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hie italienischen Friedens - Abschlüsse zur Sanetionirung an das Hoflager nach Ollmütz eingeschickt, ihre volle Bestätigung zu erhalten und erregt in allen Kreisen unserer Hauptstadt, besonders aber bei dem Handelsstande einen beruhigenden Eindruck in dieser stürmisch bewegten Zeit.
Prag, 20. Oct. Unsere Deputation, welche an das Hoflager nach Ollmütz gesendet worden war, um den Kaiser zu einer versöhnlichen Gesinnung gegen Wien zu bestimmen, erhielt von Sr. Majestät folgende, gar nicht friedlich lautende Antwort:
„Ich verkenne nicht die edle Absicht Ihres Antrages, der Zustand der Hauptstadt ist aber ein solcher, daß ich mich veranlaßt fühle, mir vorzubehalten, zur Herstellung der Ruhe und Sicherheit in derselben alle mir zustehenden Mittel nach Umständen an- zuwenven, wobei es mein sehnlichster Wunsch ist, daß hierzu der möglichst geringe Aufwand von Kräften und meine väterlichen Ermahnungen hinreichen mögen.
Breslau, 22. Oct., Nachmittags 4 Uhr. Zwei Franzosen, die gestern um 7'/2 Uhr Abends Florisdorf verlassen haben, erzählen, daß Wien nunmehr förmlich belagert sei. Die rings um dasselbe aufgehäuften Truppen lassen Stiemanden weder ein noch aus und halten Briefe und Zeitungen zurück. — Des Kaisers Proclamationen, welche von der gejammten Bevölkerung Wiens wie von den Mördern Latours sprechen, werden überall hin verbreitet. Indessen steht die Kaiserstadt den Heeren furchtbar gerüstet gegenüber und ist auf 14 Tage mit Proviant versehen; nur der französische Gesandte soll sich noch daselbst befinden und ein Bombardement verhindern. (Bresl. Zeitg.)
(Verspätet.) Berlin, 20. Oct. Heut hat die feierliche Beerdigung der am 16. Gefallenen stattgefunden. Schon heute früh um 9 Uhr wurde der erschossene Bürgerwehrmann Schneider begraben. Ihm folgte eine Anzahl Abgeordneter der Nationalversammlung. Der ganze Magistrat, die Stadtverordneten, ein großer Theil der Offiziere der Garnison, Deputationen aller Bataillone der Bürgerwehr, der Commandant an der Spitze, aber auch die Arbeiter vom Köpenicker Felde hatten sich dem Zuge angeschloffen, um ihrerseits zu zeigen, daß der Geist der Versöhnung bei ihnen sei. Heute Nachmittag um 2 Uhr wurden die 10 erschossenen Arbeiter begraben. Ein ungeheurer Zug sammelte sich am Opern. Hause, auf dessen Vortreppe die 10 Särge der Opfer dieses bürgerlichen Zwistes standen. Auch zu diesem Leichenzuge hatten sich gegen 40 Abgeordnete der Nationalversammlung eingefunden. Magistrat und Stadtverordneten fehlten dagegen ganz, ebenso die Offiziere und sonstigen Honoratioren, dafür aber war die Bürgerwehr sehr vollzählig vertreten, davon das 10. Bataillon derselben, welches die Barrikade genommen hatte, dicht hinter dem Leichen- zuge marschirte, die Gewehre mit Trauerflor umwunden. Die Gewerke, die Klubbö und die Arbeiter folgten mit ihren Fahnen in einem Zuge, der sich zwei Stunden lang zu dem Kirchhofe vor dem Halleschen Thore hinaus bewegte und dann ebenso großartig wie feierlich war. Zwölf Musikchöre, mehr als 100 Fahnen und unzählige Marschälle mit Trauerstäben machten den Zug, dem, welchen wir im März sahen, ähnlich und kaum dürfte er an Zahl der Theilnehmer jenem viel nachstehen. Da die Feierlichkeit auf dem Kirchhofe sich bis zum Dunkelwerden hinziehen wird, denn aus den Klubbs wollen mehre Redner sprechen, so hat man Fackeln mitgenommen, die später verbrannt werden sollen. Die Klubbs, welche alles geordnet haben, sich die Sache zu Herzen nehmen, um das souveraine Volk würdig zu repräsentiren und die Kosten des Begräbnisses tragen, thun was sie können, damit das Begräbniß dieser gefallenen Arbeiter gewissermaßen eine Demonstration des Volks, gegenüber der Stellung der Bürgerwehr und der jetzigen gesellschaftlichen Ordnung werde. Man will diese Arbeiter als die Helden des Volks ehren und als die Todten des Volks begraben; darum dieser pomphafte Zug, der den allgemeinen Antheil fordert und erhalten hat, denn ohne Frage ist dieser Zug trotz dem, daß kein Magistrat und keine Officiere dabei waren, weit großartiger ausgefallen, wie die Beerdigung des gefallenen Bürgerwehrmannes. Im Grunde aber ist und bleibt das Ganze nichts als eine Straßen- rauferei, die nur Bedeutung erhält durch die gegenwärtigen Umstände und weil es das erste Mal ist, daß Bürgerwehr und Volk in blutigen Conflict gerathen. Leider wird es nichr das letzte Mal sein, denn ohne Zweifel ist dies eigentlich der Anfang zum
Ende. Die rohe Unbändigkeit und Unverschämtheit der Erdarbeiter wird, gehetzt und angeschürt von den demokratischen Klubbs, bald genug diesen Versöhnungstag vergessen machen. (Hv. Mg. Ztg.)
* Berlin, 24. Oct. In der Sitzung der constituirenden Versammlung vom 23. wurde die Debatte über den §. 1 Art. I der Verfassung wieder ausgenommen. Bereits am 19. hatte sich die Versammlung mit dieser wegen Posens so häklichen Verhandlung beschäftigt, und sich endlich nur durch Vertagung derselben zu retten gewußt. Der Paragraph lautet: Alle Land es theile der Monarchie in ihrem gegenwärtigen Umfange bilden das preußische Staatsgebiet. Es war wohl zu erwarten, daß sich die polnischen Mitglieder hierbei dem Kampfe — vielleicht dem letzten Kampfe — für die staatliche Selbstständigkeit des Großherzogthums Posen nicht entziehen würden. Eine Menge Amendements waren tingelaufen. Abgeordneter Philipps beantragte: „durch ein gleichzeitig mit der Verfassung zu erlassendes organisches Gesetz die den Bewohnern des Großherzogthums l bei ihrer Vereinigung mit dem preußischen Staate gewährten Rechte festzustellen, der Antragsteller faßte übrigens blos den Gesichtspunkt zugesicherter Rechte ins Auge und sprach sich entschieden gegen die Manie der Nationalitäts-Ausscheidungen aus, welche zu den absurdesten Conseguenzen führe. Im Sinne des Centrums und der Linken und mit deren großem Beifalle sprach Arntz, der zugleich die polnischen und deutsch-Posenschen Ansprüche t d. h. die von der Regierung gewünschte Demarkationslinie für nationale Reorganisation bekämpfte. Er schließt sich somit dem eventuellen Begehr der polnischen Bevölkerung an, welche, um ihr Land nicht nochmals getheilt zu sehen, lieber ganz zu Deutschland und Preußen geschlagen sein will. So hofft sie unter dem Schutze nationaler Reorganisation bessere Zeiten abwarten zu können. Es ist klar, daß die deutsche Bevölkerung, welche mit derselben Logik einmal wieder von Deutschland abgerissen zu werden fürchtet, um so eifriger auf totale Verschmelzung ihrer Bezirke und auf gänzliche Ausscheidung der polnischen - drängt. Gegen die extremen Ansprüche der Polen machte bert Redner geltend, daß die Selbstständigkeit des Großherzogthums i eine Unmöglichkeit sei, da Preußen die Weichsel und die Festung Posen nimmermehr entbehren könne. Gegen die Deutsch-Posen bemerkte er, es werde wie Hohn klingen, wenn man das kleine > Stück Land jenseits der Weichsel selbstständig machen wolle. Er rügte die Regierung wegen der bisherigen Beeinträchtigung der polnischen Nationalitätsrechte, welche es nun nothwendig mache, die Provinz mit 40,000 Mann im Zaum zu halten. Die deutschen Polen forderte der Redner zur Verträglichkeit auf und wies auf Belgien hin, wo ja auch die verschiedenen Nationalitäten friedfertig nebeneinander wohnen. Etwas dunkel und verdächtig war nur die Behauptung des Redners, es sei gleichgültig, ob nur ein Theil von Posen zu Deutschland gehöre, denn es handle sich hier um eine Verfassung des Preußischen Staates. v. Auerswalv scheint eine richtigere Ansicht von der Stellung Preußens zu Deutschland auch in dem vorliegenden Falle zu haben. Er stellte unter dem Beifalle der Rechten das Amendement: alle Landestheile der Monarchie, soweit sie zu Deutschland gehören, bilden rc. Geßler sprach im Interesse der Deutsch-Posener für die definitive Demarkationslinie und für eine besondere Verfassung für die polnischen Theile, die Polen Brodowsky, v. Pok- wrynicki und Lisicky wollten natürlich lieber die vorläufige Verbindung mit Preußen, als die Trennung Posens. Lisicky nannte die Demarkation einen satanischen Gedanken. Brodowsky stellte das Amendement, wonach das Großherzogthum Posen als ein durch die Wiener Congreßacte mit der Krone Preußen vereinigter polnischer Landestheil des ehemaligen Herzogthumes Warschau dieselben constitutionellen Rechte wie die übrigen Provinzen erhalten würde, jedoch ausdrücklich als Grundlage der ihm zuge- sicherten nationalen Institutionen.
In der gestrigen Sitzung nun sprach am besten über diesen Gegenstand der Minister des Innern: Vor allen Dingen komme es darauf an, daß die Regierung mit den Beschlüssen in Frankfurt nicht in Widerspruch gerathe. Uebrigens gehöre nach den der Versammlung vorliegenden Aktenstücken das Großherzogthum Posen unbezweifelt zu denjenigen Theilen, welche dem Lande vollständig einverleibt wurden; gehe dies doch schon daraus hervor,
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