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gen Sie muthig und entschlossen meinen Anordnungen. Ihres Beschlusses vom 6. d. eingedenk, werde ich mit Ihnen dem ersten demokratischen Princip: Achtung der Majorität — Geltung verschaffen.
Die Nationalversammlung, die Vertreterin der Volks- rechtc, ist dem Schutze des Berliner Volkes — also auch unserem anvertraut. Zur Unterdrückung jedes Versuches, die Hohe Versammlung mit roher Gewalt kinzuschüchtern, oder zu zersprengen, komme er von welcher Seite er wolle, rechne ich auf Ihren Beistand. Berlin, den 25. Sept. 1848.
Der Kommandeur der Bürgerwehr, Rimpler.
Volk von Berlin! Indem ich hiermit den am heutigen Tage an die Bürgerwehr Berlins erlassenen Tagesbefehl zur öffentlichen Kenntniß bringe, hege ich die feste Ueberzeugung, daß in den jetzigen politisch aufgeregten Momenten von allen Seiten dahin gestrebt werden muß, das Band der Einigkeit zwischen dem bewaffneten und unbewaffneten Theile des Volkes ungetrübt zu erhalten und zu kräftigen. Möge die Bevölkerung Berlins durch mich, den natürlichen Vertreter der Bürgerwehr, die Versicherung entgegennehmen, daß die Bürgerwehr Berlins, eingedenk ihres hohen Berufes, die politischen Freiheiten nach allen Seiten hin schützen, und mit Aufbietung aller Kräfte dem ersten demokratischen Principe — Achtung vor demWillen d e s g e sa m m- len preußischen Volkes — wie er sich durch die Majorität seiner unter uns versammelten Vertreter kund giebt, huldigen und demselben Geltung verschaffen wird. Berlin, 25. Sept. 1848. Der Kommandeur der Bürgerwehr , R i m p l e r.
Als nun heute die entscheidende Stunde kam, und die Zeichen fast auf Sturm deuteten, — Berlin war auf den Beinen, 1000 Constabler hatten die Sing-Akademie besetzt und wurden im Anfang der Sitzung auf Grebels Interpellation vom Präsidenten entfernt und durch Bürgerwehr ersetzt, — die Schützeygilde hatte die Seehandlung besetzt, und als Abg. v. Unruh das Signal zum gefürchteten Kampfe gab durch den dringenden Antrag: „Hohe Versammlung möge beschließen, daß die Interpellation des Abgeordneten Par die unbedingte Priorität vor der Tagesordnung und allen übrigen Anträgen habe"; da las der Minister-Präsident v. Pfuel sein Circular vom 23. d. M. an die Ge- neral-Commandos der Armee vor. Es lautet:
Circular an die Generalcommandos der Armee, an die Geweralinspection der Artillerie und der Festungen, das Gouvernement hier, das Militairgouvernemeut in Main; und Luxemburg, die Inspektion der Jäger und Schützen und den General der Cavallerie P. Wrangel:
„In Folge meiner Ernennung zum Ministerpräsidenten und Kriegsminister beehre ich mich, einem rc. hierbei das Programm des neuen Ministeriums ergebens! zu übersenden. Se. Majestät der König haben sich bereits in dem Armeebefehl vom 1. Mai d. I. über die Stellung auszusprechen geruht, welche die Armee bei den veränderten Verhältnissen des Staats einzunehmen habe. Auch hat mein Amtsvorgänger, der Generallieutenant Freiherr von Schreckenstein wiederholentlich und zuletzt in dem Erlasse vom 13. d. M. erklärt, daß die Regierung Sr. Maj. reaktionaire Tendenzen überall nicht hege, und den eingeschlagenen Weg constit.
Entwickelung mit redlichem Willen verfolgen werde. Zugleich ist dabei auf die Nothwendigkeit von ihm hingewiesen worden, in diesem Sinne durch alle Instanzen auf die Untergebenen angemessen einzuwirken. — Einverstanden mit diesen Ansichten und entschlossen, reaktionaire Tendenzen nicht zu dulden, ersuche ich Ew. rc., das gute Einvernehmen zwischen Civil und Militair nach Kräften zu fördern, und wo sich reaktionaire Bestrebungen wiver Erwarten bei den Wohldemselben untergebenen Truppen zeigen sollten, denselben entschieden entgegenzutreten. Ein rc. wolle zu dem Ende von meinem gegenwärtigen Erlasse die Wohldemselben untergebenen Ofsiziere aller Grade zur Nachachtung in Kenntniß setzen. Dieselben sind zugleich darauf aufmerksam zu machen, daß sie nach dem von Sr. Maj. der Nationalversammlung vorgelegten Verfassnngsentwurfe, gleich den Civilbcainten zur Aufrechterhaltung der Verfassung seiner Zeit eidlich werden verpflichtet werden, und daß mit der lieber» nähme solcher Verpflichtung alle anti-constitutionellen Bestrebungen, wie sie überhaupt mit der Stellung eines Offieiers in der Armee unverträglich sind, im Widersprüche stehen würden. — Je schwieriger die Lage des preußischen und des gesummten Deutschen Vaterlandes ist, desto nothwendiger ist ein ciumüthiges Zusammenwirken aller gesetzlichen Gewal- ten, desto mehr muß selbst der Schein einer Spaltung vermieden werden, um den Feinden des Vaterlandes jeden Vorwand, jede Hoffnung zu benehmen, um das gesäete Mißtrauen zu entfernen und allen Unbefangenen die Ueberzeugung zu gewähren, daß die von unserem Könige angebahnte freie Entwickelung des konstitutionellen Staats von der vaterländischen Kriegsmacht nicht bedroht, sondern geschützt wird. — Ich erkenne vollständig die Schwierigkeit der Aufgabe, die ich mit dem von Sr. Maj. mir anvertrauten Amte übernommen habe, halte mich aber überzeugt, daß Ein rc sowohl, als die unter Wohldessen Befehl stehenden Ofsiziere, bewährt in Treue und Liebe zu König und Vaterland, mit mir nach demselben Ziele streben werden." Berlin, 23. Sept. 1848.
Der Kriegsminister: gez. v. Pfuel.
Alle Fraktionen der Kammer erklärten sich mit diesem Erlasse zufrieden, sogar die äußerste Linke, die aufs höchste verwundert war über diese ungeahnte Bereitwilligkeit der Minister. Der Abg. Stein selbst sagte: er freue sich', sagen zu können, daß die Minister vollständig erfüllt hätten, was die Nationalversammlung begehrte, und freue sich noch mehr, daß dies Ministerium als constit utionell anerkenne, was das abgetretene Ministerium für nneonstitu- tionell erklärt habe. — Hier wurde das Circular sogleich durch Abdrücke verbreitet, die auf Befehl der Kammer sofort gemacht wurden. Der Eindruck, welchen diese Vorgänge in Berlin machten, wird sich jeder leicht vorstellen können *).
Aus der Sitzung ist noch zu berichten, daß auf die Interpellation von Nees van Esenbeck Iustizminister Kisker (früher Chefpräsident des Oberlandesgerichts zu Naumburg; seine Ernennung ward zu Anfang der Sitzung mitgetheilt)
*) Reisende, welche von Berlin kommen, versichern, die Stadt schwimme in Jubel und Illumination.
Beilage