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für einzelne deutsche Staaten für nothwendig erachten. Solche Ministerien sind daher jetzt so überflüssig, wie zu-^ künftig, und zukünftig wie jetzt. Tie Beziehungen zur Reichsgewalt sind aber nichts A-eußeres, im Gegen­theil, es wäre zu wünschen, wenn dieselben recht als etwas Inneres, Innerliches bei allen deutschen Einzelstaaten betrachtet würden w." Dies unterschreiben wir Wort für Wort; allein diese Ansichten theilt auch wohl Hr. f. Er betrachtet die Beziehungen zur Reichsgewalt nicht als etwas Aeußcres, sondern die deshalbigen Ge sch a ft e nur als solche, die nach unserer jetzigen Einrichtung nach §. 107 der 95 erf^Urf. noch durch das Ministeriumder auswärtigen Angelegenheiten" besorgt werden müßten. Darin liegt aber kein Widerspruch mit dem Eingänge des betreffenden Aufsatzes. Ferner meint Hr. r.,das jetzige Ministerium sei gekräftigt durch seine Uebereinstimmung mit dem Willen des Volkes, welcher sich durch die Ver­treter am Landtage ausspreche, und so lange es in diesem Sinne zu handeln fortfahre, werde es kräftig bleiben" rc. Wir verkennen die Richtigkeit dieser Annahme gewiß nicht, sind aber doch der Meinung, daß sich im Gesamnu-Staats- Ministerium eher Mangel als Ueberfluß an Energie und Entschlossenheit finde und daß der Hinzutrilt eines that­kräftigen und arbeitslüchligen Mannes ganz erwünscht er­scheine. Dagegen find wir durchaus einverstanden mit Herrn r., wenn er schließt:Sehr wichtig ist es, daß in Frankfurt .... ein einsichtsvoller, kluger und gewandter Staatsmann unterhalten werde, und gerade diese Stelle ist es, wozu dem Vernehmen nach Hr. v. Schenck ju empfeh­len sein dürfte" re. Im Verlauf der Sitzung wurde, nach­dem Hr. Henkel seinen bekannten Antrag wegen Aufhebung der Stellung des Landesherr» als höchsten Militärchefs begründet hatte, die Berathung des Rekrutirungsgefetzes fortgesetzt und beendet.

Landtagswahlen.

Bei den bevorstehenden Landtagswahlen drängt es einen Vaterlandssreund, auf euren Mann aufmerksam zu machen, welcher zur Vertretung der gewerblichen Interessen ganz besonders geeignet erscheint. Es ist der Bürger Frank in Fritzlar. Selbst Gewerbsmann, hat sich derselbe auch durch seinen mehrjährigen Aufenthalt in Frankreich und der Schweiz einen reichen Schatz von Erfahrungen in gewerblicher Hin­sicht zu verschaffen gesucht. Dabei verbindet dieser sehr bescheidene Mann mit einer glühenden Vaterlandsliebe und einer für seinen Beruf seltenen Intelligenz zugleich einen ganz entschiedenen Charakter; er ist ein Mann des Fort­schritts , aber ein Jude. Soll die in unseren Landes- gefetzen ausgesprochene Emancipation der Juden immer mehr zu einer thatsächlichen Wahrheit sich gestalten, so heischt es die Pflicht der Gerechtigkeit wie der Billigkeit, geeigneten Talenten unter unseren jüdischen Mitbürgern auch bei der Wahl zur Landesvertretung Berücksichtigung angedeihen zu lasten. Ein Protestant.

Auszug aus dem Protokolle der 4 General­versammlung des allgemeinen Arbeiter-

Vereins am 14. Sept. 1848.

Nach einer Einleitung des Vorsitzenden, worin er die Thätigkeit des Comitè's seit der letzten Generalversamm­lung mittheilte und der Versammlung die Anzeige machte, daß vom 1. Oktober an das Lokal des Vereins in dem Hause des Bierbrauers Holstein behufs der Gewerbeversamm- lungcn, Lesezimmer und Comitèzimmer geöffnet sei, ging man zur Berathung der Satzungen über. Sämmtliche Paragraphen, mit Ausnahme des 8, der einen Zusatz er­hielt, wurden einstimmig angenommen. Hierauf wurde der Bericht über die Thätigkeit des allgemeinen deutschen Ar­beiter - Congresses in Frankfurt a. M. abgestattet. Es wurde beschlossen, daß der Verein die vom allgemeinen deutschen Arbeiter - Congreß eingesandte Adresse an die Nationalversammlung, wegen Berufung eines socialen Vor­parlaments, zu der seinigen mache. Ferner, daß die Adresse mit einem Zuruf an alle arbeitenden Stände Kurhestens mittelst Druck vervielfältigt und im Lande auf geeignete Weise vertheilt werde.

Weiß, Holstein,

Vorsitzender. Schriftführer.

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Gerichtliche Entscheidungen.

I. Beim Ober-Appellationsgerichte.

1. Zurückweisende Decrete.

Hagelsieb'sche Erben g. Staatsanwalt, w. Forderung; am 2. Sept. Landes-Creditkasse hierselbst g. Staatsanwalt und Konsorten, Prio­rität im Elrubberg'schen Eoncurse betr.; am 5. Sept.

2. Vorbescheid.

Gde. Rothenbergen g. Heßler, Forderung aus einem Darlehn betr.; am 26. Aug.

3. Endsbescheide.

a) bestätigende.

Hertz g. Kaiser, W. Contractsersullung; am 1. Sept.

Otto g. Heßdorfer's Wwe., w. Zurückgabe überschickter Wolle bez.

Vertragserfüllung; am 2. Sept.

Wenzel u. d. Ehefr. g. Andre u. d. Ehefr., w. nachbarlicher Streitigkeiten; eod.

Flörsheim g. Elias, W. Manifestation; am 7. Sept.

Händler und Staatsanwalt g. Möller, w. Beeinträchtigung der

Wirthschaftsgerechtigkeit; am 9. Sept.

b) abändernder.

Bieker g. Daube's Ehefr., Ausstellung einer Quittung betr.; am 9. Sept.

II. Beim Obergerichte (vom 12. bis 16. Sept. 1848)

a) Vorbescheide.

Jähn g. Stadt Allendorf, W. Eigenthums.

Stephan g. Fusch, W. Forderung.

Prüifing Wittwe g. Prüssing, w. Wegegerechtigkeit.

Schnell Ehesrau g. ihren Ehemann, w. Ehescheidung.

Gde. Niederzwehren g. StaatSanw., w. Schutz im Besitze eines WegS.

Stöhr g. Krause u. Ehefrau, w. Forderung.

Schäfer g. Engelhard, w. Forderung.

b) Endsbe scheide.

Lindenbaum g. Otto'schen Vorm. u. Cons, w. hypothekarischer Forderung.

Bräutigam g. Freudenstein, W. Forderung..

v. d. Malsburg u. Cons, g. v. d. Malsburg, W. Forderung. Herzog g. Sunkel, w. Forderung.

Schaub u. Ehefr. g. Hagemeier'schen Curat., w. Forderung. Großkurth g. Schellhase u. Ehefr., w. Eingriffe in das Eigenthum.