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sie sich von bcr Deutschen Central - Gewalt nicht ohne Grund gebildet hat. Ohne diese Verachtung vor der Reichs-Regierung und ohne die Zuversicht, Deutschland, von seinen eignen Söhnen verlassen, werde sich von den Fremden imponiten lassen, würde sie sich jetzt am wenigsten unterstanden haben, die drohende Sprache zu sührcn, welche mehr als irgend Etwas dem Deutschen Volke und der Centralgewalt ein Sporn sein muß, jetzt das an thun, was Pflicht und Ehre gebieten. Das Reichsministerium wird der Nationalversammlung in den nächsten Tagen ein Programm seiner innern Politik vorlegen. Sollte dann die Trübseligkeit unserer innern politischen Gegenstände noch nicht im Staude sein, diesem Programme die nothwendige Schärfe und Conseguenz zu geben, so wollen wir es dem Auslande recht gern danken, wenn es durch seine beleidigende Haltung die Reichsminister zur Energie gezwungen hat
Nachdem die vorstehenden Zeilen längst niedergeschrieben waren, sind die Bedingungen deS Waffenstillstandes bekannt geworden, welchen der König von Preußen „in seinem Namen" und „im Namen Deutschlands" mit Dänemark geschlossen hat. Jedes Wort zur Würdigung dieser Bedingungen im Ganzen wie im Einzelnen halten wir für überflüssig. Wir verweisen unsre Leser lediglich auf die nachfolgend mitgetheilten Parlaments - Verhandlungen. Wer ein Gefühl für vaterländische Ehre hat, dem wird die Schmach des Vaterlandes auch ohne unser Zuthun das Blut in die Wangen treiben.
Wer bei diesen Dingen am meisten mitgewirkt haben mag, die Feinde draußen oder die Feinde drinnen, das mag dahin gestellt bleiben, —sie haben beide ihr Möglichstes gethan. An der Deutschen National-Versammlung ist es jetzt, das ihrige zu thun. Sie wird das Wort zu lösen haben, welches sie vor 3 Monaten für die Ehre des Vaterlandes verpfändet hat, und an welches sie der besonnenste, der durch sein Wissen und sein Thun ehrwürdigste Mann ihres weiten Kreises nicht umsonst mit schmerzlichem Ausrufe gemahnt haben darf. Sie wird — der Beschluß vom 5. Hat es gezeigt — ihrer Würde und ihren Gesetzen endlich, endlich Nachdruck zu geben wissen und dann wird cs sich entscheiden, ob das Volk, welches sie nach Frankfurt sandte, noch lebt, oder ob es wieder in jenen Todesschlaf versunken ist, aus welchem cs erwacht schien.
Wir glauben, es lebt noch; und uns kann deshalb die Entscheidung des bevorstehenden Kampfes nicht zweifelhaft sein. Vielleicht ist dieser verhängnißvolle Kampf von Strömen Blutes und unsäglichem Jrrsal begleitet, aber wegen seiner schließlichen Entscheidung sind wir sicher und getrost. Aus dieser Rücksicht kann uns der erfahrne Schimpf sogar willkommen sein, denn er zwingt uns, aus einem unwürdigen haltungsloscn Zustande herauszutreten zu einer entscheidenden That.
Politische Nachrichten. Deutschland.
4- Frankfurt, 4. Scptbr. 71. Sitzung der deut- schen Reichsversammlung. Wir stehen am Vorabende wich
tiger Entscheidungen. Die heutige Sitzung war eine Einleitung derselben, das Weitere wird sich morgen oder in den nächsten Tagen ergeben. — Der Minister des Acußeren, Heckscher, batte sich das Wort erbeten, um über den mit Dänemark abgeschlossenen Waffenstillstand der Nationalversammlung eine Mittheilung zu machen. Der Minister betrat gleich beim Beginne der Sitzung die Tribüne. — Am Sonnabend sei dem Ministerium von dem Minister Camphausen die Abschrift des am 26. August abgeschlossenen Waffenstillstandes mitgetheilt. Seitdem haben wiederholte Berathungen stattgefunden. Es ist nicht zu läugnen, daß sich in diesem Waffenstillstände nicht unwesentliche Abweichungen von dem Inhalte der Bedingungen finden, welche die Cenlralgewalt bei der Ertheilung ihrer Autorisation zum Abschlusse desselben aufgestellt hat. Daraus folgt zunächst die Berechtigung der Centralgewalt, die definitive Genehmigung dieses Waffenstillstandes zu ertheilen oder vorzuenthalten. Ebenso finden auf ihn die Bestimmungen des Gesetzes über die Centralgewalt ihre Anwendung, welche eine Genehmigung desselben von Seiten der Nationalversammlung verlange. hLinks: sehr gut!) Zu gleicher Zeit ist auch dem Ministerium eine Erläuterungsschrift des Ministers Camphausen zugegangen, deren Inhalt bei der Erörterung dieser wichtigen Sache mit zur Berathung kommen muß. Heute Morgen erst ist mir eine neue Zuschrift vom Hrn. Minister Camphausen zugestellt, welche ich sofort vor- lesen werde.— Der Minister bittet zuvor, nicht eher in eine Berathung über die Sache entgehen zu wollen, als bis die hohe Versammlung erst genaue Einsicht in die Aktenstücke, welche sich bereits in der Druckerei befinden, genommen habe. — Zur Erläuterung müsse er noch hinzufügen, daß bereits Anfang Juli zu Malmö ein Waffenstillstandsentwurf berathen, aber nicht definitiv angenommen sei. Später entstand aus diesen Berathungen ein weiterer Waffenstillstandsentwurf , welcher aber die Genehmigung von Dänemark nicht erhielt, jedoch der Centralgewalt von der preuß. Regierung mitgetheilt wurde. Auf die Grundlage der Stipulationen von Bellevue und auf der Grundlage meh- rerer diesen Stipulationen von der Centralgewalt zugefügten Modifikationen und Zusätzen ist von der Centralgewalt die nachgesuchte Autorisation von Preußen an dieses ertheilt worden. — Die Waffenstillstandsbedingungen lauten: Se. Majestät der König von Preußen in seinem Namen wie im Namen des deutschen Bundes einerseits und Se. Majestät der König von Dänemark, Herzog von Schleswig-Holstein andererseits, von Dem Wunsche beseelt, die Feindseligkeiten zu beendigen, haben zum Zwecke des Abschlusses eines Waffenstillstandes unter Vermittlung Sr. Majestät des Königs von Schweden zum Bevollmächtigten den pp. v. Below und den pp. v. Reetz und v. Wille ernannt, welche sich in der Stadt Malmö vereinigt und nach Auswechselung ihrer Vollmachten über folgende Artikel sich vereinigt haben:
1) Vom Tage der Unterzeichnung gegenwärtiger Convention an sollen die Feindseligkeiten zu Land und See während 7 Monaten vollständig aushören, mit einer Aufkün- . digung von 1 Monate für jeden der beiden Theile. Findet