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Nach Testament des verstorbenen Landgrafen von Rotenburg soll bei der katholischen Gemeinde zu Rotenburg ein Lehrer an. gestellt werden, der allen Kindern der Gemeinde freien Unterricht zu ertheilen hat und dafür einen fixen Gehalt von 200 Thalern von dem Allodial-Erben des Landgrafen, dem Fürsten Hohenlohe gen. Schillingsfürst zu Corvei, beziehen wird. Warum hat sich seither noch kein Lehrer um diese Stelle beworben? So viel be- sannt, ist es nicht erforderlich, nach Aussage des Testaments, daß kompetenten katholischen Bekenntnisses seien. f
Ist eS wohl der Würde eines Staatsdieners und besonders eines richterlichen Beamten angemessen, wenn ein solcher, mißachtend jene Gesetze, die er als Strafrichter gegen Frevler selbst anwenden soll, in den, eine kurhessische Provinzial-Haupistadt umgebenden, nicht abgelös'ten Jagd- und zum Theil Leibhege-Bezirken, in Begleitung seines, im Staats ° Porbereitungsdicnste befind- lichen Sohnes, täglich und in den, leider nur zu vielen, von Arbeit freien Stunden als unbefugter Jäger betroffen und sogar von mehreren Gemeinden, die ihm amtsuntergeben sind, unter Bedrohung mit Insulten aus ihren Gemarkungsgebieten ausgewiesen, das Wild nur erlegt, um Nahrungsmittel zu erbeuten? —t.
Nachdem der Herr Obergerichts-Anwalt Schwarzenberg auf seine Stellung als Nationalvertreter für den 1. km hessischen Wahlbezirk Verzicht geleistet, ist die neu eingeleitete Wahl ohne irgend ein Zuthun von meiner Seite auf mich gefallen. Mein Wunsch war meine geringen Kräfte gleich wie auf frühern, auch dem nächst bevorstehenden hiesigen Landtage, zu welchem ich als Abgeordneter gewählt war, widmen zu können. Ich sehe indessen ein, daß ich diesen Wunsch — zumal unter den dermaligen poli- èischen Verhältnissen — dem an mich ergangenen neuen Rufe «interordnen muß. Indem ich nun, im Begriffe nach Frankfurt abzureisen, denjenigen Wählern, welche mir ihre Stimmen zu Theil werden ließen, für diesen Beweis eines hohen Vertrauens weinen Dank abstatte, verspreche ich solches Vertrauen mit voller Hingebung nach bestem Wissen, sowie ich es vor Gott und meinem Gewissen zu verantworten hoffen darf und meine Kräfte ausreichen, zu Verdienen zu suchen.
Cassel, 19. October 1848. Baumbach.
Bekanntmachungen.
[276] Ediktalladung.
Der hiesige Bürger Johann Heinrich Hecht hat bei dem unterzeichneten Justizamte auf Feststellung der nach dem Gesetze Dom 26. August d. J. zu leistenden Entschädigung, wegen der Von seiner Kolonie Nr. 5 zu Algesdorf an den Landdrosten von Landesberg, jetzt zu Hannover, als Besitzer des von Landcöbergi- schen Gutes zu Stadthagen zu entrichtenden Reallasten, nämlich:
a) an Grundzinsen
5 Hühner, 80 Eier, 10 Sgr. Michaelischatz , 10 Sgr. Mahlschweinsgeld, 17 Himten Roggen, 20% -èimten ©erste und 3572 Himten Hafer und
b) an Weinkauf
9 Thlr. Weinkauf, zu 3 Fällen angenommen, macht jährlich 8 Sgr. 1 Hlr.
angetragen und dafür ein Ablösungskapitel von 713 Thlr. 20 Sgr. angeboten.
In Gemäßheit des §. 88 des Ablösungsgesetzes vom 23. Juni 1832 werden daher alle bei der Auseinandersetzung und bez. bei der Verfügung über das Ablösungskapital betheiligten Personen hierdurch aufgefordert, ihre Ansprüche, insofern sie sich auf die Mitwirkung bei der Auseinandersetzung selbst beziehen, in dem auf den 8. Januar k. J. zur Verhandlung über die angestellte Provokation anberaumten Termine, insofern sie aber bei der Verfügung über das Ablösungskapital in Betracht kommen, binnen sechs Monaten vom Tage der ersten Einrückung dieser Bekannt, machung in die öffentlichen Blätter, so gewiß geltend zu machen, al ssonst die Ersteren als in das Resultat der Ablösung einwil
lig,nd angesehen werden, und auf die Letzteren bei der Verfügung über das Ablösungskapital keine Rücksicht genommen werden wird Rodenberg, den 12. November 1848.
Kurfürstlich Hessisches Justizamt.
vt. Graebe.
Preußische Renten - Versicherungs - Anstalt.
[277] Bekanntmach u n g.
Zttr Wahl zweier Mitglieder des unterzeichneten CuratoriumS und zweier Stellvertreter derselben an die Stell, d,r statulen-i mäßig mit dem Schluffe des Jahres ausscheidenden Mitglieder und Stellvertreter, sowie zur Wahl zweier Revisioiis-Commissarien und zweier Stellvertreter derselben für die Jahre 1849 und 1850 ist eine General-Versammlung der Mitglieder der Preuß. Remen- Versicherungs-Anstalt
aus den 15. December er., Vomittags 10 Uhr, im Geschäfts-Locale derselben (Mohreustraße No. 59.) anbe=. aumt, zu welcher die Stimm-Berechtigten, unter Bezugnahme auf die im §. 57. der Statuten enthaltenen '-Bestimmungen, mit dem Bemerken ergebens! eingeladen werden, daß die Candidaten» Liste vom 1. December ab in dem gedachten Geschäfts-Lokale ein- gesehen werden kann. Berlin den 3. November 1848.
Curatorium der Preuß. Nenten-Versicherungs-Anstalt. Schulze.
A. C. F. Damms, Haupt-Agent in Kassel.
Erklärung
Die Berichtigung in der Beilage zu Nr. 147 der N. H. Z. F. . . s. verdient den Namen einer solchen nicht. Allerdings hat der Pf. Reißmann gesagt: „Nieder mit solchen Schulmeistern." Hiernach mag man die verdächtigenden Ausdrücke der citirten nur sogenannten Berichtigung in Betreff auf die ursprüngliche Mittheilung, beurtheilen. Der Kantor Thiel.
Angekommene Fremde vom 20. November.
Im Hotel de Kussie (C. Klein): Bierbrauer Dittmar aus Barmen; Kaufl. Schwaner aus Leipzig, Schaaf aus Magdeburg, Löwenthal aus Witzenhausen, Epstein mit Tochter aus Fulda und Franke aus Fritzlar; Rent. Gösser aus Erfurt.
Im König von Preußen tSchambeck): Kaust Bauer u. Benjamin aus Hanau und Kalm aus Mainz; Major Brening mit Sohn aus Friemen; Part. RobuS aus Berlin; Maschinist Flabel auS Mühlheim.
In der golduen Krone (F. Schade): Reallehrer Hempsing aus Marburg; Kaust. Rothschildt aus Rotenburg, Levi und Heinemann auS Eschwege, Gebhardt aus Leipzig, Bachrach auS Neustadt, Plaut aut Willingshausen, Lorsch auS Gelnhausen, Fricke auS Stiebringen und Dr. Frenkell aus Witzenhauseu; Pfarrer Raßpcl auö Frielingen; Kreisrabbiner Goldniann auS Eschwege.
Im Römischen Kaiser (I. L. Lang): Kaufl. Delisle aus Bregens, Grieshaber auS Bremen, Mingol aus Hamburg und Kulp aus Frankfurt; Pastor Ritter a. Paderborn; Oberg.-Rath Forster a. München.
Börsenberichte
Frankfurt, 18. Roo. Obgleich die Nachricht von Berlin, daß die dortige constituirende Versammlung die Steuerverweigerung beschlossen, große Sensation unter den Speculanten hervorbrachte, so hatte dieselbe dennoch keinen weiteren Einfluß auf deu Stand der Fonds, welche sich sämmtlich fest im CourS behaupteten. Oesterreichische Papiere stellten sich wie zu Wien, am 13., noch etwas höher im Preise wie gestern. 5pEt Metall. 67% pEt., 2% PEt. ditto 35% pEt. G., Wiener Bankactien 1120 fl , 500 fl. Loose 116% PEt., 250 fl. Loose 77% pCt., 2%V@t Holländische Integralen 44% pCt., Hessische 40 Rtblr. Loose 24'/, Rthlr., Bad. 35 fl. Loose 25% fl., Poln. 500 st. Loose 67 Rlhlr.
Wien, 14. Nov., 5pEt. Metall. 78. — 4pEt 64%. — 3pCt. —. - 2%VGt. 40%. — Bankactien 1090. — 500 fl. Loose 13t. — 250 fl Loose 89.
Paris, 16. Nov., Stand der Rente: 5pCt. 64. 5. — 3pEt 41.60— Nene 64. 20.— Neue 3pCt. Span. 23'/,.— Bankactien 1325-
London, 15. Nov., 3pEt. Stocks 86’/, â %. — 5pCt. Span 11'4 — Neue 3pCt. 23%. — 3pCt. Port. 23. — 2'/,pCt. Hvlländ. —
Kurfürstliches Hoftheater.
Dienstag, 21. Nov.: Die Puritaner. Große Opet in 3 Aufz Musik von Bellini. — Elvire: Mad. Schreiber-Kirchberger.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Kassel.