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am Ende werde das Volk gezwungen, sich zu erheben, wie in Wien. Vielleicht werde man in wenigen Tagen den Schleier über die Wiener Ereignisse werfen; allein eine zweite siegreiche Erhebung werde nicht ausbleiben. Warum man in den Tagen des Vorparlaments nicht eingescbritten sei? und warum jetzt? Weil das Gericht in politischer Art verfahre. Wischen Sie den 18. Septbr. weg das Gericht würde gewiß keine Untersuchung über vie Redner auf der Pfingstweide verhängt haben. Auf die ge­waltsamen Ereignisse übergehend, wälzt er die ganze Schuld auf die Brutalität von oben, die sich ins Volk hinab „filtrire," auf die Fanatiker der Ruhe, welche zur Ordnung „aufwiegeln." Der Redner mißbilligt höchlich das Verfahren des Gerichts und radelt den Ausschuß, daß er nicht gesagt, ob er für eine allge­meine Untersuchung oder für eine Specialinquisition die Ermäch- cigung beantrage. Er spricht sich gegen letztere aus und ermahnt die Versammlung, sie solle sich nicht zu politischen Maßregeln Hinreißen lassen. (Links großer Beifall.) Bassermann weist dem Vorredner mehrfache Verdächtigungen nach, namentlich weist r ihm nach, wie seine Worte nothwendig aufregen müssen. Es ei ein Grundfehler der Zeit, daß man nicht unterscheide zwischen Worten und Sachen. Im März 1848 wurde ein dreijähriges System gestürzt; jetzt meint man, Alles stürzen zu sollen. Was ur Erringung der Freiheit diente, soll jetzt gegen die Freiheit jenen. Der Redner geht auf die Gewaltthaten gegen die Nationalversammlung und die Abgeordneten ein; es seien die ltkn Mittel der alten Tyrannei, nur von anderer Seite. Wenn je „Actio“ in der Anwendung solcher Gewaltmittel besteht, und je „Reaktion" in der Gegenwirkung, so schätze ich es mir zur ihre, ein solcher Reaktionair zu sein. Wenn der Mörder Latours üt gerötheter Eisenstange in den Saal der Studenten tritt, und weimal fragt „War das nicht recht?" und es findet sich nicht fine Stimme unter diesen jungen Leuten, die zu antworten wagt Es ist Unrecht!" ist dies nicht die Gewaltthätigkeit der schlech- sten Zeiten, ist es nicht die alte Tyrannei, nur unter einem «deren Namen? (Anhaltender Beifall.) Viele, die jetzt auftreten r den Namen der Freiheit, bringen nur die alte Tyrannei teber. Er wundere sich, daß Mitglieder der Linken gegen die ntersuchung seien; dieselben Leute, welche sogar den Reichs- cweser verantwortlich haben wollen, wollen selbst unverantwort- h sein? Ich beschuldige nicht die linke Seite, Theil zu haben i den Thaten des 18. Septbr.; allein Thatsache ist, daß dieselbe Volksversammlung", welche den Mördern Lichnowskys ein Hoch achte, die linke Seite zur Herrschaft bringen wollte. Wenn ich ?e, daß Rohheit und Gewalt mich an die Spitze des Vater- ides stellen wollten, so würde ich in mich gehen und mich gen, ob ich nicht auf falschem Wege sei. Nach ben Grund­zen dieser Herren wäre, auch wenn sie zur Herrschaft kämen, e neue Revolution gegen ihre Herrschaft schon an sich gerecht- tigt, als Revolution. Die Folge würde sein, was die Feinde - Freiheit wünschen, daß das Volk müde werden und in dem en Zustande mehr Sicherheit und Wohl finden könnte. Ich bst habe in früheren Zeiten manches kühne Wort gesagt, aber hatte damals nicht zu fürchten, was jetzt, wenn ich meine liche Meinung sage. Der Redner geht auf die persönlichen fahren über, die er am 18. Septbr. in Mannheim bestanden > schließt mit einer warmen patriotischen Anrede an die Ver- imlung. (Großer Beifall.)

Schaffrath eifert gegen die Anklageversetzung, Edel spricht den Ausschußantrag. Zitz glaubt, er brauche sich nicht ju heidigen, sein ganzes Leben spreche für ihn. Er müsse es thun, um der Versammlung und seiner Wähler willen. Der md, welchen der Ausschuß für die Nothwendigkeit der Er- chtigung Seitens der Nationalversammlung anführe, sei nicht rechte; die Nationalversammlung habe zu entscheiden, ob der dacht gegründet sei, ob die Anklage nur eine Intrigue sei. sei aber nur eine Intrigue. Seine ganze Rede sei nur ob-

v gehalten gewesen; das eine Wort vom „Fraktursprechen" durchaus nicht die Bedeutung, die man ihm unterlege. Der aer sucht nun aus den Zeugenvernehmungen nachzuweisen, die Auffassung der Reden irrig und widersprechend sei. Er ngte, daß man eine so nichtige Anklage nicht auf Abgeordneten

lasten lasse. Der Redner versichert, er habe am Sonntag den 11. Sept, verreisen wollen, sei aber nur deshalb in Frankfurt geblieben, weit viele Mainzer hierhergekommen seien und er gefürchtet habe, man werde sie aufreizen. Nach dem hiesigen Verfahren würde die Un­tersuchung ohne Ende fein, und dieselbe würde einen Makel auf die politische Ehre der Angeschuldigten werfen. Schlöffel er­klärt die Vorgänge vom 18. für ein Verbrechen. Sie seien nämlich ein Bruch mit dem Bestehenden, und dies sei für ihn der Begriff des Verbrechens (!!!) Er sagt, er werde nicht vertheidigend , sondern angreifend zu Werke gehen. Was ist unter Aufruhr zu verstehen? Gegen wen soll ich Auf­ruhr gepredigt haben? Gegen ben alten Staat? Den erkennen Sie nicht an, so wenig als ich. So lange ich an die Stelle des alten Staates nicht Etwas gesetzt sehe, was meinen Begriffen von Staat entspricht, so lange erkenne ich gar keinen Staat an. (Hei­terkeit.) Die Majorität und Minorität dieses Hauses finden sich auch außer diesem Hause, nur in umgekehrten Verhältnissen. (La­chen.) Man wird uns doch nicht für solche Thoren halten, daß wir eine gründliche Reinedur mit solchen Emeuten vornehmen wollten, wie die vom 18. war? Aber wenn ich Revolution treiben will, so nehmen Sie die Versicherung hin, daß ich sie so einrichten will, daß Sie nicht über mich zu Gerichte sitzen. (Viele Stimmen rechts: Aha, wir verstehen!) Das ist mein Glaubens­bekenntniß. (Heiterkeit.) Sie werden mir wenigstens nicht den Vorwurf machen, daß ich um ihre Gunst buhle (Heiterkeit); dessen­ungeachtet bemüht sich der Redner, die Zeugnisse der Untersuchung zn entkräften. Insbesondere heftig tritt er gegen Sepp auf, den er der Unwahrheit und Verläumdung zeiht. Zuletzt ermähnt er, Herr von Schmerling habe neulich gesagt, als Schmidt von Lö­wenberg die Tribüne bestieg: „Dies ist auch eine von den Ca­naillen , die wir hinausbringen müssen " Simon von Trier nimmt ebenfalls das Recht des Angriffs in Anspruch. Der Auf­stand vom 18. sei die Folge gewesen, daß man die Revolution verläugnet habe. Man halte in Süddeutschland die Volksent­wicklung zurück. Wir stehen nicht da, wo Frankreich 1830 stand, sondern da wo es 1793 stand und 1848 steht; es gilt jetzt dem vierten Stand. Als das Volk mit uns unzufrieden war, haben wir uns abgeschlossen vor ihm. Der Redner holt sehr weit aus, um die Schlechtigkeit des jetzigen Systems zu zeigen. Dies habe die Aufstände veranlaßt. Der Redner versichert, er sei kein Freund der Gewalt; die Revolution erhalte ihre sittliche Gewalt nur durch ihr Ziel. Eine Nationalversammlung genüge nicht, wenn Viele darin sitzen, die ihre Sitze als Königthümer betrach­ten, von denen man nicht fortgeht, bis man fortgejagt wird. Der Redner vertheidigt sodann sein Benehmen am 17. und 18., obschon er erklärt, daß er die Untersuchung wünsche. Aus Si­mons Rede geht übrigens hervor, daß zwar nicht Schlöffel, aber doch ein anderer Redner davon gesprochen, die Wände der Pauls­kirche mit Blut zu röthen. Er weist die Beschuldigung, zur Mißhandlung der Mitglieder der Mehrheit aufgeregt zu haben, „mit Empörung" zurück. Der Redner schließt damit, daß er seine politische Ehre gewahrt habe, jetzt möge man mit ihm ma­chen, was man wolle. (Ungeheurer Beifall von den Gallerten.) — Der Berichterstatter Sang er selb hebt hervor, daß von einem Unterschied zwischen General- und Speeialinquisition hier nicht die Rede sein könne. Der richtige Standpunkt in dieser Sache sei, daß man sich überzeugen müsse, ob die Thatsache, auf die es ankommt, eine Untersuchung rechtfertigt. Er hebt hervor, je freier ein Volk sei, um so mehr müsse die Gerechtigkeit ihre unabhän­gige Wirksamkeit behaupten. Auf den Antrag Schneer's findet namentliche Abstimmung statt. Die beantragte Trennung der Ab­stimmung über die drei Angeklagten wird fast einstimmung ver­worfen. Die Trennung der Frage selbst in zwei Theile wird mit 189 gegen 187 Stimmen zurückgewiesen. Die Frage, ob ein Antrag Zell's (bloß die General-, nicht die Specialunter­suchung zu genehmigen) ober der Ausschußantrag die Priorität haben solle, wird mit 216 gegen 162 Stimmen für letzteren entschieden. Der Ausschußantrag wird hierauf von 245 gegen 140 Stimmen angenommen. Der Ausschußantrag geht dahin: Die Nationalversammlung wolle beschließen: die von O. A. Ge­richte, als Criminalgericht der freien Stadt Frankfurt, in dem