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Dit heute von Sr. D. dem Feldmarschall Fürsten Windischgrätz rückgekehrte Deputation brachte das Versprechen mit, daß die im tärz und Mai errungenen Freiheiten nicht geschmälert und die rs Volk eingetretenen Militärs möglichst mild behandelt werden, rner, daß der Nationalgarde ihre eigenthümlichen Waffen und Geschütze bei Reorganisation der Garde gleich zurückgestellt werden llen."
Die Breslauer Zeitung theilt über den Kampf und die Zu- inbe in Wien folgende, wie es scheint, zuverlässige Details mit: insichtlich der Stadt Wien hat, nach Versicherung unseres Bechterstatters, in Ansehung der Gebäude, der Kampf, das Bom- rrdement und das Feuer keineswegs die sehr übertrieben berichten Folgen gehabt. Der Schaden an den Baulichkeiten steht in ir keinem Verhältniß zu seiner leicht möglich gewesenen Aus- Hnung. Auch in Ansehung der Nordbahn sind die gegebenen Gerichte nicht in vollem Umfange wahr. Die Bahn war auf ganz eringen Strecken kunstgemäß zerstört und ist bereits hergestellt, ie (Hebäude des Hauptbahnhofes sind mit wenigen hundert Tha- rn wieder in ihren früheren Stand zu versetzen. Die große isenbahn-Donaubrücke ist unverletzt, nur bei der Brücke über den einen Donauarm sind einige der hölzernen Joche verbrannt. Bin- 'N drei Wochen ist alles Verletzte in Ordnung gebracht, der ge- mmte Eisenbahnverkehr auf der Nordbahn für Briefe, Personen ib Waaren also gesichert. —
Was endlich Wiens Verlust an Menschen betrifft, so läßt H selbst annähernd bis jetzt nichts Bestimmtes sagen. Man hat m 1500 gesprochen, allein dies dürfte sehr übertrieben sein, ehr große Verluste an Menschenleben hat dagegen die Armee, ich eigenem Ausspruche vieler Offiziere, erlitten, denen freilich e Mittheilung von Zahlen untersagt ist. Großen Schaden hat e beinahe drei Wochen anvauernde Plänkelei zugefügt, indem erbei die Arbeiter mit größter Tollkühnheit Ausfälle machten ib auf den an Zahl weit überlegenen Feind nicht ohne Erfolg -offen. — Ob Windischgrätz seinen Proclamationen jetzt Erfolg -affen und ein Gericht als Würgengel halten werde, das muß an abwarten, es ist nicht vorauszubestiinmen. Personen, welche indischgrätz genauer kennen, versichern, daß er zwar ein Hauzen und unbeugsamer Soldat, dennoch aber unfähig sei, seinen cohungen die blutige Geltung zu geben.
Telegraphische Depesche vom Feldmarschall Windischgrätz um Uhr 50 Minuten Abends am 1. November 1848. Heute ichts ist das äußere Burgthor eingeschossen, bei selbem mit un- en Truppen eingedrungen, und die k. k Burg durch das Land- Hrbataillon Kaifer besetzt worden. Pie Truppen kamen unge- tdert bis auf den Graben und Stephansplatz. Etwa 1000 udenten und Polen sollen sich in die Aula gezogen und ent- loffen haben, sich auf das Aeußerste zu vertheivigen. Ich lasse daselbst mit aller Waffengewalt angreifen. Das Dach der ssbibliothek ist von den Proletariern in Brand gesteckt, alles brige der Burg aber durch den Einmarsch der Truppen geret- worden. Olmütz, am 1. Nov. 1848. Lazanzky, k. k. schles. Gub.-Vice-Präsident,
Berlin. (Sitzung vom 3. November.) Das Protokoll ■ gestrigen Morgen- und Abendsitzung wird verlesen und ge- Migt, worauf der Präsident erklärt, daß er, um die stenogra- Ichen Berichte der gestrigen Sitzung drucken lassen zu können, die Sitzung selbst noch nicht geschlossen sei, hiermit die Sitzung ließe und die folgende eröffne.
Bericht der Deputation an den König, v. Unruh erklärt, ) zwar die Minister in der gestrigen Sitzung Zeuge davon ren, daß eine Adresse an Se. Majestät beschlossen wurde: er >e es indeß nöthig erachtet, demselben noch eine ausdrückliche cielle Mittheilung darüber zukommen zu lassen; er habe geübt, daß dies himeichen werde, um sie dadurch zu veranlassen, um dieselbe Zeit wie die Deputation in Sanssouci einzufinden; eß sei er in dieser Erwartung getäuscht worden. — Die De- ation gelangte um 63/4 Uhr nach Sanssouci und war, da — gesagt — kein Minister anwesend war, genöthigt, die Ver- tlung des Flügeladjutanten in Anspruch zu nehmen. Herr stor v. Manteuffel erklärte indeß, daß Deputationen bei Sr. stestät seit dem Monat März nur durch Vermittlung der Mier eingeführt würden. Darauf habe er (v. Unruh) den Ma- von Manteuffel ersucht, ihn persönlich bei Sr. Majestät zu
melden, wozu sich jener auch bereit erklärt und bald darauf mit der angenehmen Nachricht zurückgekehrt fei, daß die Minister Se. Majestät dringend gebeten hätten, die Deputation zu empfangen. Dies geschah. Die Adreffe wurde Sr. Majestät eingehändigt. Se. Majestät hat darauf keine Antwort ertheilt, sich jedoch privatim gegen die Mitglieder der Deputation Gierke, Kühlwetter, Mätzke dahin ausgesprochen, daß er es mit dem konstitutionellen Princip, das er bis auf seine kleinsten Details aufrecht erhalten wolle, nicht vereinbar fände, ohne die Minister eine Antwort zn geben, weshalb Se. Majestät selbst diese Erklärung als keine officielle betrachtet wissen wollte. Die Minister waren von Sr. Majestät aufgefordert worden, sich mit dem ersten Zuge heute Morgen nach Potsdam zu begeben. — Es fragt sich nun, ob die Versammlung in die Tagesordnung eintreten, oder die Sitzung vertagen will. Er (der Präsident) sei der Ansicht, daß — da die Minister in der Unmöglichkeit sich befunden, der Sitzung bei- zuwohnen, da sie sich im Auftrage der Versammlung in Potsdam befinden — die Vertagung v^rzuziehen sei. Er schlage die Wiedereröffnung der Sitzung um 2 Uhr Nachmittags vor.
Parrisius macht zunächst den Vorschlag, daß statt 2 Uhr die Sitzung um 3 Uhr wieder eröffnet werde, außerdem aber — da wohl Se. Majestät, nicht aber die Minister des Königs constitu- tionell handelten — dieselben aufzufordern, sofort nach Empfang der Antwort des Königs Bericht darüber in der Versammlung zu erstatten. Thäte das die Versammlung nicht, so könnte sie vielleicht 8 Tage darauf warten, bis es den Herren Ministern gefällig sei, sich in den Sitzungssaal zu begeben.
Ein Antrag Reuters, daß die Deputation ein osficielles Protokoll über ihren Bericht aufnehmen möge, wird mit 187 gegen 110 Stimmen verworfen. Darauf wird über die Nachmittags- fitzung abgestimmt, und dieselbe um 3 Uhr mit großer Majorität angenommen. Herr Kühlwetter, v. Auerswald und Tüshaus stimmen dagegen.
d'Ester zur faktischen Berichtigung des Berichts des Präsidenten: Seine Majestät entfernte sich sofort nach Verlesung der Adresse, worauf der Abgeordnete Jacoby zu Seiner Majestät gewendet, sprach: „Wir sind nicht blos hierher gesandt, um Seiner Majestät eine Adresse zu überreichen, sondern Seiner Majestät auch Aufklärungen über die Lage des Landes zu geben." Der König antwortete nicht, sondern setzte seinen Schritt fort. Der Abgeordnete Jacoby fuhr fort: „Gestatten Ew. Majestät uns Gehör," woraus Seine Majestät kurz antwortete: „„Nein."" Darauf sagte schließlich der Abgeordnete Jacoby: „Das ist das Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit nicht hören wollen." — Schon während des Berichts von d'Ester sprang auf das Beispiel dec Herren Kühlwetter und v. Auerswald die Rechte wüthend auf, um das Manöver von gestern zu wiederholen, nämlich —■ fortzulaufen; und Herr Scheidt sprang fast wüthend auf die Rednertribüne zu.
Bredt: der Abgeordnete d'Ester hat in seinem Bericht vollkommen Recht; ich erkläre aber, daß der Abgeordnete Jacoby nicht befugt war, das Wort zu ergreifen. Die Abgeordneten Rodberlus und v. Berg haben ebenso wie ich dagegen protestirt und ich wenigstens werde auch fernerhin Protestiren. — Pelzer. Auch ich, der ich nicht zur Deputation gehört, erkläre, daß ich Herrn Jacoby nicht beauftragt habe, dergleichen zu sagen. Selbst die Botukuden achten das Hausrecht, unsere Deputation scheint das nicht für nöthig erachtet zu haben.
Jacoby (zur persönlichen Bemerkung:) Es ist gesagt worden, ich sei nicht befugt gewesen, jene Worte zu sagen; auch sei mir kein Auftrag dazu ertheilt worden. Darüber will ich nur eine faktische Erklärung machen. Es ist nicht ganz richtig, daß ich unmittelbar nach dem Verlesen der Adresse diese Worte gesprochen; ich wartete einige Augenblicke und nur, weil kein Anderer, auch der Präsident nicht austrat, so übernahm ich diese Pflicht, die Sie in der Adresse ja selbst uns auferlegt. Auch mache ich gegen den Einwand, daß der König nicht habe ohne die Minister antworten können, auf den Unterschied aufmerksam, der zwischen Antwort geben und Gehör geben eristirt. Das Letztere hätte Se. Majestät auch ohne die Minister wohl thun können UebrigenS erkläre ich, daß ich in jenem Augenblicke nur das Recht der von Ihnen abgesandten Deputation zu vertreten glaubte. — Nach einer Berichtigung Bredts durch Waldeck erklärt Rodbertus zur