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rebungen der Regierung und der Armee Sr. Majestät gerichtet.
- „Ich ersuche Euer rc., diesen Gesichtspunkt fest zu halten und l Ihrem Wirkungskreise nach Möglichkeit geltend zu machen.
„Sr. Maj. der Kaiser und die Regierung sind entschlossen, iesen Kampf zu führen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln. Diese Mittel sind in den durch die Circularde- esche vom 21. b. M. mirgetheilten kaiserlichen Manifesten vom 6. und 19. b. M. näher bezeichnet worden. Der milikairische Heil bat bereits seine Anwendung gesunden. Eine Armee von ahe bei 60,000 Mann , in Person geführt von dem Feldmar- Hall Fürsten von Windischgrätz, der sein Hauptquartier dermalen i Hetzendorf genommen hat, hält die Hauptstadt hermetisch um- hloffen und ich habe Grund zu hoffen, daß der nächste Zweck ieser Operation binnen Kurzem erreicht sein wird.
„Gleichzeitig hat sich Se. Majestät bewogen gefunden, den Reichstag aus Wien zu entfernen, und für den 15. November ach Kremsier einzuberufen.
„Olmütz, den 26. Oct. 1848.
(gez.) Freiherr v. W essend er g."
Der Preußische Staatsanzeiger vom 2. Nov. hat folgende tachricht:
Berlin, 1. Nov. Wir erhalten aus Wien folgendes Platt des Gemeinderaths: „Mitbürger! Nachdem der Herr Ober- unmandant so eben dem Gemeinderathe die Nachricht überbracht it, daß die stabile und mobile Nationalgarde, so wie die aka- mische Legion sich entschlossen haben, die Waffen niederzulegen ,d in die vom Herrn Fürsten Windischgrätz gestellten Bedin- mgen sich zu fügen, ist sogleich eine aus Gemeinderäthen und litgliedern der gestimmten Volkswehr bestehende Deputation zum errn Fürsten abgegangen, um ihm die betreffende Mittheilung t machen. Wien, 29. Oct. 1848. Vom Gemeinderathe der tadt Wien."
Man erfährt über den Hergang folgendes Nähere: „Am 29. borgens hatte eine Deputation des Gemeinderaches den Feld- arschall bewegen wollen, von der Bedingung der Fortdauer des elagerungszustandes nach der Unterwerfung der Stadt abzugehen; : Fürst hatte sich indessen hierauf nicht eingelassen und auf der bedingten Unterwerfung bestanden; gleichzeitig jedoch versprochen, dem Tage nicht mehr auf die Stadt schießen zu lassen, damit bis zum 30. Zeit habe, zur Besinnung zu kommen. Um 3 )r Nachmittags hatten einzelne Theile der Stadt wieder ein immensen et* eröffnet; dasselbe war jedoch bald eingestellt worden. i Folge der Antwort des Fürsten versammelte sich am 29. bcnds der Gemeinderath und berief den Obercommandanten, so e alle Bezirksvorsteher der Nationalgarde, um zu berathen , ob ie längere Vertheidigung der Stadt möglich und gerathen sei. uw Messeuhaufer soll erklärt haben, daß er zwar zur Fort- mng des Kampfes bereit sei, wenn der Gemeinderath es be- )le; daß aber bei der jetzigen Stellung der kaiserlichen Truppen eine wirksame Vertheidigung der Stadt nicht zu denken sei; raus soll die Unterwerfung mit 2/3 der Stimmung gegen */3 schlossen worden sein. Noch in der Nacht ging die Deputant an den Fürsten (während gleichzeitig das obige Plakat ver- entlicht wurde), um die unbedingte Unterwerfung anzukündigen, d zu bitten, daß die kaiserlichen Truppen der städtischen Berde bei der Entwaffnuna Hül (reiche Hand leisten möchten. In lge dessen hat der Feldmarschall die Feindseligkeiten gegen die adt nicht wieder eröffnet, und die Truppen haben am 30. ne Widerstand die Glacis besetzt. An demselben Tage hatten Vorstädte schon größlentheils die Waffen gestreckt. Aus der adt erfuhr man noch, daß die Nationalgarde mit Erfolg An- sst von Arbeitern auf die Burg abgewiesen hatte, und daß neral Bem verwundet im Gasthofe „Stadt London" liege. &er die Ungarn wußte man in der nächsten Umgegend Wiens )ts Gewisses. Am 30. hatten Truppenbewegungen gegen vieren in der Richtung van Kaiser-Ebersdorf und Schwechat statt, -inden, und man hatte dort schteßen hören. In Breslau wollte n am 31. Oet. Nachmittags wissen, daß die Ungarn vorge- kt, aber geschlagen und theils in die Donau geworfen, theils den kaiserlichen Truppen übergegangen seien. Aus der Stadt ielt man noch folgenden Anschlag des Gemeinderaths : Alle Ar- er, welche bewaffneten Corps oder der Mobilgarde eingereiht
worden und durch bestimmte Bezüge bisher von der Commune unterstützt wurden, erhalten nach Ablieferung der Waffen an die hierzu näher zu bestimmende Commission von dem Tage, als dies erfolgt ist, und so lange die bisher bezogene Unterstützung, bis die gegenwärtig gestörten Erwerbsverhältnisse geordnet sind und ihnen der selbständige Erwerb wieder möglich geworden sein wird. Wien, den 29. Oct. 1848. Vom Gemeinderathe der Stadt Wien."
Olmütz, 30. Oct., Abends 6 Uhr. Das Volk drängt sich haufenweise an den Ecken der Straßen. Man liest dort folgendes soeben angeheftetes Plakat:
Kundmachung.
Laut einer telegraphischen Depesche von Sr. Durchlaucht dein Herrn FeldmarschaU Fürsten zu Windischgrätz an den Herrn Ministerpräsidenten Baron Weffenberg hat sich Wien unbedingt unbedingt unterworfen, und die k. k. Truppen besetzen heute die Stadt.
Olmütz, am 30. October 1848.
Leopold Graf Lazanzky, Gub. Vicepräsident.
Die „deutsche Reform," die seit mehreren Tagen Ertrablätter über Wien ausgiebt, bringt auch heute wieder die neuesten Nachrichten aus Wien. Sie reichen bis zum 30. Abends und werden als zuverlässig ausgegeben. Danach war am 30. Nachmittags die Nachricht vom Zuzug der Ungarn in Wien verbreitet. 20,000 Mann Ungarn rückten von Bruck a. d. Leitha bis Schwechat vor. Windischgrätz sandle ihnen 15,000 Mann entgegen. Darauf wurden in Wien die Kanonen sofort wieder gegen die Kaiserlichen gerichtet. Bem stand wieder an der Spitze der Wiener. Windischgrätz wandte sich wieder gegen die Stadt. Der Kampf dauert fort.
Berlin, 31. Oct. Die Berliner Nationalversammlung ist auch in der Abstimmung über den Adel weiter gegangen wie die Frankfurter, und wird diese von jetzt an immer mehr in demokratischer Richtung überflügeln. Aber sie wird doch nicht solchen fanatischen Unsinn zu Tage fördern wie die äußerste Linke in Frankfurt, von der wir so eben hier die Herren Schlöffel, Zitz, Simon, Trützschler kennen gelernt haben, welche nach Berlin gekommen sind, um die Linke dahin zu vermögen, ein Manifest an das Volk zu erlassen, bewaffnet sich zusammenzuschaareu und Wien zur Hülfe zu eilen. Die Linke hat sich gehütet, daranf einzugehen, und hat die Frankfurter Republikaner gänzlich ablaufen lassen. Eben so hat sie sich nicht mit dem demokratischen Con- greß eingelassen, der gestern in voller Uneinigkeit sein Ende erreicht hat, weil unsere Straßen-Demokraten im Congreß alle diejenigen , welche gemäßigte und vernünftige Vorschläge machten, für Reaktionäre erklärten. Dagegen wird nun heut Abend in dec Kammer der dringende Antrag Waldecks und der Linken debat- tirt, daß das Staatsministerium die bedrohten Freiheiten des Wiener Volkes mit allen Mitteln schützen möge. — Die demokratische Partei hat den Ausgang der heutigen Sitzung über den Waldeckschen Antrag durch eine Demonstration zu unterstützen gesucht, indem mehrere tausend Menschen in geordneter Weise eine Petition überreichten. Professor Bayrhofer und die Leiter des demokratischen Clubs hatten sich dabei an die Spitze gestellt, nachdem schon am Sonntag in der Volksversammlung durch Arnold Ruge die Vorbereitungen dazu getroffen waren. Ich glaube nicht, daß die Versammlung dadurch sich zur Annahme des Antrags bestimmen läßt, allein der Einfluß auf dieselbe ist unverkennbar durch die Ereignisse längst hervorgerufen, und daß etwas geschehen muß, um den Abscheu gegen die Partei kundzuthun, welche Wien belagert und bombardirt, ist nicht zu verkennen. Es ist gut, wenn bie Versammlung sich frei ausspricht, wie sie darüber denkt" die moralische Wirkung, welche damit erzielt wird, findet im ganzen Vaterlande Widerhall. Aber mehr kann man nicht thun, — denn wo ist das Heer, das wir nach Wien schicken könnten?
Abends 9 U h r. Ich füge nur wenige Worte hinzu, da ich soeben aus der Nationalversammlung komme. Das Volk hat das Haus umringt, wüthende Banden, die mit Fackeln in den Händen alle Eingänge besetzt halten und alle Abgeordnete zu hängen drohen, wenn der Waldecksche Antrag nicht angenommen wird. Dazu ist keine Aussicht, denn dieser Antrag ist unmöglich. Dagegen haben die Abgeordneten Rodbertus und v. Berg einen andern Antrag ober Amendement gestellt, wonach die Centralgewalt aufs