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Beilage zu Hk r. 18^6 der ^euen Hessische« Zeitung.

Schleöwig-Holstein. Der schlesw. - holst. Ztg. wird 8 Berlin geschrieben: Ich bin zufällig in den Stand gesetzt, er die Angelegenheiten Ihres Landes Ihnen eine sichere Nach- ht geben zu können, und ich verfehle nicht, dieselbe Ihnen tzulheilen. Es ist im Anfang vorigen Monats eine lange rcielle Denkschrift von Seiten Dänemarks bei verschiedenen Höfen theilt worden, welche nach ihrer eigenen Aeußerung bestimmt die dänischer Seits für den Frieden mögliche Basis anzugeben. esc Basis ist nun 1) Abtretung des Districts, der von der eene , der Danevirke und der Schlei einqeschloffen wird, und rbindung desselben mit Holstein. 2) Das übrige Herzogthum Hleswig soll ein selbstständiges Herzogthum bilden, ein schles- gscher Minister soll in Kopenhagen sein. Indeß sollen die plomatie, Heer und Flotte, Zölle und noch verschiedenes anderes in selbstständigen Herzogthum mit Dänemark gemeinschaftlich n, und deshalb sollen auch die schleswigschen Deputirten auf m dänischen Reichstag sitzen. 3) Die Erbfolge behält sich der inig vor durch Adoption (des Königs Oscar) zu ordnen.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Nov. Abds. (B.-H.) Die angekündigte Uerpellation über die jütische Contribution ist heute erfolgt. >ith stellte an das Ministerium die Frage, ob die Einwohner ulands, insbesondere im Amte Veile, eine Erstattung der ihnen m feindlichen Heere auferlegten Contribution erwarten dürften, er Ministerpräsident entgegnete , nachdem die preußische Regie- ng erklärt habe, daß sie eine genaue Aufmachung abwarten olle, so sei eine solche neulich ausgefertigt, die Summe belaufe H auf 320,000 Rthlr. und die preußische Regierung werde sie, ie zu erwarten sei, jetzt rasch bezahlen. Der Finanzminister gte noch hinzu, daß, wenn die Kontribution Ende dieses Jahres cht erstattet sei, billige Rücksicht auf die am meisten Betroffenen irch Erlaß an Steuern genommen werden würde.

Italien.

(K 3 ) Der „Circolo popolare" hat als provisorische Re- erung ohne diesen Titel die Rdvolution vollzogen, die Soldaten Pflicht genommen und Couriere nach den Provinzen spedirt. as Ministerium sollte sich heute Morgen zum ersten Male bei osmini versammeln. — Die Berufung der Constituante italiana ich Rom und die Begründung des Föderativ-Systems, so wie e Wiederaufnahme der Kriegsrüstungen iverben die ersten Acte ssklben bilden müssen.

* Man erfährt jetzt, daß die ganze römische Revolution von ter Verschwörung ausgegangen und daß der edle Populus Ro- anus, insonderheit die Bürgerwehr, zu Hause geblieben ist. Das lilitair, mit Ausnahme der Schweizer, war in der Verschwörung, ach Rossis Ermordung ist nur noch ein Character in Rom, iö ist Pio selbst. Er hat noch nicht eingewilligt. Er protestirt gen die provisorische Regierung, er protestirt gegen das neue Zinifierium, in welches einzutreten der allgemein geachtete und i allgemeinem Staunen unter den neuen Ministern aufgeführte bbate Rosmini sich geweigert hat, — er protestirt gegen alle nötigen Zumuthungen. Nur wenige Getreue stehen ihm zur >eite, unter denen Montanari sich erboten haben soll, öffentlich > der Deputirteukammer den Protest des Papstes zu erklären, üus hat sich aber geweigert, auf diese Weise das Leben seines üeners den Mördern zu überliefern. Galetti, Sterbini und Con- wten regieren nun aber factisch, und neben ihnen regiert der >oolc> populäre (eine Art Volkscomitv) ebenwohl faktisch — "nach kann man sich einen ungefähren Begriff machen, wie cs i der heiligen Stadt hergeht. Dem Sterbini ist übrigens auch "tits an die Thür geschrieben: „Du wirst den Tod Rossis arbeit." — In der Deputirtenkammer kann Nichts beschlossen erden, weil nur Mitglieder der Linken erscheinen. Die Rechte nd das Centrum hat es noch nicht wagen dürfen, sich vor den M'affneten Haufen blicken zu lassen, welche das Sitzungslocal Klägern. Der Gesandte der französischen Republik hat ein harfes Verdammungsurtheil über die Zustände der Stadt erge- m lasten — es ist das die einzige Stimme, die sich vernehmen >ßt, denn die römische Presse besitzt entweder die Feigheit, zu ureigen, oder die größere Feigheit, die Facta ohne Urtheil zu

referiren, oder die allergrößte Feigheit, sie zu loben und zu be­mänteln. Die anwesenden Fremden jeder Nation sind von tiefer Entrüstung über die Immoralität dieses Volkes erfüllt, welches seine Geschicke unmöglich selbst ordnen kann. Sie haben nur einen Wunsch, daß sich Deutschland mit Frankreich und England dieser Aufgabe schnell unterziehen möge.

Frankreich.

Paris, 25. Nov. Der Moniteur enthält heute Folgendes: „Die Assemblee nationale" wirft der Regierung Nachsicht und Gleichgültigkeit hinsichtlich der Klubs vor. Diese Versammlungen sind im Gegentheil der Gegenstand fortwährender Ueberwachung und die Regierung wird Sorge tragen, daß keine derselben die gesetzlichen Vorschriften verletzt. Was die geheimen Gesellschaften betrifft, so hat die Regierung nicht den Rath des genannten Blat­tes, ein Auge auf dieselben zu haben, abgewartet.

Der Abenvmoniteur sagt: „Eine Zeitung und nach ihr meh­rere andere haben gemeldet, General Cavaignac habe zwei Brüder. Das ist unwahr. Auch können wir der Behauptung widerspre­chen, daß General Cavaignac Page des Königs von Neapel ge­wesen sei."

Paris, 26. Nov. Durch einen besonderen Ausschuß hat die französische Akademie der Wissenschaften Herrn Mignet mit der Entwerfung einer Trauerrede auf den zu Rom ermordeten Herrn Rossi beauftragt. In einer der bevorstehenden öffentlichen Sitzungen der Akademie soll diese Rede vorgetragen werden.

Paris, 27. Nov. Nach der Angabe des „Univers" wäre hier ein Courier aus Rom vom 19. angekommen mit der Nach­richt, daß der Papst Rom verlassen hat. (?)

Die Augsb. AUg. Zeitung hat Nachrichten ans Rom vom 20., wonach der Papst nicht geflohen, aber in einer Art Gefangenschaft befindlich war.

Paris, 27. Nov. Man liest im Moniteur: „Nach der Augsburger Allg. Ztg. sei die päpstliche Negierung amtlich davon benachrichtigt worden, daß sich Frankreich aus der Mediation wegen Italiens deshalb zurückziehe , weil diese Mediation unter dem gegenwärtigen Stand der Dinge zu nichts führen könne. Diese Nachricht ist durchaus falsch."

Der Nachricht von der Flucht deS Papstes aus Rom schenkt man einigen Glauben. Der Ministerrath soll die Frage in Be­rathung gezogen haben, was zu thun sei, wenn der Papst die Hülfe Frankreichs ansprechen sollte; Cavaignac, sagt man, hätte sich für Leistung des Beistandes ausgesprochen.

Die Nationalversammlung hat heute die Budgetberathung fort­gesetzt. Am Schlüsse kündigte Herr Marrast an, daß morgen der Minister des Auswärtigen wegen der Ereignisse in Italien (man meint von Herrn Jolv) inlerpeUirt werden würde. Der Kriegs­minister Lamoricière erklärte sich bereit, in Abwesenheit des Hrn. Bastide die Interpellation zu beantworten.

Paris, 28. Nov. Einem Morgenblatt zufolge hat Ca­vaignac gestern den Deputirten de Corcelles mit Instruktionen nach Rom geschickt. Birio wird heute deshalb den Minister des Aus­wärtigen interpelliern Der Papst soll in Marseille gelandet sein. Aus dem Marineministerium gingen deshalb gestern Befehle nach Toulon, welche auf Ausrüstung und Einschiffung von Kriegsfah» zeugen und Truppen nach Civita Vccchia Bezug haben. — Der Erzbischof von Paris ordnet mittelst Hirtenbriefes vom 27. Nov. in allen Kirchen öffentliche Gebete zur Rettung des Papstes an.

Seit einiger Zeit sammelt sich das Volk jeden Tag auf dem Vendomeplatze, um den neuen Kaiser zu sehen. Ungeachtet der­selbe gestern anschlagen ließ, daß er aufs Land gezogen, steht doch so eben (1 Uhr) der ganze Platz voll Menschen. Indessen ist alles ruhig.

Uebrigens ist das Manifest des neuen demokratischen Kaisers erschienen. Es soll gan; aus der Feder seines künftigen Reichs­verwesers (Thiers) geflossen fein und lautet wie folgt:

Manifest Louis Napoleon Bonapartes an seine Mitbürger. Um mich aus dem Eril zurückzurufen, ernannten Sie mich zum Volks­vertreter. Am Vorabend, den ersten Beamten der Republik zu wählen, erscheint Ihnen mein Name als Sinnbild der Ordnung und Zuversicht. Diese Zeugnisse eines so ehrenwerthen Vertrauens sind, ich weiß es wohl, mehr diesem Namen als mir selbst, der