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reicht, die ihn neuerdings als Vertreter dieses italienischen Staats bei der Republik accreditiren. Desgleichen hat J. de Marcoleta im Namen des Staats Nicarugua dem Mi­nister Bastide seine Accreditive zugestellt. — Ueber den Rücktritt des Reichsministeriums hat das Jour­nal des Debats nur die Anzeige, kein Raisonnement. Die Reforme glaubt noch nicht recht an den Sturz des Reichs­ministeriums. Das Bien Public hofft, daß Berlin den Frankfurter Beschluß bestätigen werde. Dieses Ereigniß sei von einer Art, den Frieden Europa's ernstlich zu bedrohen. Dasselbe Blatt zweifelt auch, daß sich die Lombarden mit dem liberalen Verfassuugöschatten begnügen werden, den ihnen das Wiener Cabinet entgegenhält. Kurz, im Süden und im Norden sei die Lösung trotz der gepriesenen Media­tionsannahme noch weit im Felde.

Paris, 7. September. (Vereinigung der Par­teien. Legitimistische Umtriebe.) Eine sehr wich­tige Neuigkeit circulirt heute im Conferenzsaale der Natio­nalversammlung und wir können sie als wahr verbürgen. General Lamoricière hat aus eigenem Antriebe eine Art von Unterhandlungen mit den Mitgliedern der ehemaligen Linken angeknüpft und ihnen das Gefährliche ihrer Stel­lung auseinandergesetzt, die zwischen der unmöglich gewor­denen Monarchie und der von ihnen noch nicht offen an­erkannten Republik ihnen jede Wirksamkeit und jeden Ein­fluß nehme und sie bei der ersten Bewegung allen Gewalt­streichen beider Parteien aussetze. Diese Unterhandlung hat nun zu dem Ergebniß geführt, daß sich 25 der be­deutendsten Mitglieder dieser Partei von der royalistischen Reunion Poitiers trennen und sich offen an die Republik anschließen werden. Gestern haben sich die 25 Vertreter in einem Bureau der Versammlung berathen und es ist beschloffen worden, daß bei der nächsten passenden Gelegen­heit Odilon-Barrot die Tribüne besteigen und in seinem und seiner Freunde Duvergier de Hauranne, Leon de Malle- ville, Dufaure, Billault u. A. Namen seinen unbedingten Beitritt zu der Republik erklären werde. — Gustav von Beaumont hat dies schon früher gethan und ist Gesandter in London. Leon von Malleville wurde, nachdem man das Resultat dieser Berathung kannte, gestern sogleich von der republikanischen Majorität zum Vice-Präsidenten gewählt.

So vereinigen und verschmelzen sich die parlamentari­schen Parteien immer mehr und bald werden die Legitimi­sten ganz vereinzelt dastehen. Thiers allein hat sich noch nicht ausgesprochen, — es heißt, er schwanke zwischen der Re­publik, die sich gegen ihn etwas spröde benimmt, und den verschiedenen Prätendenten, die ihm die glänzendsten Aner­bietungen machen lassen. — Die legitimistisch en Um­triebe dauern in der Provinz fort; in Paris selbst hat diese Partei den Muth verloren, sie fürchtet Cavaignacs Energie, aber in den Dörfern, in einzelnen Städten er­scheint ab und zu die weiße Fahne oder irgend ein Placat mit: Vive Henri V! Der in Loval erscheinende Indépendant rOuest ist der Moniteur der Partei und er giebt bereits folgendes Ministerium der „möglichen Restauration." — Auswärtiger: Berger, Inneres: Genoude, Justiz: Odilon-

Barrot, Krieg: General Changarnier, Unterricht: Dufaure, Finanzen: Raineville, Handel: Billault, Staatsbanken: Benoit. — Man sieht, daß die Legitimisten auf die Partei Odilon-Barrot zählten, die Rechnung hat jetzt ein Loch. — Die Regierung soll die Nachricht erhalten haben, daß die Herzogin von Berry im Süden erwartet werde, und daß sie wahrscheinlich in Marseille landen wolle. Wir glauben mit Bestimmtheit voraussagen zu können, daß eine legitimistische Schilderhebung nicht nur unterdrückt, sondern daß sie zerschmettert werden wird.

Paris, 10. Septbr. Vor einigen Tagen hatte Herr v. Stockhausen, als Hannoverscher Gesandte, und Gestern hatte Herr v. Könneritz als Sächsischer Gesandte die Ehre, ihre neuen Vollmachten dem General Cavaignac zu über­reichen. Der Deutsche Gesanvle, Hr. v. Raumer, ist noch nicht vorgelassen.

Der Hannöverschen Morgenzeitung wird mitgetheilt, daß das Gouvernement beschlossen hat, unsre bei den Juniunru- hen betheiligten Landsleute freizugeben, sobald die betreffen­den Regierungen sie als Angehörige ihres Staats reklami- ren werden. — Das Journal des Debats greift den Be­schluß der Nationalversammlung, wegen der Sistirung des Truppenrückzuges, mit denselben Gründen an, wie die Frank­furter Rechte. Es ist unnöthig, sie zu wiederholen. Nütz­lich aber wird es sein, den Hohn, womit uns fremde Blät­ter verdientermaßen überschütten, hier wiederzugeben. Es hat sich, heißt es, in Deutschland eine Partei gebildet, welche ihre Idee von Nationaleinheit bis zur Macht einer streu Idee emporgeschwungen, und welcher die fortwährende Beschäftigung mit dieser Idee einen großen Theil (une portion assez considérable) ihres gesunden Menschenver­standes geraubt zu haben scheint. Es giebt fast keinen deutschen Doktor oder Professor mehr, der nicht auf den Landkarten und in den Staalsverfassungen nach ehemaligen Lappen deutscher Naiionalität forschte und die Hand danach ausstreckte. Handelt es sich aber um andere, um Italien zum Beispiel, dann lassen sie ihre Grundsätze über Einig­keit der Sprache und Abstimniung leicht fahren. Man mache nur Miene Triest anzurühren und man wird sehen, wie die größten Demokraten sich auf Seite des Kaisers stellen. In diesem Augenblick stehen sie im Begriff, Hol­land den Krieg zu erklären um ihm Limburg abzunehmen, und diese Frage werden wir wahrscheinlich mit der schles- wigschen zugleich wieder auftauchen sehen. Wahrhaftig, die Fanatiker der deutschen Einheit haben die Augen größer als den Magen, wie das Sprichwort sagt. Sie thäten wohl, den Rath des Frankfurter Journals (!!) zu berück­sichtigen, nämlich unter den heutigen Umständen den gordi­schen Knoten nicht mit dem Schwert eines Aleranders zer­hauen zu wollen, vorzüglich wenn man keinen Alerander habe. Wir hoffen, daß die ungebührlichen Ansprüche der Frankfurter Versammlung den Frieden Europas nicht stören werden. Aber wir befürchten, daß sie die Ruhe Deutsch­lands selbst störe. Zum zweiten Male fleht sich die preußi­sche Regierung, die fast alle Kriegskosten trug, von einer Centralgewalt verleugnet, die noch ziemlich unregelmäßig