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Wenn auch raschen, Schritten ihrer Erledigung entgegen. Folgende Kantone haben abgestimmt: In Zürich stimmten von über 50,000 stimmfähigen Bürgern 25,061 für An­nahme, 2488 für Verwerfung. Eine noch geringere Theil­nahme bei der Abstimmung zeigte sich in Bern; hier nahm von 80,000 Stimmfähigen kaum der sechste Theil an der Abstimmung Theil, und zwar mit großer Majorität in be­jahendem Sinn. Auch in Solothurn war die Anzahl ver Stimmenden nicht groß; von 15,011 Bürgern stimmten 4141 für Annahme, 2808 dagegen. In Glarus wurde die Bundesverfassung von der 4000 Mann starken Lands­gemeinde einstimmig angenommen; auch in Genf, Baselstadt und Baselland sprach sich eine bedeutende Majorität für Annahme aus. In Luzern haben von 25,932 Stimmen­den 10,829 verworfen, 1 5,103 angenommen; in Schaff­hausen waren 3878 Annehmende und 1138 Verwerfende; in Aargau stimmten von 29,419 Bürgern 20 669 dafür, 8750 dagegen; in Thurgau sagten 7649 Ja, 2289 Nein. —- Auch St. Gallen und Graubünden haben angenommen; das Stlmmenverbältniß ist noch nicht vollständig bekannt. Auch von Wallis, das am 20. abstimmte, weiß man nichts Genaues. Zug hat mit 1780 gegen 803 Stimmen ver­worfen. Nächsten Sonntag den 27. finvet die Abstim- mung in den Kantonen Uri, Schwyz, Unterwalden und Appenzell Statt. Hier wird wahischeinlich verworfen, mit Ausnahme von Obwalden und Appenzell a. RH , welche sich für die Verfassung aussprechen wollen. Der Gr. Rath von Waadt und Neuenburg empfiehlt mit großer Majorität die Annahme; von Tessin ist nichts Bestimmtes bekannt; in Freiburg soll es gar nicht zur Volks-Abstimmung kommen, der Gr. Rath will von sich aus entscheiden. Am 4. Sept, versammelt sich die Tagsatzung, um das Gefammtresultat der Abstimmung zu vernehmen, uno die Uebergangsmaß- regeln in den neuen Zustand der Dinge zu treffen. — Die nach Neapel abgesandten eidgenössischen Kommissarien zur Untersuchung der Vorfälle am 15. Mai und nament­lich des Benehmens der Schweizerregimenter an jenem Tage sind in Bern wieder angekommen Sie haben wenig a is- gerichtet. So viel ist gewiß, daß die Vorwürfe, welche die italienischen Blätter den kapitulirten Truppen wegen be­gangener Verbrechen machten, zum größten Theil unge- gründet sind.

Niederlund.

Aus Amsterdam, 25. August, bringt die Kölner Ztg. über die Niederlage der Holländer in Klein-Java folgende Mittheilung: Die näheren Nachrichten über den mißlunge­nen Zug gegen Bali lauten sehr traurig. Der Verlust an Mannschaft und Munition ist entsetzlich. Ganze Batterien sollen in die Hände der feinte gefallen sein. Es scheint erwiesen, daß die Rebellen von den Engländern nicht allein kommandirt, sondern unterstützt worden siiid. Von Sin- gapore sollen ganze Ladungen mit englischen Kriegsvor- râthen abgegangen sein.

Italien.

In Venedig und Mailand keine Veränderung. Man glaubt allgemein, daß Karl Albert einen Separatfrieden init Radetzky abschließen werde. D c r H a fr d e r Lombardei gegen diesen König

hat den höchsten Gipfel erreicht. Eine Kluft zwischen den Lonibarden und Piemontesen hat sich neu ge­bildet, welche die Träume einer italienischen Einheit auf immer verscheucht hat. Es herrscht übrigens in der ganzen Lombardei die größte Ruhe.

Frankreich.

Paris, 29. August. Der Cultusausschuß der Natio­nalversammlung beschäftigt sich gegenwärtig mit Prüfung des Budgets der gesammten Geistlichkeit. Auf den Antrag Isamberts hat er den Beschluß gefaßt, das berüchtigte Dom­kapitel St. Denis, daS Louis Philipp mit fürstlichem Pomp wiederherstellte, fallen zu lassen. Den vorhandenen Dom­priestern soll eine Leibrente von 6000 Fr. gezahlt werden. Bisher bezogen diese Sinekuren von 8000 Fr.

— Der Moniteur veröffentlicht die Beschlüsse der Na­tionalversammlung rücksichtlich der Herabsetzung des Brief- porto's vom 1. Jan. 1819 an, so wie der Reorganisation der Handelsgerichte nach den Grundsätzen des allgemeinen Stimmrechts.

— Es ist entschieden, daß die Insurgenten nicht nach einer unwirthbaren Insel, sondern nach Algerien überge­schifft werden, wo man für sie trappistische Kolonisauons- pläne entwirft.

— In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung übergab der Minister des Innern einen Dekret - Entwurf für eine neue Einrichtung der Leihhäuser. Der Zinsfuß soll künftig nicht unter 3 pCt. betragen, wird aber von der Regierung festgestellt, und jeder Einleger kann nach drei Monaten den Verkauf der von ihm versetzten Gegen­stände verlangen.—Hr. Laussedat verlangte, daß die Ver­sammlung zur Prüfung der Aktenstücke, welche über die Politik des Landes und das Verfahren der ehemaligen Mi­nister Aufklärungen geben könnten, aus ihrer Mitte eine Kommission ernenne. Hr. Senard ersuchte die Versamm- lung, ihm zu vertrauen, daß man das Nöthige thun werbe. Wollte sie jedoch einen direkten Schrtit thun, so habe die Regierung nichts dagegen. Die Versammlung beschloß, heute über den Laussedat'schen Antrag zu entscheiden.

Großbritannien.

John Martin, der Eigenthümer des „Irish Felon," deu eine Dubliner Jury schuldig gefunden, ist zu zehnjähriger Deportation (oder nach dem englischen Gesetzausdrucke Transportationl in eine Strafcolonie verurtheilt; sein Bru­der James Martin, der den Obmann der Jury zum Duell gefordert, zu einmonatlichem Gefängniß in Newgate. Die­ses, sowie auch das Kilmainhamgefängniß, ist mit „Rebel­len" so überfüllt, daß man sich veranlaßt fand einen U)eii derselben nach dem Correctionshaus in der getreuen Stadt Belfast zu übersiedeln

Ei» liberales Londoner Blatt meint: man sollte Irland, um Ordnung in dieses Land zu bringen, auf zehn Jahre an den Kaiser von Rußland in Miethe geben. Besser, entgegnet die M Post, wäre es den Viscount Hardinge zum Lordstatthalter zu ernennen. Dieser General ist so­eben von seinem Commando in Südirland wieder abgerufen worden — wohl ein Beweis, daß man keinen weiteren, Ausbruch besorgt.