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und den Schwarzrothgoldnen haben einen Abschluß gefun­den durch die Demonstration des Kaisers für die letzteren. Seit heute Mittag weht aus den Fenstern des Schlosses zu Schönbrunn eine große schwarzrothgoldne Fahne.

Die magyarische Deputation bildet jetzt den Mittelpunkt aller Interessen. Wie natürlich werden ihr vom Volke die lautesten Sympathien ausgedrückt. Der Reichstag da­gegen hat nach heftigen Debatten, welche eigentlich nur ein Kampf der Slavischen mit der Deutschen Partei waren, mit 186 gegen 108 Stimmen die Annahme der Deputa­tion, als der Geschäftsordnung zuwiderlaufend, verworfen. Von großer Wichtigkeit waren bei dieser Gelegenheit die Erklärungen der Minister über das Verhältniß Oesterreichs zu Ungarn. Vach erklärte, von der gegenwärtigen Depu­tation könne das Ministerium keine Lösung dieser Frage hoffen, denn sie biete kein Substrat der Verhandlung. Das Ministerium habe gegenüber Ungarn immer Gleich­berechtigung aller Stationen als Prinzip aufgestellt, und so lange das nicht anerkannt ist, könne es nicht mit der Re­gierung Ungarns verhandeln.

Wien, 19. Sept. Die ungarische Deputation ist vom Volk durch einen großartigen Fackelzug an dem Abend ihrer Abweisung durch den Reichstag gefeiert worden. Wesselenyi dankte vom Fenster aus dem Volke für seine Theilnahme und schloß mit einem Hoch auf das große Deutschland.

Mittheilungen aus Wien zufolge beginnen die Par­teien endlich sich zu sondern und zu organistreu. Der konstitutionelle Verein ist der stärkste und seit einigen Tagen ist vor dem Sitzungslocale dieses Vereins, ein furchtbares Gedränge um sich als Mitglieder einschreiben zu lassen. Es sind ihrer schon 22,000. Auch die akade­mische Legion wünscht, diese Sonderung der Parteien auf ihre Weise zu fördern und hat für heute Abend alle Na­tionalgarden, die sich ihr und den von ihr vertretenen An­sichten anzuschließen gedenken, durch öffentliche Plakate ins Odeon geladen.

Am 18. Nachmittags langte eine Deputation von 180 Bürgergrenadieren aus Prag hier an, mit einer prachtvollen Fahne als Geschenk der Prager Nationalgarde an die Wiener. Die hiesige Nationalgarde hat sie am Bahnhöfe mit Musikbanden empfangen und durch die Stadt begleitet. Dort waren mehrere Kompagnien ausgestellt und eine Tribüne errichtet, auf der die Bekomplimentirungsreden auf beiden Seiten gehalten und die Versicherungen gegen­seitiger Anhänglichkeit ausgetauscht wurden.

Triest, 18. Septbr. Die beiden französischen Kriegs, schiffe, welche vor einigen Tagen in der Lagunenstadt an­gekommen waren und der Welt zu so vielen Betrachtungen Anlaß gaben, werden morgen friedlich, wie sie kamen, ihre Rückfahrt nach Toulon antreten.

Berlin. Der Staatsanzeiger macht bekannt, daß bei Entbindung der bisherigen Minister von ihren Stellungen dem Minister-Präsidenten v. Auerswald die Verwaltung des Ober ° Präsidiums der Provinz Preußen übertragen, worden , der Finanzminister Hanse mann zum Ches der preußischen Bank, der Justizminister Märcker zum Präsi­

denten des Oberlandesgerichts zu Halberstadt, der Staats­minister Gierke zum Präsidenten des Oberlandesgerichts zu Bromberg und der Staatsminister Kühlwetter zum Präsidenten der Regierung zu Aachen ernannt seien.

Berlin, 20. Septbr. Als General v. Wrangel bei der Parade der Berliner Garnison dieser in einer gemüth­lichen Ansprache verkündete, er werde in Charlottenburg sein Quartier nehmen, bemerkte er, nach der Bürgerwehr hingewendet, man möge das übrigens nicht so ansehen, als solle Berlin von Charlottenburg aus belagert werden. Ein von dem Lieutenant de la Chevalerie verfaßtes Flug­blatt findet ungewöhnlich viele Leser. Der Verfasser, der als Offizier im 20. Inf -Regiment an dem dänischen Feld­zuge Theil genommen und sich durch einen unterhaltend geschriebenen Brief aus dem preuß. Lager in vielen Kreisen bekannt gemacht hat, glaubt in Folge des Waffenstillstandes mit Dänemark der Armee nicht länger angehören zu dürfen. In dem gedachten Flugblatt bezeichnet er den König als den Freund des Volkes und die Reaction als den unver­söhnlichen Feind Beider. Bemerkenswerth ist ein an die Soldaten gerichteter Passus. Es heißt darin:Die Re­action haßt das Volk und den König! Ja Bürger, die ihr noch im Soldatenrockc steckt, auch eure reactionai« ren Offiziere hassen den König! Ich selber, der ich noch vor wenigen Wochen in ihren Reihen stand, ich weiß es, daß man ihn haßt! Bei unserm Truppen­corps in Schleswig-Holstein habe ich es hundertfach ver­nommen, wie die reactionairen Offiziere den volksthümlichen Beweggrund unserer Sendung dorthin offen verläugneten und die Abdankung, ja den Tod unseres Königs, als das einzige Mittel von dem alten Zopf zu kommen, herbeiwünschten. Die Reaction will die Abdankung des Königs und wenige Wochen vielleicht genügen, um die Triebfedern einer verrätherischen Contrerevolution ans Tages­licht zu bringen."

Der Staatsanzeiger vom 21. Septbr. enthält Folgendes: Ich bin den Truppen, welche für die Sache des deutschen Vaterlandes in Schleswig-Holstein thätig gewesen sind, das Anerkenntniß schuldig, daß sie durch Tapferkeit auf dem Schlachtfelde, gute Disciplin und sittliches Wohlverhalten den echten Geist preußischer Krieger bewährt und den Ruhm des Heers gemehrt haben. Ich trage Ihnen deshalb auf, dem bewährten Führer derselben, allen Ober- und und Unteroffizieren und Soldaten meinen Dank und meine Zufriedenheit auszusprechen und zugleich die in der Beilage enthaltenen Ordensverleihungen rc. bekannt zu machen, welche ich für besondere Auszeichnungen bewilligt habe. Sanssouci, 19. Septbr. 1848. (gez.) Friedrich Wilhelm, (gegengez.) Frhr. v. Schreckenstein."

Berlin. (Nachtrag zum Bericht über die Sitzung der Nationalversammlung vom 22. Sept.) Auf die Interpellation v. Kirchmanns erwiederte der Kriegsminister Folgendes: Auf die erste Frage: Ob es gegründet sei, daß durch eine Al­lerhöchste Cabinetsordre vom 15. b M. dem General Wran­gel der Oberbefehl über die Truppen in den Marken ertheilt worden und wer diese Cabinetsordre contrastgnirt habe? antworte er ja, sie sei von Schreckenstein contra-