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beschaffen und ziemlich unvollständig anerkannt ist. Es kann ihr nicht immer belieben, als Werkzeug zu dienen und sich hinterher noch durch die Schuld einer ihr feindlichen Partei dem ersten Stoß der Alliirten Dänemarks ausgesetzt zu sehen. Schweden und Rußland werden dem Könige "von Dänemark sicher nicht ihre Hülfe verweigern, und waS die obschwebende Frage und die Integrität des dänischen Gebiets betrifft, so ist Frankreich wie England durch formelle Verträge, u. a. durch den Vertrag von 1720, gebunden. Alle diese Gründe sind von der Art, einen gewissen Einfluß auf die Entschlüsse der deutschen Centralversammlung zu üben. Die Einheitsdoktoren haben ihrer an sich sonst sehr achtbaren Ansicht über die deutsche Einheit ganz den Absolutismus eines deutschphilosophischen Systems aufgedrückt oder eingeprägt. Doch ist zu fürchten, daß sie diese Einheit dadurch eben nicht um so ausführbarer machen. Wenn sie fortfahren, die Sprungfedern der Centralisation bis aufs Aeußerste zu spannen, so können sie leicht damit enden, selbige zu sprengen und zu zertrümmern."
— 11. Septbr. Gestern, Sonntags, fand in der Richelieustraße eine Versammlung von Abgeordneten der 10,000 Arbeiter statt, welche bei der Nationalversammlung um die Erlaubniß nachsuchten, nach Algerien überzusiedeln.
Paris, 10. September. Nach einer Mittheilung der Kölnischen Zeitung hat die französische Regierung den besten Willen Herrn v. Raumer anzuerkonnen. Sie konnte es nur bisher nicht thun, da Herr v. Raumer verschiedene wesentliche Fragen dem Herrn Bastide nicht zu beantworten vermochte. Vor Allem konnte Herr v. Raumer auf die Frage: „Was ist das deutsche Reich?" keine genügende Antwort ertheilen, — und es scheint mir, daß weder dieser berühmte Geschichtsschreiber, noch sonst ein Staatsmann in der Welt sie noch jetzt ertheilen kann. In den Unterredungen mit Herrn Bastide kamen folgende Fragen vor: Ist die Nationalversammlung souverän? Ist die Delegation dieser souveränen Gewalt an den Reichsverweser von dieser Art, daß ihr alle alten deutschen Souveräne- täten untergeordnet sind?— Könnten Sie darauf genügend antworten? — und doch, von der Antwort auf diese Formfrage hängt die Stellung Frankreichs in Hinsicht seiner officiellen Verhältnisse zu Oesterreich , Preußen u. s. w. ab. Wenn die Reichsversammlung und ihr Delegat keine souveräne Gewalt über Oesterreich, Preußen u. s. w. haben, so sind sie vielleicht nur die obersten Gewalten eines Schutz- und Trutzbündnisses souveräner Staaten? — Auch dieses nicht, — es ist noch nicht ausgesprochen worden. Für uns Laien ist die Antwort auf die Frage: „Was ist des Deutschen Vaterland?" ganz fertig; wir antworten mit Sing und Sang, mit Paukenschlag und Trommelklang; — aber der Diplomatie kann dies nicht genügen. Nach der Frage: Was ist das deutsche Reich? kam wiederum die Frage, woraus es bestehe. Und da kam es bei der Auseinandersetzung dieses Bestandes zu der Bemerkung, daß die Eroberungen von Limburg, Schleswig, Posen, Istrien u. dergl. durch die Vota der Frankfurter Versammlung noch keinen völkerrechtlichen Rechtsbestand bilden. Kurz und gut, der Ausschlag ist bis jetzt immer der nämliche: man
will von Herzen gern auf das juste fraternel mit dem freien Deutschland hinarbeiten, und Herr v. Raumer ist immer oflicieusement, wenn auch nicht officiellement willkommen. — Dieses ist die wahre Lage; wie lange sie, den Gang der Reichsversammlung abgerechnet, dauern kann, das können nur die Ereignisse bestimmen, — und diese zeigen sich meistens viel gescheidter, als die Menschen.
Girardin's „Presse," die aus Furcht vor einer neuen Suspension wenig eigene Artikel bringt, macht jetzt dadurch Opposition, daß sie die Artikel, in denen der „National" die Juliregierung angriff, wiederabdruckt. Ein Witzblatt sagt, nächstens werde auch der National suspendirt wegen der Artikel, die er täglich in der „Presse" publicirt. — Eine der jüngst verbotenen Flugschriften, welche am unverhohlensten für das legitime Königthum agitirt, ist die des alten Vicomte v. Arlincourt, betitelt: „Golt will es." Sie ist natürlich sogleich in Beschlag genommen.
In einigen Pyrenäendepartements, namentlich im Thale von Arroö waren wegen der 45 Centimen Steuer heftige Unruhen ausgebrochen. Indessen zeigte der „Moniteur" heute das Ende derselben amtlich an.
Einem pariser Blatte wird aus Neworleans gemeldet, daß 200 Personen, die sich nach Amerika begaben, um dort das System Cabet's, den Kommunismus, praktisch durchzuführen, an den Ufern des rothen Flusses sich niedergelassen hatten; es entstand jedoch schnell Zwistigkeit unter ihnen, sie schlugen sich mörderisch und brachten sich fast bis auf den letzten Mann um.
Amerika.
Die Feuersbrunst, welche am 17. August die Stadt Albany im Staate New-Pork heimsuchte, war das schrecklichste Unglück, das diese Stadt seit ihrem 2hundertjähri- gem Bestand getroffen hat. Mehr als 600 Gebäude, gerade der betriebsamste Theil der Stadt, liegen in Asche, und der Verlust wird zu 2 bis 3 Millionen Dollars geschätzt. Auf dem Kai verbrannten unermeßliche Korn- und Mehlvorräthe.
Türkei.
Der Weserzeitung wird aus Konstantinopel geschrieben, Ibrahim Pascha sei daselbst angekommen und habe sofort bei dem Sultan Audienz gehabt, angeblich um den Oberbefehl über die Donaufürstenthümer zu übernehmen. Der letztere Theil dieser Nachricht ist nicht geeignet, dem ersteren Glaubhaftigkeit zu Verleihen.
Ernennungen rc.
Der Oberstlieutenant Weiß von der Armee ist zum interimistischen Commandeur des 3. Infanterieregiments ernannt worden.
Dekanntmachungen.
[143] Das Kapital von 200 Thlr., welches der verstorbene Lazarus Katz Kahn von hier, gegen gerichtliche Schuld und Pfandverschreibung vom 8. Juni 1819 von Elias Meyerstein zu Münden erborgt hatte, ist glaub-