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;. October lommt ungarisches Geld und mit ihm die Revolution. Hem wurden die unglücklichen Soldaten betrunken gemacht, ver- ührt und mit Gewalt angegriffen; man ermordete den Minister «âur und verfolgte die anderen Minister gleichfalls mit Mord- imsuch. Die Minister Back und Weffenberg retteten sich nur n Verkleidung und Flucht vor den drohendsten Lebensgefahren. Darauf erfolgte an demselben Tage die Erstürmung des Zeughau- es durch daS Proletariat, und bald nachher die Verdrängung iKfr Negierungstruppen aus der Stadt. Die Folgen, die Fort- etzung dieser Ereignisse haben Sie alle gelesen. Sie lesen es etzt jeden Tag neu und gründlicher und vollständiger, nachdem on allen Seiten die Zeugnisi, erhoben werden können Namenl- ich enthält auch die Oberpostamtszeitung vom 25. November - ochst interessante Berichte, die, wie es scheint, halb officiell sind mb Thatsachen enthalten, die ich auch von anderer Seite habe »eglaubigen hören. Sie haben auch Alles gehört, meine Herren, oas die Gemeinderäthe aus Wien ausgesagt haben, und was wllig ühereinstimmt mit demjenigen, was wir in einer Versamm- uRg von Gemeinderäthen und Officieren der Linzer Nationalgarde »ernahmen, von Männern vernahmen, die bei der Tagesnähe von Pim als Augenzeugen und durch Augenzeugen gut unterrichtet oaren. Ich will also nichts sagen von dem Halten der Flinten uf diejenigen Deputieren, welche im Abstimmen begriffen waren, Mts von den öffentlichen Erklärungen der Volksversammlungen, ls einmal der Reichstag einem äußerst revolutionären Antrag je Zustimmung versagte, von den Erklärungen, diese Abge- rdnelen müßten Alle latourisirt werden. Ich will hier kein atscheidendes Gewicht darauf legen, weil ich es nicht acten- räßig beweisen kann, und ich will Sie auch nicht weiter mit Men Einzelnheiten bis zu Hunderten ermüden. — Jeder Zeitungsschreiber mußte sein Leben riskiren, wenn er wagte, twas Unangenehmes für die herrschende, terrorisirende Partei ritzutheilen, sie mußten Alles anfnehmen, was man ihnen zü­ndete, und lesen Sie den österreichischen Lloyd vom 19ten nd LOsten, und Sie werden Schandartikel darin finden, irchtbare Lügen und Aufforderungen zum Aufruhr, die ganz dem leiste der Redaction fremd sind, aber auf Leben und Tod mußte •r Redacteur sie aufnehmen. — (Dietsch fvom Platzej: Sind eiln etwa diese Redacteure erschossen worden?) — Ich habe einen er achtbarsten Männer gesehen, der erzählte, wie er Augenzeuge ar, wie sein nächster Verwandter, als er sich behutsam in einer coßeren Versammlung äußerte, und nicht wagen wollte, die Er- wrdung Latours selbst anzugreifen, aber doch sagte, es sei schänd- ch, mit dem Leichname einen so schauderhaften Mißbrauch zu eiben, in dem Augenblicke, wo er dies gesagt hatte, einen Stich )n Hinten bekam, an dein er vier Wochen zu Belte lag. (Auf ■r Rechten: Hört!) Meine Herren! Wenn Sie dieses Alles cht glauben, so will ich Ihnen nur einige ganz offizielle, unbe- rittene Thatsachen mittheilen, die Sie auch kennen. Als dieser errorismus aus diese Weise ei »trat, da trat beinahe die Hälfte s Reichstages, zehn Mitglieder weniger, zurück, weil sie in die- in schauderhaften, terroristischen Zustande nicht mehr frei berathen mnten; das waren nicht blos Slaven und Czechen, deren Be­cht über den Terrorismus Sie Alle kennen, das waren die bra- n Tyroler, die Salzburger, das war eine Reihe von Männern, e zur deutschen Partei gehörten. Andere blieben dort, aber es ar dieses Terrorisiern und der schauderhafte Characrer, den diese arlei entwickelt hatte, so schreckhaft, daß von der Aula, von der an uns weis machen will, daß in ihr die Blüthe der österrei- ischen Jugend nach dem 6. October gekämpft hatte, daß von r Aula von den sieben- oder achttausend neun Zehntheile nach ause eilten, und nur ein Zehntheil zurückblieb; von den Wiener ärgern flüchteten Diejenigen, die so wohlhabend waren, daß sie iswärts leben und so dem Nationalgardendienst entgehen konn- n. Unter diesem Terrorismus —■ Sie haben es von den Wir- r Gemeinderäthen selbst vernommen — standen ganze Straßen er. Nun, meine Herren, zu diesem kommt noch folgende That- che. An demselben Tage, wo diese Gräuel geschehen waren, 3 noch die Proletarier das Zeughaus stürmten, um Waffen zu üben, als die Leiche des unglücklichen Latour noch nicht kalt ar, da ging eine Deputation des übrig gebliebenen Reichstages m Kaiser, und bat um Straflosigkeit für alle diese Gräuel,

und um Auslieferung der Waffen deS Zeughauses. (Zuruf von der Rechten: Hört!) Meine Herren! War die That dieser Män­ner eine freie, oder eine unfreie, und wenn sie keine unfreie war, wie nennen Sie denn daS? (Zuruf von der Rechten: Sehr gut!) Alle Behörden, die revolutionaire Behörde des Reichstages, denn sie hatte die Executive ergriffen, schwiegen still, kein Richter wagte es, die Mörder Latours anzuklagen, keine Mißbilligung ertönte in der Versammlung. Ist das der Zustand der gesetzlichen Frei­heit und Ordnung? Ich habe gefragt: Waren diese unglücklichen Mitglieder der Reichsversaminlung, bei den. » gewiß achtungswerthe Männer waren, waren sie frei? Ich glaube, viele waren nur allzu frei. Das sind die Freien an den Reichstagen, die mit der Verfassung des Landes, mit der öffentlichen Ordnung zugleich das Ansehen und die Würde des eigenen Reichstags milbegraben möchten, und diese Leute commar.diren, und welche ihre Kollegen terrorisiren, auf daß sie revolutionären Beschlüssen beistimmen, diese waren frei, nur zu frei. Von diesen sind mehrere in die Provinzen gegangen, und haben znm Aufruhr aufgefordert, und das hat so gut gewirkt, daß kurze Zeit darauf die Leute in Linz Krawall machten, und zum Landsturm aufforderten zur Hülfe Wiens, und daß sich der eigene Magistrat und die Nationalgarde- Offiziere, die ich als gesetzliche Männer kennen lernte, nicht als der Revolution befreundet, durch den Terrorismus verleiten lie­ßen, diese Zuzüge nach Wien öffentlich aus der Stadlkaffe zu unterstützen. Als ich sie fragte: Wie konnten Sie Sich entschlie­ßen, die Revolution gegen Ihren Kaiser zu unterstützen? da ha­ben sie einige Ausreden gebraucht, und dann haben mir Einige halbleise gesagt! „Wir konnten nicht anders, wir mußten Rück­sicht nehmen auf die entsetzliche Stimmung in den unteren Klas­sen." (Eine Stimme: „Hört! — Gelächter auf der Linken.) Und diese von dem Reichstag entsendeten Emissarien für den Auf­ruhr und die Revolution in den Kaiserstaaten, diese hatten daS treue österreichische Volk, welches sich früher auszeichnete durch Pietät gegen seinen Kaiser (Gelächter auf der Linken), soweit ge­bracht , daß die Bauern bei Krems den fliehenden Kaiser mit Spießen und Waffen auffangen wollten, daß sie die Brücke ab­trugen, auf dir er seine Reife fortsetzen wollte; und daß nur durch den unerwarteten Zuzug von militärischer Hülfe die Fort­setzung der Reise bewirkt werden konnte. (Zuruf von der Linken: Das ist nicht wahr!)

Vicepräsident Riesser: Meine Herren! Sie haben nicht das Recht zu solchen Unterbrechungen, die nachfolgenden Redner können die Thatsachen widerlegen.

(Fortsetzung folgt.)

Anfragen, Rügen und Wunsche.

Die Direclion der Friedrich. Wilhelms-Nordbahn zu Kassel hat im vorigen Monat den Fahrplan von hier nach Carlshafen dergestalt geändert, daß seitdem der Abgang des Bahnzuges um 10 Uhr Vormittags ausgefallen ist. Wenn nun diejenigen Rei­senden, welche mit dem ersten Bahnzuge dahier nach 8 Uhr Mor­gens ankamen, na» häufig bald beendigten Geschäften früher schon um 10 Uhr ihre Rückreise vornehmen konnten, so müssen dieselben jetzt bis zum Nachinittage um 4 Uhr warten. Dieser Umstand veranlaßt manche Reisenden die Eisenbahn entweder gar nicht, oder nur zur Hierherreise zu benutzen. Es liegt demnach im Interesse, sowohl der Eisenbahn - Direclion, als auch des Publicums, daß der früher um 10 Uhr Vormittags von hier abgegangene Bahn­zug wieder angeordnet werden mögte. Vielleicht würde dieser Bahnzug selbst während des Winters, insbesondere Sonntags, von hier aus zu Ausflügen nach den benachbarten Städten rc. benutzt werden. Kassel. — s.

Briefkasten und Briefwechsel.

Von W. S. zu H. willkommen. — I. zu H. Gegenstände von lediglich persönlichem Interesse können nur als Inserate Aufnahme finden. Die betreffende Aufforderung ist in gleicher Weise behandelt worden. — H. zu F. Wir bedauern, wegen Mangels an Raum den Aufsatz vor­läufig zurücklegen zu muffen. — K. zu H. Dank, Bitte, Hand und Gruß. — Endlich für alle Leser und Mitarbeiter, unter Bezugnahme auf §. 9 des Preßgesetzes, die Bemerkung, daß etwaige Reelamationen wegen Einrückungen, Rückgabe von Manuskripten ic. stets binnen sechs Monaten geltend zu machen find, indem nach Ablauf dieser Frist die Pa­piere vernichtet werden.