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Weise erreicht, wie diese Anfangs beabsichtigt war, so daß die Frankfurter Beschlüsse unmittelbar maßgebend geworden wären: allein cs habe sich dennoch eine solche Verständigung hergestellt, Laß eine befriedigende Lösung unsrer Verhältnisse im Einvernehmen mit Frankfurt in sicherer Hoffnung steht. Nach näherer Kenntnißnabme von der hiesigen Lage der Dinge soll Herr von Gaglrn selbst der Ansicht gewesen sein, daß sein Auftrag in der ersten Auffassung nicht mehr mit Erfolg ausführbar sei."
Breslau, 27. Nov. Gestern hatten sich sänimtliche Führer der Bürgerwehr im Fürstensaal versammelt und den Beschluß gefaßt, unter wiederholter Erklärung ihrer Ansicht, daß die Nationalversammlung im Rechte sei, ihre Stellen niederzulegen und durch eine Neuwahl den Beweis zu geben, ob sie, was Stadtverordnete und Magistrat in Abrede stellen, mit ihren Compagnien gleiche Gesinnung hegen. Die Wiederwahl der jetzigen Führer wird, wenn sie erfolgt, was man nicht bezweifelt, den striktesten Beweis liefern, daß Magistrat und Stadtverordnete sich in ihrer Meinung getäuscht haben. (Brsl. Z )
Frankreich.
Paris. Nationalversammlung. Sitzung vom 28. November. Die Bänke sind stark besetzt; die Gallerien zum Ersticken voll. An der Tagesordnung sind Birio's Interpellationen wegen Italien. Birio: Bürger! Sie kennen den unglücklichen Zustand Italiens. In Rom herrscht die Anarchie. (Oh! Ob!) In der Lombardei lasten Eroberungssucht und Regierungsdruck auf dem Volk. Ich' verlange deshalb vom Minister des Auswärtigen zu wissen, wie weit die llnterhandlungen mit Oesterreich gediehen? Zunächst sei es mir jedoch gegönnt, die Aufmerksamkeit der Versammlung auf Rom zu lenken. Die Anarchie hat dort ihr Haupt erhoben. (Oh! Oh! vom Berge.) Jene Anarchie, welche damit begann, die Schwellen des Kammerpalastes mit Blut zu beflecken; die Unordnung herrscht in Rom , die Freiheit ist daraus ver- schwnnden; ein zweiter Mord ist am Kardinal Palma ...... (Hier erhebt sich der ganze Berg gegen die Ertase des Redners, während die Rechte schreit: Ja! Ja! Der Lärm wird allgemein. Marrast dem Berge heftig zurufend! „Wollen Sie Ihre Unterbrechungen wieder anfangen?" (Allmälig wird cs still.) Birio mit weinerlicher Stimme: Wenn man den umlaufenden Gerüchten Glauben schenken darf, so ist der Urheber der italienischen Freiheit das Opfer feiner guten Absichten geworden. Ich bitte den Minister, zu erklären, wieviel Wahres an dem Gerüchte sei. Es liegt Gefahr darin für die Republik, an ihren Pforten Tyrannei in Oberitalien und Anarchie in Mittelitalien zu haben. (Sehr gut! Sehr gut! zur Rechten.)
Cavaignac: (Tiefe Stille.) Der Vorredner gab zu verstehen, daß die lombardische und die römische Frage „couner" wären Ich glaube, daß sich jede einzeln behandeln lasse und behandelt werden müsse. Bezüglich der Lombardei haben wir der Versammlung dieses zu danken, daß sie uns gestattet, uns darüber nicht vorzeitig auszusprechen. Ich muß indessen gestehen, daß die Unterhandlungen wenig fortgeschritten. Die beifälligen Gründe liegen in den Wiener Ereignissen vom October, die Sie kennen. Ich gehe daher zur römischen Frage über. Vorgestern erhielten wir die Nachricht, daß sich der Papst (der General corrigirt sich und sagt: Seine Heiligkeit) aus Rom geflüchtet habe. An demselben Tage erließen mir durch den Telegraphen den Befehl, 3500 Mann auf 4 Fregatten in Toulon für Civita-Vecchia einzuschiffen. Herr v. Courcclles, Ihr College, hat die Mission angenommen, sich mit diesem Geschwader nach Rom zu begeben oder überhaupt dahin, wo sich der Papst befinden möge, und sich zur Verfügung desselben zu stellen. (Protestirenoes Murren zur Linken.) Wir handelten ohne Zögern; natürlich beschlossen wir zugleich, Ihnen die getroffenen Maßregeln sobald als möglich zur Billigung vorzulegen. Dies geschieht denn hiermit, indem ich Ihnen zuvörderst die Verhaltungsbefehle mittheile, die wir dem Hrn. von Courcclles mit« gegeben. Cavaignac lieft diese Verhaltungsbefehle vor. Sie lau- len im Wesentlichen folgendermaßen: Im Angesicht der ernsten Ereignisse zu Rom sind 3500 Mann mit der nöthigen Artillerie aus 4 Kriegsfregatten in Toulon einzuschiffen. Auf dieser Flotille hat sich Courcclles nach Civita-Vecchia zu begeben. Dort ange.
kommen, werden Sie (Courcclles) sich zu dem Gesandten der Republik, v. Harcourt, begeben und demselben den Zweck Ihrer Mission mittheilen, welcher darin besteht, sich dem Papst zur Verfügung zu stellen und ihm die persönliche Freiheit wiederzu- geben, deren man ihn beraubt hat. (Murren zur Linken, Beifall rechts.) Wünscht sich Se. Heiligkeit auf das Gebiet der französischen Republik zu begeben, so ist ihm eine Fregatte bereit zu stellen; das Landen der Truppen wird lediglich Ihrem und Harcourts Ermessen, wie Sie die Umstände in Civita-Vecchia finden werden, anheimgestellt. Sie werden dem Papste die innigsten Freundschaftsversichernngcn machen. — Ledru Rollin verlangt Debatte und wünscht sie sogleich begonnen zu sehen. Die Versammlung entscheidet sich jedoch für Donnerstag und kehrt zum Budget zurück.
Lamoriciere, Kriegsminister: Bürger: Das Kriegsbudget, dessen Berathung Sie so eben beginnen, ist das stärkste von allen. Es beträgt 432 Millionen Frs. Das Ministerium hat sich emsig damit beschäftigt, wie diese schwere Last für das Land tu erleichtern wäre. Dies zu erreichen, glaube ich Ihnen folgende Ideen, ich sage Ideen, mitzntheilen. Sie werden darüber fünftiq tu entscheiden haben. Bisher betrug der Effektivbestand der Armee 560,000 Mann mit 110,000 Pferden. Die Kriege in Algerien erforderten oft eiue noch höhere Zahl. Nach dem Systeme, das ich Ihnen vorzulegen die Ebre haben werde, würde sich der Effektivbestand auf 292 000 Mann (155,000 Infanterie, 57,000 Cavallerie, 28,000 Artillerie und 6000 Ingenieurs) vermindern. Wie diese Verminderung zu bewirken, ohne der Macht des Heeres zu schaden, sie im Gegentheile zu vergrößern, wird aus dem Ihnen vorzulegenden neuen Recrutirungsgesetze sveciell bervorgehen. Der Minister entwirft nun einige Grundrüge seines Systems, das an die preußische Landwehr und Reserve erinnert. — Die allgemeine Discussion, so wie die spätere über die einzelnen Capitel war ohne Interesse. General Lebreton, der geschworne Feind Lamori- cieres, beschwerte sich über Favoritismus bei den höheren Avancements. Er bezeichnete den Oberst Charras, den bekannten Lenker des Cabinets des Generals Cavaignac. Eben so den General Boguet. Lamoriciere rühmt die Verdienste des Obersten Charras ■ bei Unterdrückung der „Anarchie am 15. Mai", was bei der Rechten Beifall fand.
Pekanntmachnngen.
Behufs Auseinandersetzung des Gesellfchaftsvermögens soll bei vergeblich versuchter gütlicher Einigung auf den Wunsch der Herren Superintendent Schüler, Particulier Grunewald, Revisor Kumpe, Doctor Eberhardt, Kaufmann Schaub dahier, und des Herrr Actuar Bürger zu Wahlhausen, das dem früheren Abendverein dahier gehörige Inventar, bestehend aus einem Theater mit vierfachen Coulissen, einer Parthie Theaterstücke mit ausgeschriebenen Rollen, Tischen, Bänken und sonstigen Mobilien
Montag, den 4. k. M , N achmitt a g s 3 Uhr, in dem bisherigen Gesellschaftslocal öffentlich an den Meistbieten den versteigert werden, wovon man Kaufliebhaber hierdurch h Kenntniß setzt.
Allendorf, am 25 November 1848.
[329] Die Mitglieder des dermaligen Abendvereins
Fruchtpreise.
Kassel.
Vom 2. December
1848.
Warzen d.
Vrtl. von 5 Thlr.
6 Sgr. — Hlr. bis
6 Thlr. 15 Sgr. — Hlrt
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Kurfürstliches Koftheater.
Sonntag, 3. Dec.: Die schöne Müllerin. Lustsp. in t Aufzi nach MöleSville und Duveyrier von L. Schneider. — Hierauf, zun ersten Male: Die beiden Flüchtlinge, oder: Hochzeittags- Fatalitäten. Ballet in 2 Aufz. nebst einem Vorspiele, vom Ballet meister A. Wienrich.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Kassel.