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sammlung hat Statt gefunden und die beschlossene Eingabe ist abgegangen. Ich mögte nun meine Collegen im Kurstaate veranlassen, schleunigst ähnliche Schritte zu thun und gleiche Wünsche*) hbhern Orts unverzüglich vorzutragen. — Die Verbesserung des Schulwesens ist eine der Tagesfragen geworden. Jetzt oder nie dürfen wir der Gewährung unserer Wünsche entgegensetzen; — darum nicht gesäumt ! der Augenblick ist günstig. Oder sollten wir allein gleichgültig bleiben gegen die materielle Noth, gegen den geistigen Druck, die auf uns lasten? Sollten wir allein müssig die Hände in den Schooß legen, während alle übrigen Stände thätig find, ihre Lage allseitig zu verbessern, während unsere christlichen Collegen mit allen Waffen des Geistes um Hebung ihrer materiellen und moralischen Stellung kämpfen? — Der leitende Central - Ausschuß der Kreis-Schulsynoden zu Kassel hat in einer Eingabe an kurf. Ministerium des Innern vom 2. August c. unter Andern auch der „eigenthümlichen traurigen Verhältnisse, in denen die israelitischen Schulen und Lehrer sich zum großen Theile noch befinden", Erwähnung gethan. Geben wir sofort einen ausführlichen Conimentar zu dieser kurzen Andeutung, und von der Weisheit und Gerechtigkeit unserer Regierung dürfen wir Erhörung und Abhülfe gewärtigen. Noch eins. Der erwähnte Central-Ausschuß hat auf den 12. Okt. c. eine Landes- Ichulsynode nach Kassel ausgeschrieben. Diejenigen meiner Colegen jüdischer Confesston, welche dieser Versammlung beiwohnen verden, ersuche ich im Interesse unseres Standes dringend, dortselbst insere traurige Lage ebenfalls zur Sprache bringen und den Cen- wal-Ausschuß dafür zu interessiren suchen zu wollen, damit er auch unsere 'Angelegenheiten zu den seinigen mache. Lewisohn.
Die stehenden Heere.
Häufig schon ist der Wunsch gehört worden, daß die stehenden Heere aufgelöst und an deren Stelle Volksbewaffnung cinge- ührt werden möge. Gewiß wird jeder Freund des Volkes und )er Freiheit in diesen Wunsch einstimmen, nur ist nicht zu vergessen , daß eine jede neue Einrichtung mit Umsicht und Bedacht ingcführt werden muß. Haben wir ein altes baufälliges Haus, o erfordert es die Klugheit, daß wir es nicht niederreißen, bevor vir uns ein neues erbaut, oder wenigstens, bevor wir ein einst- veiliges Unterkommen gefunden haben. So ist es auch im Staate. Welche Nachtheile mit den stehenden Heeren verbunden sind, wissen vir Alle, und doch vermag im Augenblick nur Unverstand oder >öser Wille deren Auflösung zu fordern. Wir wollen die Folgen brachten, welche daraus entstehen würden. ‘— Zuerst würde alle Sicherheit im Innern des Landes alsbald verschwinden, denn unsere Iürgergarden — die von Kassel macht eine rühmliche Ausnahme — sind zu schwach, zu schlecht organisirt, zu sehr ohne alle Mannsucht, als daß dieselben im Stande wären, entschlossenen Böse- vichtern zu widerstehen, denen es gelungen, einen Theil des Volks zu verführen und aufzuregen. Wir haben dieses zuletzt noch r Frankfurt gesehen. Die Bürgergarde hat Nichts gethan zur lnterdrückung des schändlichen Aufstandes, der Magistrat hat rklärt, die Ruhe nicht aufrecht erhalten zu können; was hätte lso werden sollen ohne die Hülfe des Militairs? Welch ein Kutbad würde entstanden sein, wenn die verbrecherische Bande, ie wehrlose Abgeordnete spitzbubenmäßig mordete, nicht wäre zu
*) Die Wünsche find: ^Gleichstellung hinsichtlich des Gehalts mit den jnstlichen Lehrern vermittelst angemessener Gehaltszulagen aus StaatS- mtteln; 2) Errichtung vvn verschiedenen Gehaltsklassen und Hinanfrücken 1 dieselben nach Würdigkeit, Anciennität unv örtlichen Verhältnissen, ohne aß damit ein Stellenwechsel nothwendig verbunden ist; 3) „Sicherstellung ?r Penponen für den Lehrer, sowie für seine Hinterbliebenen;" 4) Stel- ing mit den christlichen Collegen unter eine und dieselbe Behörde; 5) Be- ufung von Synoden aus jüdischen Schulmännern mit entsprechenden Ta- egeldern zur gemeinschaftlichen Berathung mit dem Lankrabbinate behufs eststellung der einzelnen Lehrzweige für den jüdischen Religionsunterricht: ) Eoiitrolirung des speciell jüdischen Unterrichts durch die betreffenden tabbinen oder auch durch Schulräthe, die aus dem israelitischen Lehrerande hervorgegangen; 7) Mitwirkung der Lehrer bei allen Cultuöange- genheiten. 8) Stellung der Schullehrer ohne Unterschied zwischen Reli- ronS- und Elementarlehrern, so sie nur die gesetzmäßige Prüfung für lle Unterrichtsgegenstände der Volksschule bestanden, unter das StaatS- enstgesetz.
Zur Mittheilung des weitern Inhalts der Petition fehlt es uns leier an Raum. Anm. der Red.
Boden geschlagen worden. Und sie würde für den Augenblick gesiegt haben, ohne das Einschreiten deS Militairs, Deutschland würde jetzt im vollen Bürgerkriege sein, und die Gräuel des dreißigjährigen Krieges würden vielleicht unser armes Vaterland verwüsten, die Freiheit in den Staub treten, und Deutschland zum Tummelplätze fremder Kriegerhorden machen. Das aber ist es, was die Wühler wünschen! Nur drunter und drüber! denn im Trüben ist gut fischen, und alsdann denkt jeder der Ehrgeizigen sich empor zu schwingen, Minister oder General zu werden, oder gar Kaiser, so ein zweiter Napoleon.
Aber auch gegen Außen würde Deutschland bei einer Auflösung der Heere in große Gefahr kommen. Wie würden Dänemark, Rußland und Frankreich ins Fäustchen- lachen, wenn der Michel eine solche Dummheit beginge! Wie würden sie den günstigen Augenblick benutzen, über uns herzufallen; und wenn ich auch glaube, daß Deutschland alsdann sich in Masse erheben würde, so läßt sich doch nicht bezweifeln, daß unser Vaterland halb verwüstet wäre, bevor neue Armeen sich würden geordnet haben.
Deshalb keine plötzliche Auflösung der Heere, sondern ein all- mähliger Uebergang derselben ins Volk! Ich will kein unnützes Zögern billigen, nein! man beginne damit so bald als möglich, d. h. sobald wieder ein gesetzlicher Zustand in unserm Lande wird befestigt, sobald die Ruhe wird zurückgekehrt sein. Wie lange das aber noch dauern wird, hängt vom Volke ab. So lange dasselbe von jedem Wühler sich zu ungesetzlichen Handlungen hinreißen läßt, so lange es Obrigkeit und Gesetze verspottet, ist dieser Zeitpunkt nicht da. Wenn aber das Volk im Gefühl seiner Kraft und Freiheit eine würdevolle Haltung beobachtet, stets das Gesetz achtet, selbst die Ordnung aufrecht erhält, die Freiheit aller Menschen ehrt, auch wenn es andersdenkende sind; alsdann zeigt es, daß das Militär in seiner jetzigen Gestalt überflüssig sei, alsdann wird die goldene Zeit erscheinen, wo alle stehenden Heere entbehrlich werden. Dieses erstrebt, ihr Volkslenker! Darauf arbeitet hin in euern Reden und Schriften, anstatt daß ihr bisher das Volk in steter Ungesetzlichkeit erhalten habt, und es dadurch den sichersten Beweis habt ablegen lassen, daß es politisch noch unmündig ist und stehende Heere nicht entbehren kann. Diese jetzt abschaffen würde, aber eben so thöricht sein, als wenn man seine Hausthüre zerschlagen wollte, wenn Räuber in der Nähe sind. A.
Erwiderung.
In Nr. 114, Beilage dieses Blattes, wird Herr Amtmann Bechtel zu Abterode in den Anfragen, Rügen und Wünschen zur Rückversetzung als Landrichter nach Hcrsfeld empfohlen. Der Em- pfehler —b —, scheint jedoch mit den obwaltenden Verhältniffen sehr schlecht bekannt zu sein. So glaubt er, die Landrichterstelle zu Hersfeld werde noch immer stellvertretend versehen, während dieselbe doch schon über Jahresfrist an den Landrichter Gunckel daselbst definitiv verliehen ist. Sodann stellt Herr —b— die Sache so dar, als wenn es in Hersfeld gern gesehen würde, den Bechtel in Hersfeld wieder zu besitzen; dies ist aber keineswegs der Fall. Im Gegentheil kann versichert werden, daß die rühmenden Behauptungen meist ungegründet sind und man mit dem Eintausche des Gunckel gegen Herrn Bechtel recht sehr wohl zufrieden ist. Man würde hierüber gern geschwiegen haben, hätte nicht Herr —b— diese Erklärung durch seine unberufene Empfehlung hervorgerufen.
Hersfeld.
Anfragen, Rügen und Wünsche.
Die Ernennung des Generalmajors v. Specht zum General- Adjutanten Sr. K. H. des Kurfürsten gibt gegründeten Anlaß zu der — der landständischen Erwägung besonders zu empfehlenden — Doppelfrage : ob aus dieser Ernennung, welche doch nicht ohne die verfassungsmäßige Mitwirkung des Staatsministeriums hat geschehen können, die thatsächliche Erklärung desselben zu entnehmen sei: 1) auf den beinahe einstimmigen Antrag der Ständeversammlung in Beziehung auf den obersten Militärchef nicht eingehen, dagegen. 2) das Fortbestehen eines Geheimen-