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frommer Wunsch, daß die constituirende Landesversammlung Mn der provisorischen Regierung eröffnet, zunächst ihr Augenmerk richten wird auf die Beschlüsse: es sei entschieden zu beharren bei der Gültigkeit der bisherigen Gesetze und Maßnahmen der provisorischen Regierung, es sei unter den obwaltenden Umständen die bisherige provisorische Regierung nicht zu entlassen und vor allen Dingen die Landesversammlung permanent. Man ist entschlossen, die durch eigne Schuld verlorne Gunst der Deutschen Nationalversammlung wieder zu gewinnen selbst bei der Gefahr des Verlustes einer reichsministerialen Gunst; wie man aber auf diesem Wege beharren wird etwaigen preußischen oder anderen Waffenstillstands — Bayonetten gegenüber, wirv die Zeit lehren.
Die Hannoverschen und Braunschweigischen Truppen sind auf ihrem Rückmärsche bereits Flensburg passirt und für heute wieder Oldenburger, Lübecker und Bremer gemeldet. — Von der dänischen Propaganda bestens unterstützt, werden nächstens auch die Redacteure und Herausgeber der Danevirke und Flensburger Zeitung resp, in Hadersleben wieder auftreten und ihr altes Werk wieder beginnen. Allem Anscheine nach haben die Dänen bei den Waffenstillstands- Unterhandlungen einen besseren Sieg erfochten, als hätten sie die ganze Deutsche Armee geschlagen. Die Communication vom Festlande nach Alsen ist geöffnet, in entgegengesetzter Richtung aber noch immer gesperrt oder wenigstens wieder Schwierigkeiten unterworfen. Die festen Batterieen an unserem Hafen sind zum Schweigen gebracht, theils auch schon abgeführt; doch sind bis jetzt keine andere, als neutrale Schiffe hier eingegangen.
Erwiderung.
In Beziehung auf die in Nr. 94 enthaltene Rüge, wor- nach in manchen Rentereien die Einrichtung bestehen soll, daß dieselben bloß Vormittags dem Publikum offen stehen, können wir aus zuverlässiger Quelle auf's Bestimmteste erklären, daß eine solche Anordnung nicht mit dem Vorwissen des Finanzministeriums oder der Oberfinanzkammer getroffen ist; vielmehr sind die Rentereien nach den Anweisungen dieser Behörden verpflichtet, sowohl Vormittags als Nachmittags die erforderlichen Zahlungen zu leisten und alle Einzahlungen ohne Weigerung anzunehmen. Zugleich ist uns versichert worden, daß die gerügten Uebelstände auf deshalbige spezielle Angaben sofort abgestellt werden würden.
Anfragen, Rügen und Wünsche.
In einem Regimente der beschwerlichsten Waffengattung dient zu C. seit 35 Jahren ein Offizier, welcher in mancher Schlacht thatkräftig mitwirkte, Ritter der Ehrenlegion ist und in seinem Regimente fortwährend einen der schwierigsten Posten mit unermüdlichem Eifer und Fleiß bekleidet. Es ist daher kaum glaublich, aber leider wahr, daß dieser verdienstvolle und überaus ehrenhafte Offizier seit 35 Jahren Lieutenant geblieben und nicht avancirt ist, während so viele andere Offiziere, oft von einem kaum höheren Le
bensalter als erwähntes Dienstalter, zu höheren Chargen befördert wurden. Weshalb — fragen wir vorläufig — ist dem in Rede stehenden wackern Offizier, dem vielleicht nach militärischen Regeln eine direkte Bewerbung um Weiterbeförderung versagt worden , oder der vielleicht zu einer solchen Bewerbung unter gewissen Umständen und im edlen Bewußtsein seiner stets tadellosen Pflichterfüllung, zu stolz ist, — eine so tief kränkende Zurücksetzung widerfahren, und warum wird demselben in unserm humanen Zeitalter ein Avancement noch immer nicht zu Theil und somit ein seit langen Jahren versäumter Act der Gerechtigkeit und Billigkeit vollzogen? —m —
Der demnächst zusammentretenden Ständeversammlung dürften viele, mit den wahren Bedürfnissen und Interessen der Landbewohner vertraute Mitglieder zu wünschen sein. Als ein solches Mitglied kann mit Recht der Oekonom und Gutsbesitzer Wilhelm Beinhauer, zu Vollmarshausen, Landgerichts Kassel, empfohlen werden. Sch.
Briefkasten und Briefwechsel.
Von Hrn. Epstein zu Treis a. d. L. und Hrn. Elias A. Stern zu Ropperhausen rc. sind Erwiderungen auf die Mittheilung des Hrn. Erlanger zu Marburg in Nro. 58 dieser Blätter, die Beschwerden gegen den Rabbiner Gosen betreffend, eingegangen; sie sind jedoch zu gedehnt, als daß sie Aufnahme finden könnten; sie würden eine ganze Nummer füllen. Ihrem Inhalt nach zeugen sie von inniger Verehrung dieser Lehrer zu dem Rabbiner, geben Kunde von dem Wirken desselben und suchen die vorgebrachten Beschwerden zu widerlegen. — Der Gegenstand mag übrigens hiermit in unsern Blättern zuletzt zur Sprache gebracht sein.
Bitte um Unterstützung.
In der Nacht vom 29. auf den 30. v. M., während mehrere Gewitter mit einer von den ältesten Leuten nicht erlebten Heftigkeit sich über dem Thale an den Abhängen des Deistergebirges entluden und die ganze Umgegend mit banger Besorgniß erfüllten, wurde das Colonat des Einwohners Bock Nr. 9 zu Großnenndorf von dem Blitze getroffen, und mit solcher Schnelligkeit in Brand gesteckt, daß es dem Eigenthümer kaum gelang, sein und seiner Familie Leben zu retten. Erst vor wenigen Jahren traf den Nämlichen das Unglück, daß ebenfalls die Gewalt eines Naturereignisses, einer s. g. Windhose, sein Colonat dergestalt beschädigte und zerstörte, daß er solches, und zwar ohne Unterstützung aus irgend einer öffentlichen Kasse, neu aufbauen und deßhalb mit Schulden belasten mußte. Jetzt hat er nun beinahe Alles eingebüßt, zwei Kühe, zwei Pferde, die ganze reiche Erndte dieses Jahrs, sein ganzer Hauörath, sind binnen wenigen Stunden ein Raub der Flammen geworden. Die herbeigeeilte Hülfe konnte nur die benachbarten Wohnungen vor der Weiterverbreitung des Feuers schützen. Die von dem unverschuldeten Unglück betroffene Familie befindet sich begreiflicher Weise in der dringendsten Noth, und müßte, da nur das Gebäude selbst ,'N der Brandkasse versichert war, verzweifelnd dem Winter