach Dresden zu­rückgereist.

(Spen. Z.) Die künftigen Kammern sollen, wenigstens pro­visorisch, im Schlosse ihre Sitzungen halten, und für die zweite der weiße Saal eingerichtet werden.

Ungeachtet noch nähere Bestimmungen für die Urwähler feh­len , beginnen doch bereits die Wahl-Manöver der verschiedenen Parteien.

Wie wir hören, ist Herr v. Bonin in das jetzige Ministerium eingetreten.

Auf die Illuminationen, Fackelzüge, große Bürger-Parade, Reden rc, welche in Potsdam zu Ehren des Königs und aus Dank für die Verfassung aufgeführt worden sind, würden wir aus nahe liegenden Gründen kein sonderliches Gewicht legen. Be- achtenswerther ist aber die Dank-Adresse, welche in dem liberalen Stadtverordnkten-Collegium zu Breslau proponirt und ernstlich in Berathung gezogen ist.

Berlin, 10. Dec. Folgender Erlaß des Königs wird durch den Staatsanzeiger veröffentlicht:

„Es sind Mir und der Königin, Meiner Gemahlin, bei Ge­legenheit der am 29. v. M. stattgefundenen Feier des 25jährigen Bestehens Unsers Ehebundes von so vielen Seiten Glückwünsche dargebracht worden, daß deren einzelne Beantwortung nicht aus- führ ist. Ich habe daher beschlossen, Unsern Dank in dem bei- gehenden Erlaß auszusprechen, welchen Ich dem Staatsministerium zur Kenntnißnahmk und demnächstigen unverzüglichen Veröffent­lichung mittheilk." Potsdam, den 8. December 1848. (gez.) Friedrich Wilhelm. An das Staatsministerium. (folgt ein sehr gerührter Erguß.)

Berlin, 11. Dez. Unter den hier jetzt courfirenden Ge­rüchten beschäftigt sich auch eines mit einer Nore des russischen Gesandten, worin angeblich nicht nur die Hülfe Rußlands ange- boten, sondern auch »»gedeutet worden sei, daß man die letzten Maßregeln des Berliner Kabmets keineswegs für ausreichend halte. —

Dem Herrn Rodbertus' sollen aus verschiedenen Städten, na­mentlich Sachsens, Offerten zu einer Wahl nach Frankfurt ge­macht worden sein.

* Berlin, 11 Dezember. Die Stimmung im preußischen Volke ist, wie nach den letzten Vorgängen vorauszusehen war, eine — sehr befriedigte. Man sieht auf den materiellen Fort­schritt, der unleugbar in der Verfassung liegt, und hat für das Schimpfliche der Octroyirung entweder keinen Sinn, oder tröstet sich mit der Betrachtung, daß es eben nicht anders habe gehen können, oder endlich, man behilft sich mit der Ausrede, daß die Verfassung doch nur formell, aber gewiß nicht der Sache nach als ein Geschenk zu betrachten sei, und vergleicht sie in dieser Beziehung mit der berühmten Rede vom April 1847 — kein Papier trete zwischen Mich und Mein Volk. Auch glaubt man ihr durch die bevorstehende Revision den octroyirten Charakter wieder nehmen zu können. Deßhalb haben sich selbst die Radikalen vor­läufig beruhigt, wenigstens können sie nicht umhin, die Thatsache der allgemeinen Zufriedenheit einzuräumen, und es bleibt ihnen nur die Hoffnung auf die Zukunft. Sie erklären in ihren Or­ganen, sich an den Wahlen allerdings beteiligen zu wollen. Und wie in Berlin, so ist es in den Provinzen. Nur sehr wenige Protestationen, Demonstrationen rc. lassen sich wahrnehmen. Dar­unter ist eine Erklärung des politischen Clubbs in Naumburg zu