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Anfragen, Rügen und Wünsche.

Auch im Forstfacht hat man tndlich den Anfang gemacht, Mißstände zu beseitigen und zeitgemäße Veränderungen eintreten zu lassen. Doch bleibt noch Viel zu thun. Ich erlaube mir nur auf Einiges aufmerksam zu machen. 1) Wenn bei der Ueber- weisung des Holzes an irgend einer Klafter einige Scheite fehlen, so soll erst bei der obersten Forstbehörde angefragt werden, ob die beraubte Klafter wieder voll zu machen sei. Wozu doch eine so weitläuftige und unnötige Procedur? 2) Auf die Anzeige des ForstschutzdienerS soll von dem betreffenden Revierförster wegen eines jeden gefrevelten Gegenstandes ein besonderes Protokoll ausge­nommen werden. Als ob die Revierförster nicht schon viel zu viel an den Schreibtisch gebannt wären! 3) Es soll von den Forstschutzdienern bei einem entdeckten Frevel angegeben werden, wie viele Trachte Holz, Laub, Moos oder auch Leseholz ent­wendet worden, und zugleich, wie viele zur Anzeige gebracht worden sind. Sollte denn, abgesehen von der reinen Unmöglich­keit der er stern Angabe, selbst der albernste Forstschutzdiener seine Rechnung nicht jeder Zeit so einzurichten wissen, daß Null für Null aufgeht? 4) Sonst wurden immer, wenn es Bucheckern gab, von der obersten Forstbehörde zeitig an die Revierförster gedruckte Erlaubnißzettel geschickt; in diesem Jahre aber, welches an Eckern so sehr ergiebig war, gefiel es dieser Behörde, die fraglichen Zet­tel erst dann abzuschicken, als an keinem Baume eine Ecker mehr zu finden war. Verständige Revierförster, welche vor den Bäu­men doch immer den Wald noch sehen, d. h. solche, welche über dem Buchstaben des Gesetzes den Sinn und Geist desselben nicht vergessen, halfen sich in dem vorliegenden Falle ganz einfach auf die Weise, daß sie das Eckern-Einsammeln auf ihre eigene Hand gestatteten, jedoch unter der Bedingung, daß die gesetzliche Ab­gabe für die Zettel, Falls dieselben noch eingeschickt würden, noch nachträglich bezahlt werden müßte, theilweise ließen sie sich auch wohl das Geld sogleich hinterlegen. Aber nicht von allen Revier- förstern wurde dieses, unter den vorliegenden Umständen einzig richtige Verfahren beobachtet, weil sie zu fest am Buchstaben klebten. Schreiber dieses weiß kein besseres Mittel zur Beseiti­gung dieser und anderer Uebelstände in Vorschlag zu bringen, als man unterwerfe sämmtliche, im Bereiche des Forstwesens bis­her erschienenen Verfügungen rc. einer gründlichen Revision und übertrage dieselbe einer Commission, welche aus Forstleuten nicht nur, sondern auch aus Ackerbau- und Gewerbtreibenden zusam­mengesetzt ist. Weiß aber Jemand ein noch anderes und besseres Auskunftsmittel, so möge er seine Stimme in diesen Blättern laut werden lassen, insbesondere würde es erwünscht sein, wenn unbefangene und vorurtheilsfreie Revierförster, welche recht gut wissen, wo sie und Andere der Schuh drückt, ihr Scherflein dazu beitragen wollten, daß es in der angeregten Sache besser werde.

Einer, der es mit dem Walde und dem Volke wohl meint.

Ein Nachlassen der Verderbtheit des Proletariats, welches jetzt fast der Wendepunkt der Weltgeschichte geworden ist, kann nur erwartet werden von einem neuen gottesfürchtigen Geschlecht. Es ist also die Jugend, der wir unsere ganze Aufmerksamkeit und Sorgfalt zuzuwenden haben. Ganz und gar wird das Verderben aus den untersten Volksschichten ebensowenig gebannt werden kön­nen wie aus den obersten. Aber das darf uns nicht träge ma­chen, zu thun, was in unsern Kräften steht. Ich will in dieser Hinsicht die Aufmerksamkeit der Leser auf ein Institut richten, das, obwohl es schon mehrere Jahre in gesegnetem Wirken zum Heile unseres Vaterlandes besteht, doch noch sehr wenig bekannt ist. Es ist dies die zu Rengshausen im Kreise Rotenburg be­stehende Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder. Dieselbe ist nur durch milde Beiträge gestiftet und bis hieher erhalten, so daß dermalen in derselben 57 Kinder, darunter 13 Mädchen, Unter­richt, Nahrung und Anleitung zu Handarbeiten, die Knaben be­sonders zum Feldbau erhalten. Das Genauere über die Geschichte und Wirksamkeit der Anstalt ersieht man aus den Jahresberichten. Mit welcher Entsagung die Lehrer das Rettungswerk an den meist schon tief gesunkenen unglücklichen Kindern üben, kann man

aus den in dieser Zeit ganz besonders spärlich eingehenden Bei­trägen ersehen. Mögten Alle, die noch ein Herz für das Unglud ihrer Mitmenschen haben, zu recht eifriger Unterstützung bei Anstalt sich hierdurch veranlaßt sehen! F. St.

Briefkasten und Briefwechsel.

E. zu T. _®it bedauern für die mitgetheilten Aufsätze keinen Platz zu haben; auch sind die betreffenden Gegenstände wohl genugsam besprochen DaS klebrige wird der Betreffende gelegener Zeit beachten. DaS Verbot, ausländische Juden oder Jüdinnen" zu Lehrern, GewerbSgehülfe«, Dienstboten rc. anzunehmen, ist übrigens für die kur hessischen Israe­liten kein Ausnahmegesetz, da es auch auf die Christen ausgedehnt ist, (Minist. Ausschreiben vom 30. December 1828.) Für den Eisenbahn-, arbeitet Wilmers sind weiter bei uns eingegangen von Frau S. K.' 15 Sgr., überhaupt 4 Thlr. 20 Sgr. Wir bitten die Herren, welche den betreffenden Aufruf erlassen haben, diesen Betrag durch Postvorschuß auf den Herausgeber dieser Zeitung zu entnehmen. Für Joh. Peter Schönweiß ist von O. A. K. zu F. 1 Thlr. und von I. K. 1 Thlr. eingegangen. Hem. Frühere Frage und neuer Gruß!

Kekannlmachungen.

[279] Todes-Anzeige.

Am 16. d. M. entschlief, in Folge eines gastrischen FieberS, der Pfarrer Dietrich Heinrich Weibezahn zu Apelern im 77. Lebensjahre.

Verwandten und Freunden widmen diese Trauerbotschaft Apelern, den 19. November 1848.

Die Hinterbliebenen.

[280] Bei G. Basse in Quedlinburg ist erschienen, und in Cassel in der J. Luckhardt'schen Buchhandlung, so­wie bei W. Appel, J. I. Bohnè und Krieger zu haben:

P. F. Lembert: Neue

Polterabend - Scherze.

Eine Sammlung von dramatischen Polterabend-Scenen, Dialogen, An­reden und Gedichten, so wie einige Strohkranzreden Dritte, sehr vermehrte Auflage. 8. Geh. Preis 12'/, Sgr.

Es durfte wohl keine Schrift vorhanden sein, welche eine so reich- haltige Auswahl für alle vorkommende Fälle darböte, als die vorstehende, . Namentlich ist diese dritte Auflage bedeutend vermehrt worden.

[2811 Bei mir erschien so eben und ist in Cassel in der J. Luckhardtschen Buchhandlung, so wie bei W. Appel, J. J. Bohns und in der Krieg er schen Buchhandlung zu haben:

Ueber das Strafmaß.

Von Wilhelm Möller, Justizamtmann in Burghaun.

Preis 5 Sgr.

Hersfeld, im November 1848.

W. Zimmermann

Angekommene Fremde vom 22- November.

In der göldnen Krone (F. Schade): Kaust. Heinemann aus Sontra, Heilbronn aus Frankfurt a. M., Wießing aus Hildesheim, Mark aus Fritzlar, Liebeschütz aus Einbeck, Falkenstein aus Hofgeismar u. Wertheim aus Rotenburg; Lehrer Goldschmidt aus Hamburg; Oecou. Brand aus Niederngüde; Militair v. Stein aus Meiningen ; Rechtsprak­tikant Otto aus Rauschenberg.

Im Römischen Kaiser (I. L. Lang): Kaust. Hansemann aus Eupen, Bohlmann aus Köln, Weber aus Hamburg u. Stocker aus Leip­zig; Ofsteier Rößler aus Darmstadt; Fabrikant Borner aus Schweidnitz ; z Gerichtsrath Wiegand aus Erfurt; Ingenieur Roberti aus Eisenach.

Im Hotel de Kassie (C. Klein): Conditor Röse aus Halle; Kaufm. Gundlach aus Emden; Instrumentenmacher Reitemeyer aus Lüne- bürg; Fabrikant Deppe aus Hannover; Wehner aus Koblenz.

Im König von Preußen (Schambeck): Abt und Consistorialrath Dr. Hille aus Wolfenbüttel ; Kaust. Schmitz aus Kreuznach u. Münster aus Eupen; Decunom Billmeyer aus Paderborn; Privat. Lauf mit Gat-> tin aus Weimar; Particulier v. Stamheim aus Berlin.

Kurfürstliches Koftheater.

Donnerstag, 23. Nov.: Yelva, oder: Die Stumn^e. Schausp in 2 Aufz. nach dem Franz, von Theodor Hell. Mit Musik von Rcißiger. Hierauf: Nummer 7 7 7. Posse in 1 Aufz. nach dem Franz, von Lebruu.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. Druck und Verlag von Th. Fischer in Kassel.