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rechten Zeit die geeigneten Maßregeln ergriffen hätte, welche wir nach Kräften anriethen. (!!) (etwa auf der Pfingstweide?) Ferner heißt es: Frankfurt steht jetzt unter der ehernen Zuchtruthe des Belagerungszustandes und Kriegsgesetzes, d. h. der Rechtslofigkeit; die Reaction erhebt mächtig und übermüthig ihr Haupt und macht Miene, die freiheitsgetreue Minderheit gänzlich zu unterdrücken. Wir aber werden trotzdem die Grundsätze der Freiheit und Einheit Deutschlands unerschütterlich vertreten wie bisher, was auch geschehe!"—Wie ich höre, will die Linke, so lange der Belagerungszustand dauert, nicht mehr an der Sitzung Theil nehmen. Die Leute wollen auch, wie es scheint, durch die Anklage des Ministeriums ihrer Anklage zuvorkommen. Die „eherne Zuchtruthe" des Belagerungszustandes ist nirgends sichtbar. Die Leute können nach wie vor ihre Lügen drucken. Auch Carrikaturen erscheinen wieder. Die Centralgewalt ist in einer schlimmen Lage. Links diese Leute und rechts Dänemark.
Kassel, 26. Septbr. Heute sind 4 Escadrons des 1. Husaren - Regiments, sowie die reitende Batterie auf Befehl ves Reichskriegs-Ministers nach Frankfurt abgegangen.
Fritzlar, 21. Septbr. Böse Beispiele verderben gute Sitten! Die Epidemie der Katzenmusiken scheint sich allgemach auch aus die Dörrer ausbreiten zu wollen. So haben neulich die Bauern von Großenglis ihrem mißliebigen Pfarrer mit dieser Art Musika zu wiederholten Malen aufgewartet, so hören wir jetzt mit Staunen, daß selbst die schlichten Bewohner des nahe gelegenen Geismar in der vergangenen Nacht vor der Wohnung ihres Landtagsab- georrneten, des Abgeordneten Scheffer daselbst, eine so gräuliche Katzenmusik mit Fensterzertrümmerung erecutirt haben sollen, daß sich sogar das Justizamt von hier veranlaßt gesehen hat, am heutigen Tage den berichteten Thatbestand dortselbst in Aligenschein zu nehmen. Herr Scheffer mag sich die Ungunst seiner Bauern hauptsächlich durch sein Verhalten in der Versammlung bei einer deli- caten Geldfrage zugezogen haben. Es geschieht im Augenblicke dahier auch viel Redens von einem s. g. Mißtrauensvotum, welches gegen den diesseitigen Parlamentsdeputirten in Betreff der Schleswig - Holsteinschen Angelegenheit ins Werk gesetzt werden solle. — Mag man von der gestatteten Freiheit der Rede k. immerhin Gelegenheit nehmen, seine abweichenden Ansichten unumwunden auszusprechen; aber möge dies doch niemals in einer rechtsverletzenden und beleidigenden Weise geschehen!
Baden. Nachdem die unter Struve in Deutschland eingebrochenen fremden Banden ihren Plünderungszug von Lörrach aus fortgesetzt, die Leute von der „fürstlichen Partei" d. h. Beamte, besonnene Patrioten rc, insofern sie Geld hatten, verhaftet und „gegen Bürgschaft" wieder frei gelassen, auch eine „Dienst-Anweisung" an die Ortsbürgermeister erlassen, wegen zu liefernden Geldes und Victualien rc. (wir behalten uns die Nachlieferung dieses spaßhaften republikanischen Aktenstückes vor) bei alle dem aber keine Sympathien gefunden haben, (und zwar im Seekreise am wenigsten, dort kennt man seine Pappenheimer) sind sie endlich am 24. Mittags bei Krozingen (4 Stunden von Freiburg) von den Reichstruppen angegriffen und vollstän
dig aufgelöst worden. Da sie bereits von allen Seiten umstellt sind, so steht zu hoffen, daß nur wenige entwischen werden.
Stuttgart. Die würtembergsche Regierung hat eine kräftige Erklärung erlassen, worin sie alle guten Bürger des Landes auffordert, sich unter die Fahne des Gesetzes gegen den freventlich erhobenen Bürgerkrieg zu schaaren, dessen Unheil auf seine Urheber zurückfallen möge.
Stuttgart, 22. Sept. Nachdem die würtembergischen Kammern erst vor wenigen Tagen wieder eröffnet worden sind, mußte schon heute vor dem Ständehaus ein Banner Bürgerwehr aufgestellt werden. Auch das Militair ist consignirt, die Beurlaubten sind wieder einberufen. Es geschah dies zunächst aus Anlaß einer gestern in Cannstadt gehaltenen Volksversammlung, wo von deren Leitern eine Art Sturmpetition an die Kammer beantragt, eine consti- tuirende Versammlung und Permanenzerklärung derselben, freie Abstimmung des Volkes über seine künftige Regierungsweise gefordert wurde.
Mannheim, 22. Sept. Am 18. d. M. um 5 Uhr Nachmittags war hier eine Volksversammlung auf dem Markte. Zu dieser Stunde kannte man die blutigen Ereignisse in Frankfurt noch nicht, daher ein sichtliches Schwanken in den Anträgen unserer Demagogen. Erst um 6 Uhr kamen die ersten Nachrichten, um 9 Uhr die ausführliche Bestätigung; nun brach die Wuth darüber los, daß man die günstige Zeil unbenutzt habe vorübergehen lassen. Grohe ward als Verräther, Mördes als Phrasenmacher gescholten; es wurde sogleich beschlossen, sich Waffen zu verschaffen. Den 19. versuchte man eine Sturmpetition gegen den Gemeinderath; die Scenen vom 26. April erneuerten sich, aber unterdessen war von Frankfurt die Nachricht von der Unterdrückung des Aufstandes eingetroffen. Das lähmte den Muth der Einen und erhöhete den Muth der Andern. Die begehrten Waffen wurden nicht herausgegeben und damit hatte der Sturm ein Ende. Seitdem ist Alles ruhig.
Schleswig-Holsteinische Angelegenheiten.
Die provisorische Regierung hat folgende Bekanntmachung erlassen: Mitbürger! Wir haben in unserer Procla- mation vom 24. März d. I. gelobt, uns im Kampfe für Freiheit und Recht den Einheitsbestrebungen Deutschlands mit aller Kraft anzuschließen. Die Deutsche Centralgewalt hat uns Deutsche Waffenbrüder zur Hülfe gesandt, um das Land von dem Feinde zu befreien. Den Schleswig-Holsteinern vor Allen liegt die Pflicht ob, die Centralgewalt, so viel an ihnen ist, zu unterstützen und ihren Befehlen Folge zu leisten. Die Nationalversammlung in Frankfurt, der höchste Rath der Deutschen Nation, hat den von der Krone Preußens verhandelten Waffenstillstand zwischen Deutschland und Dänemark genehmigt; wir erwarten die Anordnungen des Erzherzogs Reichsverwesers, um im Einverständniß mit der schlesw.-holst. Landesversammlung die von uns geübte Gewalt niederzulegen; bis dahin werden wir die Pflichten erfüllen, welche wir gegen das Land übernommen haben. Es ist uns amtlich zur Kunde gekommen, daß 3 Personen, Moltke, Johannsen, und Hansen, von der Insel Alfen aus die wir eben so tief bedauern, als wir fest überzeugt find, daß sie hätten vermieden werden können, wenn man zur