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4000 wohlgeübte Reiter zusammengezogen, welche bis zum vollen Sieg unter Waffen bleiben werden. Der Präsident des »Repräsentantenhauses, D. Pazmandy, deutete gestern an, daß Ungarn jetzt wahrscheinlich nicht mehr mit Jellachich, sondern mit einem andern Feinde (Oesterreich) zu thun haben werde. Indessen werde Ungarn jedem Feinde die Spitze bieten.
Die Begeisterung des ganzen Magyarenvolks ist in vollem Brande; binnen wenig Wochen hofft es neben dem Landstürme noch 200,000 Mann reguläres Militär (?) ins Feld stellen zu können.
Die siebenbürgischen Sachsen haben in Hermannstadt eine Stuhlversammlung gehalten und sich gegen die Union mit Ungarn erklärt.
Wieder eine Partie Briefe aus dem kroatischen Lager — man spricht von 224 — ist den Magyaren in die Hände gefallen. Sie sind meist an Privatpersonen gerichtet und enthalten manche interessante Details. Namentlich wird über den Mangel an Mannszucht, der beim kroatischen Landsturm herrscht, geklagt: „Unsere Gränzer (nicht die regulären Bataillons) sind von den gröbsten Ercessen nicht abzuhalten, und rauben und plündern ganz fürchterlich; wir lassen alle Tage an 1000 Prügel austheilen, aber es hilft nichts, kein Gott, viel weniger ein Offizier hält sie zurück." Auch vertraute Herzensergießungen kommen vor, welche den Wienern wohl schlecht munden dürften: „Heute sind wir in Stuhlweißenburg eingerückt, morgen, am 28. (ist nicht eingetroffen) mit Gottes Hülfe schon in Pesth, und dann — wohl nach Wien." Und in einem anderen Briefe: „Komme die Sage von der Ankunft der Kroaten zu Deinen Ohren, so sei überzeugt, daß auch ich, wenn ich nicht früher falle, dort bin. Die fürchterlichen Rothmäntel werden die k. Burg beziehen, die Wiener Aula muß gezüchtigt werden." Als diese und ähnliche Stellen in der Repräsentantenversammlung verlesen wurden, erhob sich ein lautes Gelächter, da die Lage des Banus nicht der Art ist, um die Prophezeihungen seiner Freunde rasch in Erfüllung zu bringen. (Uebrigens soll sich unter diesen Correspondenzen auch ein Liebesbrief an die Erzherzogin Sophie gefunden und Jellacic darnach den Namen Sophiote erhalten haben.
— Aus den ungarischen Correspondenzen der (magyarisch-gesinnten) „Allg. Oesterr. Ztg." stellen wir noch die interessantesten Notizen zusammen. Am 6. brachte die Ofener Nationalgarde die kroatischen Gefangenen aus Stuhlweißenburg nach Pesth; zerlumpt, hungernd, baarfuß und dabei nach Rache dürstend kamen sie an; unter ihnen 50 Sereszaner (sog. Rothmäntel) und 8 österreichische Offieiere. Man wird die Gefangenen zum Schanzbau verwenden. —- In Raab wurde Jellachichs Vorhut von den Nationalgarden zusammengehauen; als aber das eigentliche kroatische Heer einrückte, mußte man den Widerstand aufgeben, der Bürgermeister bewillkommte Jellachich in einer deutschen Rede, auf welche jener ungarisch antwortete. Fürst Esterhazy hat in der Umgegend von Raab 6000 Bauern und 20 Kanonen gegen die Kroaten ins Feld gestellt; überall wird der Landsturm nach der österreichischen Grenze hinaufgeschickt, um dem Feinde die Wege zu verlegen. — Die ungarischen Bischöfe haben für die Dauer des Krieges alle ihre Einkünfte auf dem Altare des Vaterlandes niedergelegt. — In dem Schlosse des gehenkten Grafen Zichy sind bedeutende Geldsummen, die für Jellachich bestimmt waren, gefunden worden. — Die ungarische Hauptarmee hat ihre Stellungen in Martonvasar verlassen und eilt dem Feinde nach, um ihn im Rücken zu fassen. In derselben dienen neben Magyaren auch Deutsche, Franzosen und Italiener; man hört neben den Tönen ter Marseillaise Arndt's Lied und selbst den bekannten „Fuchs." Die deutsche Legion betrachtet den Krieg kurzweg als einen Kampf gegen das „Czechenthum." Ein Graf Waldstein, bei dem man Briefe von Jellachich vorfand, soll hingerichtet worden sein.
Briefkasten und Briefwechsel.
X. zu W. fragt die Wahlmânner der Landgemciiiden des Werrabezirks, was sie bewogen habe, den Gutsbesitzer Pfeifler in Ermschwerd nicht wieder zu wählen? Zugleich berührt er tadelnd die geheimen Wahlumtriebe dreier Männer zc. Der Artikel kann ohne nähere Begründung und ohne Nennung der Namen rc. keine Aufnahme finden. Solche Vorwürfe müssen das volle Tageslicht nicht scheuen. — Der VoIksrath
zu Waldkappel bittet um baldige Auskunft, ob der Artikel W. in Nr. 133 dieses Bl. sich auf die dortige Stadt beziehe und wer der Verfasser sei? Wir fragen zunächst den Herrn Einsender, ob er genannt sein will? — Hem. Jst's so recht? Weiteres demnächst! Hand und Gruß!
Tagesordnung für die Stände-Sihung
Kassel, den 17. Oktbr., Morgens 9 Uhr.
Bericht des für die Reorganisation der innern Landesverwaltung besonders niedergesetzten Ausschusses über den Gesetzentwurf, die Bildung neuer Verwaltungsbezirke und die Einführung von Bezirksräthen betreffend.
Angekommene Fremde vom 14. u 13 belobet.
Im König von Preußen (Schambeck): Kaufl. Bauder aus Hamburg, Walter aus Mainz, Wilthelm aus Frankfurt a. ÖL u. Kammerer aus Kaiserslautern; Priv. Mihler aus Hannover; Rentier v. Lochingen aus Breslau; Fabrik. Böck mit Familie aus Gera; Oeconom Steilner aus Meschede; Stud. Baron v. Silgena u. Bachmeyer aus Göttingen u. Lotüch uns Jena; Gutsbesitzer v. Steppenbach mit Gemahlin aus Neuburg; Amtmann Kröber aus Miltenberg.
In der g old neu Krone (F. Schade): Kaufl. Lahmann aus Celle, Grimme aus Goslar, Klehfeld aus Hofgeismar, Kackell aus Witzeuhausen, Kach aus Karlshafen u. Zeiße aus Marburg; Advocat. Langbein aus Warzen u. AlandSkhondtS aus Ziegenhain; Fabrik. Bergmann aus Boden- feld: Gutsbesitzer Schiller aus Burghaun, Hasselbach aus Weimar und Pfeffer aus Oberhof; Verwalter Eid u. Geschwister HeudeS aus Burghaun ; Lehrer Kastropp mit Frau aus Göttingen; Privat. Ehrich mit Frau aus Gudensberg; Zimmermeister Rackest mit Sohn auS Kleinun; Oeconom Müller aus Hof; Reut. SandeSky aus Neu-Orleans; Lehrer Weber aus Marburg; Ingenieure Zimmermann aus Hönebach u. Heiderich aus Wabern; Holzhändler Krech aus Schmalkalden u. Eckstein aus Melis; Privatm. Hufnagel aus Jnsbruck; Bürgermeister Dreydorff aus Ziegenhain; Postgehülfen Eichmann aus Ziegenhain u. Höll aus Hamburg.
Im Römischen Kaiser (I. L. Lang): Part. Densseur aus Antwerpen, Behncke aus Holstein u. Dierks aus Hamburg; Prof. Ruehl aus Göttingen; Lithogr. Dondorf aus Frankf. a. M.; Arzt Dr. Meyer aus Berlin; Baurath Herrmann mit Frau aus Aachen; Kaufl. Bölling aus Barmen u. Klinge aus Leipzig; Assessor Frohwein aus Trier; Oecon. Miller aus Braunschweig; Stud. Hutteroth aus Heidelberg; Commerzien- rath Eschenberg auS Berlin.
Im Hotel de Russin (C. Klein): Part. Zahn mit Gemahlin aus Weimar u. Stelzer aus Coburg; Kaufl. Schmidt aus Halle u. Dorian^ aus Eisenach; Jutendanturrath Michaelis aus Düsseldorf; Dr. Jsse- dorff aus Hamburg.
Handels- und Börsennachrichten.
Frankfurt', 13. Oct. — Kurhessen: Fr. Wilh. N. B. Certi- ficate 40% B. 40% G.; Vierzig-Th. Loose 24% B. 24% G — Oesterreich: 5pCt. Metall. 67% U — G.; 4pCt.M. 56 P. — G.; 2% pCt. M. 35 P. 34% G.; Bankact. 1140 P. — G.; 250 fl. Loose 74 P. 72 G.; 500 fl. Loose 112 P. — G.; 4% pCt. Bethm. Obligat. 65% P. — G-; 4pCt. Bethm. Oblig. 57% P. - G. - Preußen: Staatsschuldsch. 3% pCt. 74% P. 74 G.; Prämiensch.
88 P. 87 G.; Köln-Aachen. E. A. — P. — G.; Köln-Mind. D. A. 75 P. — G. - Baiern: 3%»GL Oblig. 77 P. 76 G.; Ludw. Kan. Act. — P. — G-; Ludw. Berb. Act. 65% B. 65% G — H. Darmstadt: 50 fl. Loose 60 P. — G-; 25 fl. Loose 20'/, P. 20 G.; 3% vlSt Oblig. 73% P. — G.; 4pCt. Oblig. 82% P. — G- — Baden: 3%»6. Oblig. 72% P. — G-; 50fl. Loose 44'% P. — G.; 35 fl. Loose 24% P. 24% G. — Würtemberg: 3% pCt. Oblig. 74’4 P. — G.; 4'4 pCt. neue Oblig. 91% P. 91 G. - Nassau: 3»/- pCt. Oblig. 80'/. P. — G.: 25 g. Loche 20'/, P. 20 G. - Frankfurt: 3 pCt. Oblig. 77 P. — G.; 3'/, pCt. Oblig. v. 1839. 90 P. 89 G.; 3'/, pCt. Obl. v. 1846. 8534 P. 85 G.; TaunuSbahn- Act. 268 P. 265 G. — Holland: 3% pCt. Jntegr. 45 P. 44'/, G.; 4pCt. Oblig. — P. 69 G.; 3'/, Synd. — P. 69 G. — Spanien: 5 pCt. Activsch. — P. — G.; 3 pCt. Innere Sch. 17V« P- 17% ®- — Portugal: 3 pEt. Cons. L. St. Ü 12 fl. — P. — G- - Polen: 200 fl. Loose — P. 92 G.; 4 pCt. Oblig. über 500 fl. 66'/, P. 65'/, G. — Rußland: 4 pCt. in R. fl. 2- b. Grun & C. — ö- 77% ®.: 4 pCt. dSgl. b. Stiegl. & C. — $. 77*4 ®. — Sardinien: 36 Fr Loose b. Bethm. 25 P. 24'/. G. — Goldcours: Pistolen 9 fl. 56 kr.; Pr. Friedrichsd'or 9 fl. 57 kr. ; holl. 10 fl. St. 10 fl. 5 kr.; 20 Fr. St. 9 fl. 38 fr.; Engl. Sov. 12 fl. 2 kr.; Randduc. 5 fl. 36 fr. — Wechs.-DiSc. 2.
Repertoire des Kurfürstlichen Kostheaters.
Dienstag, 17. Oct.: Fesseln. Lustsp. in 5 Act- nach Scribe von Theodor Hell. , ,
Donnerstag, 19. Oct.: Ein höflicher Mann. Orrgiual-Lustsp. in 3 Act. von'L. Feldmann. — Hierauf Tanz. — Zum Beschluß, zum ersten Male: Jeder fege vor seiner Thür! Lustsp. in 1 Act. nach dem Franz, von L. Schneider. •
Sonnabend, 21. Oct.: Othello, oder der Mohr von Venedig. Große Oper in 3 Act. Musik von Rossini. 1
Sonntag, 22. Oct-.: Die Jungfrau von Orleans. Romantische Tragödie in 5 Act- nebst einem Prologe von Schiller.
Ertra-Beilage
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Cassel.