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Unterhandlungen über Modifikation? n der Waffenstillstandsbedin- gungen unter Leitung des Grafen Dönhoff mit dem Kammerherrn v. Reedtz gepflogen werden.
Kiel, 28. Sept. In der Landesversammlung kam heute zuerst die Schlußberathung über das Gesetz, betreffend die Verlegung der Regierung nach Schleswig, vor. Das Resultat war, daß das Gesetz mit 62 gegen 21 Stimmen angenommen wurde. Es wurde demnächst ein Schreiben der provisorischen Regierung mitgetheilt, worin sie die Landesversammlung auffordert, ihr nach Schleswig zu folgen, wohin sie nach ihrer gestrigen Anzeige bald übersiedeln will.
Altona. Von einem eben von Alsen zurückgekehrten, mit den Personen und Zuständen auf dieser Insel genau vertrauten Mann, wird uns Folgendes mitgetheilt : General Hausen hat sein Hauptquartier in Sonderburg, mit ihm die bekannte Jmmediat- regierung, in deren Gefolge sich die Herren Molfhagen, Lehmann (Bruder Orla's) und Garlieb, sämmtlich in Kiel eraminirte Juristen, als Seeretäre befinden. Die Herren v. Rosen, v. Staffeldt, Triller und V. Ries, ebenfalls deutsche Juristen, werden nacherwartet. In der Sonntagsnummer des Danske Sleswiger sah ich die ersten Erzeugnisse der neuen Regierung, Aufhebung der Grund- und Hypothekensteuer, der Einkommensteuer, Einführung der Kopfsteuer, sowie des alten Jagdgesetzes. Die Publikation erstreckt sich natürlich nicht über Alsen hinaus, indem die Regierung in partibus regiert. Dessenungeachtet und trotz der aufgezwungenen roth-weißen Kokarde, so wie des nothwendigen Eintritts in die Alsener Volksbewaffnung ist die Stimmung auf Alsen keineswegs eine dänische, d. h. der Kern des Volkes sehnt sich zurück nach dem Früheren, er verwünscht den dänischen Mi- litärdespotismus und vas furchtbare Spionirsystem, welches Letztere z. B. keine deutsche Zeitung über den Alsener Sund läßt.
Der Abgeordnete Stedmann ist laut der OPAZtg. allerdings in Rendsburg eingetroffen.
Briefe aus London bestätigen, daß Lord Palmerston eine kräftige Note gegen jedes Abgehen von den Waffenstillstandsbedingungen nach Kopenhagen erlassen hat.
Oldenburg. Nachdem in der letzten Landtagssitzung die Birkenfelder Angelegenheiten gegen die Wünsche der Bezirksabgeordneten, die noch ein souveraines Fürstenthum für Deutschland nicht haben wollten, entschieden war, sind die Abgeordneten ausgetreten, weil es nicht mehr mit ihren Rechten und Pflichten verträglich sei, zu bleiben. Die Stellvertreter sind einberufen.
Hannover, 29. Sept. Nach einem heute umlausenden Gerücht, was wir jedoch zur Zeit noch nicht verbürgen wollen, sollen in mehreren unserer Regimenter Schritte vorbereitet werden, um endlich in den Besitz der Nationalkokarde zu gelangen. Es ist in der That im hohen Grade zu beklagen, daß man durch eine unerklärliche und nachgerade mit nichts zu entschuldigende Zögerung in der Ausführnng der Reichsbeschlüsse derartige Schritte provocirt.
. Schweiz.
Zürich hat jetzt Maßregeln im Sinne der Neutralität getroffen und beschlossen: daß denjenigen Flüchtlingen, welche bei der gegenwärtigen Jnsurrection in Baden sich betheiligt haben, das Asyl entzogen sei, sowie auch, daß denjenigen Flüchtlingen, die sich bisanhin in andern Kantonen aufgehalten haben und ebenfalls als Betheiligte erscheinen, der Aufenthalt in dem hiesigen Kanton, auf den Fall, daß sie denselben nachsuchen sollten, nicht bewilligt werde. — Der Polizeirath ist mit der Vollziehung dieses Beschlusses beauftragt.
Ungarn.
Das in ungarischer Sprache erlassene Manifest des Kaisers lautet: Vor wenig Tagen habe Ich Meinen treuen Völkern Ungarns eröffnet, wie sehr Mir die schnelle und völlige Wiederherstellung des Friedens und der gesetzlichen ^Ordnung im Land am Herzen liegt. Leider hat sich nunmehr der Zustand Ungarns seitdem noch verschlimmert; der Bürgerkrieg droht von allen Seiten in Ungarn sich auszubreiten. Bei dieser gefahrvollen Lage', und bei meinem sehnlichen Wunsche Blutvergießen zu verhindern und die Schrecknisse der Anarchie fern zu halten, habe Ich Mich bewogen gefunden Meinen Feldmarschalllieutenant, Grafen Franz
Lamberg, mit dem Oberbefehle sämmtlicher in Ungarn befindlichen Truppen und bewaffneten Corps, von was immer für einer Benennung, zu betrauen, und denselben zu beauftragen daß derselbe alsogleich den Oberbefehl in Meinem Namen übernehme. Zur ersten Aufgabe habe Ich demselben vorgezeichnet, daß er allenthalben Waffenruhe Herstelle , und hege Ich das feste Vertrauen zu allen Militair- und Civilautoritäten, daß demselben schnell und vollständig Folge werde gegeben, und ihm hierbei alle Unterstützung werde geboten werden. Insbesondere habe ich bereits die erforderlichen Verfügungen getroffen, daß die in Nordungarn ausgebrochenen Unruhen durch Einschreiten einer miiitcu rischen Macht aus Mähren unterdrückt werden. Ich erwarte von Meinen Völkern Ungarns ein um so vertrauensvolleres Entgegenkommen zu Meinem obgenannten außerordentlichen Commissär, als bereits die nöthigen Schritte eingeleitet worden sind, um eine alle Theile befriedigende Ausgleichung der inneren Zwistigkeiten zu bewirken, und zwischen den ungarischen unb nichtungati- schen Staaten Meines Gesammtreichcs jene volle Einigkeit wiederherzustellen und zu sichern, wie sie durch Jahrhunderte zum gemeinsamen Wohl bestand und durch die progmatische Sanction gesichert ward. Gegeben in Meiner Haupt - und Residenzstand Wien am 25. Sept. 1848. Ferdinand ni. p.
Ein Privatschreiben vom 22. Sept. aus Neusatz meldet, daß am 21. Szent-Tamas von den Ungarn genommen wurde. Um 3'/2 Uhr Morgens wurde die Kanonade eröffnet,' 58 Stück Geschütz, darunter mehrere Bombenmörser, spielten unaufhörlich. Um 9 Uhr war die Kanonade am heftigsten. Um dieselbe Zeit stürmten die Ungarn den Ort, der ziemlich befestigt ist. Das Dorf Tunja wurde auch genommen. Der Kanonendonner dauerte bis 11 Vt Uhr. Dieser Tage dürften in der Nähe von Neusatz noch einige Gefechte stattfiuden. Der Hauptstreich wäre aber geschehen. Die Serben sind entmuthigt und durch Hader und durch Uneinigkeit entzweit.
Pesth, 23. Sept. Heute ging hier rin eigenes Schauspiel vor sich. Gegen 800 Juden sind gerade heute am Sabbath zu den Schanzenarbeiten ausgerückr. Dadurch wollen die Juden beweisen, daß ihr Sabbat nicht, wie von ihren Feinden behauptet wird, ein Hinderniß sei, dem Lande zu dienen, aber auch, daß sie selbst dann, wo der plünderungssüchtige Feind gegen die Hauptstadt marschirt, treu für Ungarn einstehen wollen.
In der heutigen Sitzung des Unterhauses betrat Kossuth die Rednerbühne und zeigte an, daß er vom Premierminister die Vollmacht erhalten habe, das Volk um sich zu schaaren. „Ich werde," sagte er, „das Volk ausrufen, die feindliche Brut zu vernichten; Sie werden mich entweder nie wieder sehen, oder nur an der Spitze einer solchen Macht, die dies im Stande sein wird. In einer halben Stunde nehme ich die Fahne in die Hand und gehe nach Czegled, ich weiß noch nicht wohin, aber überall will ich sein. Wenn es Jemand geben wird, der mich begleiten will, so muß es augenblicklich geschehen. (Zurufe: ich, ich, auch hir.) Wenn ich mich in Pesth umsehe, so giebt es noch so viele Menschen, die Waffen führen können, daß sie allein dem Feinde Respect einflößen könnten; die Gallerten alle, alle, — wenn sie keine Waffen haben, haben sie Zähne, Stöcke, Schaufeln und Steine, mit denen jeder nur einen Räuber todtschlagen kann, soll, und wir sind gerettet. Hier in Pesth soll nicht ein Gewerbtrei- bender indessen seine Waare verkaufen, während der andere die Waffen ergriffen, es sollen auf einige Zeit die Gewölbe gesperrt werden. (Beifall.) Fort, fort, zum Volke, es begleite mich, wer kann." (Kossuth verläßt den Saal.)
Pesth, 24. Sept. (Kampf zwischen Ungarn und Oesterreich auf Leben und Tod.) (Bresl. Ztg.) In der gestrigen Sitzung des Repräsentantenhauses ward das vom Erzherzog S t e p h a n dem Premierminister zugesandte Handbillet des Kasters an den Erzherzog verlesen, in welchem darauf gedrungen wird, daß der Landtag eine Friedensunterhandlung auf Grundlage der Aufhebung der ungarischen Constitution und Selbstständigkeit vornehme. Auf Antrag Nyaris hat aber das Haus erklärt, daß so lange der Feind auf ungarischem Boden stehe,
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