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über die Heizung der Paulskirche. Nachdem noch einige Ergänzungswahlen für einige Ausschüsse vorgenommen sind, deren Resultate später vom Bureau verkündigt wird, und nachdem von dem Vorsitzenden noch verkündigt ist, daß die Abgeordneten ihre Waffen, gegen Einholung einer Karte, behalten können, soll zur Tagesordnung übergegangen wer­den. Vogt beantragt Vertagung der Sitzung, welche angenommen wird. Schluß der Sitzung 121// Uhr. Nächste öffentliche Sitzung übermorgen.

4- Frankfurt, 19. Sept. Am Schluffe der heutigen Sitzung machte der Vorsitzende die Versammlung mit dem Schicksale zweier, bisher vermißter Abgeordneten bekannt. Der Abgeordnete Jahn sei wirklich großer Gefahr aus­gesetzt gewesen, jedoch jetzt wohlbehalten hier angekommen. Hr. Heckscher, obgleich fast am Leben bedroht und auf die unwürdigste Art in Höchst mißhandelt, sei dennoch glücklich nach Mainz entkommen. Morgen früh 9 Uhr findet die Beerdigung der im Kampfe Gefallenen statt. Die Särge werden auf dem Roßmarkte ausgestellt und von da nach dem Kirchhofe durch Militair getragen. Die Nationalversammlung versammelt sich um V2 9 Uhr in der Paulskirche und geht von da auf den Roßmarkt. In unserer Umgegend wird eine allgemeine Entwaffnung der Städte vorgenommen, deren Angehörige an dem Auf­stande Theil genommen haben. Heute ist ein Bataillon Preußen nach Hanau aufgebrochen, um dopt dies Geschäft zu vollziehen. Hier haben nur solche, welche nicht zur organisirten Bürgerwehr gehören, die Waffen abliewrn müssen. Heute ist in unserer Stadt wie bisher wieder reger Verkehr. Aus den meisten Straßen und Plätzen bivoua- kiren die Reichstruppen.

Frankfurt, 19. Septbr. Schon gestern Nachmittag wurden nachstehende Bekanntmachungen veröffentlicht:Der Senat an seine Mitbürger. Die Aufregung, welche sich in Folge der für das Deutsche Vaterland so wichtigen Ver­handlungen in der Nationalversammlung der Bevölkerung in dem weitesten Umkreise der Stadt bemächtigt und einen Theil derselben hierher gerichtet hat; die Störung des öffent­lichen Friedens, welche hieraus bereits an mehreren Tagen hervorgegangen ist; die Pflicht, für die Freiheit jener Be­rathungen ausreichende Sorge zu tragen und den Bürgern und Einwohnern die schweren Lasten, welche sie hierfür seither übernommen haben, zu erleichtern; sind Veran­lassung geworden, daß mehrere Bataillons Reichstruppen heute hier Ungezogen sind, oder noch einziehen werden. Der Senat kennt die vaterländische Gesinnung seiner Mitbürger und ist gewiß, daß sie denselben freundliches Unterkommen und gastliche Verpflegung, wie solche deutschen Truppen gebührt, zu Theil werden lassen. Die zur Vertheilung je­ner Truppen in die Quartiere bei den Bürgern und Ein­wohnern niedergesetzte Commission hält ihre Sitzungen in der Behausung des Hrn. Broders, Paulsplatz an der Börse Nr. 14 neu, im ersten Stock. Frankfurt a. M., den 18. September 1848. Bürgermeister und Rath der freien Stadt Frankfurt.

Um die Stadt vor drohendem Unglück zu bewahren werden sämmtliche Einwohner dringend aufgefordert, ihre

Wohnhäuser alsbald zu schließen und verschlossen zu halten. Polizei-Amt.

6 Uhr Abends. So eben sind zwischen 30 und 40 Gefangene, Theilnehmer der gestrigen Ereignisse, unter scharfer Bedeckung zur Taunuseisenbahn gebracht worden, um auf derselben nach Mainz (Fort Hartenberg) transpor- tirt zu werden. Sie wurden von der Hauptwache abge­führt, wo ein ständisches Kriegsgericht seinen Sitz hat.

Frankfurt, 20. Sept. Gestern ist nachstehende Be­kanntmachung hier veröffentlicht worden:In Folge der Erklärung des Belagerungszustandes ist ein ständiges Kriegs­gericht niedergesetzt. Dasselbe hat in der Hauptwache seinen Sitz; es sind somit alle etwaigen Gefangenen abzuliefern. Frankfurt, den 19. September 1848. Der Reichsminister der Justiz, Robert Mohl."

Wien, 15. Septbr. Vom hiesigen Hofe werden durch Vermittelung des Ministeriums den Ungarn folgende Be­dingungen gestellt: 1) Es soll eine Conferenz, bestehend aus Mitgliedern des hiesigen und ungarischen Ministeriums, zusammentreten; dazu soll ausdrücklich der Ban Jellachich herbeigezogen werden; 2) die persönlichen Verfolgungen des Metropoliten Rajachich sollen augenblicklich aufhören; 3) die Feindseligkeiten und Rüstungen sollen beiderseits eingestellt und 4) d ie M ilitairgrenze augenblick­lich den Befehlen des W i e n e r M i n i st e r i u m s untergeordnet werden. Es steht zu erwarten, daß das ungarische Ministerium sich diese Vorschläge gefallen lassen wird. In der That ist bis jetzt in Pesth ebenso wenig ein konsequenter politischer Plan, als im Banat eine kräf­tige militairische Leitung von Seiten Ungarns sichtbar ge­worden. Ronge soll heute hier angekommen sein.

Wien, 16. Sept. In der heutigen Reichstagssitzung stellte Violand an die Minister die Interpellation: Ob es wahr sei, daß mehre Minister noch gar keinen Zutritt zum Kaiser gehabt hätten, ob ihre Beschlüffe noch der Gut­heißung unverantwortlicher Rathgeber unterbreitet würden, wie es sich mit dem contrasignirten Manifest des Kaisers an den Ban verhalte und welches die Stellung des Kaisers zu Ungarn und Kroatien sei? Das Ministerium versprach die Beanlwortung der beiden letzten Fragen, wenn sie schriftlich vorgelegt würden. Die beiden ersten wurden entschieden verneint.

Wien, 16. Sept. Aus ziemlich verlässiger Quelle hören wir, daß der Waffenstillstand mit Karl Albert um weitere fünf Wochen verlängert worden.

Jellachich soll neuestens eine rückgängige Bewegung gemacht haben. Auch ein Gefecht hat bereits stattgefunden, dessen Erfolg aber noch nicht bekannt ist.

Wegen der Vorgänge am 13. d. soll eine förmliche Untersuchung eingeleitet werden. Man erwartet auch, daß dem Reichstage Repressivmaßregeln gegen die Presse wer­den vorgeschlagen werden. Der konstitutionelle Verein, der sich sowohl gegen Absolutismus als Republikanismus auf die entschiedenste Weise erklärt, hat in den letzten Tagen einen großen Aufschwung genommen und zählt bereits 20,000 Mitglieder.

Die Wien. Ztg. " vom 17. meldet den Einzug des