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Beilage zu ^r. 140 ver Neuen Hessisch en Zeitung.

Beseitigt: Um so mehr müsse er an seinen AusspruchAchtung vor 'em Gesetz" erinnern und versichern, daß er nach wie vor die Bür- Erwehr zur Erhaltung der Freiheit und gesetzlichen Ordnung anfüh- :en werde. Eine entschiedene Niederlage hat die Linke am 11. Zarin erlitten, daß dem Temmeschen Antrag auf Aufhebung der n der Posenschen Amnestie gemachten Beschränkungen, obgleich dieser Antrag doch viel Empfehlendes hat, die Dringlichkeit ver- agt wurde. Ebenso wurde hauptsächlich wohl auf den Wider- pruch von Bergs der Antrag ans Anempfehlung einer allgemein en Amnestie für politische Verbrechen verworfen, weil man »durch in das unantastbare Begnadigungsrecht der Krone eingreife.

Wie sehr fatal der Linksten übrigens die neuerliche Abneigung er Centren sein mag, beweist die scandalöse Geschichte, womit ie am 11. zwischen die Rechte und das linke Centrum Unfrieden u säen suchte. Prof Haase aus Breslau hatte in einem nicht ür die Oeffentlichkeit bestimmten Privatbrief seine Ansichten über je Parteien der Kammer und deren Führer mitgetheilt. Diesen frief hatte sich Herr Behrends durch eine Jndiscretion zu ver- haffen gewußt, drucken undim Namen der Linken sowie des unokratischen Klubbö unter die Mitglieder der Nationalversamm- mg" durch das Büreau vertheilen lassen. Es heißt darin u. A. Die andere Fraction (des Centrums) hat ihre Verhandlungen im 'ütel Mielentz; ihre Häupter sind Rodbrrtus, v. Berg, Phillips, irchmann, Arntz, Blöem, Uhlich u. A. Die allgemeine Meinung 'zeichnet Rodbertus und Berg als Leute, ans die man sich ihres hrgeizeS wegen nicht verlassen könne; auf mich haben beide eben esen Eindruck gemacht, ich kann ihnen nicht trauen; zumal in erg scheint mir ein Jesuit zu stecken, und auch dies ist eine zierli­ch allgemeine Meinung; sogar die eigene Partei dieser Leute aubt nicht an deren probehallige Redlichkeit." An einer an- !n Stelle heißt es :Die äußerste Linke will es vor allen Din- n nicht zur Verfassung kommen lassen; sie sucht die Berathun- n darüber so lange als möglich zu verschieben, in der Hoffnung, ß inzwischen ein zweiter Umsturz erfolgt, durch den es dann .'glich wird, sich des Königs zu entledigen; die Masse des Vol- > sucht sie durch allerhand Versprechungen für sich zu gewin- n, den Landlenten verspricht sie Aufhebung aller und jeder sten ohne Entschädigung, den Arbeitern Arbeit und hohen Tage- 'N, den Soldaten höheren Sold, gelockerte Zucht, leichten Dienst v schnelles Avancement; kurz für Alle öffnet sie die besten Aus- hlen, alle Parteien sucht sie durch Verhandlungen sich dienstbar machen, wie ich dies schon in Bezug auf die Mielrntz'sche rtfi und die katholischen Geistlichen erwähnt habe; die demo- tischen Klubs werden durch ihre Bundesgenossen bearbeitet, Plakate, öffentliche Demonstrationen und Tumulte zu machen, o dadurch die Regierung und die Nationalversammlung zu corisiren; bei allem diesem Treiben stehen ihr eine Menge l geschäftslosen Literaten und anderen Leuten zu Gebote, sich als willige Werkzeuge benutzen lassen u. s. w." Man in sich denken, was diese Geschichte für eine Scene her- nihrte. Berg erhob sich und eiklärte die Verdächtigung der holischen Geistlichen für eine unwürdige Verläumdung re. Alle so unangenehm geschilderten Parteien des Hauses schrieen ein ii über das andere. Haase war in der allergrößten Verlegen- und bedauerte die Jndiscretion, einen Privatbrief zu veröffent- en. Der würdige Präsident Grabow versicherte, er würde diesen es gewiß nicht haben vertheilen lassen, wenn nicht Hr. Behrends i gesagt hätte, es geschehe eben im Auftrage von Haase, lind habe er nicht geglaubt, daß Beleidigungen darin seien. Behrends gnet dies, er habe gesagt, Druck und Vertheilung geschehe im Auf- it der demokrathchen Partei sich verbessernd: der Linken ienti sat!

®ie Ki isis >vegen der Abschaffung der Todesstrafe scheint 'standen zu sein. Gestern legte die Regierung ein dessallsiges etz vor, welches die Todesstrafe |ür Kriegs- und Belagerungs- n beibehält, jn der königlichen Begleitschrift heißt es, die ung bey vom Landtage ausgegaugenen Gesetzes sei nicht ganz lich. Auch ward gestern die Deputation ansgeloos't, die den ig zu seinem Geburtstag den 15. d. beglückwünschen soll.

Die Versammlung der Präsidenten und Directoren der Na- üversammlung hatte beschlossen, nur dann dem König gunx

Geburtstage zu gratuliern , wenn derselbe entweder nach Berlin oder doch ins Weichbild der Hauptstadt nach Charlottenburg kommen wollte. Nach Potsdam zu kommen war von der Majorität ent­schieden abgelehnt worden. Der König hat daher, wie es nicht anders geschehen konnte, die Gratulatin in Berlin angenommen und wird am Sonntag die Deputation im Schlosse empfangen, die dort mit der Deputation der Akademie, der Universität, der Stadt u. f. w. ihre Glückwünsche darbringen wird.

Heidelberg, 16. Oct Pfarrer Zittel, Mitglied der National­versammlung ist, nachdem er fünfzehn Jahre lang eine geringe Landpfarrei im Großherzogthum Baden inne gehabt, auf das einstimmige Gesuch des hiesigen Kirchenältestenrathrs an das Ministerium, als Geistlicher hierher berufen und als solcher am vorigen Sonntag bei den Gemeinden zn St. Peter und Providenz eingeführt worden.

Mannheim, 10. Oct. Diesen Nachmittag wurden hier mehrere Verhaftungen vorgenommen; unter den Festgenommenen befinden sich Dr. Welker, Sohn des Reichsgesandten, unb der Bürger Barth, welcher zur Zeit des Frankfurter Aufstandes hier von der Nathhausaltane herab eine Rede an das Volk ge­halten. Die Gefangenen wurden, wie man hört, nach Weinheim geliefert; es ist deßhalb anzunehmen, daß sie wegen der Demoli- rung der Eisenbahn angeklagt sind.

Freiburg, 11. Oct. Seit vorgestern befinden sich alle Verhaftete des Septemberaufstandes in dem Zellengefaßniß in Bruchsal; nur Frau von Struve ist noch hier. Immer kommen noch vereinzelte Neckereien vor; so ist vorgestern auf der Landstraße bei Schliengen nach einem kleinen Kommando württembergischen Militairs zweimal ans einem Weinberg geschossen worden. Die Uebelthäter sind entkommen.

4= Weimar, 10. October. Vorgestern und in der gestrigen Nacht sind die Führer der republikanischen Partei, auf die man schon länger fahndete, endlich in uno um Jena festgenommen worden, und mit ihnen eine Anzahl Getreuer, die Tags vorher die Verhaftung durch gewaltsame Befreiung vereitelt hatten. Die Führer sind Herr Jade von Hier und Herr Lafaurie von Jena; ihre Verhaftung hat hier in der Stadt allgemeine Freude erweckt, da man hier nur sehr wenig Anhänger der socialen oder einer andern Art Republik findet und die Ruhe über Alles liebt. Was mich bei dieser Geschichte gewundert hat, ist einmal das ungeheure Aufsehen, das aus der Verhaftung zweier sonst ziemlich unbedeutender Menschen gemacht ist, und daß man, um diese zu bewerkstelligen, mehrere hundert Mann Soldaten zu Fuß und zu Roß aufgeboten hat. Die Maßregel der Verhaftung mag auf den ersten Blick streng, sehr streng erscheinen, da die hiesigen Re­publikaner in der Hauptsache, d. h. in der Einführung einer re­publikanisch-demokratischen Staatsverfassung, eben so unschuldig sind, als die an an anderen Orten, die Landleute wollen hier in Folge der Bemühungen des Herrn Jaede eine Republik mit Kaiser und Fürsten; allein ungerechtfertigt ist sie keineswegs, da die Führer durch aufrührerische Reden und auf sonstigem Wege Aufregungen höchst lndenklicher Art hervorgerufen haben und na­mentlich wiederholt durch Wort und Schrift den Bauern die Steuerverweigernng predigen, was natürlich trotz Republik und Kaiser williges Gehör findet. Der Hauptrechtfertigungsgrund scheint mir daneben noch der Umstand zu sein, daß die fraglichen Herren schon mehrfach durch Flucht, Verstecken rc. bewiesen haben, wie sehr sie allen Zwang gerichtlicher Vorladungen und Verhöre hassen. Was die Persönlichkeiten der beiden Republikaner be­trifft, so zeigt sich auch in diesem Punkte eine ausfallende Ueberein­stimmung mit den Häuptern an andern Orten. Herr Jade und Herr Lafaurie fallen unter den allgemeinen Begriff vonPrivat- gelehrten," Litteraten,verunglückten Genies,"Candidaten, die des Durchfalls Schrecken begrüßten"; der Erstere hat, soviel mir bekannt, nie den Versuch, ein Eramen zu bestehen, gemacht, und doch erwiedert derselbe jeden Zweifel in seine Befähigung zu irgend welcher Stellung mit einem unvergleichlichen Blick der Verachtung. Jener allgemeine Begriff verengert sich noch dadurch, daß die Herren jeden Besitzenden, jeden Geldsack, jeden Angestellten rc. ;it ihren nat ürlichen Feinden rechnen. Im lieb eigen geht es bei uns recht langsam vorwärts, da nun es sich hier leider und