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einjähriger oder dreijähriger Freiwilliger in einen Truppen- Iheil eintreten resp, im Wege der Aushebung eingestellt sein. 2) Jeder Unteroffizier oder Soldat, der nach vollen­detem 17ten Lebensjahre mindestens 6 Monate gedient hat, und nach einem Zeugniß, welches von den Offizieren seiner Compagnie, resp. Escadron dem Chef derselben und dem Bataillons- oder Abtheilungs- resp. Regiments-Commandeur ausgestellt werden muß, in Bezug auf seine Führung, Dienst-Application und erworbene Dienst-Kenntniß, sowie rücksichtlich seiner geistigen und körperlichen Eigenschaften, sich zur Beförderung eignet, kann sich zur Ablegung der Portepee -Fähndrichs- Prüfung melden, welche er demnächst nach 8- 4 der Instruktion vom 3. Februar 1844 abzule­gen hat. 3) Nach bestandenem Eramen erfolgt die Be­förderung zum Portepee-Fähndrich, sobald eine Vakanz in der etatsmäßigen Zahl der Portepee - Fähndriche vorhanden ist, und zwar unter mehreren nach dem Datum des abge­legten Eramens, bei gleichem Datum nach dem bei der Prüfung erlangten Prädikat. 4) Jeder Portepee-Fähndrich, welcher 9 Monate in dieser Charge gedient hat, kann sich zum Offiziers - Eramen melden. Es bleibt ihm überlassen, sich die hierzu erforderlichen Kenntnisse auf den Divisions­schulen oder auf andere Weise zu erwerben. Beurlaubun­gen zum Besuch von Privat-Unterrichts-Anstalten sind jedoch unzulässig. 5) Die in Bezug auf die Vorprüfung, die Prüfung selbst, die Vorschläge zur Beförderung rc. in der Instruktion vom 3. Februar 1844 gegebenen Bestimmungen bleiben in Gültigkeit und sind nur nach Vorstehendem zu modificiren. 6) Auszeichnung vor dem Feinde befreit von dem Eramen zum Portepee-Fähndrich und fortgesetztes aus­gezeichnetes Benehmen im Kriege auch von dem zu Offizier. Das Kriegsministerium hat zur Ausführung dieser Bestim­mung das Weitere zu veranlassen. Sanssouci, den 19. September 1848. (gez.) Friedrich Wilhelm, (gegen- gez) v. Schreckenstein. An das Kriegsministerium.

Köln. Auch in Köln hat man einen Aufstand versucht und Barrikaden gebaut. Die Stadt ist in Belagerungszu­stand erklärt und die Bürgerwehr entwaffnet.

Berlin. Das Plakat der Berliner Demokraten —eines der zuletzt angeschlagenen — lautet: „An dasVolk von Berlin." „Volk von Berlin! Gestern ist der National­versammlung officiell mitgetheilt worden, daß der General Pfuel mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauf­tragt worden ist, derselbe Pfuel, welcher bis zum 18. März die Truppen gegen Dich commandirte." — „Volk von Berlin! Das Vaterland ist in Gefahr. Du kennst die un­geheure Truppenzusammenziehung um unsere Hauptstadt, Du kennst die Diktatur, welche dem General Wrangel ohne alle Veranlassung zuertheilt worden , Du kennst den Armeebefehl, welchen er erließ, und durch den Berlin und die Marken preisgegeben worden. Heute fallen die Würfel! Die Nationalversammlung, berufen, die Freiheit des preußischen Volkes gesetzlich festzustellen, ist Deinem Muthe, Deiner Entschiedenheit anvertraut: in ihr hast Du die Freiheit des ganzen preußischen Volkes zu schützen. Auf Dich und Deine Haltung blicken in diesem wichtigen Au­genblicke die Provinzen, auf Dich blickt das Deutsche Va­

terland, blickt Europa!" „Heute wird dasMinisterium derbewaffnetenReaction—der Nationalversammlung gegenübertreten. Die Nationalversammlung wird ihre Pflicht thun. Sie und ganz Preußen rechnen auf Dich, — das Volk. Du wirst Deiner Märztage eingedenk sein." „Die Nationalversammlung wird heute von dem Ministerium Rechenschaft fordern, weshalb der General Wrangel mit seiner Diktatur bekleidet, weshalb Berlin mit Truppenmas­sen umstellt ist." „Das Ministerium Pfuel kann nicht mit der Versammlung gehen, es muß sich den Vertretern des Volkes feindlich gegenüber stellen, es wird die Freiheit des Volkes vernichten." „Dir, Volk von Berlin, sind Ehre und Freiheit der preußischen Nation anvertraut. Heute ist der Tag der Entscheidung! Sei Deines jungen Ruhmes würdig! — Berlin, 22. Septbr. 1848."

Außerdem ist noch eine zahlreich verbreitete Ansprache „An die guten Berliner" bemerklich, in welchen der Bürger- wehrklub, der demokratische Landwehrverein und der demo­kratische Bürgerwehrverein sich an die Berliner wenden und am Schluffe die Ueberzeugung aussprechen: die Bürgerwehr werde mit allen ihren Kräften dahin streben, die Vereini­gung des Heeres mit dem Volke und die verfassungsmäßi­gen Rechte des Volkes aufrecht zu erhalten und zu schützen.

* Berlin, 25. Sept. Die bange Erwartung eines herannahenden entscheidungsvollen, blutigen Kampfes hatte in den verwichenen Tagen die politische Schwüle in Berlin mehr und mehr gesteigert. Nach Allem, was vorgegangen, mußte man wohl den Unglücksvögeln glauben, welche Sturm weissagten und in dem neuen Ministerium und den ein­gesetzten Militair - Kommandos nicht ein Ministerium der kräftigen konstitutionellen Ordnung, sondern die Veran­staltung der Potsdamer Camarilla und ihrer unheimlichen Pläne erblickteu. Die Spannung war ungeheuer geworden, man war auf das Aeußerste gefaßt. In einer ungeheuern Volksversammlung gestern schwuren einzelne Soldaten — freilich nur Einzelne — sie schossen nicht aufs Volk. Heute bereiteten neue zahlreiche Plakate zum Kampfe vor, von den phantastischen Ergüssen wüthender „Demokraten" bis zur- ernsten Mahnung des besonnenen Feiheitsfreundes. Unter den letzteren mögen die vom Kommando der Bürgerwehr ergangenen hier folgen.

Kameraden! Die Zeit ist ernst und schwer! Sie haben mich an Ihre Spitze berufen — ich hoffe auch in diesen Stunden mich Ihres Vertrauens würdig zu zeigen. Ihre Rechte, die Freiheiten unseres Volkes, sind mir heilig. Ich habe in diesem Sinne stets gehandelt, und werde fort­fahren so zu handeln. Unser theuer erkauftes Recht, allein für die Aufrechterhaltung der Ordnung Sorge tragen zu dürfen, ist vor der Nationalversammlung durch das Staats­ministerium von Neuem anerkannt. Verkennen wir keinen Augenblick unsere schwere Verantwortlichkeit. Bedenken wir, daß es Parteien giebt, die nichts sehnlicher herbeiwünschen, als die Gelegenheit zu einem Einschreiten des Militairs, die Eine, um uns dadurch dem Absolutismus, die Andere, um uns der Anarchie in die Arme zu werfen. In Ihrer Hand liegt es, solche finstere Pläne zu Schanden zu machen. Erscheinen Sie Alle ungesäumt auf meinen ersten Ruf. Fol-