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ftâbtr, nämlich auf bem sogenannten Lager-Berge nächst dein Glog- nitzer Bahnhöfe, abzuhallen.

Prag, 16. Nov. Gestern Abend ging ein großer Theil der tschechischen Abgeordneten, um in Kleinster zu sagen, mit der Eisenbahn nach Olmütz ab, in feierlichem Abschiedsgeleite, die Nationalgarde war mit einem Musikcorps aufgestellt; der Oberst derselben hielt eine Abschiedsrede. Rieger antwortete und suchte die tschechischen Abgeordneten, ihre bishelige Haltung und Politik eifrigst zu vertheidigen, von Reaction könne und dürfe in Oester­reich keine Rede sein; sie cristire nicht, und tauche sie auf, so könne sie sich nicht halten. Mancher ungläubige Seufzer ertönte bei diesen Worten, bei deren Schluß die Musik wieder lustig ertönte. (H. M -Z )

Gratz. Der Öberösterreichische Landtag hat in der Sitzung vom 7. Nov. die in eine Loyalitäts-Adresse aufgenommene Pro- testalion gegen die Beschlüsse der Frankfurter Nationalversammlung, betreffend das Verhältniß Oesterreichs zu Deutschland mittelst Namensaufrufs mit 48 Stimmen gegen 29 entschieden abgelehnt. Am Schluß derselben Sitzung stellte Abgeordneter Bertitsch noch den Antiag: beim Ministerium gegen die vom Fürsten Windisch- grätz am 1. Nov. an die Bewohner von Nieder» und Oberöster- reich erlassene Proclamation, in welcher er mit Verhängung des Belagerungszustandes droht, Protest einzulegen, da das constitu- tionelle Princip verletzt ist, wenn ein unverantwortlicher Staats­diener ohne Contrasignirung eines Ministers eine solche Maßregel verhängen kann. Der Antrag wurde mit großer Majorität ange­nommen, nur 11 Abgeordnete gaben dagegen ihr Separatvotum zu Protokoll, indem sieauf das kaiserliche Wort unbedingt ver­trauen."

Dresden. Der Sächsische Landtag ist am 17. feierlich ge­schlossen worden:Der König sprach sich in dec Abschiersrede entschieden für die Förderung des deutschen Verfaffungswerkes aus.

In Leipzig haben bedeutende Unruhen stattgefunden. Man wollte bewaffnete Freischaaren bilden t Ein Maueranschlag des Stadtrathes und des Polizeiamtes untersagte die Bildung eines bewaffneten Freischaarenzuges nach Berlin, so wie irgend eines bewaffneten Vereines außerhalb der Communalgarde, nicht minder das Einsammeln von Beiträgen an Waffen, Munition, Geld zu dem angegebenen Zwecke, und bezog sich auf die Unstatthaftigkeit und Strafbarkeit dieses Beginnens nach Artikel 89 des Crimi- nalgesetzbuches und nach §. 3 der Königlichen Verordnung vom 11. April 1848. Gegen die Verfügung protestirten die Leiter dieses Unternehmens, aber die Behörden veranlaßten alsobald unter dem Schutze eines Theiles des 4. Bataillons der Eomniunalgarde die Beschlagnahme einer Partie Gewehre (etwa 40 Stück) und Rappiere. Minister Oberländer hat darauf eine würdige Be­kanntmachung erlassen, welche die Gesetzwidrigkeit des Unterneh­mens nachweis't und worin es weiter heißt:Was insonderheit den Zusammentritt bewaffneter Schaaren anlangt, welche den Zweck haben, außerhalb Sachsen an politischen Kämpfen Antheil zu nehmen, so ist darauf aufmerksam zu machen, daß nicht nur die sogenannten Freischaaren ebenfalls unter das eingangserwähnte Verbot fallen, sondern daß namentlich auch eben eingegange- nen Nachrichten zu Folge die Königlich Preußische Regierung angeordnet hat, den Einzug solcher Freischaaren in das Preußi­sche Landgebiet, da nöthig, unter Anwendung von Waffengewalt durchaus zu verhindern Die Hindernisse, welche noch hic und da der freien Entwickelung des deutschen Volks entgegentreten, die Bestrebungen, welche weder die Freiheit noch die Einheit des deutschen Vaterlandes wollen, vielmehr dem deutschen Volke wie­der zu entreißen trachten, was es durch die außerordentlichsten Anstrengungen errungen, müssen mit edleren und siegreicheren Waffen bekämpft werden, als mit denen der rohen Gewalt und des Eisens. Durch solche Unternehmungen, wie die Freischaaren- züge, wird der Freiheit erfahrungsgemäß mehr geschadet, als ge­nützt; und dies ist nicht der geringste Grund, weshalb denselben die Regierung entschieden engegentrittt." Die Schaaren wollen nun unbewaffnet nach Berlin ziehen. Die Aufregung ist groß. Die Communalgarde ward am 18. Nachmittags durch General- marsch aufgeboten. Sie hält die Bahnhöfe besetzt um den Abzug der Freischaaren zu hindern. Bis 9 Uhr war eS zu ernsten Conflikten nicht gekommen.

Stuttgart, 16. Nov. Der König von Würtemberg sol sich beieit erklärt haben, 200,000 fl. jährlich für seine ganz Regierungs-Periode und 100,000 fl. für die nächste Zeit frei willig nachlassen zu wollen, (so daß die Civilliste auf 500,000 fl herabstelk). *)

Stuttgart. In der Sitzung vom 16. nahm die Stände Versammlung den Antrag von Scheer: die Regierung ungesäum dringend zu bitten, sie möge bei der Centralgewalt dahin wirken daß diese 1) die Sache der constituirenden Versammlung Preu stellt zur ihrigen mache, 2) schleunigst Vorkehrung treffe, um constituirende Versammlung Preußens gegenüber den Forderunger eines Ministeriums, daß das Vertrauen des Landes nicht genießt zu schützen, und in Folge dieses Reichsschutzes 3) das preußisch! Volk vor einem drohenden Militairdespotismus bewahren, und ihm dadurch beweisen, daß Preußens Freiheit, Ebre und Glück nur in der aufrichtigsten Unterordnung unter die Nationalgewall die sicherste Garantie fluten könne; mit 72 gegen 2 Stimmen an.r

München, 15.?lov. Die schon seit einiger Zeit besproche­nen Personalveränderungen im Ministerium sind eingetreten. v. Thon Dittmer, der seitherige Minister des Innern, ist ansgeschie. den und Staatsrath geworden. Mit diesen Kabinets-Veränderun­gen soll auch die Abschaffung des königlichen Kabinets zusam­menhängen.

Carlsruhe, 17 Nov. Die badische 2. Kammer hat auf Kapps Antrag ihre tiefste Entrüstung über die Tödtung Blums zu Protocoll erklärt.

Schweiz-

Der Nationalrath hat auf den Antrag des Dr Escher die von den Murtenern angefochtenen Freiburger Wahlen, weil die Freiburger Regierung durch ihre Wahlanordnung die Bun­desverfassung verletzt habe, kassirt. Diese Kassation hat große Sensation erregt. Der schöne Kanton Fieiburg ist damit den Händen der Jesuitenfreuude ivieber überliefert, gegen welche sich die dortige liberale Regierung, wie sich mehr und mehr her­ausstellt, nur mit größter Mühe behaupten kann. In den Bun- desrath sind gewählt Dr. Furrer von Zürich (ist Piäsident veS Bundesraths geworden), Ochsenbein von Bern, Driie» v. Lau­sanne, Munzinger aus Solothurn, Raff aus St. Gallen, Frei seröse aus Aargau, Franscini aus Tessin.

Frankreich.

Paris, 19. November. Die neue Verfassung ist heute, an einem Sonntag, im ganzen Umfang der Republik prociamirt worden. Heinrich V. wendet sich in der Morning-Post in t einem Manifest an seine treuen Unterthanen. Dagegen hat Louis Blanc ebenfalls ans London in einem Brief au die Arbeiter im Lu rem- burg Parlament für die Candidatur gedankt Man liest im Mo­niteur:Die Zeitungen von Köln und Augsburg sprachen jüngst von einem Glückwünschungöbriefe des Conseilpräsidenten Cavaig- nac an den General Windischgrätz. Diese Behauptung ist eine jener erbärmlichen Verlaumdungen, deren Zielscheibe der Conseil- Präsident ist. Sie verdient kaum die Ehre einer Widerlegung."

Großbritannien.

London. 18. November. Unter den größeren Londoner Blättern steht Daily News fast allein mit der Ansicht, daß der Fall Wiens sollte dadurch auch die österreichische Monaichie gerettet worden sein, was jedoch noch sehr problematisch bleibe ein schwerer Schlag für die deutsche Sache, die Sache deutscher Einheit und Freiheit sei. Indessen erinnert das Blatt an die By« ron'schen Worte:

Der Freiheit Schlacht, wenn sie einmal begonnen,

Vom Ahn zum Enkel blutig fortgesponnen,

Wie oft sie auch mißlingt, nmb stets gewonnen;" und an jene andere Stelle:

Mich dünkt, ich hör' ein Vögelein, das singt:

Das Volk wird allgemach der stärkre werden."

*) Es wird dringend gewünscht, daß dieses Beispiel allge­meine Nachachtung finde. Vorerst winde man sich gewiß dabei beruhigen, wenn die allerhöchsten College» des Königs von Wür« temberg ihre Civillisten auf den Würtembergischen Fuß, pro rat» der Einwohnerzahl, reduciern wollten. Es würde das z. B. in Knrhtssen einen ganz erklecklichen Unterschied machen.