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Neue

ÄAI« Dienstag, den 19. September. R8L8.

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Politische Nachrichten.

Deutschland.

-T- Frankfurt, 17. Septbr. Die Volksstimme hat sich gestern Abend nicht nur in Katzenmusiken geäußert, sondern auch die Volkskraft hat ihre Stärke im Zertrüm­mern von Fensterscheiben im Englischen Hofe und Vcrwü- stung der Westendhall bewiesen, wo sich die Deputaten aller Farben zu gemeinsamer Besprechung zu versammeln pflegen. Wie man hört, sollen sogar Einzelne der Tumul- luanlen in der Westendhall sich an Abgeordnete vergriffen und diese sich durch die Flucht gerettet haben. Mehrere Abgeordnete haben darauf angetragen den Sitz des Par­laments zu verlegen, wenn ähnliche Thätlichkeiten gegen die Personen der Abgeordneten sich noch einmal ereignen würden. Heute Mittag ist eine große Volksversammlung auf die Pfingstweide von den hiesigen politischen Vereinen, mit Ausnahme des Deutschen, ausgeschrieben, an der sich Mitglieder der Linken betheiligen werden. Deputationen mehrerer republikanischen Vereine, welche sich gestern Abend in den Klub der Linken begaben, um sie aufznfordern sich für permanent zu erklären, haben eine ablehnende Antwort erhalten.

Abends 6 Uhr. Die Volksversammlung ist so eben vorüber. Das Montagskränzchen, welches an der Spitze der einladenden Vereine stand, und den Antrag stellte, eine Adresse an das Parlament zu erlassen, welche Dr. Rein- ganum vorlas, trat, als es nach dem Willen der Ver­sammlung fragte und diese ihm ihre Stöcke zeigte, alsbald ab und übergab das Präsidium einem Mitgliede eines republikanischen Vereines. Unter diesem Präsidium stei­gerten sich nun die Anträge der That bis zu dem, aus den Leibern Barrikaden zu bauen, welchen Stoff ein Ab­geordneter der Linken doch zu kostbar dazu fand. Von der äußersten Linken sprachen Zitz, Simon v. Trier, wel­cher mit lebhafter Aerlamation empfangen wurde, Wesen- donck, Schlöffel und Hcntges, welcher die Angriffe auf die Personen der Abgeordneten scharf tadelte. Von den ver­schiedenen Anträgen, über deren Abstiinmungsart wir schwei­gen, wurden die angenommen: Um 7 Uhr soll eine De­putation an die Linke geschickt werden und sie fragen, was sie zu thun gesonnen fei. Schon während der Versamm­

lung wurde dieselbe von den Republikanern in einen schar­fen Gramen genommen, worin sie sich nicht ganz deutlich ausdrückte. Wesendonck erkannte die Versammelten nicht als den Ausdruck des ganzen Deutschen Volkes an und wollte auch die Stimme der Nationalgarde und Schutz­wache hören.

Sodann will die Volksversammlung zu Frankfurt a/M. vom 17. Sept. eine Proklamation an das Deutsche Volk erlas­sen, worin die gestrige Majorität als Volksverräther be­zeichnet werden soll. Auf den Antrag Metternichs soll sich Morgen eine Deputationder Re präsent an ten" (!) der Städte Frankfurt, Mainz, Offenbach, Hanan rc., die alsbald nach Beendigung der Volksversammlung von den Vorstehern der anwesenden Vereine gewählt werden wird, in das Parlament begeben, um der Majorität in das Ge­sicht zu sagen, daß sie Volksverräther seien." Hr. Met­ternich forderte die Anwesenden auf, Morgen noch hier zu bleiben, um die Deputation zu unterstützen. Die Sitzung morgen verspricht interessant zu werden. Heute Abend noch werden übrigens Truppen von Mainz kommen. Die Würtemberger sind heute Morgen abgezogen.

4- Frankfurt, 18. Septbr. Morgens 8 llhr. Die Ruhe ist gestern Abend und gestern Nacht nicht weiter ge­stört worden. Heute Morgen stehen 2 Bataillone Oesterreicher auf der Zeil und 1 Bataillon Preußen steht mit einer Abtheilung Hessen auf dem Paulsplatze. Der Besuch des Herrn Metternich, um denKerls," wie er sich gestern ausdrückte, den Volksverräther ins Gesicht zu schleudern, wird wohl heute nicht stattfinden. Was die Linke gestern beschlossen hat, wird uns wohl heute in der Sitzung, welche wie gewöhnlich um 9 Uhr ihren Anfang nimmt, mitge­theilt werden. Unter den gestrigen Anträgen, die Majori­tät aus der Paulökirchc hinauszubringen, war außer dem Vorschläge, die Paulskirche zu stürmen, von welchem jedoch der Antragsteller selbst sich nicht viel Gutes versprach, auch der Aufrufe an die Wähler zu erlassen, damit sie ihr Mandat wieder zurücknehmen sollten, ein Antrag, welchen Simon von Trier noch dahin modifizirte, beziehungsweise ver­stärkte, die Wähler sollten in Deputationen vor die Wohn­häuser und vordie Leiber" der Abgeordneten ziehen, um sie zu Niederlegung des Mandates zu zwingen. Der Antrag kam jedoch im Drange der Anträge nicht zur Abstimmung