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tun sitzen, ist fortwährend von zwei Compagnien besetzt. Gestern rückte das badische Bataillon und bald nachher eine Abtheilung des schleswig-holsteinschen JägerbataillonS hier ein. Das 6. Jn- fanteriebataillon, sagt man, liegt in Bovenau. Es scheint als b man nicht so sehr einen Krawall des Volks hier in Rends- bürg befürchtet, als der ausbrechenden UndiSciplinirtheit in unsrer Armee mit einem raschen Schlage hat ein Ende machen wollen.
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Der Vorstand der schleswig-holsteinschen Landesversammlung beruft durch eine Bekanntmachung vom 8. d. sämmtliche Abgeordnete zum 27. Dec. d. I. nach Schleswig ein.
(Letzte Briefe von Robert Blum). Ein Prager Blatt theilt die letzten Briefe Robert Blum's wie folgt mit: „Frau Eugina Blum, Eisenbahnstraße Nr. 8 in Leipzig. Mein theures gutes liebes Weib! Lebe wohl! wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird, erziehe unsere — jetzt nur Deine Kinder zu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hülfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen werden auch helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Thränen dahin, daher nur noch einmal, lebe wohl, theures Weib! betrachte unsere Kinder als theures Vermächtniß, mit dem Du wuchern mußt, und ehre so Deinen theuern Gatten. Lebe wohl, lebe wohl, tausend — tausend — die letzten Küsse von Deinem Blum. Wien, den 9. November 1848. Um 6 Uhr habe ich vollendet. N. S. Die Ringe hatte ich vergessen, ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring i|t für Hans, die Uhr für Rickard, der Diamantenknopf für Ida, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstige Andenken vertheile Du nach Ermessen. Man kommt, lebe wohl!" — „Herrn C. Cramer, Mit- telstraße Nr. 7 in Leipzig. Lieber Freund ! Es ist 5 Uhr — um 6 Uhr werde ich — — — erschossen, also nur zwei Worte, lebe wohl — Du und alle Freunde! Bereite meine Frau langsam vor auf das Geschick des Krieges, schreibe Gütter meinen letzten Gruß. Ich sterbe als Mann — es muß sein, lebt wohl, lebt wohl." — „An Herrn C. Vogt, Abgeordneten in Frankfurt. Ein Sterbender empfehle ich Dir und allen meinen deutschen Freunden meine arme Familie. Sie hatten nur mich als Ernährer, tragt Eure Liebe für mich auf sie über, dann sterbe ich ruhig. Allen mein tausendfaches Lebewohl. Blum. Wien, den 9. um ein halb sechs Uhr. — Anmerkung. Meine Frau heißt Eugina Blum, Eisenbahnstraße Nr. 9 in Leipzig. Es versteht sich von selbst, daß sie meinen Nachlaß erhält, die Sachen liegen in der Stadt London. Ein herzliches Lebewohl mit diesem Zettel an Fröbel, er soll bei der Rückkehr aus Frankfurt Marien grüßen, auch meine Frau und Kinder besuchen.
Frankreich
Aus Marseille vom 6. Dec. meldet der Semaphore: „Die drei Fregatten, welche das römische Truppencorps tragen lMagel- lan, Christoph Columbus und Montezuma) haben die Höhe von Endoume verlassen und sind in den Nebenhafen zurückgekehrt. Das Meer war fürchterlich und die Mannschaften erkrankten. Don Paris erwartet man noch definitive Befehle; von Hrn. v. Corcel- les ebenfalls keine Nachrichten."
* Paris, 9. Dec. Am Vorabende der Präsidentenwahl werden noch einmal alle Hebel in Bewegung gesetzt und alle Mittel aufgebraucht, welche die Candidaten zum Ziele führen könnten. Louis Napoleon tadelt öffentlich seinen römischen Vetter, den Prinzen von Canino, um die Ultramontanen zu versöhnen. In einem Schreiben an den Nuntius sagt er: „Ich will die Gerüchte keinen Glauben bei Ihnen gewinnen lassen, die mity als einverstanden mit dem Treiben des Prinzen von Canino in Rom darstellen. Seit langer Zeit unterhielt ich gar keine Verbindung mit dem ältesten Sohne Luzian Bonapartes und ich beklage von ganzem Herzen, daß er nicht begriffen hat, daß die weltliche Souveränetät des ehrwürdigen Kirchenhauptes auf das Innigste verbunden ist mit dem Glanz des Katholicismus und der Freiheit und Unabhängigkeit Italiens. Empfangen Ew. Eminenz u. s. w." — Die Notare und Anwälte in Paris sind be- wogen worden, sich ebenfalls für Bonaparte zu erklären. In den Mairiehöfen, wo sich wie vor den Theaterkassen lange Reihen von Wählern drängen, die auf ihre Karten warten, und in
den belebtesten Straßen überbieten sich Gassenjungen, feine Herren, elegante Damen rc. im Anpreisen von LouiS Bonaparte. Stoßweise vertheilen sie kaiserliche Stimmzettel, die dann freilich bald darauf zum großen Theile zerrissen nmberfliegen und sich wie dichtes Schneegestöber ausnehmen. Der Großmeister der Reaction, Herr Girardin, spart keinerlei Perfidien um Cavaignac zu verdächtigen und zu ruiniren. So liest man in der vorgestrigen Nummer der Presse folgende niederträchtige Insinuation: seit einigen Tagen wurden bei vielen Tischlern Kasten mit Doppelboden bestellt" (soll heißen: General Cavaignac wird die Wahlurnen verfälschen. Diese Anspielung verräth übrigens doch eine gewisse Besorgniß.) Herr Thiers sucht die getäuschten Hoffnungen auf die Ankunft des Papstes für seine Zwecke auszubeuten. Er läßt sich in dieser Angelegenheit folgenden Brief schreiben: „Gaeta, 27. Nov. Am Bord des Tenare. Wir waren kaum ans Ufer gerückt, als der Cardinal Antonelli an unserm Bord erschien. Wir zeigten ihm an, daß wir auf höheren Befchl kâ- men, um unS zur Verfügung des heiligen Vaters zu stellen und ihn nach Frankreich überzuschiffen. Diese Mittheilung schien im Cardinal großes Erstaunen zu verursachen. Er besann sich eine Weile und antwortete uns dann wörtlich: Se. Heiligkeit gab niemals die Absicht zu erkennen, sich nach Frankreich zu begeben und sollte sie Italien verlassen, so würde sie sicher nicht einem Lande zueilen, das in voller Revolution ist und wo der Chef der Erecutivgewalt Sohn eines Königsmörders (der Vater CavaignacS stimmte bekanntlich für den Tod Ludwig XVI.) ist "
Marschall Bugeaud, ein eifriger Monarchist, sucht seinem Gegner Cavaignac durch ein doppeltes Manoeuvre zu schaden. Erstlich fordert er zur Wahl L. Napoleons auf, denn sie sei daS einzige Mittel, um die „Coterie des National" zu stürzen, und dann läßt er sich nachsagen, er liege an der Halsschwindsucht darnieder, — um die ihm zugedachten Stimmen auf Bonaparte zu lenken.—• Doch nicht blos die royalistischen, sondern auch die nltrarepnbli- kanischen Gegner CavaignacS scheuen vor keinem Mittel zurück. Sie liefern z. B. Artikel wie folgt: „tiefe Entniiithigung herrscht um den Chef der Erecutivgewalt. Sein Hof gleicht deni Hofe eineS sterbenden Königs. Die unkergehende Sonne hat wenig Anbeter." Den Meisterstreich in ihrer Art haben sie am 7. geführt, wo sie lange Listen derjenigen Personen veröffentlichten, welche angeblich Nationalbelohnungen erhalten sollten. Das Journal des Debats und die monarchische Union ringen die Hände, indem sie die Freunde, Witwen und Waisen aller Königsmörder und Verschwörer seit 1820 in diesen Listen neben Marrast erblicken.
Diese Listen bilden das große Ereigniß des Tages und eS läßt sich nicht leugnen, daß sie in Verbindung mit den außerordentlichen Maßregeln, zu denen sie die Regierung nöthigten, sowie mit der gleichzeitig erfahrenen Täuschung rückstchtlich der Ankunft des Papstes ganz geeignet waren, die Stimmung für Cavaignac zu stören
Bereits am 19 Sept, hatte Senard als Minister deS Innern den von Cavaignac unterzeichneten Dekretentwurf wegen der Nationalbelohnungen, die auf Vorschlag deS gleich nach der Februar-Revolution unter dem Arbeiter Albert Coinites für Nationalbelohnungen in lebenslänglichen Pensionen, einmaligen Geldgaben oder ehrenden Auszeichnungen bestehen sollten, vorgelegt. Die Bureaur der Nationalversammlung beauftragten eine Commission mit Prüfung des Decretentwurfs, und diese empfing, nach mehrmaligem vergeblichem Ansuchen, endlich vorgestern die Dokumente , auf welche hin den betreffenden Personen Belohnungen verliehen werden sollten, sowie die angebliche Liste dieser Personen. Hier fand sich nun, daß neben Marrast, Flocon, Bastide, Recurl, Caussibiere, Cabet :c. auch die Verwandten der Mörder Fieschi, Pepin und Morey, sowie Sobrier, Bergeron und mehrer« wegen Mordversuchs, Diebstahls und anderer Verbrechen frühei verurtheille Individuen figurirten. Die Conimission befragte sogleich den jetzigen Minister des Innern und dieser Verpflichtete siel sofort, den Dekretentwurf zurückzuziehen, was wie genielvet, and gestern geschah. In der Sitzung vom 7. rechtfertigt« sich Heri Senard bezüglich der fraglichen Liste, die mit Recht die Entrüstung der Commission erregt hatte. Er versicherte, daß das Ministerinn bloß dem Grundsätze des von der Conimission für Nalionalbrloh- nungen beantragten Entwurfs beigepflichtet und darauf hin dal
Beilag'