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"bete verschanzte Militair anzugreifen. Es geht das Gerücht Bauern haben es initgebracht Der Kaiser sei vom Landsturm aufgehalten. Allerdings befindet er sich in Sickardskircheii, 4 Blei- len von Wien auf der Straße nach Linz, wohin er den Minister Hornbostl zum Contrasigniren ringelnden hat.

Wien, 9. Oct., Mittags 12 Uhr. So eben langt die Nachricht an, daß die Truppen von Jellachich bei Bruck an der Leitha den österreichischen Boden betreten haben. Nachdem seine Absichten nicht bekannt sind, wurde aus der permanenten Com­mission des Reichstags der Abgeordnete Prato an ihn entsendet, mit der Forderung, in seinem Marsche stille zu halten. Zu gleicher Zeit wurde ein Courier an den Kaiser nach Sieghardskirchen entsendet, damit auch der Kaiser einen ähnlichen Befehl erlasse. Nom Gemeinde-Ausschüsse der Stadt Wien kommt eine Deputation unter Vortritt des vr. St isst jun. und Direktor Carl mit dem Ansuchen, an den Kommandirenden Auersperg denBefehl er­gehen zu lassen, er möge seine drohende Stellung ändern, und das Militair in die Kasernen beordern. Es wurde auch eine Depu­tation mit diesen: Ansuchen an den Kommandirenden Auersperg entsendet. Von Gratz langte soeben ein Corps Freiwilliger an, welche sich der Stadt zur Verfügung stellen, mit der Anzeige, daß im Nothfalle die Grätzcr in Masse zu Hülfe eilen werden. Auch aus dem Marchfelde sind so eben Bauerndeputationen an- gefommen, die sich ebenfalls angeboten haben, dem Reichstage sich zur Verfügung stellen zu wollen.

2 Uhr. Eine Vedettenlinie ist von Wien bis an die Gegend von Bruck gebildet, und Graf Auersperg ersucht worden, das Militair in die Kasernen zurückzuziehen. Herr Scherzer hat das Oberkommando der Nationalgarde niedergelegt und Hauptmann Braun es übernommen. An den Kaiser ist eine Estafette abgeschickt worden, um dessen alsogleiche Rückkehr und einen Befehl an den Baron Jellachich zu erwirken, der dessen sogleich.:: Rückzug an- ordnet. Morgen findet daS Leichenbegängnis; der Gefallenen Statt.

3 Uhr. Die Croaten find in Schwadorf gesehen worden, aber meistens raublustiges, unorganisirtes Gesindel, 8000 Sere- zeaner suchen sich bei Oedenburg durchzuschlagen. Das Ober- rommando der Nationalgarde hat Befehl erhalten, Wien in Ver­theidigungszustand zu versetzen.

4 Uhr. Auf die Kunde, daß Jellachich im Anmarsch und nur noch über eine Stunde von Wien entfernt sei, wird Allarm durch alle Straßen Wiens geschlagen.

Prag, 8. Oct. 2 Uhr Mittags. Die Nachrichten aus Wien haben die Stadt in ungeheure Aufregung gesetzt. Der slavische Ausschuß hier hat sich im Vereine mit der demokratischen slco- vanska liba als permanent erklärt und wer weiß wie es kommen wird. Tausende von Menschen eilen schon jetzt zum Bahnhöfe, um den Train zu erwarten, der um 4 Uhr kommt. Von den czechischen Deputaten weiß man nichts, sie sollen eine klägliche Rolle gespielt haben.

Berlin, 10. Oct. Der Staatsanzeiger veröffentlicht den Erlaß der Amnestie für alle in der Provinz Posen bis zum 1, Juli d. J. begangenen politischen und damit in Verbindung stehen­den Vergehen und Verbrechen.

* Berlin, 10. Okt. Den hiesigen Demokraten , denen der Stoff zumal nach der vom Minister Pfuel eingeschlagenen Richtung, schon fast ausgegangen war, ist die Wiener Katastrophe recht er­wünscht gekommen.Und wenn die Zeit gekommen sein wird, und wir werden Euch rufen, dann bewaffnet nicht blos euch, son­dern eure Weiber, eure Kinder, und tödtet, zermalmet, mordet eure Feinde!" so rufen sie ihren Volksversammlungen zu. Un­glücklicherweise haben sie durch den schrecklichen Lärm über das Bürgerwehrgesetz es mit der Nationalversammlung ganz verdorben und die Wiener Geschichte würd ihnen noch weniger nützen, als das Bürgerwehrgesetz. Im Gegentheil, die Angst der verehrlichen Kammermitglieder, so bedauernswürdig sie an sich sein mag, ist insofern recht nützlich, als sie die verschiedenen Fraktionen der Ver­sammlung näher bringt und zum raschen Vorschreiten und zeitge­mäßen Reformen anspornt. Damit geschieht aber Hrn. Müller und Consorten wahrlich kein Gefallen. Das Lehngesetz scheint denselben liberalen Fortgang nehmen zu wollen, wie das gestern berathene Jagdgesetz; vom Lehngesetz wurden in der heutigen Sitzung folgende Paragraphen angenommen: §. 1. Nr. 1: Ohne

Entschädigung von Seiten des Verpflichteten werden aufgehoben: 1) Die Lehnsherrlichkeit und die lediglich aus derselben entsprin­genden sonstigen Rechte bei allen Arten Lehen innerhalb des Staa­tes mit alleiniger Ausnahme der Thronlehen, der Anspruch auf die Regulirung eines Allodifikations- Zinses für die früher aufge­hobene Lehnsherrlichkeit in denjenigen Landestheilen, welche vor­mals eine Zeitlang zum Königreich Westfalen, zuni Großherzog- thum Berg und zu franz. Departements gehört haben, und das Heim­fallsrecht an Grundstücken und Gerechtsamen jeder Art innerhalb des Staates, ohne Unterschied, ob der Staat, moralische Personen oder Pri­vatpersonen die Berechtigten sind, jedoch ausschließlich der Thronlehen.

2) Das Obereigenthum des Erbzinsherrn und das Eigenthums­recht des Erbpächters erlangt sogleich das EigenthumSrecht ledig­lich aus Grund des Gesetzes, ohne daß eS einer Uebertragung desselben von Seiten des Erbpächters bedarf. Der Erbzins, Erbpachtskanon und die sonstigen Leistungen des Erbzinsbesitzers oder Erbpächters verwandeln sich alsbald in auf dem Eigenthum ruhende Reallasten bis sie gegen Entschädigung in Land oder Kapital abgelöst sind.

Hamburg, 11. Oct. Gestern sind endlich zwei Mitglieder der von der Centralgewalt zur Uebernahme der hier liegenden Kriegsschiffe bestimmten Commission, der Preuß. Major v. Teichert und der österr. Hauptmann Möring beide Parlaments-Abge­ordnete von Frankfurt angekommen. Mit ihnen sind auch ob zu demselben Zwecke, wissen wir nicht zwei Engländer, Namens Mirgan, der Eine ein Marine - Lieutenant, der Andere ein Civil-Jngenieur, von ebendaher hier eingetroffen.

Lübeck, 9. Oct. Hier fanden in der vergangenen Nacht be­deutende Unruhen statt. Die Einwohner hatten an die in der reformirten Kirche versammelte Bürgerschaft eine Deputation ab­gesandt, als diese zurückgewiesen wurde, zogen sie in Masse vor die Kirche und hielten die Bürgerschaft darin fest. Um 10^ Uh: wurde Generalmarsch geschlagen; es kam zu einem Zusammenstoß es wnrde scharf geschossen und erst gegen 3 Uhr Morgens war die Ruhe wieder hergestellt.

Kiel, 9. Oct. Hr. B r e m e r hat in der vorgestriger Sitzung der Landesversammlung, Namens der Provisor. Regierum erklärt, daß wegen der von den Dänen kürzlich genommener Schiffe Unterhandlungen angeknüpft wären, und daß, wem diese nicht zum Ziele führten, Repressalien ergriffen werden würden Die Landesregierung hat heute den Entwurf der Städte- ordnung mit 60 gegen 26 Stimmen angenommen.

* Reuß , sche Staaten. Die Bewegung der Zeit, welch nach nationaler Einheit hindrängt und in diesem Sinne groß Staatskörper bilden will, hat auch den Fürsten von Reuß-Ebers dorf ergriffen. Die Nationen der Reuß-Greizer-Schleizer-Ebers dorfer gehen ineinander auf. Heinrich, den man den 72ste nannte, der aber wohl der Einzige genannt zu werden verdien ist mit einem großen Beispiele, mit einer politischen That voran gegangen. Wir danken ihm diese That umsomehr, als sie i einer Zeit wo alle anderen Menschen Gott sei es geklagt - auf Principien herumreiten, von einem Manne ausging , welch laut eignen landesfürstlichen Erlasses zuerst auf einem Princh ritt. Er hat seine Laufbahn mit folgendem Erlasse beschlösse! dem man und dies sei ohne Scher; bemerkt eine gewis edle Verklärung jenes Geistes nicht wird absprechen dürfen, we chcr schon in den früheren Erlassen dieses Fürsten lebte. D Erlaß lautet: Geraume Zeit ist es mein Vorsatz, wegen mein erschütterten Gesundheit die Führung der Regierung niederzulegt Jetzt bei den Anstrengungen der Neuzeit, in die ich vom Kra k, »lager geworfen ward, ist es gebieterische Pflicht. Und - schwarzer, unerwarteter Undank von mancher Seite hat mein Wi ken abgeschnitten. Deßhalb habe ich schon im April c rechten Ort meinen unwiderruflichen Entschluß ausgesprochen, au zuscheiden. Tiesfalstge Vereinbarung ist endlich! erfolgt. < lege, kraft dieses, zum Besten meines verfassungsmäßigen Nar folgers, Ihrs des regierenden Fürsten von Schleif Durchlam und Liebden, die Regierung nieder. Treu glaube ich 26 Jal lang mit Aufopferung für meine Wahllprüche :Volkeswohl Fürstenlust!",Reform, nicht Revolution!" gewirkt zu hab-! Wenn mir's nicht ganz möglich ward, wenn mein öffentlich Charakter verschleiert, so wirkten dazu ungünstige Umstände, d. unsere starren Gemeinschaftszustände, starre Bundes- und Pro

Beilä