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zeichnet worden ist. Die Petition jenes Staatsdieners wurde dagegen von Niemanden unterschrieben. Diese Vorgänge bezeugen aber nicht, wie der anonyme Einsender meint, daß es den hiesigen Einwohnern gleichgültig gewesen wäre, welches der beiden Gesuche sie unterzeichneten, sondern beweisen, daß dieselben mit der größten Entschiedenbeit und Festigkeit ein neues Wahlgesetz so wollen, wie es in der von ihnen unterzeichneten Pe­tition gefordert wird. Die gegentheilige anonyme Eingabe beabsichtigt, durch ihre unwahre Vorbringen alle vom Volke ausgehenden Gesuche um ein volkstümliches Wahlgesetz, ihrer Kraft zu berauben, und gilt, wie wohl ganz offenbar aus derselben hervvrgeht, nicht so sehr uns, als weit mehr noch dem ganzen Naterlande, um diese« nämlich der großen Wohl­thaten der directen censusfreien Wahl nicht theilhaftig werden zu lassen. Wir hoffen jedoch, daß die gute Sache dennoch siegen werde.

Anfragen, Rügen und Wünsche.

Wie kommt es, daß — während die WaggonS der drei ersten Klassen auf der Friedrich-Wilhelms.Nordbahn eine viel bessere Einrichtung haben, als auf den meisten andern deutschen Eisen- Bahnen, ja zum Theil mit überflüssigem Lurus ausgestattet sind — die Wagen vierter Klasse, welche gerade nur der ärmere Theil der Bevölkerung benutzen kann, nicht einmal mit einem Wetter­dach versehen sind, so daß die darauf Stehenden neben dem schneidenden Luftzuge der um so eindringendern Gewalt des Re­gens und Schnees, vorzüglich im Winter, ausgesetzt sind? — Dem Vernehmen nach ist diese Einrichtung nur provisorisch. Möge bei der demnächstigen definitiven Einrichtung doch ein Un­terschied zwischen armen Leuten und Vieh gemacht werden! Die Kosten zur Herstellung eines Wetterdachs werden sich leicht durch einen Aufschlag der Preise für die erste Wagenklasse decken lassen *). F. S.

*) Stehwagen sind überhaupt ein Unfug; jeder Personenwagen muß mindestens einfache Bänke haben und bedeckt sein. Was man erzielen will, wird eines Theils durch Preisverschiedenheiten und andern Theils durch Verminderung des Lurus in den Wagen erster Klasse zu erreichen stehen. Die Red.

Gesetzgebung.

Die am 23. October ausgegebene Nr. XXV. des kurhessischen Gesetzblattes enthält das Gesetz vom 19. Oetober, die Bestrafung der Beschädigungen an Eisenbahnanlagen betreffend. Ferner wer­den darin die bisher erfolgten Reichsgesetze und Neichsverordnun« gen, sowie die Ausschreiben der Reichsminister „zur öffentlichen Kenntniß gebracht", und zwar durch das Gesammt-Staats­ministerium, während die ehemaligen Bundesbeschlüsse bekanntlich durch landesherrliche Verordnungen verkündigt wurden und dadurch erst Gesetzeskraft erhielten.

Bekanntmachungen.

In Folge des Aufrufs des hiesigen Bürgervereins zur Gründung eines allgemeinen deutschen Vaterlands- vereins, über dessen Zweck u. s. w. die öffentlichen Blätter bereits berichtet haben, werden mit dem 3. November Dcputirte aus allen Gegenden des deutschen Vaterlandes zum conftituirens den Kongresse jenes Vereins hierselbst zusammentreten. Die frem­den Deputirten werden am 1., 2. und 3. November hier ein­treffen und 3 bis 6 Tage hier verweilen. Es sind bereits An­erbietungen gemacht, die Gäste für die Tage ihres kurzen Ver­weilens dahier in Privatwohnungen aufzunehmen, und wir er­lauben uns alle unsere Mitbürger, welche den Bestrebungen des Bürgervereins Theilnahme schenken, hiermit auszusordern, so weit es ihre Verhältnisse gestatten, dem Beispiele jener dankenswerthen Anerbietungen zu folgen und ihrerseits solche an den unterzeich­neten Ausschuß baldigst gelangen zu lassen. Daß außer dem

Quartiere nichts weiter in Anspruch genommen wird, bedarf wohl keiner Erwähnung.

Kassel, am 24. October 1848.

Hartwig, J. Lüken sen., O. F. A. Sch nackenberg, Rathhaus. Karlsstraße Nr. 85. Ob. Königsstraße Nr. 128.

Anzeige

Eingetretener Verhältnisse halber wird der beabsichtigte Kon­greß kurhessischer Vorbereitungsdiener zur Berathung über die künftige Stellung derselben Sonnabend den 28. d. M. zu Marburg abgehalten und werden die Vorbereitungsdiener der Justiz und Verwaltung gebeten, solchen in Person zu besuchen oder durch Bevollmächtigte zu beschicken.

Marburg, am 24. Octoöer 1848.

Das Central-Comitë.

Augekommene Fremde vom 23 -October.

Im Römischen Kaiser (I. L. Lang)!- Hofrath v. Laar und Oberlandsgerichts-Affessor Wiens aus Münster; Schauspieler Kaume mit Frau aus Sachse»: 3 Gutsbesitzer Poppe aus Roggow im Mecklenburg.; Domainenpächter Rehse aus Covenden; Justizrath v. Lengefeld aus Bam­berg; Arzt Dr. Graam aus Carlsruhe; Part. Heinemann aus Detmold und Gödecke aus Warburg.

Im Hotel de Russie (C. Klein): Fabrik. MeliuS au« Mccheln; | Kaufl durfer aus Wiesbaden u. Sauer aus Dresden; Oecon. Küttrich ) aus Osnabrück; Dr. jur. Sevilla aus Emden.

Im König von Preußen (Schambeck): Rentier v. Plattenstein . aus Stuttgart; Künstler Baldins aus Wien; Kaust. Mooshammer aus : Bamberg und Lampe aus Hamburg; Gutsbesitzer Fröhlich mit Frau aus ? Duderstadt; Privatier Richter mit Sohn auS Bückeburg.

In der goldnen Krone (F. Schade): Kaust. Löwenbaum aus i Warburg, Speyer Offenberg aus Hamburg, Mani mit Familie aus ? Fritzlar, Marck aus Gudemberg, Sewler aus Münden, I. Marck auS Fritzlar und Levy aus Eschwege: Gutsbesitzer A. Lövenbaum auS War­burg; Stud. Schenerstein aus Stuttgart; Forstaspirant Wolff aus Holz­minden; Fabrik. Baumgarden aus Offenbach; Gymnasiallehrer Dr. Oster- mann aus Hersfeld.

Handels- und Börsennachrichten.

Frankfurt, 24. Oct. — Kurhessen: Fr. Wilh. N. B. Certi- ficate 41’/8 B. 41% G.; Vierzig-Th. Loose 24%, B. 24% G. — Oesterreich: 5pCt. Metall. 67% P. 66% G.; 4 pCt. M. 54 P. — G.- 2% PCt. M. 35% P. 35 G.; Bankact. — P. 1102 K.; 250 fl. Lvosè 78% P. 77% G.; 500 fl. Loose 113 P. 112 G.; 4% pCt. Bethm. Obligat. 66 P. 64 G.; 4pCt. Bethm. Oblig. 55 P. 53 G. — Preußen: Staatsschuldsch. 3'/, pCt. 74’/, P. 74% G.; Prämiensch. — P. 89 G.; Köln-Aachen. E. A. — P. — G.; Küln-Mind. D. A. 75 P. 74% G. — Baiern: 3%vdt Oblig. 75’/, P. 75% G.; Ludw. Kan. Act. — P. — G.; Ludw. Verb. Act. 68% B. 67% G. — H. Darmstadt: 50fl. Loose 60 P. — G.; 25 fl. Loose 20'/, P. 20 G.; 3'/, pCt. Oblig. 74 P. 73 G.; 4pCt. Oblig. 82 P. - G- — Baden: 3'/,pE. Oblig. 71% P. 71% G.; 50fl. Loose 44'/, P. — G.; 35 fl. Loose 25 P. 24% G. — Würtemberg: 3% pCt. Oblig. 74’/, P. 74% G.: 47, pCt. neue Oblig. 92% P. 91’/, G. — Nassau: 3'/, pEt. Oblig. 79'/, P. — G.: 25 fl. Looje 207, P. 20 G. — Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 78 P. 77 G.; 3 7, pEt. Oblig. v. 1839. 907, P. 89% G.; 3'/, pCt. Obl. v. 1846. 86% P. 85% G.; TaunuSbahn- Act. 272 P. 269 G. — Holland: 37, pCt. Jntegr. 45'/, P. 45 G.; 4 pEt. Oblig. — P. 697, ®-5 37> Synd. — P. 69% G. — Spanien: 5 pCt. Activsch- — P. — G.; 3 pCt. Innere Sch. 17'/, P- 17V, G- — Portugal: 3 pEt. Cons. L. St. ü 12 fl — P. — G. — Polen: 200 fl. Loose — P. 92 G.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 67'/, P. 67 G. — Rußland : 4pCt. in R. fl. 2. b. Grun L 6. — P. 77 G.; 4pCt. dsgl. b. Stiegl. & C. - P. 77 G. — Sardinien: 36 Fr. Looseb. Betbm. — P. 247, G. — GoldcourS : Pistolen 9 fl. 56 kr.; Pr. Friedrichsd'or 9 fl. 57 kr.; holl. 10 fl. St. 10 fl. 5 kr.; 20 Fr. St. 9 fl. 38 kr.; Engl. Sov. 12 fl. 2 kr.; Randduc. 5 fl. 36 fr. — Wechs.-DiSc. 2.

Kurfürstliches Kostheater.

Donnerstag, 26. Oct.: Marie, oder: Die Regimentstochter Komische Oper in 2 Acten nach St. George und Bayard von Carl Goll- mick. Musik von Donizetti.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Kassel.