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bewährten tüchtigen Gesinnung zu empfehlen. Ein Beleg zu dieser Behauptung ist der Vorschlag des Ministerial- Secretars Klauhold in Cassel, eines früher entschiedenen Gegners der landständischen Verfassung, worüber er mit Geringschätzung sprach, eines Verehrers und Anhängers des verstorbenen Staatsratbs Bickell, zu dessen berüchtigten staatsrechtlichen Ansichten er sich wahrscheinlich auch vor dem Monate März 1848 wird bekannt haben. Waren aber diese Umstände dem Casseler Wahlausschüsse vielleicht bekannt, und hat er geglaubt, daß aus einem Saulus ein Paulus geworden und der im Bürgerverein zu Cassel gehaltene Vortrag über die Landtagèwahlen aus der innersten Ueberzeugung des Ministerial-Secretars Klauhold her- vorgegangen sei? Dann ist die Geschichte der sechszchnjäh- rigen Wirksamkeit unserer Landstände, der doch mehrere des Wahlausschusses so nahe gestanden haben, für sie nicht vorhanden, oder sie haben daraus nicht gelernt. Es ist doch gewiß Vielen, die an unseren vaterländischen Angelegenheiten Theil genommen haben und den Verhandlungen unserer Ständeversammlung gefolgt sind, erinnerlich, daß die freisinnigen und volkssreundlichen Ansichten mehrerer Abgeordneten nur das Aushängeschild waren, um in die Ständeverfammluug zu kommen, in der sie die entgegengesetzten Vertheidigten, um sich hierdurch den Weg #u einem Staatsamte, oder zu einem höheren anzubahnen. Es zeugt außerdem von einer geringen politischen Einsicht, einen erst an der Schwelle des Staatsdienstes stehenden Staatsdiener zum Volksvertreter zu empfehlen.
Herr Redacteur ! Gegen den Abdruck des meine Person betreffenden Artikels aus Marburg, welchen Sie die Güte hatten, mir in Abschrift mitzutheilen, habe ich nicht das Geringste zu erinnern. Wer sich in die Oeffentlichkeit stellt, muß sich das öffentliche Urtheil gefallen lassen. Lieb wäre es mir freilich gewesen, wenn der Herr Verfasser, wie das sonst wohl bei persönlichen Angriffen Mannesart ist, beliebt hätte, mit offenem Visir in die Schranken zu treten. Vielleicht wäre ich durch die bloße Nennung seines Namens schon dem Publikum gegenüber der Nothwendigkeit einer Antwort überhoben worden, für die ich, wie die Sache jetzt steht, einen kleinen Raum in Anspruch nehmen muß.
Hätte sich mein Herr Gegner darauf beschränkt, es für bedenklich zu halten, daß die Hersfelder Versammlung einen jungen Mann, der noch nichts für sein Vaterland gethan, zum Landtagsabgeordneten empfohlen habe, so würde ich ihm hierin wahrscheinlich selbst Recht geben. Derselbe erlaubt sich aber meinen Charakter anzufeinden, die Aufrichtigkeit der von mir ausgesprochenen politischen Gesinnungen zu bezweifle», und da bin ich denn doch wohl befugt, nach den Gründen zu fragen. Es wird meines Verhältnisses zu dem Staatsrathe Bickell gedacht. Der Verfasser kennt dasselbe jedoch so wenig, daß er trotz aller Leichtfertigkeit seines Urtheils mit Bestimmtheit nicht zu behaupten wagt, daß meine angebliche Anhängerschaft den politischen oder gar den religiösen Lehren des Verstorbenen gegolten habe. Dieß ist denn auch in der That niemals der Fall gewesen, und insbesondere habe ich nach der Versetzung B's. nach Kassel zu
demselben fast in gar keiner Beziehung mehr gestanden.. Wohl aber ist es richtig, daß ich während meiner Vorbe- reitungsdienstzeit in Marburg von meinen damaligen Vorgesetzten, wozu übrigens außer dem Genannten bekanntlich auch Männer von ganz anderer politischer Färbung gehörten, einige Auszeichnung erfahren habe. Ich bilde mir daher ein, daß die Achtung, deren ich mich erfreute, meinem Streben, mich in meiner Fachwissenschaft auszubilden, gegolten hat, gleichwie ich an Bickell stets nur seine Gelehrsamkeit und seine Privattugenden mit Vielen, die es freilich jetzt nicht mehr thun, hochschätzte. — Sodann behauptet Ihr Herr Correspondent, daß ich früher ein entschiedener Gegner der landständischen Verfassung gewesen sei und darüber mit Geringschätzung gesprochen habe. Es ist demselben vielleicht bekannt, daß ich mich seit mehr als 10 Jahren mit staatsrechtlichen Dingen historisch und philosophisch beschäftige. Ich fordere ihn und jeden Andern auf, mir aus meinen Aeußerungen nachzuweisen, daß ich in diesem mit allem Ernste betriebenen Studium jemals etwas Anderes, als diejenige Verfassung gesucht habe, welche die Freiheit und Wohlfahrt des Volkes auf dauernde Weise verbürgt, und dagegen will ich sehr gern einräumen, daß mir so gut wie Anderen, ^sehr viele Mängel und Jnconse- guenzen der f. g. Repräsentativmonarchie nicht verborgen geblieben sind, daß ich namentlich für die Verwirklichung derselben in kleinen Staaten, in denen außer in Zeiten großer Aufregung es der öffentlichen Meinung an Mitteln fehlt, sich Bahn zu brechen, manche Schwierigkeit sehe. Hierin wurzelt bei mir das Streben nach größerer polititischer Einigung Deutschlands. Von einer Geringschätzung des Institutes der Landstände im Vergleich zu anderen minder freisinnigen Staatseinrichtungen ist bei mir niemals die Frage gewesen.
Nach diesem Allen bezweifle ich, daß es dem Herrn Anonymus wirklich, wie er vorgibt, um die Sache gilt. Ich betrachte vielmehr seinen Angriff als einen Ausbruch persönlicher Feindseligkeit. Daß ich viele Feinde habe, ist mir gar wohl bekannt; ich weiß auch, daß ich mir dieselben hauptsächlich durch den Fehler einer verletzenden Form meiner Art zu disputiren zuziehe. Auf der andern Seite aber weiß ich auch, daß ich sehr viele Freunde habe und ich bin stolz darauf, baß ich hierzu jederzeit die Edelsten meiner Altersgenossen zählen durfte. Sie mögen Zeugniß für mich ablegen, ob sie je bei irgend einer meiner Handlungen ein unehrenhaftes Motiv erkannt haben und ob sie nicht, was meine politische Gesinnung betrifft, in einer Zeit, wo die freie Aeußerung mit mehr Gefahr als jetzt verbunden war, die freisinnigsten Ansichten in vertrautem Kreise sowohl, als öffentlich von mir haben vertheidigen hören. Genehmigen Sie, Herr Redacteur w.
Klauhold.
Berichtigung.
Zur Berichtigung bzw. Erläuterung einer Mittheilung über den unterzeichneten Volksrath auf S. 683 dieses BlatteS bemerken wir: 1) der Landtags-Abgeordnete, welcher ba&