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men: „Kein Theil des deutschen Reichs darf mit nichtdeutschen „Ländern zu einem Staate vereinigt sein." —• Mehrere österreichische Abgeordnete: Mühlfeldt, v. Würth u. A. erklären zu Protokoll, daß sie nur in der Voraussetzung, daß noch einer der von ihnen unterstützten Zusätze angenommen werde, für den §. 2 gestimmt haben. Das Minoritätserachten zu diesem Paragraphen wird mit 375 gegen 38 Stimmen verworfen. Dassebe lautet: „Insofern die eigenthümlichen Verhältnisse Oesterreichs die Ausführung dieses §. 2 und der daraus abgeleiteten Paragraphen hinsichtlich desselben nicht zulassen, soll die angestrebte Einheit und Macht Deutschlands im größtmöglichen Maaße durch den innigsten Anschluß Oesterreichs an Deutschland im Wege des volksrechtlichen Bündnisses zwischen der Reichsgewalt und der österreichischen Regierung erzielt werden." Der Zusatzantrag von I. Kaiser „die Verhältnisse Oesterreichs bleiben der definitiven Anordnung Vorbehalten" wird mit 318 gegen 104 Stimmen abgelehnt. Schreiner nimmt seinen Antrag hierauf zurück. — §. 3 des Entwurfs wird mit 316 gen 90 Stimmen angenommen. Die Zusätze von Arneth, Blömer, C. Aigelburg, Schuler und v. Trützschler waren mit dieser Abstimmung erledigt. — Mehrere Abgeordnete aus Oesterreich, Benedict, B. Weber, Kagerbauer, Jenny, Reindl, Weiß, Rußl u. A. erklären zu Protokoll, daß sie aus mehreren Gründen gegen die (j.§. 2, 3 gestimmt haben und durch diese Erklärung die Rechte des österreichischen Volkes gewahrt wissen wollen. La sch an aus Illyrien erklärt aus Rechtsgründen gegen die Paragraphen gestimmt zu haben. Heinrich v. G a g er n, Mü l l e r aus Würzburg, Simson II. von Stargard, v. Linde, v. Bally und Schwerin erklären, deßhalb gegen die §.§. 2, 3 gestimmt zu haben, weil ihnen durch die durch die Versammlung beliebte Art der Abstimmung benommen sei, vorher über die Einschränkungen abzustimmen, unter welcher sie für Annahme der Paragraphen gewesen sein würden. Einige andere Abgeordnete, theilweise aus Oesterreich, Lienbacher, Weber, Dieringer (Bonn) ,Höchs- mann, Phlipps, Blömer (Aachen) u. A. erklären, aus diesen, und dem weitern Grunde gegen die Paragraphen gestimmt zu haben, weil nach ihrer innigsten Ueberzeugung der ohne Mo- disicationen angenommene Beschluß nicht allein die Interessen der österreichisch-deutschen Provinzen, sondern auch das übrige Deutschland aufs empfindlichste verletzen.
Am Schluffe der Sitzung zeigt noch Zach ar iä im Namen des für die Prüfung des Antrags des hiesigen Appellations- Gerichts uiedergesetzten Ausschusses an, daß derselbe seine Zustimmung zu der gegen Blum und Günther als Redaktoren der Reichstagszeitung verfügten strafrechtlichen Untersuchung ertheilt.
Die Sitzung wird 3*/2 Uhr geschlossen. Nächste Sitzung Montag. Berathung der §.§. 4 und ff. des Verfassungs-Entwufs.
Frankfurt, 28. Oct. Das Reichsministerium der auswärtigen Angelegenheiten bringt heute das am 20. October d. J. auf dem Schlosse Gottorff über die Einsetzung der neuen gemeinsamen Regierungen für Schleswig-Holstein aufgenommene Protosoll zur öffentlichen Kenntniß.
Wiener Revolution.
Das „Troppauer Correspondenzblattt" schreibt: Der Kaiser soll gesonnen sein, die Volksbewegungen im Wege des Friedens zu schlichten : auch Minister Wessenberg soll dazu gerathen haben; allein die militairische Umgebung des Kaisers will nur eine Vermittlung des Schwertes und macht alles Andere unmöglich, was nicht Blut fordert.
In jeder Provinz des Kaiferstaates soll eine eigene Landes- Verwaltung geschaffen werden, daher nur drei Ministerien, Krieg, Finanzen und Auswärtiges für den Kaiserstaat verbleiben , wodurch das Jsoliren der Nation gehoben werden dürfte.
Olmütz, 23. Oct. Einem Gerüchte zufolge hat die Studentenlegion Wiens einen Ausfall inS kroatische Lager gemacht, ist aber umzingelt worden und ließ mehr alS die Hälfte ihrer Zahl todt am Platze zurück. — Gestern ist die Deputation deS Brünner Landtags hier angekommen.
Das diplomatische Corps hat die Stadt verlassen. Der englische Gesandte hatte am längsten gezögert und große Mühe gehabt, die Linie zu pasfiren, weshalb er sich selbst soll auf die CtaatSkanzlei und von da auf das Oberkommando haben begeben
müssen. Der französische Geschäftsträger ist auch nach Hitzir (bei Schönbrunn) gegangen. — Zahlreiche Spione sind von d, Truppen bereits aufgefangen, sowie mehrere Individuen, meld die Truppen zum Uebergehen verleiten wollten. Ein als Offizi verkleideter Student, welcher dasselbe versuchte, ist sofort standrech lich erschossen worden.
sAus Ungarn und den Provinzen.^ Nach Bericht, aus Preßburg vom 23. hatte sich die ungarische Armee, na einigen unerheblichen Vorpostengefechten bei Bruck an der Leith von Neuem gänzlich auf ungarisches Gebiet zurückgezogen. A den Nath von PulSzky waren die Bewohner von Preßburg d> mit beschäftigt, die Umgegend der Stadt zu verschanzen.
Cilli, 18. Oct. Das Croatencorps unter General The, dorowich, 15,000 Mann stark, zieht unangefochten und harmli über Warasdin seiner Heimath zu; das Gerücht, als sei es vo steierischen Landsturm vernichtet worden, erweis't sich als Völl grundlos. Unter der steierischen Bevölkerung finden sich die Sympathien für Jcllachich, die besonders von der Geistlichkeit g pflegt werden. —■ 80 Laibacher Schützen, die nach Wien gehe wollten, sind hier vom Militair verhaftet worden. „Aller Auge sind hier auf den Reichsverweser gerichtet," schreibt man au Cilli dem „I. d. O. Lloyd."
Olmütz, 23. Oct. 1000 Hanaken hielten ihren Einzr in Olmütz mit schwarz-gelben Fahnen und weiß-rothen Leibbinde um Sr. Majestät zu huldigen. Nachmittags trafen eben so vi Weiber und Kinder mit Geschenken für den Kaiser ein. — D königl. preußische GeneraUicutenant Thiele, der bairische Genera: lieutenant Zollern, dann der kaiserl. russische Botschafter Mede, sind in Olmütz eingetroffen. Galizien hat seinen eigen, Landtag ernannt.
Folgendes ist der offizielle Verlaus der Wiener Ereignisse, se dem 20. Windischgrätz erließ unter diesem Tage folgenden Erlc an die Bewohner Wiens: Von Sr. Maj. dem Kaiser beau tragt und mit allen Vollmachten ausgerüstet, um dem in Wü dermalen herrschenden gesetzlosen Zustande ohne Zeitverlust ei Ziel zu setzen, rechne ich auf den aufrichtigsten und kräftigste' Beistand aller wohlgesinnten Einwohner. Bewohner Wiens! (Sun Stadt ist befleckt worden durch Gräuelthaten, welche die Brucines jeden Ehrenmannes mit Entsetzen erfüllen. Sie ist no« in diesem Augenblicke in der Gewalt einer kleinen, aber verweg nen, vor keiner Schandthat zurückschauernden Faction. Euer L> ben, Euer Eigenthum ist preisgegeben der Willkür einer handvo Verbrecher. Ermannt Euch, folgt dem Rufe der Pflicht und dl- Vernunft! Ihr werdet in mir den Willen und die Kraft finde. Euch aus ihrer Gewalt zu befreien und Ruhe und Ordnun, wieder herzustellcn. Um diesen Zweck zu erreichen, werden hie, mit die Stadt, die Vorstädte und ihre Umgebung in Belagerung! zustand erklärt, sämmtliche Civilbehörden unter die Militairautori tät gestellt, und gegen die Uebertreter meiner Verfügungen da Standrecht verkündigt. Alle Wohlgesinnten mögen sich beruhige. Die Sicherheit der Personen und des Eigenthums zu schirme, wird meine vorzügliche Sorge sein. Dagegen aber werden d Widerspenstigen der ganzen Strenge der Militairgcsetze verfalle, Lundenburg, den 20. Oct. 1848. Fürst zu Windischgrätz, Fell marschall. Der Gemeinderath verweigerte die Publikation dies Ansprache, da bereits der hohe Reichstag, welchem alle Behörde der Monarchie unterstehen, einen Protest gegen die Amtshandlun gen Sr. Durchlaucht erlassen habe, auch der Gemeinderath sein Befehle stets unmittelbar vom Ministerium des Innern, welch, gegenwärtig in Wien allerdings vertreten fei, zu empfangen hab Jede von Sr. Durchlaucht dem Gemeinderath auferlegte streng Verantwortlichkeit werde von demselben in dem beruhigenden G« fühle völlig erfüllter Pflicht auf das Entschikdenste abgelehn Die Affichirung jener Ansprache sei allerdings geschehen, abe ohne des Gemeinderaths Gestattung.
Der Obercommandant Messenhauser erließ fobafin am 2c Mittags folgtndt Kundmachung: Mitbürger I Ein Plakat, ger. zeichnet „Fürst zu Windischgrätz Feldmarschall", ist heute an de Straßenecken auf kurze Zeit gesehen worden. Der hohe Reichs tag, getreu feiner Aufgabe: das constitutionelle Wohl der Völke zu vertreten, hat das Mandat deS Fürsten Windischgrätz mit bet angedrohten Belagerungszustände und dem daran sich knüpfende