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Brandenburg in der deutschen Sache zu gehen gedenkt, ist in dem Berichte desselben an den König vom gestrigen Tage genau be­zeichnet. Es heißt nämlich darin von der dem Könige vorgeleq- ten Verfassung: Wir haben darin auch die bisherigen Beschlüsse der deutschen Nationalversammlung, deren fernere Beschlüsse auch ihei der vorzunehmenden Revision zu beachten sein werden, sorg­fältig berücksichtigt. Hieraus folgt, wie jeder Unbefangene begrei­fen wird, keine Trennung, sondern ein Anschluß. Preußen steht feit gestern (der Artikel ist datirt Berlin 6. Dec.) eben so fest zur deutschen Sache, als vorher."

Flensburg, 5. Dezember. Man erwartet hier ehestens den Durschmarsch von schleswig-holsteinischen Jägern, die, wie es Heißt, hier rasten und dann nach der Gränze zur militärischen Besetzung derselbe» aufbrechen sollen. Man ist hier mit dieser Maßregel in Kreisen Wohlgesinnter ungemein zufrieden; nur auf solche Weise ist den endlosen Plackereien und Uebergriffen des Feindes und den fanatischen Aufhetzungen namentlich einiger Pre­diger zu wehren, die immer wieder über die Gränze kommen, um die stark auf die Probe gestellten Bewohner mit Lügen und Vorspiegelun­gen zur Verweigerung der Keiegssteuer und zu Aehnlichem an- zutreiben. —

Hechingen, 30. Nov. Unsere Landesdeputation war wie­der einige Tage versammelt. Bach einer comniissarischen Vorbe- rathlmg ei stattete gestern in öffentlicher Sitzung der Landtagsdi- rector Bericht darüber und zeigte, wie es in so kleinen Ländern ohne die äußersten Opfer unmöglich sei, den gegenwärtigen Slaats- erforde, Nissen auch nur Halbwegs zu entsprechen. Sämmtliche Ab­geordnete pflichteten dieser Ansicht und sofort auch dem Vorschläge des Antragstellers und Berichterstatters bei, diese wichtige Angele­genheit der ernstlichen Erwägung fürstlicher Regierung zu unter­breiten und vor allem anderen die betreffenden Ansichten des Lan­desherr» kennen zu lernen, welcher auf seinen Gütern in polnisch Nettkow abwesend ist. Unter den Einwohnern findet eine allen- fallsige Mediatisirung des Fmstemhums in dem Maße Anklang, als sie über den wn klicke» Sachverhalt aufgeklärt werden.

§t Kassel, 10. Dec. Die auf den 29. d. M zusammen- 6 stufe ne General-Versammlung der Actionäre der Friedrich -Wil- helms-Rordbahn wird neben der Berathung über die Finanzlage des Vereins vorzugsweise das revidirte Gesellschafts-Statut und die darnach nöthig werdenden neuen Wahlen in Erwägung zu ziehen haben. Wie man hört, ist von der Direction in Betreff der Revision des Gesellschafts-Statuts unter dem 3 Oetober d. J. an Kurf. Ministerium des Innern Bericht erstattet und die Ent­scheidung auf die deshalb gestellten Anträge unter dem 23. No­vember d. I soUicilirl worden. Es steht zu erwarten, daß die Entschließung des Ministeriums so zeitig erfolgen werde, daß etwaige Aenderungen noch vorbereitet und der Generalversammlung zur einfachen Beschlußnahme darüber vorgelegt weiden können. Hinsichtlich der nöthig werdenden Ergänzungs-Wahlen dürfte noch eine besondere Bekanntmachung erfolgen.

t Kassel, 11 Dec. So eben haben die Wahlmänner des hiesigen Stadtgerichtsbezirks, also der ersten Unterabtheilung des Verwaliungèbeziiks Kassel, sechs Mitglieder zum Bezirksrathe für die nächsten drei Jahre gewählt, nämlich: 1) Aus der Klasse der Gewerbtretbenven Herr Kaufmann Scheurmann und Herr Schlosser- meister Böckell dahier; 2) aus der Klasse der Gnibefitzer und Landwirthe Herr Waitz v. Eschen und Herr Oekonom A. Gundelach dahier; 3) aus der Klasse der wissenschaftlich Gebildeten Herr Ober-Appellations -Gerichtsrath Pfeiffer und Herr Obergerichts- Anwalt Henkel hierselbst.

Frankreich.

Paris, 6 Dec. Die Nationalversammlung hat zu ihren Wicepräsidenten gewählt die Herren: Bedeau, Lacrosse, Birio, Ha- vin, Gondchaiir und Corbon. (Leon de MaUeville ist also be­seitigt.) Die Verhandlungen betrafen abermals das Finanzbud- Het, mit dem man beinahe zu Ende kam. Der Minister des Innern, Dufaure, legte einen Gesetzentwurf vor, der das erst am 19. Sept. d. J. beschlossene Decret irrten der Nationalbelohnun­gen wieder aufhebt. Diese Ankündigung rief einen heftigen Slunn von Seiten des Berges hervor. Der Finanzminister theilte mit,

daß die Salzsteuer der nächsten Jahre nur modificirt, nicht abge­schafft werden solle.

Italien.

Nom, 26. Nov. Auch das Hotel des bairische» Gesandten soll gleich dem französischen Gefandtschaftshotel vom Volke ange­griffen und demolirt worden sein. Die beiden Gesandten sollen nämlich nach der Sage die Flucht deS Papstes auf sehr ingeniöse Weife bewerkstelligt haben, obgleich Se. Heiligkeit sogar im Ka- binet bei offenen Thüren — sich nur unter den Augen der Wachen bewegen konnten. Baron Spaur — der bairische Ge- sandte — habe unter dem Vorwande, für die Hochzeit einer bal­tischen Prinzessin Dispens einholen zu wollen, sich Zutritt zum Papste verschafft und während er durch scheinbar sehr eifrige Un­terhandlung die Wachen sorglos gemacht, überdies aber der für unverdächtig gehaltene Gesandte der französischen Republik sich in die Tl'ür gestellt und so die Aufpasser entfernt gehalten habe, sei der Papst durch eine Tapetenthür entwichen und in einer Ver- mummung mit Hrn. Svaur als dessen Kaplan über den Platz des Quirinal in das französische Gesandtschaftshotel gelangt, wo die Wagen reisefertig standen.

Bekanntmachungen.

Le soussigné, tont récemment arrivé â Cassel, prie les per- sonnnes, inlenlionnées d'apprendre le frantjais, de vouloir bien Phonorer de leur confiance.

[349] j Paris, Candidat en droit.

Hohenthorstrasse No. 971.

[350] Todesanzeige.

Den am 8 d. M. Abends erfolgten Tod des Rathes Henkel dahier zeigen wir allen Verwandten und Freunden mit der Bitte UM stille Theilnahme hiermit an

Cassel, den 9. December 1848.

Die Witwe und Kinder des Verstorbenen.

Angekommene Fremde vom 9 und 10 December.

Im König von Preußen (G. Schambek): Graf Wiuzingerothe aus Göttingen z Architekt Rivel aus Guntershansen ; Kaufmann Scheppen aus Berlin; Part. Heise mit Fran aus Hannover; Rittergutsbesitzer Goltermann aus Göttingen: Rentier Seifrath ans Prag; Gerichtsratl Haasenbein ans Solze; Part. Gottschalck ans Eisleben.

In der goldnen Krone (F. Schade): Kaust. Kleffermann au, Gudensberg, Mayerhof aus Hof, Wenk aus Carlshafeu u. Bachrach am Neustadt; Fräulein Grüuebaum aus Rotenburg: Oeconom Silgman» am Wernshausen; Ingenieure Rohns aus Carlshafen u. Schulze aus Treysas

Im Römische» Kaiser (I. L. Lang): Kaust. Higson aus Ham bürg, Neviandt aus Elberfeld und van HeeS aus Amsterdam; Gerichts director Lohmann n. Bürgermeister Hesse ans Brilon; Gerichtsrath Span cken aus Buren; Rentmeister Hartdegen aus Gießen; Fabrik. Nöll au Pforzheim; Gutsbesitzer v. Guttlingen mit Familie und Dienerschaft au Baiern; Revisor Mentzel aus Hannover; Partie. Krukenberg mit Sohl ans Bückeburg;

Im i 161e 1 de Russi e (E. Klein): Advocat Prollius it. Aet Geh. Reinemann aus Allendorf; Ingenieur Battaille ans Wabern; Amts assessor Engelbrecht auS Neustadt; Kaust. Reuscher aus Köln; Wittho auS Düsseldorf u. Meyerhösser aus Hamburg.

Kassel.

r u cl) t p re i s e.

Vom 9 December

1848.

Waizen d. Vrtl.

von 6 Thlr.

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Repertoire des Kurfürstlichen Kofthenters.

Dinstag, 12 Dec.: Der arme Poet. Schauspiel in 1 Aufzug von Kotzebue. Hierauf: Christophe und Renate, oder: Die Ver waisten. Schausp. in 2 Aufz. nach Auvrai von E. Blum.

Donnerstag, 14. Dec.: Bürge, lich und romantisch. Lustsp. in 4. Auf von Banernfeld.

Sonnabend, 16. Dec.: Die Vestalin. Große Oher mit Tar­in 3 Anfz. von Jouy. Musik von Spontini.

Sonntag, 17. Dec.: Der Schlaftrunk. Trauersp. in 5 Aus nebst einem Vorspiele nach Alexander Dumas von Jerrmann.

Verantwortlicher Heraisgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Kassel.