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sprachen AhrenS, Gr umbrecht, Stahl, für die des Volks- wirthschaftlichen Ausschusses Ziegert, Jucho, Eisenstuck, Werner. Osterrath vertheidigt seine Verbesserungsanträge zu §. 25 und 27. „Alle deutschen Flüsse, welche in ihrem schiffbaren Lauf ver­schiedene deutsche Staaten durchströmen oder begrenzen, und die an denselben zur Beförderung der Schifffahrt oder des Handels errichteren Anstalten unterliegen der Gesetzgebung und Oberaufsicht der Reichsgewalt. Der Reichsgewalt steht die Bcfugniß zu, an­dere deutsche Flüsse schiffbar zu machen und Kanäle anzulegen, über welche sic alsdann die Gesetzgebung und Oberaufsicht gleich­falls auSübt" §. 27 Hinsichtlich der Benutzung aller deutschen Wasserstraßen, der an denselben befindlichen Landungsplätze und der zur Beförderung der Schifffahrt oder des Handels errichteten Anstalten darf eine Begünstigung der Angehörigen eines deutschen Staates vor denen anderer deutschen Staaten nicht stattfinden.

(Schluß folgt.)

-v- Frankfurt, 19. Nov. (Fröbels Bericht in der ReichS- versammlung über seine und Blums in Wien erlittene Verhaf­tung und standrechtliche Verfolgung.) Fröbel bevorwortete, daß er bei der Darstellung der betreffenden Thatsachen nur von dem Gesichtspunkte ausgehe, inwiefern dabei das Reichsgesetz über den Schutz der Abgeordneten verletzt sei. — Nachdem der Antrag Bergers in der Nationalversammlung, den Wienern die Sym­pathie der Reichsversammlung auszusprechen, gefallen war, beschloß die Fraktion „Donnersberg" und „Deutscher Hof," zwei Mitglieder abzusenden, um in ihrem Namen den Wienern eine Adresse zu überreichen. „Donnersberg" wählte Fröbel, der „Deutsche Hof" Blum zu diesem Zwecke; ihnen schlossen sich als Begleiter M. Hartmann und Trampusch an. Am 13. October reisten sie von hier ab und kamen am 17. in Wien an. Dort theilten sie die Adresse dem permanenten Ausschusse des Reichs­tags, dem Obercommandanten der Nationalgarde, dem Gemeinde- rath und dem Studentenausschüsse mit. Der Reichstag nahm die Adresse mit Akklamation auf. Nachdem man den 18. und 19. darauf verwendet hatte, die Aufträge auszurichten, war die Depu­tation am 20. bereit, wieder abzureisen. Blum verlangte vom Sächsischen Gesandten einen Paß, den er erhielt; Fröbel wurde der Paß verweigert, da er nicht Sächsischer Bürger ist. Letzterer ließ sich deßhalb für sich und seine Begleiter am 21. vom Ober- commando Passirscheine geben. Die Legitimationspapiere als Ab­geordnete glaubten sie nicht gebrauchen zu dürfen, weil sie hörten, daß gerade Abgeordnete, als solche, im Lager von den Soldaten mißhandelt würden. Dieses Gerücht hielt die Deputation bis zum 26. ab, ihren Beschuß, abzureisen, auszuführen. Nachdem sie ent­schlossen waren, nicht abzureisen, machten sie sich mit dem Ge­danken vertraut, am Kampfe unmittelbar Theil zu nehmen. Am 26 kam ein Hauptmann a. D., Haug, zu ihnen, welcher den Befehl hatte, ein Elitencorps zu bilden. Blum und Fröbel tra­ten in das Corps und wurde ersterer zum Hauptmann der 1., Fröbel zum Hauptmann der 3. Compagnie ernannt. Dieses Corps war nach den Instruktionen Haugs dazu bestimmt, die Ruhe und Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten — „eine nicht minder wichtige Auf­gabe, als die gegen den äußeren Feind zu kämpfen." In der Stadt war aus mehreren Häusern auf Vorübergehende geschossen, die Häuser wurden dann gestürmt und die Bewohner niedergemacht. Unbewaffnete, welche sich auf der Straße sehen ließen, wurden gezwungen, in irgend ein Corps einzutreten. Auf diese Weise war die Aussicht „daß in der Stadt die allerfurchtbarsten Unru­hen ausbrechen würden und wir glaubten, daß wir als Fremde die Verpflichtung hätten, an den allgemeinen Lasten Theil zu nehmen." Das Corps wurde aber bald auf andere Weise ver­wendet, die uns aufs Höchste überraschte. Fröbel und Blum wurden getrennt und kamen auf die allergefährlichsten Stellen. Sie erhielten während der 3 Tage, wo sie ihre Posten versa­hen, die Ueberzeugung, daß die Stadt sich nicht halten würde, weil sie verrathen werde. Als Beweis der Zweideutigkeit in der Leitung der Dinge führt Fröbel an, daß Blum den Kroaten gegenüber gestellt wurde, mit dem Befehle über 5 Kanonen, die er aber nach strengem Befehle nicht brauchen durfte. Fröbels Leute erhielten Patronen mit Sand und Sägespähnen gefüllt, Zünder ohne Inhalt. — Sie beschlossen deshalb, vom Kampfe abzustehen. Am 29. 6 Uhr Morgens gaben sie ihre Entlassung ein, die an­

genommen wurde. Vom 29. bis 4. Nov. brachten sie ihre Zeit ruhig int Gasthofe zu. Am 2. schrieben sie an General N. N., von dem sie börten, er sei Stadtkommandant, und baten um einen Geleitschein, da sie gegen ihren Willen in der Stadt zurückgehal­ten würden. Der Kommandant wieS sie an General Cordon. Auf ein Billet vom 3. Abends ähnlichen Inhalts an Cordon er­schien am 4. Morgens ein Hauptmann, der sie verhaftete. Der Verhaftsbefehl war auf die Rückseite des Billets geschrieben. Die Protestation gegen die Verhaftung half nichts. Sie wurden in das Staatsstockhaus abgeführt. Vom 6. bis 8. Abends wurden sie hier ziemlich rücksichtsvoll behandelt. Am 8. Mittags» 4 Uhr gaben sie einen Protest an die Centraluntersuchungskommis­sion ab, worin sic ihre Eigenschaft als Abgeordnete nochmals gel­tend machten und ausfühilich gegen weiteres gerichtliches Ver­fahren protestirten. (Einen oder zwei Tage früher hatten sie ein Schreiben an den Präsidenten der Reichöversammlung nach Frank­furt ergehen lassen; dasselbe war der Untersuchungskommis sion ein- gehändigt, jedoch scheint dasselbe nicht angekommen zu sein.) „Dm Protest vom 8. bildet eine entscheidende Wendung." Die Hin­richtung Blums ist die augenblickliche Antwort auf den Protest. Um 6 Uhr wurde Blum zum Verhör geladen, um 8 Ubr man dasselbe beendigt. Am anderen Morgen wurde Slum das Urtheil verkündigt und an ihm vollstreckt. Fröbel sah Blum, nachdem er inS Verhör gerufen war, noch einmal auf eine halbe Minute, konnte jedoch nicht mit ihm sprechen. — Bis zum 8. früh waren die Gefangenen allein gewesen, da erschien ein Mann, welcher sich für den GeneraladjutaMen Messt rrh^ users ausgab, dessen Befehlen jedoch im Stockhause Folge gcle stet wurde. Er führt« das Gespräch auf die Zeit, wo Fröbel iund Blum die Waffen geführt hatten, und Blum „war offenherzig genug, demselben all« Einzelheiten zu erzählen." Der Fremde machte die Gefangener darauf aufmerksam, daß sie nicht energi sch genug protrftirt hätten ein recht energischer Protest werde sie retten Blum befolgte die­sen Rath gegen Fröbels Warnung, auf dessen Ermahnung Blum am Schlüsse seines Protestes wenigstens eine drohende Wendung hin- wegließ. Die Abschrift dieses Protestes ist das Einzige, was Fröbel von seinen Sachen im Gefangenhause vermißt. — Fröbel mußte „in Folge des Protestes" ein gewisses Raffinement bei der Art seiner Behandlung empfinden. „Plan glaubte an einem Opfer genug zu haben; das zweiie aber so empfindlich als möglich strafen zu sollen." 4 Tage lang wurde Fröbel „absichtlich in der Meinung

gelassen, daß er btm Tode durch den Strick enkgeg.n ging." Fröbel wurde Nachts 12 Uhr aus seinem bisherigen Gefängnisse durch einen Profoß geholt und in einen Wagen gesetzt, der vorn und hinten einen Soldaten zur Bedeckung hatte. Er wurde durch die Stadt gefahren in ein Haus, wo sie ein Beamten empfing, dem der Piosoß ein versiegeltes Papier überreichte. Dei Beamte zeigte sich in Folge des gelesenen Papiers sehr cousternirt und betrachtete den, Gefangenen erschrecken lange Zeit. Fiöbel konnte auf dem Zettel nur die Worte „5 Uhr" lesen, welche er für die ihm bestimmte Todes« stunde hielt. Der Beamte schrieb dann einen zweiten B'fehl u. pröbel' wurde in ein anderes Haus gebracht, ivo ihm ein Mann Wach, beigegebrn wurde. Hier blieb er bis zum 10., wo er am Nach Mittage durch den Prosoß seines ersten Gefängnisses in dieses zu rückgeholt wurde. Hier bekam er sitzt ein äußerst kleines Zurr mer. Um 6 Uhr Abends wurde er verhört. Die Fragen con centrirten sich in der, ob er noch nach bim 23. die Waffen ge führt habe. (Am 23. war Wien von Windischgrätz in Belage rungszustand e>klärt). Er bejahte diese Frage. Zu seiner Ver theidigung führte er an, daß der Belagerungszustand in der Stad nicht gehörig verkündet sei, indim die Plakate nur in ivenif Eremplaren vertheilt seien. Auf die weitere Auffordei ung, AUei zu sagen, was er zu seiner Vertheidigung etwa anfuhren könne that er dies, ohne seinen Principien etwas zu vergaben, aber and ohne die Richter zu reizen. Er bezog sich dabei auf ein Buch welches er bei seinem frühern Aufenthalte in Wien gefchrieben habe uni welches die conservaNve Puffe damals gelobt habe „Wien, Deutsch land und Europa", worin er den Gedanken durchgeführt habe, daß di österreichisch - deutsche Frage nick t durch eine Theilung, sondern burd eine Verbindung des ganzen österreichischen Staatencompleres ge löst werden müsse. Der Obristlieutenait erklärte sogleich, daj dies ein sehr wichtiger Punkt in der Vertheidigung sei, den er z'